Grausamkeit an Nichtbolsheviken

…Augenzeugen berichten, daß sich die Frauen unter die Panzerketten warfen und zermalmt wurden, daß sie blindlings vor die Läufe der Maschinenpistolen liefen, um nicht „repatriiert“ zu werden. Sieben Tage dauerten diese furchtbaren Szenen: Mütter stürzten sich mit ihren Kindern in die eisige Drau; Hunderte kamen durch Kugeln und Kolbenschläge der britischen Truppen um…

Slaughter of the Cossacks

Kosaken Auslieferung InhaltEnglish Memorial Website – The Massacre of the Cossacks: http://members.tripod.com/~shtyetz_john/lienz-cossacks.html

DER VERRAT DER MENSCHENRECHTE:

DIE TRAGÖDIE DER RUSSISCHEN NICHTBOLSCHEWIKEN

Unter Verleugnung der Grundsätze der Demokratie und der Men- schenrechte, des Asylrechtes und der Freiheit hatte sich Amerika verpflichtet, alle im Machtbereich der Alliierten befindlichen Sowjetbürger an die Sowjetunion auszuliefern — wenn nötig auch gegen ihren Willen,   zwangsweise   mit   Gewalt.   Unter   diese   Verpflichtung fielen alle die Volksstämme, die freiwillig aus Rußland emigriert waren,   wie etwa die Kosaken. Ferner fielen darunter alle Kriegsgefangenen, alle Überläufer und Deserteure, aber auch alle Zivilpersonen, die als Zivilarbeiter in Deutschland gearbeitet hatten und nicht mehr in   das bolschewistische Himmelreich zurückkehren wollten.

Die Westmächte hatten die sowjetischen Fahndungskommandos in den westlichen Zonen ausdrücklich autorisiert, „bei dieser Rückführung auch Gewalt anzuwenden“.

Und nur zu oft wurde auch Gewalt gebracht (vgl. hierzu Louis Fischer, Thirteen, Who Fled, New York 1949).

Allein aus den von den Westmächten besetzten Zonen Deutschlands (ohne die russische Zone) wurden an die Kommunisten 2 031 000 antikommunistische Sowjetbürger ausgeliefert. Nicht nur die in Deutschland befindlichen Sowjetbürger   wurden   ausgeliefert.   Die USA lieferten selbst jene aus, die sich in den USA in Lagern befanden und die sich aufs heftigste gegen ihren Abtransport nach Rußland zur Wehr setzten (vgl. U. S. News and World Report, vom

  1. Juni 1952, zitiert bei R. Magiroff, The Kremlin vs. the people,   New York 1953):

„Nur wenige wollten zurückkehren. Die meisten wurden aus den   Lagern in Idaho auf sowjetische Schiffe in Seattle und Portland ge- bracht. 118 blieben übrig,   die   sich   besonders   gewaltsam   widersetzten. Sie wurden in ein Lager bei New Jersey gebracht. .. Sie mußten schließlich mit Tränengasbomben aus ihren Baracken gejagt werden.“

Ginghis Guerey (The Shadow of   Power,   New   York   1953)   berichtet, daß von den 5000 Kosaken   (samt   Kindern   und Frauen), die   die Briten unter General Arbuthnot an die Bolschewiken auslieferten, fast ein Drittel durch eigene Hand starben.

Ähnliches ereignete sich in Deutschland in den Lagern Dachau, in Kempten, Plattling, Weitlingen und Regensburg. Aber auch in den Russenlagern in Frankreich und Italien spielten sich die gleichen Tragödien ab. (Vgl. Eugène Lyons, Our Secret Allies, the People of   Russia, New York – Boston 1954.)

