Winston Churchill – Narr und Massenmoerder

Welch ein Narr… Winston Churchill

von Dikigoros

***

„WELCH EIN NARR . . . !“


WINSTON CHURCHILL


(seit 1953: Sir Winston Churchill)


(30.11.1874 – 24.1.1965)

„Der König der Lyder aber befragte die Orakel,
ob er gegen die Barbaren Krieg beginnen solle.
Und beide Orakel gaben die gleiche Antwort :
Wenn Du gegen die Barbaren Krieg beginnst,
dann wirst Du ein großes Reich zerstören […]
Und Deine Herrschaft wird bestehen bleiben,
bis ein Maulesel herrscht über die Meder.“*

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1874
30. November: Winston Leonard Spencer Churchill wird als erster von zwei Söhnen der Eheleute Randolph und Jennie Churchill im Blenheim-Palast bei Woodstock (Oxfordshire) geboren. Sein Vater ist Berufspolitiker (Tory); seine Mutter ist die einzige Tochter von Leonard Jerome, einem vor geprellten Anlegern aus den USA nach Großbritannien geflohenen jüdischen Millionen-Betrüger. (Nach jüdischem Recht, das – anders als etwa die „Nürnberger Gesetze“ – weder Halbjuden o.ä. „Mischlinge“ kennt noch auf die offizielle Religionszugehörigkeit [Churchill gehört der Anglikanischen Kirche an] abstellt, sondern allein auf die Abstammung mütterlicherseits, ist Churchill also Jude.)

1881-92

Churchill wird nacheinander von den Eliteschulen Ascot, Brighton und Harrow verwiesen, da sein Betragen unmöglich und seine schulischen Leistungen ungenügend sind; einen Schulabschluß erreicht er nicht.

1893

Nach zwei gescheiterten Aufnahmeprüfungen wird Churchill aufgrund der Beziehungen seines Vaters und des Geldes seiner Mutter – die inzwischen ihre 1891 verstorbenen Eltern beerbt hat – „außer der Reihe“ als Kadett zur Royal Military Academy in Sandhurst zugelassen.

1895

Churchills Offiziersprüfung wird für bestanden erklärt; er wird als 2nd Lieutenant dem 4. Husaren-Regiment zugewiesen.

1895-1899

Churchill nimmt an den Kolonialkriegen in Kuba, Indien und dem Sudan teil und scheidet danach aus dem aktiven Militärdienst aus.

1899

Churchill kandidiert erfolglos bei den Wahlen zum britischen Unterhaus. Er veröffentlicht „The River War“ – ein Buch über die [Rück-]Eroberung des Sudan.

1899/1900

Churchill geht nach Südafrika als Kriegsberichterstatter im Burenkrieg. Er befürwortet und verharmlost die englischen „Concentration Camps [Konzentrationslager]“, die tatsächlich Vernichtungslager sind, in denen ein Drittel der burischen Frauen und Kinder durch Hunger und Seuchen umkommen. Durch seinen Bericht über seine angebliche Gefangennahme und Flucht aus der Gefangenschaft erlangt er in England eine gewisse Berühmtheit.

1901

Churchill wird Mitglied der Fraumaurerloge „United Studholme Lodge No. 1591“.

März: Churchill wird als Mitglied der Konservativen Partei ins Unterhaus gewählt.

Mai: Churchill tritt zur Partei der Whigs über.

1906

Churchill wird „Undersecretary of State [Staatssekretär]“ für die Kolonien.

1908

April: Churchill wird Handelsminister in der Regierung von Herbert H. Asquith.

September: Nachdem sich Churchill bei mehreren seriösen Partien einen „Korb“ geholt hat, heiratet er Clementine Ogilvy Hozier, die uneheliche Tochter von Lady Blanche Henrietta Hozier und deren Stallmeister. Aus der Ehe gehen ein Sohn und vier Töchter hervor.

1910

Churchill wird Innenminister.

1911

Churchill wird Erster Lord der Admiralität (Kriegsmarineminister). Als solcher treibt er die gegen das Deutsche Reich gerichtete Flottenrüstung massiv voran und arbeitet zielstrebig auf einen Krieg hin.

1914

August: Der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Serbien weitet sich zum Ersten Weltkriegaus, in den Großbritannien mit dem Ziel eintritt, sein Empire noch weiter zu vergrößern.

1915

Nach dem Kriegseintritt der Türkei auf Seiten der Mittelmächte faßt Churchill den – strategisch durchaus sinnvollen – Plan, die Dardanellen zu erobern.

März: Nachdem fast alle Minen geräumt und die türkische Munition so gut wie erschöpft ist, läßt Churchill eine vierwöchige Kampfpause einlegen, um das Eintreffen von Truppenverstärkungen aus Australien und Neuseeland abzuwarten. Während dieser Zeit gelingt es den Türken, die Festungen so zu verstärken, daß der Eroberungsversuch trotz rücksichtslosen „Verheizens“ der eingesetzten Truppen schließlich mißlingt.Churchill tritt als Minister zurück und meldet sich demonstrativ zum „Frontdienst“ nach Frankreich. Nachdem der Versuch, ihm als Major der Reserve, der in den letzten 16 Jahren außer bei einer vierwöchigen Wehrübung keinerlei militärische Erfahrungen aufzuweisen hat, das Kommando über eine Brigade zu übertragen, zu einem Skandal im Unterhaus geführt hat, geht Churchill als Bataillonsführer einer schottischen Reserveeinheit in die Etappe. Seine Haupttätigkeit besteht darin, sich mit französischem Stahlhelm fotografieren zu lassen und Zeitungs-Interviews zu geben.

