Deutschland Bevor Hitler Kam – 2. Kommunistische Judenputsch-Zinsknechtschaft (5)-Sebottendorf

Versprechungen bei der Juedischen Kommunistenregierung von Freiheit, Gleichheit, Bruederlichkeit, jedoch Raub und Brutale Unterdrückung war an der Tagesordnung.

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V. Thule Gesellschaft, Kampfbund und Ringe der Thule – Teil 2

 

Damit wollen wir es genug sein lassen und weiter berichten:

Am 18. Januar 1919 wurde in den Räumen der Thule Gesellschaft der national-sozialistische Deutsche Arbeiterverein gegründet. Schriftsteller Karl Harrer war erster, Metalldreher Anton Drexler zweiter Vorsitzender. Bei den regelmäßigen wöchentlichen Zusammenkünften schwankte die Besucherzahl zwischen zehn und dreißig Personen.

Infolge der Streitigkeiten, die Eisner mit den Reichsbehörden hatte, war von bayerischer Seite die Bildung von Heeresteilen abgelehnt, ja verboten worden. General von Epp sammelte daher außerhalb Bayerns im Lager von Ohrdruf in Thüringen eine Truppe. Dorthin sandte Sebottendorff einen Großteil der Angehörigen des Kampfbundes und wies Leute, die geworben wurden, in das dortige Lager.

Für den 21. Februar 1919 war die Landtagseröffnung angekündet; ganz München stand in Erwartung, was sich begeben würde.

Am 16. February 1919 hielt Eisner auf der Theresienwiese eine Versammlung ab, in der er den Rätegedanken propagierte. Den Demonstrationszug, der der Versammlung den notwendigen Abschluß geben mußte, führte Eisner selber im Kraftwagen an. Im Zuge wurden Plakete mitgeführt die die Räteregierung forderten. Es waren etwa 10 000 Menschen, die am Zuge teilnahmen und die besonders auf die Presse schlecht gestimmt waren, weil Eisner mit dieser am Tage vorher einen bösen Zusammenstoß hatte. Die Münchener Zeitungen stellten daraufhin die Berichterstattung ein.

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Während so auf der Seite der Kommunisten die Leute durch Taten aufgeputscht wurden, kämpfte die gemäßigte Sozialdemokratie mit Worten. Auer griff den Bauernführer Gandorfer an und warf ihm Korruption und Stellenjägerei vor.

Am 20. Februar 1919 räumten die Räte das Landtagsgebäude und übersiedelten in das Deutsche Theater, hierbei kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Eisner und Max Levien. Für den folgenden Tag hatte Levien einen Vortrag, “Spartakus, der Sklavenbefreier”, angesagt, es kam aber nicht dazu, denn am Freitag, dem 21. Februar, eine Viertelstunde vor 10 Uhr wurde Eisner vom Grafen Anton Arco auf Vally auf dem Wege zum Landtag an der Ecke der Promenadenstraße erschossen (s. Bilderteil S. 216).

Graf Anton Arco auf Valley hatte von der Mutter her (einer geborenen Oppenheim) Judenblut in den Adern, er ist Jüdling und war daher weder von der Thule Gesellschaft noch vom Kampfbunde aufgenommen worden. Er wollte zeigen, daß auch ein Halbjude eine Tat ausführen könne.

An Stelle Eisners eröffnete Auer eine Stunde später den Landtag mit einem warmen Nachruf; kaum hatte er seine Rede beendet, öffnete sich die Tür und der Metzger Lindner, ein überzeugter Kommunist, gab einige Schüsse auf Auer ab. Auer wurde schwer verletzt; im selben Augenblicke wurde auch von der Tribüne aus gefeuert, wo sich der Arbeiterrat und Soldatenrat niedergelassen hatte. Durch diese Schüße wurde der Abgeordnete Osel und der als Besucher anwesende Major von Jahreiß getötet. In wilder Flucht stob der Landtag auseinander.

Die zweite Revolution wurde ausgerufen. Der Mob trat auf der ganzen Linie die Herrschaft an.

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Der Revolutionäre Zentralrat gab folgende Bekanntmachung heraus (s. Bilderteil S. 216, Abbildung oben links):

Der Befreier des Proletariats, der Ministerpräsident des Volksstaates Bayern, Kurt Eisner, wurde heute vormittags 10 Uhr von einem Vertreter der Bourgeoisie, Graf Arco-Zinneberg (d. Verf.: soll heißen Graf Anton Arco auf Valley), meuchlings ermordet. Der geistige Urheber dieses Mordes ist die verleumderische Hetze der Presse.

Das Proletariat hat die Pflicht, angesichts dieses Verbrechens die Revolution durch die Übernahme der Presse zu sichern. Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, sofort in den Streik einzutreten um sich um 4 Uhr auf der Theresienwiese zu versammeln.

Es lebe das Andenken Kurt Eisners!

Es lebe die zweite Revolution!

Es lebe die Räterepublik!

München, den 21. Februar 1919

Das erste war, daß  man den Generalstreik verkündete. Alle Geschäfte schlossen, der Verkehr stockte, Plakate erschienen, die zu Vergeltungsmaßnahmen an den Besitzenden aufforderten. Um 1 Uhr mittags erklangen von allen Türmen die Glocken; man hatte die Priester gezwungen, sie selber zu läuten.

Gegen 4 Uhr nachmittags wurden die Zeitungen gestürmt, die Papierrollen auf die Straßen gechleppt und angezündet. Überall wurde geplündert und geraubt. Überall krachten Schüße.

An der Stelle, wo Eisner erschossen wurde, hatte man sein mit Blumen geschmücktes Bild aufgestellt, zwei Posten sorgten dafür, daß jeder Vorübergehende grüßte.

Doch dauerte dieser Spuk nicht lange, es wurde ein alter Jägertrick angewandt; man hatte eine Tüte mit Mehl, das den Schweiß zweier läufigen Hündinnen erhielt, vor dem Bilde verschüttet. Bald

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gaben alle Hunde der Nachbarschaft ihre Visitenkarte ab und Bild und Posten verschwanden.