Das Furchtbarste bei diesen Auslieferungen an die Bolschewiken war,   daß auch jene russischen Flüchtlinge ausgeliefert wurden, die erst 1945 nach dem Sieg und nach Beendigung des Kampfes — die Freiheit suchend — zu den Westmächten überliefen. Diese verratenen Unglücklichen, die bei den Amerikanern Hilfe und Freiheit gesucht hatten, wurden von den Bolschewiken ausnahmslos zum Tode verurteilt. Die über sie gefällten Todesurteile halten für alle   Zeiten diese Schande Amerikas — das die Rettungsuchenden für einen Hort der Freiheit gehalten hatten — fest: alle diese Todesurteile enthielten den Zusatz:

„Er floh zu   den   Amerikanern   und   wurde   nach   internationalem Brauch ausgeliefert.“

DIE AUSLIEFERUNG DER KOSAKEN-ARMEE DES GENERALS WLASSOW DURCH DIE ENGLÄNDER AN DIE BOLSCHEWIKEN

„Die unter Bruch eines Ehrenwortes erfolgte Auslieferung der Wlassow-Armee und der aus Rußland geflüchteten Familien der Kaukasus-Völker durch die Engländer ist ein Schandmal auf dem britischen Ehrenschilde, ebenso wie die Felonie, mit der die Briten den jugoslawischen bürgerlichen General Mihailovic im Stich   ließen   und   ihn und seine Mitstreiter an Tito und dessen kommunistische Mordbanden auslieferten.

Großbritannien trägt die beschämende und schändliche Schuld, daß Hunderttausende   von   ehrlichen   Anti-Bolschewiken   den   Bolschewiken zu einem grausamen Martertod ausgeliefert wurden.

(WL Plattform.)

Während des Krieges hatten antibolschewistische Russen an der Seite Deutschlands gekämpft. Oberbefehlshaber dieser antibolschewistischen Russen-Armee war General Wlassow. Die Russen stellten sich an die Seite Deutschlands nicht deshalb, weil sie Freunde Deutschlands waren, sondern deshalb, weil sie Rußland liebten und mit Hilfe Deutschlands hofften, das kommunistische Regime in Rußland zu brechen und ein demokratisches, bürgerliches Regime wiederherzustellen.

Es gereicht den Alliierten zur ewigen Schande, wie sie mit jenen Russen verfuhren, die den Kommunismus in ihrem Vaterland bre- chen wollten. Sowohl alle Offiziere und Soldaten der antikommuni- stischen Wlassow-Armee als auch ihre Angehörigen, Frauen und Kinder, wurden den Bolschewiken ausgeliefert und gingen einem grauenvollen Schicksal in den Eiswüsten und Bergwerken Sibiriens entgegen, soweit das Schicksal ihnen nicht so gnädig war, daß sie sofort als „russische Verräter“ barmherzig erschossen wurden.

DAS HELDENLIED DER KOSAKEN

Den Kern der russischen Wlassow-Armee bildeten die Kosaken. Sie waren die leidenschaftlichsten und erbittertsten Feinde der russischen Bolschewiken. Die Sowjets versuchten deshalb mit wahrhaft teuflischer Grausamkeit das Kosakentum erbarmungslos auszurotten. Die Bolschewiken unternahmen den Versuch, die Kosaken nach Sibirien zu verschicken. Der Transport umfaßte 52 000 Kuban-Kosaken mit ihren Familien. Der Transport erfolgte mitten im strengsten Winter in ungeheizten Güterwagen. Männer, Frauen, Greise und Kinder, der ganze Transport, alle ohne Ausnahme, gingen auf dem Weg zugrunde.

Der   „kultivierte,   humane   Westen“   schwieg   hierzu   und   fuhr   fort, mit den Henkern Handel zu treiben. Lloyd George entschuldigte   das mit den leichtfertigen, ebenso gewissenlosen wie verantwortungslosen Worten: „Handel kann man auch mit Kannibalen treiben.“

Die USA und England trieben nicht nur Handel mit den kommunistischen Henkern, sie verbündeten sich sogar mit ihnen.

Lange vor dem Krieg Deutschlands gegen Rußland standen die Kosaken im bewaffneten Kampf gegen die Bolschewiken, die das Kosakentum, den freiheitsliebenden, kriegerischen russischen Volksteil, planmäßig auszurotten versuchten. Drei Kosakenheere — das uralische, das Semigalatinsker und das sibirische — wurden in diesem heldenmütigen Freiheitskampf bis auf den letzten Mann vernichtet. Selbst dieses Unglück konnte die Kosaken nicht brechen. Sie kämpften als Partisanen weiter: am Terek, am Kuban und in den Steppen des Don.

