Das Maerchen vom Russlandsueberfall-Sternbald

Rußlandüberfall???…in der dortigen Sowjetgesandtschaft aufgefundenen russischen Schriftstück [34] mit folgenden Worten zum Ausdruck gebracht: “Die UdSSR wird erst im gegebenen Moment reagieren. Die Achsenmächte haben ihre Streitkräfte weiter verzettelt, und deshalb wird die UdSSR plötzlich gegen Deutschland losschlagen”…

Die verschollene Note des Auswärtigen Amtes an die Sowjetregierung vom 21. Juni 1941

TEIL 1 VON 2

Note des Auswärtigen Amtes an die Sowjetregierung vom 21. Juni 1941. Vorbemerkung von Sternbald:

Der Person, die diese Note abgetippt hat, sind einige Fehler unterlaufen (auch die Fußnoten betreffend), die ich korrigiert habe, soweit sie offensichtlich waren, aber in einigen Fällen belassen musste, da mir das
Original nicht vorliegt.

Dies ist allerdings nachrangig, da der große Wert dieser Note darin liegt, Details der sowjetischen Aggressionspolitik gegen Deutschland aufzulisten, die sich unzweifelhaft in die auch heutzutage noch bekannte Ausgangssituation vor Beginn des Krieges zwischen den beiden Staaten einfügen. Es ist bekannt, dass die Sowjetunion von Anbeginn an aggressiv und mit ihrer Konsolidierung zunehmend intensiver die weltweite Verbreitung des Kommunismus bzw. Bolschewismus verfolgte und in diesem Rahmen bereits vor dem Krieg mit dem Deutschen Reich militärisch im Baltikum und auf dem Balkan aktiv war.

Die einzelnen Schritte dieses Vorgehens werden in der vorliegenden diplomatischen Note erläutert und zeigen klar und deutlich die Kriegsabsichten der Sowjetunion gegenüber dem Deutschen Reich auf.

Die Absurdität des Märchens vom unbegründeten deutschen „Überfall“ kann nur einem Publikum verborgen bleiben, das nicht einmal über die grundlegenden Züge dieser Ausgangssituation Bescheid weiß.

So erklärt es sich auch, dass dieses Dokument durch die Alliierten bereits kurz nach der Kapitulation aus den deutschen Unterlagen entfernt und vernichtet wurde. Die Politik der Nationalsozialisten jedoch war keine Geheimpolitik, denn sie informierte grundsätzlich das deutsche und andere Völker.

So gelangte diese diplomatische Note bereits während der Kriegszeit an die Öffentlichkeit. Ich nehme an, dass die Absurdität der Siegergeschichtsschreibung bezüglich des Russlandfeldzugs direkt nach dem Krieg allen auch nur grundlegend informierten Deutschen und Osteuropäern voll bewusst war, sie aber im Rahmen der Besatzung und der Tatsache einer Recht und Wahrheit verhöhnenden Kriegsführung und Unterwerfung nicht öffentlich diskutiert wurde. Nach Jahren des schamvollen Schweigens wuchsen dann Generationen heran, die aufgrund ihrer von den Siegern herbeigeführten Ignoranz auch absurde Märchen glauben. Ihnen kann die Lektüre dieser Note zur Befreiung von der Lüge dienen.

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Vorwort von Siegfried Egel:

Nahezu 69 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges geistern immer noch die absurdesten und verlogensten Schuldzuweisungen für den Rußlandfeldzug 1941 gegen Deutschland bzw. Adolf Hitler seitens der Politiker, Medien und “Geschichtsbücher” durch die Welt, obgleich die bolschewistische Weltherrschafts-Zielsetzung, die unfaßbar hochgerüstete Industrie der UdSSR und das 1939 – 1941 unverhohlen erpreßte Vordringen Stalins über Finnland ins Baltikum, nach Polen, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien weltweit bekannt waren.

Auch war den eingeweihten Regierungskreisen der gigantische Truppenaufmarsch der Roten Armee an der gesamten Westfront zum Überfall auf Europa schon 1941 über Geheimdienste, Diplomatie und sogar Presse vermittelt worden.