1916

Churchill kehrt als Abgeordneter ins Parlament zurück.

1917

Churchill wird von Premierminister David Lloyd George als Munitionsminister in die Regierung zurück berufen.

1918-1921

Churchill ist Kriegs- und Luftfahrtminister. Als solcher leitet er die britische Demobilisierung.

1921

Churchill wird Kolonialminister. Als solcher trägt er die Hauptverantwortung dafür, daß auf der Konferenz von Kairo die arabischen Gebiete des zerschlagenen Osmanischen Reichs (u.a. Ägypten, Palästina, Irak und Kuwait) in die bis heute geltenden Staatsgrenzen gezwängt werden. (Die daraus resultierenden Kriege dauern bis heute an.) Aufstände der Kurden im Norden des künstlichen Gebildes „Irak“ läßt er unter Einsatz von Bombenflugzeugen und Giftgas nieder schlagen. Er begründet das damit, daß es sich ja lediglich um „primitive Eingeborene“ handele.**

1924

Churchill wechselt erneut die Partei und kehrt von den Liberalen zurück zu den Konservativen. Boshafte Karikaturisten stellen fest, daß er seine politischen Überzeugungen und Ämter wechselt wie Frauen ihre Hüte.

1924-1929

Churchill wird Schatzkanzler (Finanzminister) und führt den Goldstandard von 1914 wieder ein. Man will darin heute einen der Gründe für die Deflation und die Weltwirtschaftskrise sehen, die Ende der 1920er Jahre ausbricht und zu seiner Entlassung führt.

1927

Churchill reist auf Staatsbesuch nach Rom, wo er Benito Mussolini trifft; er ist ein erklärter Bewunderer des italienischen „Duce“.

1928

Churchill veröffentlicht im Rahmen seiner Buchreihe „The World Crisis [Die Weltkrise]“ den 5. Band mit dem Untertitel „The Aftermath“ [dts.: „Nach dem Krieg“ (1929)]. Darin schildert er, wie er sich den Krieg der Zukunft vorstellt: Luftangriffe auf die gegnerische Zivilbevölkerung, um Tod und Schrecken [„Terror“] auch hinter die eigentlichen Frontlinien zu tragen.

1929-1939

Churchill intrigiert, wiewohl offiziell ohne politisches Amt, weiter in der Politik und bereitet sein Comeback vor, wobei ihm die politische Richtung gleichgültig ist.

1932

Churchill versucht, mit dem Führer der größten deutschen Oppositionpartei NSDAP, Adolf Hitler, den er ebenfalls offen bewundert, Kontakt aufzunehmen, wird jedoch wiederholt abgewiesen. Daraufhin ändert er seine Haltung zu ihm und bezeichnet ihn – schon vor 1933 – als einen Barbaren, gegen dessen Volk man alsbald Krieg beginnen sollte.

1936

Nachdem Mussolini im Abessinienkrieg nach Churchills Vorbild Bombenflugzeuge und Giftgas gegen „primitive Eingeborene“ eingesetzt hat, lobt Churchill ihn noch einmal ausdrücklich als vorbildlichen Staatsmann.

1938

Aus purer Opposition hetzt Churchill gegen die Appeasement-Politik des Premierministers Arthur Neville Chamberlain und warnt vor den Gefahren des national-sozialistischen Regimes, stößt damit jedoch in der Öffentlichkeit vorerst kaum auf Resonanz.

1939

3. September: Zwei Tage nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg (nicht aber der Sowjetunion, als infolge des deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags vom 24. August 1939 [„Ribbentrop-Molotow-Pakt“, später auch „Hitler-Stalin-Pakt“ genannt] auch die Rote Armee in Polen einrückt), der sich in den folgenden Jahren zum Zweiten Weltkriegausweitet.

Churchill wird erneut Erster Lord der Admiralität.

1940

10. Mai: Nach dem Beginn des deutschen „Frankreichfeldzugs“ wird Churchill unter dem Druck der veröffentlichten Meinung Premier- und Kriegsminister einer neu gebildeten Koalitions-Regierung und Parteiführer der Konservativen. Als solcher wird er zum Motor des britischen Widerstands gegen einen Friedensschluß mit Deutschland – den Hitler, der den Krieg nicht gegen England, sondern gegen Churchill führt, zu äußerst günstigen Konditionen angeboten hatte – und in Nadelstreifenanzug mit Melone auf dem Kopf, Zigarre im Mundwinkel und Maschinenpistole in der Hand zum Symbol des Durchhaltens um jeden Preis.