Unter diesen Umständen begreift man den Jubel und die Hoffnung, mit denen sich die Kosaken im Krieg auf die Seite der Deutschen stellten, um mit ihnen das unselige kommunistische Regime in Rußland zu brechen.

Als das deutsche Heer aus Rußland abzog, zogen die Kosaken samt ihren Familien mit den Deutschen.

DAS GRAUEN VON LIENZ

Zur Zeit der deutschen Kapitulation befanden sich die Kosaken in der Steiermark und in Kärnten in Österreich, innerhalb der briti- schen Besatzungszone, im Machtbereich der englischen Armee.

Der deutsche Kommandeur, von Pannwitz, ritt mit seinen Kosaken in voller Ordnung in die englische Internierung ein, wo er seine Männer endlich geborgen glaubte. Auf der Straße Griffen  Völker- markt ritten die Schwadronen an   ihm   und   englischen   Offizieren das letzte Mal vorbei: voran das Trompeterkorps; dann folgten   das

  1. Donkosaken Regiment,   das   2.   Sibirische   Kosaken Regiment, das
  2. Kubankosaken Regiment und schließlich die Reitende Artillerie Abteilung.

Wochen vergingen in der Internierung. Durch das äußerlich faire Verhalten der Engländer schwanden die Besorgnisse um die Zukunft. Die Kosaken vertrauten darauf, daß man sie als bewährte Nichtkommunisten und Gegner des Bolschewismus nicht den Bolschewiken ausliefern werde. Ein englischer Bevollmächtigter, Major Davis, gab den Kosaken die Erklärung ab, daß sie, als geschworene Feinde des Kommunismus, den Alliierten sehr willkommen seien. Die Wahrheit sah dann so aus:

Am 20. Mai 1945 erhielten sie den Befehl, alle Waffen abzuliefern.

Am 23. Mai trafen Offiziere von General Alexander mit dem Bal- kan Oberkommando der Sowjetarmee ein Abkommen, wonach die Kosaken   „als   Spezialeinheiten   der   deutschen   SS-Partisanen“   (!) und

„als gegenrevolutionäre weiße Banden, die in deutschem Sold ge- standen haben“, an die Sowjets auszuliefern seien.

Am 27. Mai wurde von Pannwitz verhaftet.

Am 28. Mai kam der Befehl, daß alle Offiziere, ohne Ausnahme, mit       all ihren militärischen Auszeichnungen sich bei dem britischen Armeekommando in der benachbarten Stadt Spittal an der Drau zwecks Umorganisierung des Kosakenheeres zu melden hätten.

Vertrauensvoll und nichtsahnend fuhren über 2000 Offiziere unter Führung des fast 80jährigen Generals P. N. Krasnow (Verfasser des berühmten historischen Romans Vom Doppeladler zur Roten   Fahne) zu dieser angeblichen Beratung. Keiner von den vertrauensvollen Unglücklichen, die durch Major Davis in die gnadenlosen Hände   der sowjetischen Henker geliefert wurden, wußte, daß sie ausgeliefert werden sollten. Keiner von ihnen wußte, daß schon am 28. Mai     1945 in Wien in Ausführung und Erweiterung des Abkommens zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin von dem alliierten Oberkommando beschlossen worden war, den Bolschewiken die gesamte Bevölkerung des „Kosaken-Standortes“ auszuliefern.

Kaum setzten sich die mit Offizieren besetzten Kraftwagen in Marsch, als sie schon ein starker britischer Panzerverband einschloß. Gegen die unbewaffneten Menschen hatte man über 20     Kanonen, 150 Maschinengewehre, ungerechnet die zahlreichen automatischen Waffen, in Stellung gebracht. Nun wurde allen klar, zu welcher Art „Beratung“ man sie führen wollte; aber nun war es zu spät. Auf dem   Weg zur Stadt Spittal sind bei Fluchtversuchen von der englischen Mannschaft 21 Mann erschossen worden; 33 verübten Selbstmord; nur zweien gelang die Flucht.