Roosevelt und Churchill hatten zur Forcierung eines  deutsch-sowjetischen Krieges der Sowjetunion schon Monate vor dem Juni 1941 bedeutendes Kriegsmaterial geliefert! Internationale Forscher haben dies später in vielfältigen Einzelheiten bestätigt.

Jüngstes Beispiel der im dienstbeflissenen Umerziehungs-Opportunismus verstrickten “Geschichtsschreiber” lieferte Bogdan Musial mit seinem Buch Kampfplatz Deutschland: Stalins Kriegspläne gegen den Westen [2]. Er bestätigte an Hand sowjetischer Archivunterlagen eindeutig die weltweit einzigartige industrielle Hochrüstung, den Aufmarsch der sowjetischen Streitkräfte — “explizit auf den Angriffskrieg gegen Deutschland“ (S. 465) [3] — dicht an den westlichen Staatsgrenzen, doch verharmloste er alle diese Fakten wieder. So verwies er auf Produktions- und Organisationsmängel im sowjetischen Staatsgefüge und “stellte fest”, Hitler habe von den gefährlichen Vorbereitungen Stalins gar “nichts geahnt” [2] (S. 465), sondern sei statt dessen von “seiner Idee des Lebensraumerwerbs”, ja der “Weltherrschaft besessen” gewesen (S. 462) und habe in unverantwortlicher Weise selbstverschuldet für Deutschland den Zweifrontenkrieg eröffnet. Deshalb sei Adolf Hitler nicht zu einem Präventivkrieg berechtigt gewesen. So sei er der “verbrecherische Aggressor”, denn er habe schließlich “angefangen”.

Beweise brauchte dieser zu spät Geborene für solche “Schlußfolgerungen” nicht. Nicht einmal einen Blick in die Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik hatte er dafür nötig. Dabei hätte bereits ein Blick in diese Akten, die bekanntlich allein von Vertretern der westlichen Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, USA) herausgegeben worden sind, genügt, um einen solchen Unsinn zu widerlegen.

In Bezug auf die Vorgeschichte des Rußlandfeldzuges ist festzustellen, daß eine solche Fülle von authentischen Dokumenten bereits 1941 der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht worden war, die allein schon genügen würde, die dem Reichskanzler Adolf Hitler unterstellten kriegs- und eroberungslüsternen Motive eines von allen internationalen Zusammenhängen abgehobenen Diktators zu widerlegen. Bei den Herausgebern der Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik fällt auf, daß den vorsortierenden Umerziehern angesichts der ungeheuren Fülle an Dokumentenbeständen für 1941 entweder inzwischen die Lust oder die Fantasie, vielleicht auch das Personal, das Geld oder die Zeit fehlte, um dieselbe Intensität ihres Eifers für Fälschungen zu entwickeln, wie sie dies in Bezug auf die Jahre 1938/1939/1940 getan haben.

Für das Jahr 1941 begnügten sie sich offensichtlich mit dem Aussortieren unerwünschter Papiere. Ihnen war dabei natürlich klar, daß man mit dieser Methode ebenfalls den Effekt einer Verfälschung der Zusammenhänge erzielen kann. Das eine wie das andere – Fälschungen und Aussortierungen –  findet sich in den ADAP als amtliche Publikation des Auswärtigen Amts der Bundesregierung.

So findet man zahlreiche sowjetische Beschwerden über Verletzung der russischen Lufthoheit durch deutsche Flugzeuge, aber keine einzige deutsche Beschwerde über Verletzung des deutschen Luftraumes durch sowjetische Aufklärer.

Auch die erstaunte Frage des sowjetischen Außenkommissars Molotow an den deutschen Botschafter in Moskau, Graf von der Schulenburg, am 21. Juni 1941, er verstünde die Gründe gar nicht, warum die deutsche Regierung offenbar mit der sowjetischen Regierung unzufrieden sei, findet sich in den ADAP.