13. Mai: In einer Rede, die als „Blut- Schweiß- und Tränenrede“ berühmt geworden ist (richtig sprach Churchill nicht von „blood, sweat, and tears“, sondern von „blood, toils, tears, and sweat“ – ein geflügeltes Wort des Dichters John Donne aus dem Jahre 1611, das schon Lord Byron und Giuseppe Garibaldi gerne zitiert hatten), behauptet Churchill großspurig, daß England „sehr gut alleine“ da stehe; tatsächlich arbeitet er jedoch hinter den Kulissen längst an einer „Grand Alliance“ zwischen Großbritannien, den USA und der UdSSR, obwohl Roosevelt die Wiederwahl mit der Lüge gewonnen hat, die – offiziell noch neutralen – USA aus dem Krieg heraus halten zu wollen, und obwohl Stalinoffiziell noch mit Hitler verbündet ist.) Churchill – der den Krieg nicht gegen Hitler und die Nazis führt, sondern gegen Deutschland und die Deutschen – erkennt (noch) nicht, daß er sich und England immer mehr in die Abhängigkeit seiner „großen Brüder“ bringt und so langsam aber sicher die Reste des britischen Weltreichs verspielt. Vorerst kämpft er – wenngleich mit dem Rücken zur Wand – nach dem Motto weiter: Bis zum letzten Neger/Inder/Australier usw.

3. Juli: Nachdem der neue französische Ministerpräsident Philippe Pétain einen Waffenstillstand mit den Achsenmächten geschlossen hat, läßt Churchill die französische Mittelmeerflotte in Mers el-Kebir bei Oran(Algerien) durch einen Überraschungsangriff der Royal Air Force versenken. Anders als der anderthalb Jahre später erfolgende Angriff der Japaner auf die Pazifik-Flotte der USA in Pearl Harbor (Hawaii) war dieser Angriff weder durch die französische Regierung provoziert noch ihr im voraus bekannt; anders als die Amerikaner nehmen die Franzosen den Überfall hin, ohne Großbritannien den Krieg zu erklären.

1941

Januar: Churchill läßt den achsenfreundlichen griechischen Regierungschef Ioannis Metaxás ermorden.

März: Churchill läßt – wie bereits im Ersten Weltkrieg – griechische Häfen von britischen Truppen besetzen.

April: Churchill initiiert einen Militärputsch gegen die jugoslawische Regierung Cvetkovic – die ein Bündnis mit Deutschland geschlossen hatte – und provoziert so Hitler zum Balkanfeldzug.

Mai: Churchill läßt Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess, der zu Friedensverhandlungen nach Schottland geflogen ist, nach seiner Landung festnehmen, bevor er Kontakt mit britischen Kriegsgegnern*** aufnehmen kann. (Hess wird später vor dem inter-alliierten „Kriegsverbrecher-Tribunal“ in Nürnberg angeklagt, als „Hauptkriegsverbrecher“ zu lebenlanger Haft verurteilt und schließlich in Spandau von den Briten ermordet.)

14. August: Churchill und Roosevelt verkünden die „Atlantikcharta“, die später ein Grunddokument der „Vereinten Nationen“ (UN) wird.

1943

Januar: Auf der Konferenz von Casablanca stellt Churchill noch einmal klar, daß der Krieg nicht gegen Hitler und den National-Sozialismus geführt wird, sondern gegen Deutschland und die Deutschen – vor allem gegen die Zivilbevölkerung. Er lehnt jegliche Verhandlungen ab, auch mit etwaigen Widerstandskreisen, die Hitler absetzen oder beseitigen könnten, und setzt die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation durch, womit er den Durchhaltewillen der Deutschen stärkt und den Krieg verlängert.

4. Juli: Nachdem deutsche Truppen bei Katyn ein Massengrab mit 1939 durch die Sowjets ermordeten polnischen Kriegsgefangenen entdeckt haben, läßt Churchill den Führer der polnischen Exilregierung, Władislaw Sikorsky, der die Beziehungen zur Sowjet-Union abbrechen will und dadurch das Kriegsbündnis mit Stalin gefährdet, in Gibraltar bei einem Flugzeugabsturz „verunfallen“.September: Churchill läßt seinen Sohn Randolph als „Verbindungsoffizier“ bei den Partisanen Titos im westbosnischen Gebirge absetzen; dieser gerät dort wenig später in deutsche Gefangenschaft.

Dezember: Auf einer Konferenz in Tährân [Teheran], der Hauptstadt des neutralen Iran, den die Alliierten 1941 überfallen und gemeinsam besetzt haben, schlägt Churchill Stalin eine „Verschiebung“ Polens nach Westen vor.

1944

Juli: Churchill läßt der deutschen Regierung heimlich die Namen der am Attentat vom 20. Juli beteiligten „Wiederstandskämpfer“ – die dumm genug waren, sich vorher an ihn zu wenden in der irrigen Hoffnung, er wäre zu einem Friedensschluß mit deutschen „Demokraten“ bereit – zuspielen und liefert sie damit ans Messer. Er tut dies, da er fürchtet, nach einem Sturz des Hitler-Regimes bei der englischen, des Krieges und des Churchill-Regimes müden Bevölkerung die Unterstützung für eine Fortführung des Krieges zu verlieren. („Danken wir Gott, daß unser bester Alliierter noch am Leben ist!“)

11.-16. September: Churchill nimmt an der Konferenz von Quebec teil, auf der er Roosevelts Plan, das deutsche Volk auszurotten („Morgenthau-Plan“) gut heißt und eine entsprechende Erklärung unterschreibt.