Die wahnsinnige Tat Arcos hatte alle Pläne umgestürzt. Eisner, der schon halb erledigt gewesen war, erhielt durch diese Tat den Glorienschein des Märtyrers. Der tiefe Haß gegen die Junker kam erneut zum Ausbruch, denn ein Junker war es ja, der Kurt Eisner erschossen hatte.

Daß in dem nun einsetzenden Kampfe der Kampfbund der Thule und diese selber zunächst unbelästigt blieb, ist dem Umstande zu verdanken, daß sich die Räume der Gesellschaft in der stillen Marstallstraße befanden, in unmittelbarer Nähe des Armeemuseums, wo das Oberkommando seinen Sitz aufgeschlagen hatte.

Der Eingang zu den Versammlungsräumen der Thule war ein Nebeneingang des Hotels “Vier Jahreszeiten”, der besonders den Angestellten des Hotelbetriebes diente, es fiel also nicht sehr auf, daß dieser Eingang auch von den Thule-Leuten stark benutzt wurde.

Am 22. Februar 1919, einem Sonnenabend, war eine neue Nummer des Beobachters fällig; um nicht Öl in das Feuer zu gießen, wurde die Herausgabe um einige Tage verzögert.

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VII. Die Thule in der Zeit der Räteherrschaft

 

In der Zeit vom Februar bis April 1919 war es im Reiche ziemlich ruhig. Die verschiedenen Kommunistenaufstände des Spartakusbundes waren niedergeschlagen, nur in Braunschweig bestand noch eine Räteherrschaft. Gefährlich sah es in Oberschlesien aus, wo die Kommunisten die drohende Polengefahr benutzten, um einen Aufstand zu erregen. In Ungarn hatte Bela Kun die Räteregierung errichtet.

In Weimar tagte die Nationalversammlung; sie war mit der Verfassung des “Systems” beschäftigt.

In München jedoch ging alles drunter und drüber. Vorläufig hatte sich ein Zentralrat gebildet, der aus folgenden Personen bestand: Gandorfer, Hoffman, Utzendorfer, Sauber, Simon, Goldschmidt, Niekisch, Kröpelin, Eisenhut, Levien, Hagemeister.

Alle Zeitungen waren verboten, an ihrer Stelle erschien das Nachrichtenblatt des Zentralrates. Der Arbeiterrat Jakobi und der Soldatenrat Ehrhardt zeichneten verantwortlich.

Das oben erwähnte Elf-Männerkollegium hatte eine dreitägige Landestrauer für Eisner beschlossen, ferner war die Schließung aller bürgerlichen Vergnügungsstätten, die Aufhebung des Adels und die Abschaffung aller Feudalgüter verfügt worden.

Am 24. Februar 1919 war der Generalstreik beendet, am Mittwoch, dem 26., fand die Einäscherung Eisners statt.

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Niekisch hatte für den 25. Februar die Räte in das Deute Theater berufen; in dieser Versammlung hetzte besonders Kröpelin zur Verhaftung von Geiseln. “Es müssen Geiseln festgenommen werden und wenn heut ein Revolutionär durch reaktionäre Verbrecherhand fällt, dann werden zehn Kreß von Kressenstein erschossen.” Verlagsbuchhändler Lehmann, der schon erwähnte Kreß von Kressenstein und viele prominente Personen wurden als Geiseln verhaftet und nach Stadelheim gebracht. Landauer gab in dieser Versammlung einen Antrag zur Debatte, die Arbeiterräte zum Nationalrat zu erklären; Levien teilte mit, daß sich im Wagnerbräu der Revolutionäre Arbeiterrat in Permanenz erklärt habe. Er verlangte, daß der Landtag nicht mehr einberufen werde, alle Gewalt solle bei den Räten liegen.

Am 6. März 1919 fanden zwischen den Parteien, den Kommunisten, den Unabhängigen und den gemäßigten Sozialisten Besprechungen statt, es kam zu einem Kompromiß, das aber nicht eingehalten wurde. Die bayerische Regierung bereitete ihre Übersiedlung nach Bamberg vor, zögerte aber immer noch, in der Hoffnung, mit den Spartakisten auf friedlichem Wege fertig zu werden. Anstatt durchzugreifen, entschloß sie sich zu Halbheiten. Sie hatte hinter sich die damals intakten Soldaten der Garnisonen Nordbayerns. Das dritte Armeekorps ließ über München folgende Bekanntmachung abwerfen:

An alle Soldaten und Arbeiter!

Die durch die ruchlose Ermordung Eisners geschaffene Lage benutzt eine kleine Gruppe von Gewaltmenschen in München die Herrschaft an sich zu reißen. Dagegen wehren sich ganz entschieden die Arbeiter und Soldaten von Amberg, Bayreuth, Sulzbach, Regensburg, Straubing, Erlangen, Ingolstadt, Grafenwöhr, Nürnberg und Fürt. Alle verurteilen die Gewaltherrschaft einer kleinen Gruppe,

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die Bayern zum Untergange führt. Sie verlangen eine sozialistische Regierung und eine alsbaldige Einberufung des Landtages. Alle wollen die Demokratie und verwerfen die Diktatur. Kameraden und Genossen von München! Ihr habt den Willen gezeigt, die Gewaltherrschaft Dr. Leviens und seines bewaffneten Anhanges zurückzuweisen. In diesem Bestreben unterstützen Euch alle Soldaten des Dritten Armeekorsp, wenn es nicht anders sein kann, mit Waffengewalt.

Vom 17. bis 19. März 1919 tagte der Landtag in München; er hatte keine Macht, diese hielten der rußische Bevollmächtigte Axelrod, die Räte Revien und Levine-Nissen in der Hand. Die offizielle Regierung setzte sich zusammen aus Hoffmann Präsidium, Endres Inneres, Segitz Finanzen, Frauendorfer Verkehr. Diese Regierung war jedoch ein Scheinbild, die so lange geduldet wurde, bis sich die Räteregierung an die Stelle setzte. Die Weltrevolution schien ja zu marschieren, wie das Beispiel Ungarns zeigte. Um sie vorwärts zu treiben, berief der Ministerpräsident Hoffman den österreichischen Juden Dr. Neurath als Staatskommissar. Neurath sollte alle bayerischen Betriebe sozialisieren; er wurde Leiter und Präsident des Zentralwirtschaftsamtes.