In Spittal wurden die Unglücklichen unter schwerste Bewachung hinter Stacheldraht gebracht. Dort wurde ihnen mitgeteilt, daß sie den Bolschewiken ausgeliefert werden sollten. General Schkorow warf dem britischen Kommandanten seine britischen Orden — die ihm während des Krieges der Kosaken gegen Moskau und den Bolschewismus für seine Verdienste verliehen worden waren — vor die Füße. General Silkin, Oberst Mihailow und noch über 50 Offiziere nahmen   sich auf der Stelle das Leben; fünf Offizieren gelang in der Nacht die Flucht.

Während der Fahrt von Spittal nach Judenburg, wo die Übergabe an   die   Sowjets   erfolgte,   sprangen   44   Offiziere   von   den   Wagen.

78 wurden beim Fluchtversuch erschossen, 12 weitere   vergifteten sich.

Ein mit verwundeten und kranken Kosaken voll belegter Spitalzug wurde von den Engländern an die steirische Demarkationslinie ge- bracht und dort den Bolschewiken übergeben. Ein österreichischer Augenzeuge, der kriegsgefangene Oberleutnant Heribert S., berichtet:

„Nach erfolgter Übergabe des Spitalzuges durch die   britischen   Offiziere ließen die Bolschewiken   die   verwundeten   und   kranken   Kosaken den Zug verlassen und neben dem   Zug   Aufstellung   nehmen.   Dann wurden sie alle samt und sonders vor den Augen der übergebenden Engländer und   der   deutschen   Kranken-   und   Pflegeschwestern kurzer Hand erschossen und niedergemacht.“

Von den ausgelieferten Kosakenoffizieren wurden von der sowjetischen Begleitmannschaft auf dem Weg nach Wien über 180 erschossen. Weitere 1028 wurden bei den Verhören zu Tode gemartert. Die übrigen — etwa tausend Offiziere — gingen hinter Wien zugrunde. Zwölf Kosakengeneräle, darunter der ehemalige   Ataman-Präsident   der Kosaken, P. N. Krasnow, wurden von Graz auf dem Luftweg nach Moskau zum Verhör gebracht und am 16. Februar 1947 nach mehreren „Gerichtssitzungen“, die mit Folterungen abwechselten, ge- henkt, darunter auch General Schkuré, Ritter des englischen Hosenbandordens. Zum erstenmal leuchtete auf der Brust eines Gehenkten das Band des britischen Hosenbandordens.

Nur ganz wenigen Kosakenoffizieren war es gelungen, aus diesem Zug des Todes den Weg in die Freiheit zu finden. Sie brachten die Kunde von dem Geschehenen ins Lager der ihrer Führer beraubten Kosaken. Es muß besonders vermerkt werden, daß nur 32 % des Offizierskorps des „Kasatschij Stan“ bei Kriegsausbruch ehemalige Sowjetuntertanen waren, die unmittelbar von dem Repatriierungsbefehl betroffen wurden. Die überwiegende Mehrzahl, 68 %, hatten niemals sowjetische Papiere besessen; sie waren sämtlich Inhaber des Nansen-Passes. Durch diesen Nansen-Paß, durch den die europäischen Nationen ihnen nach der Evakuierung der damaligen Kosakenarmeen im Jahre 1920 einen in dieser Beziehung von der UdSSR freien Status gegeben hatten, waren sie unter den Schutz der Liga der freien Nationen gestellt worden. Sie unterlagen also nach den Bestimmungen des Jalta-Abkommens keiner zwangsmäßigen Auslieferung an die Bolschewiken.

Der Kommandeur der Kosaken, der deutsche General von Pannwitz, lehnte ein Angebot, als Deutscher von der Auslieferung ausgenommen zu werden, ab. Er ging mit seinen Kosaken in den schaurigen Tod.

Das Schicksal der Kosaken selbst, ihrer Familien, Frauen und Kinder,   war nicht minder grauenvoll als das der Kosakenoffiziere.