Doch man sucht im Band XII der Serie D 1937 – 1941 (6. April bis 22. Juni 1941) ganz entscheidende Dokumente vergebens: So z.B. das der internationalen Pressekonferenz von Reichsaußenminister v. Ribbentrop am frühen Morgen des 22. Juni 1941 vorgetragene und wenige Stunden zuvor dem sowjetischen Botschafter in Berlin, Dekanosow, übergebene “Memorandum der Reichsregierung” über die Gründe ihres militärischen Vorgehens gegen die UdSSR sowie die zugehörigen OKW-Meldungen und den Bericht des Reichsinnenministers Dr. Wilhelm Frick und des Reichsführers SS Heinrich Himmler über die Agitations-, Zersetzungs- und Sabotagearbeit der Komintern innerhalb des deutschen Machtbereichs.

Zwar weisen die Herausgeber der ADAP darauf hin, man könne diese Dokumente in den seinerzeitigen Monatsheften für Auswärtige Politik von 1941 (Heft 7, S. 545 ff) nachlesen, doch wer kann das schon angesichts der systematisch “gesäuberten” Bibliotheken nach 1945? Einem mehr oder weniger als Zufall zu bezeichnendem Umstand ist es zu danken, daß dem Verfasser ein noch 1944 in Berlin erschienener Band “Dokumente der Deutschen Politik — Der Kampf gegen den Osten 1941″ zur Verfügung stand.

Dieser Stempel ist zweifelsohne nicht für diesen Dokumentenband allein angefertigt worden, sondern für umfangreichen Bedarf! “Demokratisch zu erziehende” Studenten bedürfen schließlich anderer Literatur. Schüler werden in der Bundesrepublik z.Zt. bereits “in Versuchsprojekten” mit Comics für Geschichtsvermittlung versorgt.

Geht man diese Dokumentenpublikation durch, so erstaunt die umfangreiche und sorgfältige Arbeit, die mit dieser Zusammenstellung verbunden ist, zumal, wenn man die Kriegslage 1944 in Deutschland bedenkt. Noch etwas ist auffallend: Man findet in diesen Dokumenten nirgendwo irgendwelche verleumderische Hetze oder gar Greuellügen gegen irgendeinen der Gegner Deutschlands, sondern ausschließlich sachgerechte Argumentation! Das nachfolgende Dokumente über Ursachen und Zusammenhänge des Rußlandfeldzuges belegen — wie alle übrigen Dokumente ebenfalls –, daß sämtliche außenpolitischen Entscheidungen Hitlers sich aus vielfältigsten Informationen anderer Menschen und auch Regierungen als Folgerungen und Konsequenzen ergeben haben und nicht eine einzige einem ihm zuzuschreibenden willkürlichen, eigenmächtig vorher konzipierten Wahn oder “Plan”.

Adolf Hitler niemals einem Untergebenen befohlen hat, irgendwelche Lügen zu lancieren, um von ihm “gewollte Aggressionen” in die Wege zu leiten, es keiner Lügen bedurfte und auch solche nicht verwendet wurden, um der deutschen Wehrmacht den Präventivschlag gegen die UdSSR für den 22. Juni 1941 zu begründen, sondern die von deutscher Seite vorgetragenen Sachverhalte eindeutig den Tatsachen entsprochen haben. Daß man dabei in Berlin die militärische Stärke der Sowjetarmee nicht in vollem Ausmaß hatte erkennen und auch die Intensität der seinerzeitigen politischen Zusammenarbeit zwischen der UdSSR, Großbritannien und den USA nicht genügend hatte durchschauen können, ändert an diesem Sachverhalt nichts.

Deutschland war bereits 1939 von kriegs- und vernichtungswilligen Imperialmächten eingekreist. Deren Initiativen waren vor Kriegsausbruch am 1. September 1939 auf Vernichtung Deutschlands bzw. bedingungslose Kapitulation abgestellt! Es gibt kein einziges Dokument dieser Imperialmächte Großbritannien, USA oder der Sowjetunion – sieht man von Täuschungs- und im Sinne Lenins “taktischen” Dokumenten und Verträgen ab –, das belegen würde, dem Deutschen Reich sei ab Frühsommer 1939 eine Friedenschance belassen worden!

Lesen Sie nun die einst verschollene diplomatische Note des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reiches an Sowjet-Rußland vom 21. Juni 1941:

I.