Als der Landtag wieder zusammentreten sollte, erklärte der Zentralrat, daß er einen solchen Zusammentritt verhindern würde, doch kam in Abwesenheit Hoffmanns, unter dem Kriegsminsiter Schneppenhorst, am 4. April 1919, eine Versammlung zustande, an der alle sozialistischen Parteien teilnahmen. Hier wurde bereits von Levine-Nissen der Antrag zur Ausrufung der Räteregierung erneut gestellt, doch ging diese Versammlung resultatlos auseinander.

Am 6. April 1919 berief Klingelhöfer die Arbeiterräte und Soldatenräte in das Hofbräuhaus. Noch am gleichen Tage wurde in München die Räterepublik proklamiert. Bezeichnenderweise taten die Kommunisten

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unter Führung Levines nicht mit, sie bildeten eine eigene Truppe. Niekisch übernahm die gesamte Gewalt, Dr. Lipp wurde Volksbeauftragter für Äußeres, Dr. Neurath blieb Vorstand des Zentralwirtschaftsamtes, der Jude Ret Marut wurde Leiter der Pressesozialisierung. Silvio Gesell übernahm die Finanzen.

Die öffentliche Bekanntmachung lautet (s. Bilderteil S. 217, Abbildung oben):

An das Volk in Baiern!

Die Entscheidung ist gefallen, Baiern ist Räterepublik. Das werktätige Volk ist Herr seines Geschickes. Die revolutionäre Arbeiterschaft und Bauernschaft Baierns, darunter auch alle unsere Brüder, die Soldaten sind, durch keine Parteigegensätze mehr getrennt, sind sich einig, daß von nun an jede Ausbeutung und Unterdrückung ein Ende haben muß. Die Diktatur des Proletariats, die nun zur Tatsache geworden ist, bezweckt die Verwirklichung eines wahrhaft sozialistischen Gemeinwesens, in dem jeder arbeitende Mensch sich am öffentlichen Leben beteiligen soll, einer sozialistisch-kommunistischen Wirtschaft. Der Landtag, das unfruchtbare Gebilde des überwundenen bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters ist aufgelöst, das von ihm eingesetzte Ministerium ist zurückgetreten.

Von den Räten des arbeitenden Volkes bestellte, dem Volk verantwortliche Vertrauensmänner erhalten als Volksbeauftragte für bestimmte Gebiete außerordentliche Vollmachten. Ihre Gehilfen werden bewährte Männer sein aus allen Richtungen des revolutionären Sozialismus und des Kommunismus. Die zahlreichen tüchtigen Kräfte des Beamtentums, zumal der unteren und mittleren Beamten werden zur tatkräftigen Mitarbeit im neuen Baiern aufgefordert. Das System der Bürokratie aber wird unverzüglich ausgetilgt.

Die Presse wird sozialisiert.

Zum Schutze der baierischen Räterepublik gegen reaktionäre Versuche von außen und innen wird sofort eine Rote Armee gebildet. Ein Revolutionsgericht wird jeden Anschlag auf die Räterepublik sofort ahnden.

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Die baierische Räteregierung folgt dem Beispiel der russischen und ungarischen Völker, sie nimmt sofort die Verbindung mit diesen Völkern auf. Dagegen lehnt sie jede Verbindung mit der verächtlichen Regierung Ebert, Scheidemann, Noske, Erzberger ab, weil diese unter der Flagge einer sozialistischen Republik das imperialistisch-kapitalistische Geschäft des in Schmach versunkenen deutschen Kaisertums fortsetzt.

Sie ruft alle deutschen Brüdervölker auf, den gleichen Weg zu gehen. Alle Proletariern, wo immer sie für Freiheit und Gerechtigkeit, wo immer sie für den revolutionären Sozialismus kämpfen, in Württemberg und im Ruhrgebiet, in der ganzen Welt, entbietet die Baierische Republik ihre Grüße.

Im Zeichen der freudigen Hoffnung auf eine glückliche Zukunft für die ganze Menschheit wird hiermit der 7. April zum Nationalfeiertage bestimmt. Zum Zeichen des beginnenden Abschiedes vom fluchtwürdigen Kapitalismus ruht am Montag, den 7. April 1919 in ganz Baiern die Arbeit, so weit sie nicht für das Leben des werktätigen Volkes notwendig ist, worüber gleichzeitig nähere Bestimmungen ergehen.

Es lebe das freie Baiern! Es lebe die Räterepublik! Es lebe die Weltrevolution!

München, den 6. April 1919. Der revolutionäre Zentralrat Baierns.

In Augsburg war die Räteherrschaft schon am Sonnabend erklärt worden, am Montag folgte Rosenheim, Starnberg, die nähere Umgebung Münchens. Die Sozialdemokratische Partei und die Regierung Hoffmann erhoben Widerspruch und konnten die in Nordbayern einsetzenden Versuche, die Räterepublik auszurufen niederschlagen. (s. Bilderteil S. 217, Abbildung unten links) Der Erlaß der Regierung Hoffmann lautete:

Die Regierung des Freistaates Bayern ist nicht zurückgetreten. Sie hat ihren Sitz von München verlegt. Die Regierung ist und bleibt die einzigste Inhaberin der höchsten Gewalt in Bayern und ist allein

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berechtigt, rechtswirksame Anordnungen zu erlassen und Befehle zu erteilen. Weitere Publikationen werden folgen.

Nürnberg, den 7. April 1919.    Der Ministerpräsident Hoffmann.

Der Plan der Räterepublik ging dahin, ganz Bayern mitzureißen, dann Österreich zwischen zwei Feuer zu nehmen, da ja in Ungarn bereits das Rätesystem herrschte. Man hoffte auch, daß die Bewegung in Württemberg Erfolg haben würde. Der Plan scheiterte an der Zurückhaltung der nordbayerischen Bevölkerung und an dem raschen Niederwerfen des württembergischen Aufstandes.