Am 29. Mai 1945 wurde in dem „Kasatschij Stan“, dem Kosaken- Standort, bekanntgegeben, daß auch alle Kosaken samt Frauen und Kindern an die Bolschewiken ausgeliefert würden. In höchster Panik sandten die Kosaken Telegramme an Eisenhower, Montgomery, den Papst und den Erzbischof von Canterbury mit der Bitte um Hilfe. Umsonst! Die Telegramme blieben ohne Antwort. Die Nacht brach herein: 35 000 Kosaken, Männer, Frauen und Kinder, Greise und Verwundete, die man in dem riesigen Lager Peggetz bei Lienz in Osttirol zusammengetrieben hatte, standen im Banne des Schreckens.

In dieser Nacht stürzten sich an die 500 dieser Unglücklichen in die Drau. Ganze Familien banden sich zusammen und gingen in den nassen Tod. Dann umstellten Hunderte von englischen Panzern das Lager. Eine Autokolonne erschien vor den Lagertoren. Scheinwerfer begannen das Gelände taghell zu beleuchten. Vor dem Lager marschierten die britischen Einheiten auf. Es gab verzweifelte Ausbruchsversuche; es gab ein Handgemenge mit der britischen Wachmannschaft; es wurde geschossen, geschrien und gekämpft. Die Frauen und Kinder weigerten sich, dicht zusammengedrängt, den britischen Befehl zum Einsteigen zu befolgen. Zuerst wurden sie mit Kolbenschlägen getrieben; schließlich ließ man die Panzer anrollen.

Augenzeugen berichten, daß sich die Frauen unter die Panzerketten warfen und zermalmt wurden, daß sie blindlings vor die Läufe der Maschinenpistolen liefen, um nicht „repatriiert“ zu werden. Sieben Tage dauerten diese furchtbaren Szenen: Mütter stürzten sich mit ihren Kindern in die eisige Drau; Hunderte kamen durch Kugeln und Kolbenschläge der britischen Truppen um. Schließlich verweigerten englische Soldaten ihren Offizieren den Gehorsam bei ihrem Mord- und Mörderhandwerk.

Im Wald bei Lienz erhängten sich über 300 Kosaken. Ein grauenhaftes: Der Sohn hilft seinem alten Vater, stellt ihm einen mitgenommenen Schemel unter und zieht diesen unter den Füßen seines Erzeugers weg — um sich dann selbst am nächsten Baum zu erhängen. — Gibt es eine Feder, die all dieses unsagbare Grauen zu schildern vermöchte, einen Stift, der diese Bilder des Grauens zu zeichnen vermöchte?

An einem Abend ist alles zu Ende: ein riesiger Zug, gefüllt mit Tausenden Niedergeschmetterten, voll Stöhnen und Schreien, angefüllt mit Entsetzen, bewegt sich nach Osten . . . Die „freiwillige Repatriierung“ ist in vollem Gang . . .

Major Davis, die 8. Palästina-Brigade und die anderen blutbeschmierten “Helden” dieser in der Geschichte beispiellosen britischen „Heldentat“ können sich vom Blut der Märtyrer, ihrer Opfer, reinigen . . . Mit welch verlogenen Infamie,  Hinterlist   und   Falschheit   bei   dieser ganzen schmutzigen Angelegenheit von den Briten vorgegangen wurde, zeigt folgendes Detail:

Als nach Abschiebung der Kosakenoffiziere nach Spittal die zurückgebliebenen Familien am folgenden Tag die Gewißheit erhielten, daß mit einer Rückkehr der Offiziere nicht mehr gerechnet werden könne, baten die Familien, ihren Männern Wertsachen, Geld, Bekleidung und Lebensmittel nachsenden zu dürfen. Der Bitte wurde entsprochen. Geleitet von drei Panzern, ging   eine   Kraftwagenkolonne   ab.   Sie hat die Empfänger nie erreicht.