Als die Reichsregierung, bestimmt von dem Wunsche, zwischen Deutschland und der UdSSR einen Ausgleich der Interessen zu finden, sich im Sommer 1939 an die Sowjetregierung wandte, war sie sich darüber im klaren, daß die Verständigung mit einem Staate, der einerseits seine  Zugehörigkeit zu der Gesellschaft der Nationalstaaten mit den sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten vertrat, der aber andererseits von einer Partei beherrscht wurde, die als Sektion der Komintern die Verbreitung der Weltrevolution, also die Auflösung dieser Nationalstaaten anstrebte, keine leichte Aufgabe sein würde.

Unter Zurückstellung der schwerwiegenden Bedenken, die sich aus dieser grundsätzlichen Verschiedenheit in der politischen Zielsetzung Deutschlands und Sowjetrußlands und aus dem scharfen Gegensatz der sich diametral gegenüberstehenden Weltauffassungen des Nationalsozialismus und des Bolschewismus ergaben, hat die Deutsche Reichsregierung diesen Versuch unternommen.

Sie ließ sich hierbei leiten von dem Gedanken, daß die durch eine Verständigung zwischen Deutschland und Rußland bedingte Ausschaltung eines Krieges und die damit zu erreichende Sicherstellung der realen Lebensbedürfnisse der beiden sich von jeher freundschaftlich gegenüberstehenden Völker die beste Gewähr gegen eine weitere Ausbreitung der kommunistischen Doktrinen des internationalen Judentums nach Europa bieten würden.

Sie  wurde in dieser Annahme dadurch bestärkt, daß gewisse Vorgänge in Rußland selbst und gewisse Maßnahmen der Russischen Regierung auf internationalem Gebiet eine Abkehr von diesen Doktrinen und von der bisherigen Methode der Zersetzung fremder Völker zumindest als möglich erscheinen ließen. Die Aufnahme, die der deutsche Schritt in Moskau erfuhr, und die Bereitschaft der Sowjetrussischen Regierung, einen Freundschaftspakt mit Deutschland zu schließen, schienen diesen Wandel zu bestätigen.

So kam es am 23. August 1939 zum Abschluß des Nichtangriffspaktes und am 28. September 1939 zur Unterzeichnung des Grenz- und Freundschaftsabkommens zwischen den beiden Staaten. Der Kern dieser Verträge bestand, in der gegenseitigen Verpflichtung der beiden Staaten, sich nicht anzugreifen und in friedlicher Nachbarschaft zu leben, und in einer Abgrenzung der Interessensphären durch einen Verzicht des Deutschen Reichs auf jede Einflußnahme in Finnland, Lettland, Estland, Litauen und Bessarabien, während die Gebiete des ehemaligen polnischen Staates bis zur Linie Narew-Bug-San auf Wunsch der Sowjets Rußland eingegliedert werden sollten. [4]

Tatsächlich hat die Reichsregierung mit dem Abschluß des Nichtangriffspaktes mit Rußland auch sofort eine grundsätzliche Umstellung ihrer Politik gegenüber der UdSSR. durchgeführt und seit diesem Tage eine freundschaftliche Haltung zur Sowjetunion eingenommen.

Sie hat die mit der Sowjetunion geschlossenen Verträge sowohl dem Buchstaben als auch dem Geiste nach getreulich erfüllt. Aber auch darüber hinaus hat sie durch die Niederwerfung Polens, d. h. also durch Einsatz deutschen Blutes, der Sowjetunion zu dem seit ihrem Bestehen größten außenpolitischen Erfolge verholfen.

Nur durch diese wohlwollende deutsche Politik gegenüber Rußland und durch die überwältigenden Siege der deutschen Wehrmacht ist dies möglich gewesen. Mit Recht glaubte daher die Reichsregierung annehmen zu dürfen, daß auch die Haltung der Sowjetunion dem Deutschen Reich gegenüber eine gleiche sein würde, zumal während der Verhandlungen, die der Reichsaußenminister von Ribbentrop in Moskau führte, und auch bei anderen Gelegenheiten von der Sowjetregierung wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde, daß diese Verträge die Grundlage für einen dauernden Ausgleich der beiderseitigen deutsch-sowjetrussischen Interessen bilden und daß beide Völker unter Respektierung der gegenseitigen Regime und gewillt, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Partners einzumischen, zu einer guten, dauernden Nachbarschaft kommen würden. Daß die Reichsregierung sich in dieser Annahme gründlich getäuscht hat, sollte sich leider schnell herausstellen.