1945

Februar: Churchill und Roosevelt verschachern auf der Konferenz von Jalta Osteuropa an Stalin. Sie nennen das in einer cynischen Erklärung „Die Befreiung Europas“. (Dieses Unwort wird 40 Jahre später der BRD-Präsident Richard v. Weizsäcker wieder aufgreifen und unter denen, welche die Schrecken jener „Befreiung“ nicht miterlebt haben, gutgläubige Nachahmer finden.) Die Propaganda feiert Churchill und Roosevelt gar als „Befreier der Welt“; lediglich die „Befreiten“ sehen das – damals noch – etwas anders.

12. April: Roosevelt stirbt; seine Witwe Eleonore schenkt seinem Nachfolger Harry S. Trumaneinen Briefbeschwerer in Form eines vergoldeten Eselchens (donkey – seit dem 19. Jahrhundert inoffizielles Maskottchen der Demokratischen Partei).

28. April: Truman antwortet Mrs. Roosevelt, daß ihm das Tierchen eher wie ein typischer Maulesel („mulish“) vorkomme und daß er es künftig bei allen schwierigen Regierungsentscheidungen zu Rate ziehen werde.

13. Mai: Nachdem die deutsche Wehrmacht fünf Tage zuvor bedingungslos kapituliert hat, hält Churchill eine große Siegesansprache, zu der freilich kaum Anlaß besteht: England, der einstige Krösus unter den Nationen der Welt, ist ruiniert, das Empire verspielt, der Krieg – den es als Wirtschaftskrieg begonnen hatte – ist im Ergebnis verloren, wie er nach einem Friedensschluß mit dem Reich 1940 oder 1941 nicht verlorener hätte sein können: Das Volksvermögen ist um ca. 7,5 Mrd. Pfund (ca. 150 Mrd. Goldmark = 1,5 Bio Euro) geschrumpft, in Höhe von ca. 3,3 Mrd. Pfund ist England nunmehr bei den USA verschuldet, die Englands Führungsposition in der westlichen Hälfte der Welt übernehmen. Durch die Umstellung der gesamten britischen Wirtschaftsproduktion auf den totalen Krieg kommt es zu Engpässen bei allen Konsumartikeln; eine Hungersnot kann gerade noch abgewendet werden, aber Lebensmittelkarten bleiben weit länger in Gebrauch als selbst im ausgeplünderten Deutschland; Churchill – der inzwischen mehr wiegt als Hermann Göring– kämpft allerdings eher mit seinem Übergewicht.

17. Juli – 2. August: Churchill nimmt an der Potsdamer Konferenz in Schloß Cecilienhof teil. Danach erklärt er in Erkenntnis der Politik Stalins: „We killed the wrong pig [wir haben das falsche Schwein geschlachtet]“. England hat nicht nur im Westen jeglichen Einfluß an die USA verloren, sondern auch im Osten, den sich die Sowjets unter den Nagel reißen. (Für die Grenze zwischen den beiden Machtblöcken übernimmt Churchill später den von Josef Goebbelsgeprägten**** Begriff „eiserner Vorhang [iron curtain]“). Die propagandistische Retourkutsche des Ostblocks läßt nicht auf sich warten: In der DDR wird Churchill als „Hauptkriegstreiber“ dargestellt.

28. Juli: Als sich Churchill zum ersten Mal im Leben freien Wahlen stellt, jagen ihn die hungernden, frierenden, desillusionierten und verbitterten Briten – die sich insgeheim doch etwas mehr von der erneuten Niederwerfung Deutschlands versprochen hatten als nur „Blut, Schweiß und Tränen“ – aus dem Amt. Er hinterläßt seinen Nachfolgern ein völlig zerrüttetes Land, über dem sich dunkle Wolken voller Probleme zusammen brauen.

09. August: Die über der japanischen Hafenstadt Nagasaki abgeworfene Plutonium-Atombombe wird Churchill zu Ehren „fat man [fetter Mann]“ genannt. Die Zahl der Opfer liegt bei 300.000 Menschen (fast ausschließlich Zivilisten).

1946

März: Churchill macht als Oppositionsführer eine Betteltour durch die USA, sammelt allerorts warme Händedrucke, kehrt jedoch letztlich mit leeren Händen nach Hause zurück – auch persönlich, nachdem er beim Pokern mit dem gerissenen Zocker Truman mehrere tausend Pfund verspielt hat.

September: Churchill macht eine Reise in die Schweiz und ergeht sich in Lippenbekenntnissen zu einer europäischen Zusammenarbeit. (Tatsächlich betrachtet er Großbritannien nicht als Teil Europas, das für ihn nur der „Continent“ ist.)

1951

Nach dem Wahlsieg der Konservativen wird Churchill erneut Premierminister, von Sifilis und Alkoholismus bereits schwer gezeichnet. Seine Frau nennt ihn – auch in Briefen – nur noch „pug [Fettmops]“ oder „pig [Schwein]“. Churchill kommentiert das mit dem Satz: „Ich liebe Schweine. Hunde schauen zu uns auf, Katzen schauen auf uns herab. Schweine behandeln uns als ihresgleichen.“

Während seiner zweiten Amtszeit bemüht sich Churchill erfolglos um eine Entspannung des Ost-West-Konflikts.