Was mit den Angehörigen, Frauen und Kindern der unglücklichen antikommunistischen russischen Kosakenarmee geschah, schildert Boris Polosow:

„Am 31. Mai wird der nunmehr führerlosen Bevölkerung des Kosaken-Standortes   —   an   der   Zahl   etwa   25 000   Menschen   —   von   dem   gleichen   Davis   [englischer   Major]   der   Befehl   gegeben,   sich     zur  ‚freiwilligen‘ Repatriierung in die Sowjetunion bereitzumachen. Alle   ohne Ausnahme weigern sich. Es wird ein allgemeiner Hungerstreik ausgerufen   und   schwarze   Flaggen   gehißt,   am   nächsten   Tag     versammeln sich alle Kosaken in Lienz, die Alten, die Frauen und Kinder,   auf dem Lagerplatz, wo der Geistliche einen   Trauergottesdienst   hält. Um ihn drängen sich die Unglücklichen, dem Tode Geweihten, um- geben von den jungen, einander an der Hand haltenden Kosaken- Fähnrichen.

Diese lebende Mauer der Jugend schützt mit ihrer   Brust   die   Wehrlosen und gibt ihnen die Möglichkeit, ein letztes Mal frei zu beten.     Auf der Bahn steht schon   ein   riesiger   Transportzug   zur   Verladung   der verratenen Opfer bereit. Auf Befehl von Davis werden die Betenden von Panzerwagen mit Soldaten der 8. Palästina-Brigade und Engländern   eingeschlossen.   Die   vieltausendköpfige   Menge   betet   auf den Knien zu Gott, sich ihrer zu erbarmen, seine Gnade zu zeigen,     sie vor dem herankommenden Grauen der Marterungen,   der   Leiden und dem qualvollen Tode in den sowjetischen Kerker-Höllen zu bewahren. Plötzlich eröffnen die englischen   Soldaten   das   Feuer   über   die   Köpfe   der   Betenden   hinweg,   und   die   Palästina-Brigade   stürzt   sich auf sie. Einige Fähnriche, von den   Knüppelhieben   niedergeschlagen, stürzen. Die Kette   bricht.   Und   es   beginnt   das   Niederschlagen   der wehrlosen Greise, der Frauen und Kinder. Die Luft hallt wider   von herzzerreißenden Schreien. Ein englischer Soldat haut mit einem Knüppelhieb die Kirchenfahne mit   dem   Kreuz   zu   Boden,   ein   anderer zerschlägt mit dem Bajonett die Hand des Diakons, der das Evangelium erhebt. Nichts Gewesenes läßt sich   vergleichen   mit   diesem viehischen Niederschlagen von Wehrlosen, hilflosen Greisen und Kindern. Mit Knüppeln dreschen sie   auf   die   Leiber   schwangerer Frauen, und die so zur Welt   gebrachten   Kinder   wälzen   sich   im   Sande neben den in Todeswehen sich windenden Müttern. Die Niedergeschlagenen, sich auf dem   Boden   Krümmenden   werden   gepackt,   auf die Wagen   geworfen   und   in   den   ‚Todeszug‘   geschleppt.   Wer   noch in der Lage ist, zu fliehen zu versuchen, den schlagen sie mit Kolben nieder und schleifen   die   Bewußtlosen   davon.   Ein   grauenhaf- tes unaufhörliches   Niederschlagen   —   Kinder   trampeln   sie   mit   Füßen nieder. Die an den Rand der Verzweiflung gebrachten Menschen versuchen Selbstmord. Da ist   der   Vater,   der   seine   ganze   Familie   tötet — Frau, Kinder und sich   selber.   Eine   junge   Frau   bindet   sich ihre Kinder um den Leib und stürzt sich   so   in   die   Drau.   Das   Wasser des Flusses färbt sich   rot   von   Kosakenblut.   Wieviel   tapfere   alte   Soldaten,   Invaliden   des   Krieges   von   1914—1918,   die   damals   für diese Engländer gekämpft haben, wieviel Kosakenfrauen und Kosakenkinder liegen auf dem Grunde dieses dahinströmenden   Flusses?“

Jürgen Thorwald schildert in seiner gut belegten Reportage (Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952), wie sich die Frauen blindlings gegen die Läufe der britischen Maschinenpistolen stürzten, wie sie sich von den britischen Panzern zermalmen ließen, wie sie sich in der Drau ertränkten . . . Alles war vergeblich. Die Befehle wurden ausgeführt . . .