II.

Tatsächlich ist die Komintern schon bald nach Abschluß der deutsch-russischen Verträge wieder auf allen Gebieten aktiv geworden. Dies trifft nicht nur auf Deutschland allein, sondern auch auf die mit Deutschland befreundeten oder neutralen Staaten und die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete Europas zu. Um nicht offen gegen die Verträge zu verstoßen, wurden nur die Methoden gewechselt und die Tarnung sorgfältiger und raffinierter gestaltet. Durch ständige Anprangerung des angeblichen “imperialistischen Krieges Deutschlands” [6] glaubte man in Moskau offenbar, die Wirkung des Paktabschlusses mit dem nationalsozialistischen Deutschland ausgleichen zu müssen. Die starke und wirksame polizeiliche Abwehrtätigkeit zwang dabei die Komintern dazu, ihre zersetzende und nachrichtendienstliche Tätigkeit nach Deutschland auf Umwegen über Einsatzzentren in den Deutschland benachbarten Ländern zu versuchen. Man bediente sich dabei ehemaliger deutscher kommunistischer Funktionäre, die in Deutschland Zersetzungsarbeit und Sabotagevorbereitung zu betreiben hatten. Der GPU.- Kommissar Krylow leitete eine systematische Schulungsarbeit zu diesem Zweck [7].

Daneben wurde eine intensive Zersetzungsarbeit nach den von Deutschland besetzten Gebieten, insbesondere nach dem Protektorat und dem besetzten Frankreich, aber auch nach Norwegen, Holland, Belgien usw. betrieben.

Die sowjetrussischen Vertretungen, so besonders das Generalkonsulat in Prag, leisteten hierbei wertvolle Hilfestellung. Mit funktechnischen Sende-  und Empfangsanlagen wurde ein eifriger Nachrichtendienst unterhalten, der den vollendeten Beweis für die gegen das Deutsche Reich gerichtete Arbeit der Komintern lieferte [8]. Auch über die gesamte sonstige Zersetzungs- und Ausspäharbeit der Komintern liegt ein umfangreiches dokumentarisches Zeugen- und Schriftenmaterial vor. Ferner wurden Sabotagegruppen gebildet, die ihre eigenen Laboratorien unterhielten, in denen sie Brand- und Sprengbomben zur Verübung der Sabotageaktionen herstellten. Solche Anschläge wurden beispielsweise auf nicht weniger als 16 deutsche Schiffe verübt [9].

Neben dieser Zersetzungs- und Sabotagearbeit stand die Spionage. So wurde die Rückführung der Deutschen aus Sowjetrußland dazu ausgenutzt, um diese deutschen Menschen mit den verwerflichsten Mitteln für die Zwecke der GPU. zu gewinnen. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen wurden in schamloser Weise zu Verpflichtungserklärungen für den Dienst der GPU. erpreßt [10]. Selbst die Sowjetrussische Botschaft in Berlin mit dem Botschaftsrat Kobulow [11] an der Spitze scheute nicht vor rücksichtsloser Ausbeutung der Rechte der Exterritorialität zu Spionagezwecken zurück. Des weiteren bildete das russische Konsulatsmitglied Mochow [12] in Prag den Kopf eines russischen Spionagenetzes, das das ganze Protektorat überzog. Weitere Fälle, in denen der Polizei ein rechtzeitiger Zugriff gelang, lieferten ein klares und eindeutiges Bild über diese umfangreichen sowjetrussischen Machenschaften.

Das Gesamtbild zeigt einwandfrei, daß von Sowjetrußland in großem Umfang gegen Deutschland illegale Zersetzung, Sabotage, Terror und kriegsvorbereitende Spionage in politischer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht betrieben wurde [13].