1953

Churchill fängt an zu malen und zu schreiben. Für sein sechsbändiges Werk „The Second World War“ (1948-1953), erhält er zur allgemeinen Erheiterung der Weltöffentlichkeit den Nobelpreis für Literatur.Churchill wird von Queen Elizabeth wieder in den Adelsstand erhoben, der irgendeinem seiner Vorfahren verloren gegangen war. (Die Churchills waren lange Zeit Earls of Marlborough, gehörten also dem Hochadel an.) Seitdem darf Churchill den niedrigsten Adelstitel „Sir“ führen, der künftig auch Fußballspielern und Schlagersängern verliehen wird. Gleichzeitig wird ihm der Hosenbandorden verliehen.

1955

April: Churchill tritt aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Premierministers zurück.

1956

Churchill erhält den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen für seine „Verdienste“ um die „Einigung Europas“. Dies, obwohl er wie kein anderer – sein Freund Stalin ausgenommen – zur Teilung Europas beigetragen hat.

1957

Bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bleibt Großbritannien außen vor. In den folgenden Jahren scheitert ein Beitritt allem am Widerstand Frankreichs, vor allem nach der Machtergreifung des Generals a.D. Charles de Gaulle.

1963

Churchill wird vom amerikanischen Congress zum Ehrenbürger ernannt – was angesichts der Dienste, die er den USA in zwei Weltkriegen beim Aufstieg zur Weltmacht geleistet hat, längst überfällig war.

1964

Peter Baylis verfilmt die Memoiren Churchills unter dem lobhudelnden Titel „The finest hours [Die feinsten Stunden]“; der peinlich unkritische Film flopt sowohl in England als auch in der BRD, wo er unter dem Titel „Stunden des Ruhms – Winston Churchills Leben und Werk“ in die Kinos kommt. [Der Titel sollte die Deutschen den kriegs-kritischen Film Paths of Glory [Wege zum Ruhm]“ von Stanley Kubrick vergessen machen, der von den Alliierten fast überall auf der Welt verboten worden ist.]

1965

24. Januar: Sir Winston Churchill stirbt in London und wird auf dem Familienfriedhof in Bladon (Oxfordshire) beigesetzt.Seine letzten Worte sind: „What a fool I’ve been [Welch ein Narr war ich]!“

* * * * *

1966

Die – unkritische – Churchill-Biografie von Martin Gilbert (die weitgehend auf Informationen seines Sohnes Randolph beruht) erscheint.

1967

Zur Ehrung von Churchills Andenken werden eine Bulldoggenart und eine Kneipe in Kanada nach ihm benannt. Die Beatles widmen ihm den Song The fool on the Churchill.

1969

Vier Jahre nach Churchills Tod dankt ihm auch Tito für seine Beihilfe bei der Machtergreifung der Kommunisten in „Jugoslawien“ durch Übersendung eines Denkmals, das in Bladon aufgestellt wird.

1974

November: Zu Churchills 100. Geburtstag wird sein Wert in England noch auf 4,5 Pence (ca. 20 Pf) taxiert*****, in Kanada und den USA noch auf 5 Cent (ca. 11 Pf), in der BRD immerhin um 10 Pf höher als 1939.

1977

Clementine Churchill stirbt; auch sie wird in Bladon begraben.

1987

Der Historiker David Irving veröffentlicht „Churchill’s war [Churchills Krieg]“. (In deutscher Übersetzung darf drei Jahre später lediglich Band I erscheinen, und nur unter dem geänderten Titel „Kampf um die Macht“, da in der BRD die Fiktion aufrecht erhalten werden muß, daß der Zweite Weltkrieg allein „Hitlers Krieg“ gewesen sei.) Irving wagt erstmals öffentlich auszusprechen, daß Churchill mit seinem sinnlosen Krieg gegen das Deutsche Reich ohne Not das britische Empire zerstört hat. Bei regimetreuen Kritikern stößt er mit dieser These auf eisige Ablehnung. Eine – überwiegend jüdische – Lobby betreibt von da an die Demontage, Kriminalisierung und Ächtung Irvings (der bis dahin als einer der weltweit führenden Forscher zur Zeitgeschichte galt).

1993

Der Historiker John Charmley veröffentlicht „Churchill – End of Glory“ (deutsche Übersetzung 1997 unter dem Titel „Churchill – das Ende einer Legende„) und spart nicht mit Kritik an dem ruhmsüchtigen Politiker.

1995

Der Historiker Andrew Roberts veröffentlicht „Eminent Churchillians“, eine vernichtende Biografie Churchills und fünf seiner Zeitgenossen (deutsche Übersetzung 1998 unter dem Titel „Churchill und seine Zeit“).

Darin greift Roberts die Thesen Irvings und Charmleys wieder auf, belegt sie umfangreich und macht sie salonfähig, zunächst in Großbritannien, dann auch in Deutschland.

1996

Charmley setzt noch eines drauf und veröffentlicht „Churchill’s Grand Alliance. A Provocative Reassessment of the ‚Special Relationship‘ Between England and the U.S.“ (deutsche Übersetzung unter dem Titel „Der Untergang des britischen Empires. Roosevelt, Churchill und Amerikas Weg zur Weltmacht“). Darin legt er minutiös dar, wie Churchill Englands Empire an die USA verspielte.

Seitdem gilt Churchill (außer bei einigen rückständigen BRD-„Historikern“, die aus Gründen der „political correctness“ keines jener Bücher offiziell gelesen haben – geschweige denn zitieren – dürfen) allgemein als Zerstörer eines großen Reiches, nämlich des britischen Empire, das bei seiner Geburt noch ca. ein Drittel der bewohnten Erde umfaßt hatte.