Das Echo auf diese entsetzliche Tragödie, die blutige, gewaltsame, unbarmherzige Auslieferung der Kosaken im Raum von St. Veit— Althofen und Spittal—Lienz, bildeten die ähnlichen Ereignisse von Farelli, Mannheim, Deggendorf, Dachau, Kempten, Plattling und anderen Orten, wo ebenfalls Kosaken gewaltsam repatriiert wurden. Insgesamt dürften etwa 165 000 kosakische   Offiziere,   Soldaten, Frauen und Kinder an die Bolschewiken ausgeliefert worden sein.

Über 1150 Leichen der Unglücklichen wurden in Peggetz an der Drau   bei Lienz (Osttirol) in Massengräbern begraben. Hier wurden von Ex-Kosaken Friedhöfe errichtet. In der Mitte steht das riesige Monument zur Ehre der Opfer des Kosakenvolkes im Kampf für die Freiheit. Zum Jahrestag kommen hier jährlich die Delegationen der in freien europäischen Ländern lebenden Kosaken, legen Kränze am Monument nieder und halten feierliche Requien für alle gefallenen Brüder und Schwestern.

Das verratene Kosakenheer wurde mit Kindern und Frauen in die Straflager Sibiriens verbracht. Es sollen nur noch einige tausend Kosaken von den 165 000 Ausgelieferten übriggeblieben sein.

DIE TRAGÖDIE DES GENERALS WLASSOW UND SEINER ARMEE

General Wlassow und seine Armee erlitten das gleiche entsetzliche Schicksal wie die Kosaken.

Die 162. Turk-Division, die in Norditalien in englische Gefangenschaft geriet, wurde den Bolschewiken ausgeliefert und nach Odessa verschifft. Hunderte der Unglücklichen begingen Selbstmord.

1 Literatur hierzu: Nicholas   Fersen,   Im   Zorn   der   Zeit,   Scherz   Verlag,   Bern – Stuttgart (aus dem Amerikanischen übersetzt von Ernst Sander, Das Schicksal der Wlassow-Armee). — Erich Kern, General von Pannwitz und seine Kosaken, Plesse Verlag, Göttingen. — Anatol von Petrowsky: Un- vergessener Verrat — Todesweg der Kosaken. — W. G. Glaskow, Die Kosakentragödie   im   Drautal   (Deutsch-amerikanische   Bürgerzeitung,   Chi- kago 1958). — Jürgen Thorwald, Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952.

Besser   erging   es   dem   russischen   Schutzkorps   in   Serbien   und der 2. Ukrainischen Division unter General Schandruk. Hier gelang es, die Engländer und Amerikaner zu überzeugen, daß ihre Angehörigen teils in Jugoslawien schon früher ansässig gewesen waren, teils aus den ukrainischen Gebieten Polens stammten. So war es ihnen möglich, der Auslieferung zu entgehen.

Wlassow, der mit dem Großteil seiner Armee, der ROA, im tsche- chischen Raum stand, gelang es, zu den Amerikanern durchzustoßen. Vergeblich suchte er zu verhandeln. Die Amerikaner begriffen nicht, worum es hier ging. Unbarmherzig wurden die Kämpfer gegen den Bolschewismus den Bolschewiken ausgeliefert. Tausende zogen auch hier den Freitod der „Heimkehr“ vor.

In allen Teilen Deutschlands, an der Invasionsfront, in Norwegen und Dänemark, auf den Mittelmeerinseln und in Griechenland: Überall waren die sowjetischen Kommissionen tätig, mit Hilfe der englischen, amerikanischen, französischen, holländischen, belgischen, norwegischen, dänischen Behörden die antikommunistischen Russen aus den Millionenzahlen deutscher Gefangener auszulesen, abzusondern und ihrem furchtbaren Schicksal zu überliefern.

Am 12. August 1946 wurde Wlassow mit elf seiner nächsten Mit- arbeiter in Moskau gehängt. Er hatte für die Befreiung Rußlands vom Bolschewismus gekämpft.

GESCHICHTE

DER VERFEMUNG DEUTSCHLANDS

Herausgegeben von

Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl

BAND 6

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