Was die außerhalb Deutschlands in Europa betriebene Zersetzungsarbeit Sowjetrußlands betrifft, so erstreckte sich diese auf fast alle mit Deutschland befreundeten oder von ihm besetzten Staaten Europas [14]. So wurde beispielsweise in Rumänien von der kommunistischen Propaganda durch aus Rußland kommende Flugblätter Deutschland als für alle Schwierigkeiten verantwortlich hingestellt, um so eine antideutsche Stimmung wachzurufen. Das gleiche tritt seit dem Sommer 1940 in Jugoslawien deutlich in Erscheinung. Die Flugblätter riefen dort zum Protest auf gegen das Paktieren des Regimes Zwetkowitsch [15] mit den imperialistischen Regierungen von Berlin und Rom.

Auf einer Versammlung von kommunistischen Parteifunktionären in Agram wurde der ganze Südosten Europas von der Slowakei bis nach Bulgarien als russisches Protektorat bezeichnet, das nach der von ihnen erhofften militärischen Schwächung Deutschlands kommen werde [16].

In der Belgrader [17] Sowjetgesandtschaft ist den deutschen Truppen der dokumentarische Nachweis für den sowjetrussischen Ursprung dieser Propaganda in die Hand gefallen.

Während die kommunistische Propaganda in Jugoslawien sich nationalsozialistischer Parolen zu bedienen suchte, wirkte sie in Ungarn vor allem unter der ruthenischen Bevölkerung, der sie die kommende Befreiung durch Sowjetrußland vorspiegelte. Besonders lebhaft war die antideutsche Hetze in der Slowakei, wo offen für eine Angliederung an Sowjetrußland geworben wurde.

In Finnland betätigte sich die berüchtigte “Vereinigung für Frieden und Freundschaft mit der Sowjetunion”, die im Zusammenwirken mit dem Sender Petroskoi [18] dieses Land zu zersetzen suchte und dabei in durchaus deutschfeindlichem Sinne arbeitete.

In Frankreich, Belgien und Holland wurde gegen die deutsche Besatzungsmacht gehetzt. In nationaler und panslawistischer Verbrämung wurde die gleiche Hetze im Generalgouvernement betrieben.

Kaum war Griechenland von den deutschen und italienischen Truppen besetzt worden [19], so machte sich auch dort die sowjetrussische Propaganda ans Werk. Das Gesamtbild zeigt eine in allen Ländern systematisch betriebene Kampagne der UdSSR. gegen den Versuch Deutschlands, eine stabile Ordnung in Europa aufzurichten.

Nebenher geht die direkte propagandistische Gegenaktion gegen die Maßnahmen der deutschen Politik, die diese Maßnahmen als antirussisch zu denunzieren und die verschiedenen Länder für Sowjetrußland gegen Deutschland zu gewinnen sucht. In Bulgarien wurde gegen den Beitritt zum Dreierpakt [20] und für einen Garantiepakt mit Rußland [21] agitiert, in Rumänien durch Infiltration in die Eiserne Garde und Mißbrauch ihrer Führer, u.a. des Rumänen Groza, der Putschversuch vom 23. Januar 1941 [22] inszeniert, hinter dem als Drahtzieher die bolschewistischen Agenten Moskaus standen. Einwandfreie Beweise liegen der Reichsregierung hierüber vor.

Was Jugoslawien [23] anbetrifft, so ist die Reichsregierung in den Besitz von  Unterlagen [24] gelangt, wonach der jugoslawische Delegierte Georgiewitsch schon im Mai 1940 in Moskau aus einer Unterredung mit Herrn Molotow die  Überzeugung gewann, daß man dort Deutschland als den “mächtigen Feind von morgen” ansah.

Noch eindeutiger war das Verhalten Sowjetrußlands zu den von den serbischen Militärs vorgebrachten Waffenwünschen. Im November 1940 erklärte der sowjetrussische Generalstabschef dem jugoslawischen Militärattaché [26]: “Wir geben alles Angeforderte, und zwar sofort”. Preise und Zahlungsweise wurden der Belgrader Regierung freigestellt, und nur eine Bedingung wurde gestellt: Geheimhaltung gegenüber Deutschland [27].