1998

8. Mai: Anläßlich der Jubelfeiern zum 53. Jahrestag des Sieges über die verhaßten Nazi-Deutschen spendiert Churchills Enkel Winston einen neuen Designer-Grabstein für schlappe 350.000 Pfund (ca. 1 Mio DM). Der zuständige Pfarrer rügt die Verschwendung.

2000Am Ende des Jahrhunderts ziehen die Historiker Peter Clarke und David Reynolds Bilanz über Englands Niedergang und dessen Gründe. Sie stellen fest, daß Britannien nicht mehr die Meere beherrscht, sondern selber beherrscht wird. Es hat seine [finanz-]politische und wirtschaftliche Vormachtstellung an die USA verloren. Seine ehemaligen Kolonialvölker haben nicht nur die britische Herrschaft abgeschüttelt, sondern sich ihrerseits aufgemacht, die Insel zu erobern. Ganze Städte und Regionen werden inzwischen mehrheitlich von Afrikanern und Asiaten bevölkert – Tendenz steigend. Von „Hoffnung und Ruhm“ [aus der Titelzeile der englischen Nationalhymne: „Land of Hope and Glory“] ist nichts mehr zu spüren; England ist – wie Deutschland – für den Untergang nominiert. Beide Länder verdanken dies in erster Linie dem Narren Churchill.

2002

April: Das Magazin „The Atlantic“ veröffentlicht einen Aufsatz von Christopher Hitchens unter dem Titel „Churchill Takes a Fall“. Darin bezeichnet er ihn als „incompetent, boorish, drunk, and mostly wrong“. Außer einigen eher lächerlichen Dementis (z.B. der Behauptung in einem Leserbrief, Churchill hätte die Flächenbombardierung deutscher Städte nicht befohlen, sondern vielmehr höchstpersönlich verurteilt) bleiben die wichtigsten Anklagepunkte frei von ernst zu nehmendem Widerspruch.

2003

Truppen Großbritanniens und der USA besetzen erneut den Irak, nehmen dessen Präsidenten Saddām Husäin fest und stellen ihn vor Gericht, da er nach Churchills Vorbild aufständische Kurden mit Bombenflugzeugen und Giftgas bekämpft hat. (Die Unterlagen darüber hatte die Regierung Major bereits in den 1990er Jahren vernichten lassen, mit der Begründung, daß die Aufbewahrungsfrist abgelaufen sei. Tatsächlich war die Geheimhaltungsfrist abgelaufen, so daß die Gefahr bestand, daß die Ereignisse von 1921 weiteren Kreisen bekannt würden.)Der britische Historiker Martin Allen entwickelt in seinem Buch „The Hitler-Hess Deception“ [deutsche Übersetzung 2004 unter dem Titel „Churchills Friedensfalle“] eine neue Theorie: Der genial skrupellose Churchill habe den naiven Hess 1941 bewußt nach England gelockt, unter Vorspiegelung der falschen Tatsache, daß dort irgendjemand bereit sei, mit ihm über einen Frieden mit Deutschland zu verhandeln.

Diese These vermag indes nicht zu überzeugen: Churchill hätte schwerlich ein Interesse daran gehabt, ausgerechnet den – politisch längst entmachteten – Hess nach England zu locken; und Hess hätte sich schwerlich so einfach nach England locken lassen, wenn er nicht von früher gute persönliche Kontakte – und solche über zuverlässige Bekannte – zu britischen Politikern gehabt hätte, von denen er wußte, daß sie bereit waren, den „warmonger“ Churchill zu stürzen, bevor er das britische Empire ganz verspielte, und den sinnlosen Krieg gegen Deutschland zu beenden. Allens Buch – das vor allem in „rechten“ Kreisen, die um Hess‘ Rehabilitierung bemüht sind, erstaunlich große Beachtung findet – ist nur zu durchsichtig darauf angelegt, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen soll Churchill als Politiker wieder aufgewertet werden, zum anderen sollen die britischen Politiker, deren Friedensbereitschaft mit den bösen „Nazi-Deutschen“ heute als peinlich oder gar „verbrecherisch“ empfunden wird, von diesem „Makel“ rein gewaschen werden.******2004Auch Reynolds setzt noch eines drauf und veröffentlicht „In Command of History [Oberbefehl über die Geschichte]“. Darin zeigt er auf, daß Churchills nobelpreisgekrönte Memoiren in maßgeblichen Punkten erstunken und erlogensind. Diesmal wagt kaum noch jemand zu widersprechen, nichtmal aus der jüdischen Churchill-lobby; das Buch wird mit dem „Wolfson Preis für Geschichte“ ausgezeichnet.

2007

Saddām Husäin wird durch ein von den Angelsachsen eingesetztes Marionetten-Tribunal wegen „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zum Tode verurteilt und gehenkt.

Cordon Corrigan – ein ehemaliger Major der Gurkha-Truppen – veröffentlicht „Blood, Sweat and Arrogance [Blut, Schweiß und Arroganz]“. Er legt darin besonderes Gewicht auf Churchills Kriegsverbrechen, wie den Überall auf die französische Flotte in Oran, und wird dafür von den letzten Churchillianern übel angefeindet.