München bildete Anfang April 1919 eine Insel, deren Grenze von Dachau über Schleißheim nach Rosenheim und ins Oberland ging; im Westen verlief sie zwischen den Seen nach Dachau zurück. Dieser Ort war für die Republik sehr wichtig, dort lagerten nicht nur die großen Munitionsvoräte, sondern auch das Papier, um Papiergeld drucken zu können. Finanzminister Maenner leistete sich den klassischen Ausspruch: “Wenn wir die Papierfabrik Dachau in den Händen haben, ist die finanzielle Lage für vier bis fünf Wochen gesichert.”

In München selbst hatte sich eine Rote Armee gebildet, deren Oberkommandant Toller war. 24000 Gewehre waren verteilt worden, dazu kamen noch die Waffen in den Kasernen und Depots.

Das war die allgemeine Lage.

In den kommenden Schreckenstagen kam der Thule Gesellschaft erhöhte politische Bedeutung zu. Die letzte Weihe hatte am 21. März stattgefunden. Während der Rätezeit wurden die Versammlungen abgesetzt.

Um der Thule eine feste Form zu geben, damit sie auch nach außen hin auftreten könne, wurde beschlossen die Thule als Verein

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registergerichtlich einzutragen, dazu waren Statuten notwendig; vom Führerprinzip mußte damit abgegangen werden. Das Registergericht trug nur Vereine ein, die ihren Vorstand durch Wahl bildeten.

Die finanziellen Ansprüche, die an Sebottendorff herangetreten waren, hatten seine Kraft erschöpft; er mußte die Mitglieder bitten, ab 1. März 1919 Beiträge zu zahlen. Kneil wurde Kassenwart. Auch die tagenden Vereine mußten jetzt Saalmiete zahlen.

Die Thule Gesellschaft wurde während dieser Zeit von zwei Ereignissen berührt. Das erste war der Versuch des Polizeipräsidenten Pallabene, der kam, um Haussuchung nach antisemitischen Flugblättern zu halten. Der Besuch wurde Sebottendorff durch Baron Wittgenberg mitgeteilt. Wittgenberg hatte Pallabene als österreichischen Offizier gekannt, er hatte ihn in Schwabing getroffen und dabei war die Rede auf die Thule Gesellschaft gekommen. Bestätigt wurde der Versuch durch das Mitglied der Republikanischen Schutztruppe Ritzler, der zugleich Mitglied der Thule Gesellschaft war; er konnte auch die genaue Zeit angeben: die Haussuchung sollte gegen 10 Uhr morgens stattfinden. Um den Angriff abzuwehren, bat Sebottendorff Frau Riemann-Bucherer für den Morgen Gesangsstunde anzusetzen und alle Schwestern der Thule Gesellschaft zu bestellen. Als dann der Polizeipräsident gemeldet wurde, klang ihm das Einführungslied: “Beglückt darf nun dich, o Heimat, ich schauen”, entgegen. Gräfin Westarp, die zweite Sekretärin, meldete den Herrn, der sofort fragte: “Was ist das für ein Verein?”

“O, das ist ein Verein zur Höherzüchtung der germanischen Rasse!”

“Wa-a-s?”

“Ein Verein zur Höherzüchtung der germanischen Rasse, Herr Polizeipräsident.”

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“Ja, was treiben Sie eigentlich?”

“Sie hören es, wir singen.”

“Sie treiben antisemitische Propaganda, ich weiß es wohl, Herr! Sie machen sich über mich lustig, ich lasse Sie und ihren ganzen Anhang verhaften! Ich bin gekommen, Haussuchung zu halten!”

“Bitte”, sagte Sebottendorff, “ich kann Sie nicht hindern, aber eine Erklärung zuvor, Herr Polizeipräsident. Meine Macht reicht etwas weiter als Sie denken. Sehen Sie, ich bin nun sechs Monate und mehr Führer der Thule Gesellschaft und denke es auch noch lange zu bleiben. Sie, Herr Polizeipräsident, sind seit zweit Tagen im Amt und können vielleicht noch zwei oder drei Tage bleiben, dann kommt ein anderer an die Futterkrippe. Wenn Sie, Herr Polizeipräsident, hier mich oder einen meiner Leute oder auch alle verhaften, dann mehmen meine Leute, wo immer sie einen finden, einen Juden hoch, schleifen ihn durch die Straßen und behaupten, er habe eine Hostie gestohlen. Dann, Herr Polizeipräsident, haben Sie einen Pogrom, der auch Sie hinwegfegen wird.”

“Das ist ja irrsinning, das ist Wahnsinn.”

“Vielleicht, aber mein Wahnsinn hat Methode.”

“Sie werden doch nicht – Sie versuchen mich irre zu führen.”

“Das liegt mir fern, aber es braucht ja nicht so weit zu kommen. Sehen Sie, im Grunde streben wir doch einem gemeinsamen Ziele zu, nur unsere Wege sind verschieden. Warum sollen wir uns nicht tolerieren?”

“Ja, wir könnten zusammen gehen.”

“Nein, das ist unmöglich, Sie wollen das Ziel durch den Internationalismus erreichen, ich durch die nationale, durch die völkische Bewegung. Wollen wir doch abwarten, wer zuerst das Ziel erreicht.”

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“Ganz recht, Herr Baron, wenn etwas gegen Sie vorliegen sollte, dann werde ich Sie benachrichtigen.”
“Sehr dankbar werde ich sein. Wenn etwas gegen Sie vorliegt, Herr Polizeipräsident, werde ich Ihnen Nachricht geben.”

Damit ging er und mit ihm seine Beamten, unter denen zwei Mitglieder des Kampfbundes der Thule waren.

Das zweite Ereignis wäre beinahe ernster abgelaufen, doch auch hier half ein glücklicher Umstand. Bei der Verteilung der “Roten Hand” war ein Thulemann abgefaßt worfen, er flüchtete und wurde verfolgt. Als er in die Marstallstraße kam, zog die ganze Rotte ihm nach, die Räume der Thule Gesellschaft waren im Nu überschwemmt. Glücklicherweise waren gerade einige Leute des Kampfundes da, die aus den Kommunistischen Sektionen gekommen waren, um Bericht zu erstatten. Diese traten mit ihren roten Armbinden sofort in Aktion und drängten die anderen zurück. Seit diesem Tage standen stets zwei Mitglieder des Kampfundes als Kommunisten Wache.