Als die Regierung Zwetkowitsch später sich den Achsenmächten näherte [28] begann man in Moskau die Waffenlieferungen zu verschleppen; kurz und bündig wurde dies im sowjetrussischen Kriegsministerium dem jugoslawischen Militärattaché erklärt. Die Inszenierung des Belgrader Putsches [29] vom 27. März des Jahres bildete den Höhepunkt dieser konspirativen Tätigkeit serbischer Verschwörer und englisch-russischer Agenten gegen das Reich. Der serbische Leiter dieses Putsches und Führer der “Schwarzen Hand” [30] Herr Simitsch befindet sich noch heute in Moskau und entfaltet dort auch jetzt in engster Verbindung mit den sowjetrussischen Propagandastellen eine aktive Tätigkeit gegen das Reich. Die obigen Feststellungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der ungeheuer umfangreichen Propagandatätigkeit der UdSSR in Europa gegen Deutschland. Um daher der Außenwelt einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit der sowjetrussischen Stellen in dieser Richtung seit Abschluß der deutsch-russischen Verträge zu geben und ihr ein Urteil zu ermöglichen, wird die Reichsregierung das ihr zur Verfügung stehende umfangreiche Material der Öffentlichkeit unterbreiten [31]. Insgesamt muß die Reichsregierung feststellen:

Die Sowjetregierung hatte bei Abschluß der Verträge mit Deutschland wiederholt die unmißverständliche Erklärung abgegeben, daß sie nicht die Absicht habe, sich direkt oder indirekt in deutsche Angelegenheiten zu mischen. Sie hatte beim Abschluß des Freundschaftsvertrages in feierlicher Form zum Ausdruck gebracht, daß sie mit Deutschland zusammenarbeiten werde, um den wahren Interessen aller Völker entsprechend dem zwischen Deutschland einerseits und England und Frankreich andererseits bestehenden Kriegszustand ein Ende zu machen und dieses Ziel so bald als möglich zu erreichen [31]. Diese sowjetrussischen Abmachungen und Erklärungen haben sich, im Lichte der oben erwähnten, im weiteren Verlaufe des Krieges immer klarer zutage getretenen Tatsachen gesehen, als eine bewußte Irreführung und Täuschung herausgestellt. Auch alle nur infolge der deutschen freundschaftlichen Haltung erreichten Vorteile haben es nicht vermocht, die Sowjetregierung zu einer loyalen Haltung gegenüber Deutschland zu veranlassen. Die Reichsregierung hat sich vielmehr davon überzeugen müssen, daß die These Lenins, wie sie in den “Richtlinien für die Kommunistische Partei in der Slowakei” vom Oktober 1939 ausdrücklich nochmals niedergelegt wurde und wonach “mit einigen anderen Ländern Pakte abgeschlossen werden können, wenn sie den Interessen der Sowjetregierung und der Unschädlichmachung des Gegners dienen”, auch beim Abschluß der Verträge vom Jahre 1939 Pate gestanden hat.

Der Abschluß dieser Verträge der Freundschaft war somit für die Sowjetregierung nur ein taktisches Manöver. Das eigentliche Ziel bestand darin, für Rußland vorteilhafte Abmachungen zu erreichen und damit gleichzeitig ein weiteres Machtmäßiges Vorgehen der Sowjetunion vorzubereiten.

Der Leitgedanke blieb die Schwächung der nicht-bolschewistischen Staaten, um sie leichter zersetzen und zur gegebenen Zeit niederschlagen zu können. Mit brutaler Deutlichkeit wird dies in einem nach der Besetzung Belgrads [33] in der dortigen Sowjetgesandtschaft aufgefundenen russischen Schriftstück [34] mit folgenden Worten zum Ausdruck gebracht:

“Die UdSSR wird erst im gegebenen Moment reagieren. Die Achsenmächte haben ihre Streitkräfte weiter verzettelt, und deshalb wird die UdSSR plötzlich gegen Deutschland losschlagen”. Die Sowjetregierung in Moskau ist der Stimme des russischen Volkes, das mit dem deutschen Volke ehrlich in Frieden und Freundschaft leben wollte, nicht gefolgt, sondern hat die alte bolschewistische Politik des Zweierlei-Gesichts fortgesetzt und damit eine schwere Verantwortung auf sich geladen.

III.

Wenn schon…

Sie koennen das Dokument hier weiterlesen:

Verschollene Note_Sovietregierung_1941-28S.

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