Freiwillige Deutsche Selbstopferer Im Krieg

#

Capture Swastika Flight

Auszug aus Die Dritte Macht

…Einige wenige Beispiele für freiwillige Selbstopferer aus der Zeit des Krieges sollen genügen, um unserer heutigen Generation zu verdeutlichen, daß sich mit den Zeiten anscheinend auch die Menschen geändert haben. Und wenn nicht die Menschen, so doch zumindest deren Werte.

Den einen Bericht überlieferte die Fliegerin Hanna Reitsch, die unter anderem auch die bemannte V-1 geflogen hat. Im August 1943 kam sie mit einigen Gleichgesinnten zu der Ansicht, daß eine günstige Verhandlungsbasis für ein schnelles Kriegsende nur dann zu erreichen sei, wenn es gelingen würde, die wichtigsten Schlüsselpositionen des Gegners und die Zentren seiner Widerstandskraft in schnell aufeinander folgenden Schlägen unter Schonung der feindlichen Zivilbevölkerung zu zerstören. Dazu hätten sich Menschen finden müssen, die bereit waren, sich mit einem technisch geeigneten Mittel auf das Punktziel zu stürzen, um es in seinem Zentrum zu treffen und damit jede Ausbesserung  und Wiederinstandsetzung unmöglich zu machen. Bei einem solchen Einsatz würde es keinerlei Chance für das eigene Leben geben, und es war die völlige Überwindung des eigenen Ichs gefordert. Hervorzuheben ist, daß zu jenem Zeitpunkt noch nichts über die japanischen Kamikaze-Flieger bekannt geworden war.

Als Gerät sollte eine bemannte Gleitbombe Verwendung finden. Auch die Möglichkeit eines Einsatzes der bemannten V-1 wurde erwogen. Laut Hanna Reitsch meldeten sich Tausende für diesen freiwilligen Selbstopfereinsatz. Vorerst eingezogen wurde dafür nur eine kleine Gruppe von 70 Mann. (21)

Ein weiteres geplantes Selbstopferunternehmen fand am 7. April 1945 westlich von Hannover über dem Steinhuder Meer statt. Dafür wurden 180 Flugzeuge Me 109 zur Verfügung gestellt. 184 Flugzeugführer hatten sich freiwillig gemeldet. Die Piloten bekamen die Aufgabe, die einfliegenden amerikanischen Bomber nach Verschießen der Munition zu rammen und auf diese Weise zum Absturz zu bringen. Von ihnen und den Begleit- Düsenjägern wurden an diesem Tag 51 schwere amerikanische Bomber zerstört. Von den deutschen Flugzeugführern fanden 77 dabei den Tod. (22)

Auch bei der Aufstellung der Kleinkampfverbände der Marine meldeten sich wiederum Tausende Freiwillige, darunter allein 3000 Offiziere. In Ein- und Zweimann-Booten, »Seehunde« genannt, und als Kampfschwimmer wollten die Freiwilligen gegen die alliierte Flotte und die Geleitzüge antreten, Brücken vernichten und Nachschublager in die Luft sprengen. Ihnen war bewußt, daß bei jedem Einsatz die Chancen fast zu 100 Prozent für den Gegner standen. (23)

Fazit: Die vier Grundvoraussetzungen dafür, daß zum Kriegsende die behauptete Absetzbewegung mit U-Booten stattfinden konnte, waren damals allesamt gegeben…

Auszug aus: Die Dritte-Macht_1945 bis Heute_Gilbert-Sternhoff