Martin Gilbert veröffentlicht „Churchill and the Jews“, wonach die Gründung des Staates Israel hauptsächlich Churchills Verdienst war. Zugleich „beweist“ ein gewisser Ernst Haiger, daß es in Großbritannien 1940/41 keinen einzigen Politiker von Bedeutung gab, der bereit gewesen wären, mit Deutschland Frieden zu schließen. [Wie er zu diesem „unumstößlichen“ Ergebnis gelangt ist, obwohl die einschlägigen Akten noch immer nicht frei gegeben sind, bleibt sein Geheimnis.] Damit ist Churchills Ehre in den Augen seiner Anhänger wieder hergestellt.2008Mai: Als bekannt wird, daß im britischen Nationalarchiv Akten lagern, nach denen Churchill im Zweiten Weltkrieg Geheimverhandlungen mit dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler führte, behaupten jüdische Medien, „namhafte britische Historiker“ – deren Namen nicht genannt werden – hätten gefordert, jene Akten zu „Fälschungen“ zu erklären und zu vernichten.Patrick Buchanan – bis 1998 ein Spitzenpolitiker der US-Partei „The Republicans“, die er verließ, nachdem er in „A Republic, Not an Empire“ den Kampf von Charles Lindbergh gegen die Kriegspolitik Roosevelts verteidigt und sich damit allzu viele Feinde gemacht hatte – veröffentlicht „Churchill, Hitler, and the Unneccessary War“. Er vertritt die Auffassung, daß nicht nur Deutschland und England den unnötigen Zweiten Weltkrieg verloren haben, sondern der Westen insgesamt – dies entgegen der herrschenden Meinung, daß wenigstens die USA als Erben des britischen Empire zu den Siegern zählten -, so daß Churchill tatsächlich mehr als nur ein großes Reich zerstörte.

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Nigel Knight – Dozent für Finanzwirtschaft in Cambridge – veröffentlicht „Churchill: The Greatest Briton Unmasked [der größte Brite******** demaskiert]“, eine gründliche Abrechnung nicht nur mit seiner Kriegs-, sondern auch mit seiner Vor- und Nachkriegspolitik, mit Schwerpunkten auf seiner Finanzpolitik, die zur Weltwirtschaftskrise im allgemeinen und zu ihren schweren Auswirkungen auf Großbritannien im besonderen geführt habe, sowie seinem Beitrag zu den bis heute andauernden Konflikten in Nordirland und im Irak.


*Herodot I, 53, 55. Der Lyderkönig war Kroisos [„Krösus“], die Barbaren waren die Perser. Die Meder waren ein mit den Lydern verwandtes Volk; die Königshäuser waren miteinander verschwägert.

**Die Haager Konvention von 1899 hatte den Einsatz von Giftgaspatronen und -granaten verboten. Die Franzosen hatten im März 1915 als erste gegen diese Konvention verstoßen. Daraufhin setzten die Deutschen im April 1915 erstmals Chlorgas ein, das in flüssiger Form aus Zylindern versprüht wurde – was die Haager Konvention nicht verboten hatte, da man damals noch nicht auf derartige Gedanken gekommen war. Sowohl Franzosen als auch Deutsche setzten das Gas jedoch „nur“ an der Front, d.h. zur Eroberung gegnerischer Schützengräben ein. Dagegen setzten die Briten Giftgas im März 1918 erstmals ein, um eine ganze Stadt zu „vergasen“: Während sie selber von ihnen besetzte französische Orte spätestens beim Abzug dem Erdboden gleich machten, hatten die Deutschen St. Quentin vollständig intakt gelassen, das die Briten nun als Angriffsziel auswählten. Churchill reiste noch am selben Tag in seiner Eigenschaft als Munitions-Minister an die Front, um sich persönlich über diesen schönen Erfolg informieren zu lassen. Seiher war er ein begeisterter Anhänger des Giftgaskrieges, den er auch 1942 gegen Deutschland aufnehmen wollte; lediglich die Furcht seiner Generäle vor deutscher Vergeltung verhinderte dies. Anders als ein deutscher Giftgaseinsatz wäre ein alliierter völlig korrekt gewesen, denn Großbritannien und die USA hatten – anders als das Deutsche Reich und Italien – das Genfer Protokoll zum Verbot chemischer Waffen von 1925 nicht ratifiziert. Die Briten hatten während des russischen Bürgerkriegs versucht, auch Archangelsk zu „vergasen“.

***Hess hatte eine Liste bei sich, die folgende Namen umfaßte: Harold Balfour, Kenneth Lindsay, Lord Dunglass, Duke of Hamilton, Jim Wedderburn, R.A. Butler, Lord Lothian, Owen O’Malley, Lord Halifax (!), Lord Eustace Percy, Samuel Hoare und J.J. Astor.

****in dem Aufsatz „Das Jahr 2000“ in der Zeitschrift „Das Reich“ vom 25.02.1945.

*****Ursprünglich sollte in England eine Marke zu 5,5 Pence erscheinen; der Entwurf wurde jedoch zurück gezogen, weil dafür das Foto von Churchill als „Chicago-Gangster“ verwendet worden war – zwar ohne Maschinenpistole, aber das vollständige Bild war noch allgemein bekannt und weckte unschöne Assoziationen.