Die “Rote Hand” war ein satyrisches Witzblatt, das einmal erschien und eine riesige Verbreitung gefunden hatte.

Im März 1919 nahm Sebottendorff den Kriegsverletzten Hanns Georg Müller in die Schriftleitung des “Münchener Beobachters” auf. Am 5. Mai 1919 gab Sebottendorff Hans Georg Grassinger den Auftrag den Beobacher in verbesserter Aufmachung und in größerem Format in Druck zu nehmen. Grassinger kam von der Oppositionspartei im Landtag gegen Eisner durch Witzgall zur Thule. Ab 17. Mai 1919, mit Nr. 16, zeichnete Hanns Georg Müller den Beobachter allein verantwortlich; den Sportteil versah Valentin Büchold, Erster Chargierter der akademischen Verbindung Hansea und Thulemitglied. Am 24. Mai 1919 mit Nr. 17 erschien der Beobachter in neuer Aufmachung bei einer Auflage von 10000

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Exemplaren (s. Bilderteil S. 207, Abbildung unten); mit Nr. 22 vom 28. Juni 1919 erschien die Zeitung einmal, ab Nr. 23 vom 2. Juli 1919 zweimal wöchentlich und achtseitig. Am 9. August 1919 mit Nr. 34 erschien der “Münchener Beobachter” erstmals auch mit dem Titel “Völkischer Beobachter” (s. Bilderteil S. 208)

Von den Artikeln des Beobachers in jener Zeit seien die folgenen wiedergegeben: 

Israel in Deutschland Voran! 

Durch die “deutsche” Revolution gelangten folgende Juden in führende Stellungen:

Arndt, Pressechef im preußischen Kriegsministerium

Ed. Bernstein, Reichsschatzamt

Dr. Oskar Cohn, Reichtsjustizamt

Eisner, Ministerpräsident in Bayern

Fulda, Minister des Innern in Hessen

Futran, Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium

Dr. Max Grünwald, Pressechef im Reichswirschaftsamt

Dr. Haas, Minister des Innern in Baden

Hasse, Auswärtiges und Kolonien im Reiche

Prof. Dr. Jaffee, Finanzminister

Dr. Herz, Vorsitzender des Volksrates in Berlin

Heymann, Kultusminister in Württemberg

Hirsch, preußischer Ministerpräsident

Dr. Löwe, Reichsamt für Demobilisation

Dr. Laufenberg, Vorsitzender des Arbeiterrates Hamburg

Dr. Landsberg, Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten

Dr. Hugo Preuß, Staatssekretär des Innern

Rosenfeld, Staatsrat in Berlin

Dr. Kurt Rosenfeld, preußischer Justizminsiter

Schlesinger, Beauftragter im Kriegsministerium 

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Simon, Direktor des Auswärtigen Amtes.

Simon, preußischer Handelsminister

Sinzheimer, Polizeipräsident in Frankfurt am Main

Stadthagen, Vertreter für Lippe

Thalheimer, Finanzminister in Würrtemberg

Weyl, Minister in Hessen

Wurm, Ernährungsminister

 

Eine faine, daitsche Sammlung! 

Die damalige Zeit beleuchten noch foldende kurze Notizen aus dem “Münchener Beobachter”:

Erziehung zum Bolschewisten

Bei den hiesigen Kommandanturen melden sich viele junge Leute, die zum Grenzschutz möchten. Unsere weise Regierung will nun nicht, daß diese Freiwilligen etwas tun, sie werden den hiesigen Regimentern überwiesen, wo sie auf Staatskosten ernährt werden, sie brauchen nichts zu tun und werden so totsicher dem Bolschewismus ausgeliefert. Auf solche Weise erzieht sich die Regierung ihre Truppen.

Dr. Levien ist einer der Führer der Kommunisten. Im Puchheimer Gefangenenlager hat er den Russen eingeredet, er er würde in kurzer Zeit Präsident von Bayern sein, bald ginge der Tanz in Bayern wieder los, dann würden sie genug Land bekommen und hier bleiben können. Die Bolschewiken seien im Anzuge, man müsse ihnen von hier aus helfen. Dr. Levien, der stark syphilitisch belastet ist, ließ sich dann im Kreise der Gefangenen photographieren.

Sozialisierungsausschuß 

Professor Jaffee, der bisherige Finanzminister, ist der Vorsitzende dieser Körperschaft geworden. Wenn er in dem Geiste weiterarbeitet, in dem er unsere Finanzen in den Dreck fuhr, dann kann was Schönes dabei heraus kommen.

Wäre es nicht besser, wenn Herr Jaffe recht schnell nach Jerusalem ginge und dort einen Posten zu ergattern versuche? Herrlich wäre es, wenn er seinen Freund Bonn gleich mitnehmen würde, an der Handelshochschule ist seine Tätigkeit doch gleich Null.

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Wie verbreitet der Beobacher und wie gut die Propaganda war, zeigt der folgende Vorfall, der weite Kreise ziehen sollte:

Eines Tages wurde der Beobacher angerufen; es meldete sich ein bekannter Hotelier aus Füssen und teilte mit, daß Frau Eisner mit Herrn Landauer vor einigen Tagen in einem ehemaligen Hofauto in Füssen angekommen sei, daß sie die Absicht gehabt habe, das Schloß Hohenschwangau zu bewohnen. Da Frau Eisner sich einen Schnupfen zugezogen habe, sei der Arzt geholt worden und dieser habe abgeraten, Füssen als ständigen Wohnsitz zu wählen, das das Klima nicht geeignet sei, Nürnberg, resp. das Flachland sei geeigneter.

Am nächsten Morgen habe das Zimmermädchen Landauer und Frau Eisener in einer eindeutigen Lage im Bett gefunden.

Der Jude Eisner hatte seine erste Frau in bitterer Not in Nürnberg zurückgelassen. Die zweite Frau, die eine erhebliche Pension bezog, war seine Sekretärin gewesen, sie hatte sich eifrig mit der Politik beschäftigt und sich auch verschiedentlich in politische Angelegenheiten gemischt. Sebottendorff brachte unter dem Titel: “Revolution” im Beobacher den Bericht.

Am Tage nach dem Erscheinen des “Beobachters”, einem Montag, ging Sebottendorff über den Karlsplatz in Müchen und hörte ausrufen: “Ein Alldeutscher verleumdet Frau Eisner! Sebottendorff schmäht den toten Ministerpräsidenten!”

Er trat an den Ausrufer heran, der die Zeitung “Der Republikaner” ausbot und fragte:

“Da geh her, was hast denn da?”

“Ja mei, dös mußt halt lesen.”

Er kaufte sich eine Nummer und schlug sie auf. Die zweite Seite enthielt unter der Schlagzeile: “Die Witwe Kurt Eisners von einem

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Alldeutschen niederträchtig verleumdet” eine Entgegnung Leibs, des Inhabers des Blattes “Der Republikaner”, sie lautete:

Noch hat die Zeit den furchtbaren Eindruck nicht verwischt, den die feige Ermordung des unvergeßlichen Freundes und Förderers eines glücklichen Weltfriedens in allen Ländern der Welt hervorgerufen hat, noch ist die Trauer um den todesmutigen Begründer der bayerischen Republik eine tiefgehende und schon wagt es ein alldeutscher Fanatiker, die Ehre der schwer heimgesuchten Witwe des großen Toten in der gemeinsten Weise zu besudeln.

Ein gewisser Rudolf Sebottendorff, der sich noch stolz vor kurzer Zeit Rudolf von Sebottendorff nennen konnte, erhebt in einem Münchener Blatte, als dessen Schriftleiter er zeichnet, gegen Frau Eisner die niedrigsten Vorwürfe mit der unverkennbaren Abicht, der Angegriffenen sittliche und moralische Verfehlung nachzureden.

Es wird Frau Eisner mit einem bekannten linkssozialistischen Führer, der Name wird genannt, in der ehrenrührigsten Form in Verbindung gebracht und obendrein behauptet, daß sie mit letzterem in einem ehemaligen Hofauto eine Vergnügungsfahrt nach Füssen unternommen habe.

Und wie verhält es sich in Wirklichkeit?

Nach den von mir eingezogenen Erkundigungen ist Frau Eisner auf ihrer Heimreise nach München nicht unbedenklich erkrankt. Sie lag mehrere Tage in einem Füssener Hotel, da der behandelnde Arzt eine Weiterreise per Bahn für gefährlich hielt. In dieser hilflosen Lage wandte sich Frau Eisner an einen Freund ihres verstorbenen Gemahls, der dann das Verbrechen beging, ihr in diesem gewiß nicht beneidenswerten Zustande dadurch behilflich zu sein, daß er sie in einem Mietsauto in ihr Münchener Heim brachte.

So sah die Vergnügungfahrt der Frau Eisner aus!

Das, was eine einfache ernste Menschenpflicht ist, wird flink mit echt alldeutscher Wahrheitsliebe in eine Gemeinheit umgefälscht.

Dieser Fall ist recht bezeichnend für das Schnüfflertum einer gegenrevolutionären Gesellschaft, eines Gesindels, das noch immer nicht die Hoffnung aufgibt, daß eines Tages ihr Weizen wieder

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blühen werde. Die verleumderische Notiz des Sebottendorff (datiert vom 9. Lenzing 1919) trägt nämlich die Überschrift: ‘Revolution’ und behauptet daß Frau Eisner stark in der äußeren Politik mitsprach. Letztere Behauptung ist genau so erfunden, wie die märchenhafte Vergnügungsfahrt. Der traurige alldeutsche Held wollte also zweifelsfrei mit bewußter Unwahrheit die Revolution treffen, er schreckte dabei nicht zurück, den makellosen Ruf einer, durch die fluchwürdige Tat eines feigen Meuchelmörders ohnehin schwer heimgesuchten Frau in den Kot zu ziehen und dann noch einen politischen Gegner, der sich der Witwe seines Freundes in ritterlicher Weise annahm, in bübischer Weise zu verdächtigen. Frau Eisner ist fest entschlossen, den feigen Besudler ihrer Ehre vor die Schranken des Gerichts zu fordern, aber man kann sich eines bangen Gefühls nicht erwehren, daß die reaktionären Elemente allen Grund zu haben scheinen, sich in der Republik Bayern sicherer als je zu fühlen, so sicher, daß sie glauben, sich alles erlauben zu können. Wie lange wird es noch dauern und eine gewisse Tagespresse darf wieder ungestört die Schleusen ihres Unrates öffnen und alles mit Kot bespritzen, was nur irgend mit der Revolution in Zusammenhang gebracht werden kann.”

“Ja, was ist denn dös, dös is ja eine große Gemeinheit, mei Lieber, der Artikel da, was wird dem Sebottendorff denn geschehen?”

“Den wern mer heut Abend scho holn.”

“So, da möcht ich a dabei sein, wo wohnt denn der Bazi?”

“Da am Siegestor soll er wohnen.”

“Jessas, dös gehört zu meiner Sektion, da gib mir noch 10 von den Republikanern, ich will sie mitnehmen, damit sie jeder lesen kann.”

“Is scho recht, heit Abend um sechse holn mern, es steht no was von eam im Blattl drin.”