******Wie wenig auch linke BRD-„Historiker“ Allens Buch verstanden haben, ergibt sich aus der absurden Anzeige wegen vermeintlicher „Aktenfälschung“, die 2005 durch diese Kreise erstattet wurde. Das daraufhin von den britischen Behörden pro forma eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde 2007 eingestellt.

*******Gerechterweise ist jedoch festzuhalten, daß Churchill keine Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg und am Untergang des britischen Empire trifft. Churchill befürwortete zwar einen Krieg gegen Deutschland; an dessen Vorbereitung – durch die kluge „Appeasement“-Politik Chamberlains, der Hitler einlullte, während Großbritannien massiv aufrüstete – und Herbeiführung war er jedoch nicht direkt beteiligt. Als Chamberlain im Mai 1940 aus Alters- und Gesundheitsgründen zurück trat, machte man Churchill nicht zum Premierminister, um Frieden zu schließen, sondern um den Krieg weiter zu führen. Hätte er Anstalten gemacht, Hitlers Friedensangebot vom Juli 1940 anzunehmen, wäre er vermutlich gestürzt worden. Da England damals keine anderen Verbündeten hatte, blieb Churchill gar nichts anderes übrig, als sich Roosevelt in die Arme zu werfen, denn ohne die Waffen-, Treibstoff- und Lebensmittel-Lieferungen der USA hätte England den Krieg binnen weniger Monate verloren. An dieser Situtation änderte sich auch durch den Rußlandfeldzug zunächst – bis Ende 1942 – nichts, denn die Sowjet-Union war genauso auf den Nachschub aus USA angewiesen. Als sich das Kriegsglück dann wendete war es zu spät, denn 1943 standen bereits so viele US-Truppen in England, daß ein Ausscheren Churchills – unter Verstoß gegen die Vereinbarung von Casablanca, keinen Separatfrieden zu schließen – zu seiner sofortigen Absetzung geführt hätte, ggf. unter Entwaffung der britischen Truppen durch die US-Army. Churchill – der Hitlers Beteuerungen, daß er das britische Empire nicht nur nicht antasten, sondern sogar mit verteidigen wollte, nicht glaubte – mußte sich seit 1943 wiederholt von Roosevelt ins Gesicht sagen lassen, daß dessen Ziel nicht nur die Zerstörung des Deutschen Reichs, sondern auch des britischen Empire war. (Hauptsächlich ist Churchill in diesem Zusammenhang vorzuwerfen, daß er im Mai 1941 nicht auf das von Hess‘ übermittelte Friedensangebot einging; zu dem Zeitpunkt wäre England dafür reif gewesen, und die USA – die offiziell noch nicht in den Krieg eingetreten waren – hätten es schwerlich verhindern können.) 1945 riß diese Kausalkette jedoch ab, nicht nur durch Roosevelts Tod und Churchills Abwahl, sondern vor allem durch den Bruch zwischen den Alliierten. Großbritannien hätte sein Empire, wenn es denn gewollt hätte, immer noch halten können, denn die USA hätten nun im Hinblick auf die Gegnerschaft zur Sowjet-Union keinen Druck mehr auf ihren Verbündeten ausgeübt, dieses zu liquidieren. Churchill wollte es auch halten, aber er wurde abgewählt, und die Regierung Attlee wollte es nicht – was rückblickend ein Fehler war. Nach Indien hätten die Briten nach dem 1. Kashmir-Krieg zwischen Bhārat und Pākistān zurück kehren können – sie wären dort wahrscheinlich überwiegend als Friedensstifter begrüßt worden. Den Nahen Osten und die Arabische Halbinsel räumten sie ohne jede Not – wirtschaftlich gesehen die größte Dummheit von allen, denn mit den dortigen Erdöl-Vorräten hätten sie den USA langfristig die wirtschaftliche Vorherrschaft in der westlichen Welt wieder entreißen können. Während Churchills zweiter Amtszeit als Premier wurden keine weiteren Gebiete aufgegeben. Danach wurden zunächst die schwarzafrikanischen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen (zu ihrem eigenen Schaden), dann Hinterindien – wiederum beides ohne Not. Das größte Verbrechen war jedoch die Auslieferung der weißen Kolonisten in Südwest, Süd- und Südostafrika an schwarze Terror-Regimes, und das geschah erst nach Churchills Tod, u.a. durch Margaret Thatcher, die dafür Krieg um ein paar wertlose Inseln vor der Küste Argentiniens führte, auf denen weniger Schafe lebten als in Südafrika weiße Menschen. Das wäre wohl nicht einmal Churchill passiert.

********Anspielung auf den Titel „GröBraZ [Größter Brite aller Zeiten]“, den der Staatssender BBC Churchill 2002 im Rahmen einer Fernsehshow nach einem etwas undurchsichtigen Abstimmungsmodus verliehen hatte. Churchill wird seither vor allem von seinen Gegnern ironisch als „The Greatest Briton“ bezeichnet. Dikigoros teilt Gilberts Kritik an Churchills Wirtschafts- und Finanz-Politik nicht; auch Churchills Schuld am Nordirland-Konflikt – der erst nach seinem Tode wieder aufflammte – erscheint ihm zumindest fraglich.

Quelle:

Welch ein Narr… Winston Churchill

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