Wirlich enthielt der “Republikaner” noch einen zweiten Artikel, der sich mit Sebottendorff beschäftigte, er lautete:

Der Alldeutsche, der Russki und der Republikaner

Der russische Bolschewismus hat in München seinen Einzug gehalten. Sogar das Münchener Kindl erschauerte ob dieser Runde in einer eiszapfenkalten Gänsehaut, denn ganz in der Nähe des Weisheitskarussels unserer Stadtväter, am Marienplatz, feierte das gefährliche Ungetüm seine Orgien. Schuld ist daran selbstverständlich der ‘Republikaner’. Das einzigste alldeutsche Organ Münchens, das von einem Ingenieur Rudolf Sebottendorff geleitet wird, hat das Unerhörte entdeckt und durch folgende Notiz unser liebes München vor dem totsicheren Untergange bewahrt:

“Russischer Bolschewismus und deutscher Republikaner. Der unrühmlich bekannte “Republikaner”, über dessen Kampfesart wir nicht urteilen wollen, wird seit einigen Tagen auf einem hiesigen größeren Platze von einem Rußki verkauft. Schöne Seelen finden sich.”

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Daß der Republikaner trotz seines erst viermonatlichen Bestehens nicht nur in München, sondern auch in Bayern und jenseits der weißblauen Grenzpfähle bekannt ist, ist wahr. Daß er aber von einem alldeutschen Spinnblatte als unrühmlich bekannt bezeichnet wird, gereicht ihm nur zur Ehre. Was den Rußki betrifft, so handelt es sich um einen Kriegsgefangenen, den der Hunger aus einem bayerischen Gefangenlager getrieben hatte und der sich, wie zuvor wochenlang mit andern Zeitungen, nunmehr mit dem Verkauf des ‘Republikaner’ ehrlich sein Brot verdienen will. Daß ich ihm hierzu Gelegenheit gab, ist menschlich aber gewiß nicht undeutsch.

Wenn Sebottendorf ein echtes Menschtum darin erblickt, daß ein wehrloser Kriegsgefangener bei der Polizei als Bolschewiki denunziert wird und daß man diesen Kriegsgefangenen um sein bißchen Brot bringt, weil er durch die Schuld des verbrecherischen Militarismus seiner Heimat fern bleiben muß, dann ist es bedauerlich, daß nicht dieser einzigste Deutsche, namens Sebottendorff, auf dem Felde der ‘Ehre’ fiel, ja dann ist es im höchsten Maße bedauerlich, daß für ein solches Deutschtum Millionen von Männer ihr Leben lassen mußten. Nicht derjenige schändet das Deutschtum, der im Ausländer den Menschen sieht, das tut vielmehr der halb und halb verrückte furor teutonicus, der seine nationale Unduldsamkeit über die Menschlichkeit stellt. Von dieser Seite könne in einem alldeutschen Gehirne Eiterungen entstehen, so daß man in einem harmlosen Kriegsgefangenen einen gefährlichen Bolschewiken sieht. Einen Milderungsgrund aber will ich dem Schriftleiter des rühmlichst unbekannten Blattes gern zugestehen, gehört er doch zu den tief unglücklichen Erdenpilgern, denen erst vor wenigen Tagen das stolze Wörtchen ‘von’ gezwackt wurde. Sebottendorff hat zweifelsohne mit dem Wörtchen ‘von’ auch den Verstand verloren.      Leib.

Die Sache sah doch ernster aus; die beiden Artikel waren wohl berechnet, die Leute aufzupeitschen. Ohne Grund macht man aus einer kleinen Notiz, die wahrlich keine polizeiliche Denunziation bedeuten konnte, keinen Artikel und stellt einen “Junker” an den Pranger.

“Also um 6 heut Abend wollt Ihr den Bazi holen?”

‘”Ja, heut Abend um 6 Uhr.”

In der Pension Doering am Siegestor angekommen, erbat sich Sebottendorff von dem Inhaber Hornstein den Schlüssel zur Hintertür des Hauses, durch die man in den Hof des Serenissimus gelangen konnte.

“Heut Abend bekomme ich Besuch, Herr Hornstein, die Spartakusleute wollen mich holen. Erschrecken Sie nicht, wenn Sie mich bei der Haussuchung dabei sehen.”
“Machen Sie doch keine Dummheiten, Herr Baron.”

“Nein, nein, ich mach schon keine.”

Pünklich um 6 Uhr erschien auf zwei Lastautos republikanische Schutzwehr, begleitet von einigen Leuten der Sektion Schwabing. Ihnen schloß sich Sebottendorf an. Man beschlagnahmte einige Blätter Runenmanuskripte, ein paar belanglose Brief und, da man gerade im Hause war, wurden die anstoßenden Zimmer mit untersucht. Eines dieser Zimmer wurde von der Baronin Mikusch bewohnt, deren Sohn während des Krieges im Haidar Pascha Bahnhofskommandant war. Das Bild des Baron Mikusch in türkischer Uniform stand auf dem Schreibtisch der Mutter; es war Sebottenedorff bekannt, daß sich der Hauptmann Mikusch in der Tschechoslowakei befand. Als die Soldaten das Bild sahen, rief einer:

“Das ist der Sebottendorff.”

“Ganz recht, er ist ein Türke”, meinte ein anderer. Ein dritter, der hinzu drängte, fiel ein: “Und a Monakle tragt er a, der Bazi.”

“Wißt Ihr, dös Bild muß konfisziert werden und a jeder muß es in der Taschen haben, damit wir den Bazi endlich erwischen”, hetzte Sebottendorff.

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“Recht hast, dös Bild wird konfisziert”, entschied der Anführer. In den nächsten Tagen wurden die Kopien der Photographie in den Sektonen verteilt, damit jeder den Sebottendorf sofort erkenne und festhalte.

Frau Eisner hat nie eine Beleidigungsklage erhoben. Landauer wurde bei der Einnahme Münchens festgenommen und, als er auf dem Wege zur Polizei einen Fluchtversuch machte, erschossen.

Nummer 13 des Beobachters vom 5. April 1919 sollte die letzte sein, welche bis zur Befreiung Münchens von der Räteherrschaft erschien (s. Bilderteil S. 207, Abbildung mitte). Nummer 14 vom 12. April 1919 konnte nicht mehr ausgegeben werden, da an diesem Tage ein Verbot des Beobachters erfolge. Infolge dieses Verbotes gab Büchold am nächsten Samstage den Beobacher nur als Sportblatt heraus. Das Sportblatt war für die Rennen in Daglfing bestimmt. Durch die Herausgabe dieses Blattes wurde der Hofrat Schülein auf den Hanseaten Valentin Büchold aufmerksam und brachte es durch Beinflussung von Bücholds Vater fertig, daß dieser nicht weiter studieren konnte.

Der Deutsch-völkische Schutzbund und Trutzbund wurde in Deutschland durch folgendes Inserat bekannt gemacht:

Nehmt Juden in Schutzhaft, dann herrscht Ruhe im Lande!

Juden hetzen zum Spartakismus.

Juden wiegeln das Vok auf.

Juden drängeln sich überall an die Spitze.

Juden verhindern, daß sich die Deutschen verständigen.

Darum fort mit den jüdischen Machern und Unruhestiftern.

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Deutschland den Deutschen, das sei die Lösung. Männer und Frauen deutschen Blutes schließt Euch zusammen im Deutschen Schutzbund und Trutzbund. 

Über die erste öffentliche Versammlung des Schutzbundes und Trutzbundes berichtet der “Völkische Beobacher” in Nr. 68 vom 6. Dezember 1919: 

Aus der Bewegung

Vortrag Gottfried Feder.

Am Montag, dem 1. Dezember 1919, veranstaltete der Deutschvölkische Schutzbund und Trutzbund die erste öffentliche Versammlung. Im vollbesetzten Konzertsaale des Wagnerhotels, München, sprach Herr Diplom-Ingenieur Gottfried Feder über das Thema: “Der Mammonismus, die Weltkrankheit und seine Bekämpfung durch Brechung der Zinsknechtschaft”. Mit einwandfreien, zahlenmäßigen Berichten legte der Redner die furchtbare Verschuldung des deutschen Volkes dar, die den Anstoß zum sittlichen und sozialen Verfall unseres Gemeinschaftslebens gegeben hat. Eingehend zergliederte er den Stand des deutschen Volksvermögens, doch nicht allein nach seinem wirtschaftlich-kapitalistischen, sondern auch nach seinem völkischen Wert. Nicht bloß in willkürlich angenommenen Ziffern, in der Arbeitskraft, im Arbeitswillen, in den Arbeitsmöglichkeiten findet das Nationalvermögen seinen Ausdruck. Es ist verfehlt, dem Gelde einen inneren Wert beizumessen. Geld ist keine Ware, sondern Anweisung auf geleistete Arbeit. Redner setze sich mit der Freigeldbewegung auseinander, worüber wir noch eingehend berichten werden. Mit der Einschätzung des Geldes als Selbstwert beginnt das Verhängnis für die schaffende und schöpferische Menschheit. Der Leihzinsgedanke ist die Quelle des Mammonismus, der goldenen Internationale; er schafft den mühelosen und endlosen Güterzufluß und überspannt den an sich gesunden Erwerbsbetrieb ins Maßlose und verrichtet furchtbare Zerstörungsarbeit. Die nackte Gier nach Zins – nicht nach Geld – ist das dämonische Streben nach der restlosen Ausbeutung der Arbeitskraft der Völker. Die politische Auswirkung führte zum Weltkrieg. Die ganze Welt wurde in ein Blutbad gesetzt,

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um das Werk, dem Deutschland im Wege stand, zu vollenden. Nun verbreitete sich Redner über das Zinsproblem. Die Darlehensfrage von Mensch zu Mensch wird durch das Zinsproblem nicht berührt. Auch mit Sparen hat der Leihzins nichts zu tun. Entscheiden ist die Tatsache, daß dem deutschen Volke Jahr um jahr 15000 Millionen, zumeist in Gestalt on Steuern, abgepreßt wurden, damit der Staat dem Großleihkapital die Zinsen bezahlen kann. Die wertschaffende Arbeit muß erst wiederum die Werte aufbringen, alle Erzeugnisse müssen um soviel im Preise gesteigert wrden – dafür sorgen die indirekten Steuern – als die Deckung jener Abgaben beträgt, und so muß das gesamte Volk die ungeheürliche Zinsenlast tragen. Wohl wird dem verblendeten Volk ein Bruchteil hingeworfen, der indes durch indirekte Steuern spurlos wieder hinweggenommen wird. Scharf und klar umriß der Redner die Begriffe Leihkapital und Industriekapital, stellte die wahrheitsgetreuen veblüffenden Größenordnungen auf und zog daraus die Folgerungen. Es hieße der Wucht dieser furchtbaren Tatsachen Abbruch tun, wollte man in diesem engen Rahmen den jeden kleinlichen Widerspruch auslöschenden Ausführungen Gottfried Feders Rechnung tragen. Ein minutenlanger Beifallssturm belohnte den Redner, der mit der Kraft wahrhaftiger Überzeugung und unerbittlicher Klarheit den erlösenden Ausblick schuf, nach dem unser volk heute lechzt. – Die Versammlung verlief ohne Zwischenfall und darf als ein Erfolg der Völkischen Bewegung gebucht werden.

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Auszug aus: Sebottendorf Rudolf Von – “Bevor Hitler Kam”-1933-267S.pdf

>>>ZU TEIL 6

Auszug aus Bevor Hitler Kam.

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Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft-Feder-65S-1919

Gottfried Feder – Metapedia

Ehrt Adolf-Bewaffneter Aufstand_Kommunist. Umsturzversuch Deutschland_1933-92s-pdf

Wichtl Friedrich – Dr. Karl Kramarsch – Der Wahre Anstifter Des Weltkrieges 1918 78S

Wichtl Friedrich-Weltfreimaurerei 1919 212S

Feder-Der Staatsbankerott-1919-26s

Freimaurerei – Wichtl (1921 17 S.)

Freimaurer Morde – 1921 Wichtl

Der Kommende Steuerstreik-1922-107S

Das Neue Deutschland Und Die Judenfrage-1933-225S

Feder Gottfried-Kampf Gegen Die Hochfinanz 1935-384S

Gottfried Feder-Arbeitstätte-Wohnstätte-1939-111s

Gottfried_Feder_Die neue Stadt-1939-490s

Feder Gottfried-Das Programm Der NSDAP Und Seine Weltanschaulichen Grundgedanken 169. Auflage  1935_65S.

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