Vorderasiatischer Satanismus*Hexenwahn

…In immerwährenden, sich gleichbleibenden Obszönitäten wird hier der Sonnenmythus in eklige Männerbuhlschaft herabgezogen, die sich in den Wandzeichnungen der Gräber (Golini-Grab) fortsetzt, wo der Verstorbene mit seinem Buhlknaben im Jenseits sein Gastmahl hält und wo aus einem Opferfeuer zwei Riesenphallen als Ergebnis einer satanistischen Zauberaktion entspringen….

Baphomet

Jetzt hoer ich dass der Bophomet Germanisch ist und von gewissen Leuten verdreht wurde fuer boesartige Zwecke.

…Unter den späteren ist Aurelian ein in Belgrad geborerener Illyrier, Diokletian ein ebenfalls illyrischer Sklavensohn (vielleicht halbgermanischer Abkunft), ein Nebencäsar, Constantius Chlorus, stammt auch aus Illyrien, aber ist höherer Herkunft. Nach dessen Tode wird ein Gewaltiger von den Legionen zum Augustus gemacht: Konstantin, der Sohn des Constantius Chlorus und eines Schankmädchens aus Bithynien. Dieser Konstantin siegte über alle Nebenbuhler. Damit ist die Geschichte des kaiserlichen Roms zu Ende, das päpstliche und das germanische begann.

In dieser verschwimmenden Mannigfaltigkeit mischt sich Römisches, Kleinasiatisches, Syrisches, Afrikanisches, Griechisches. Die Götter und Sitten aller Länder zeigten sich auf dem ehrwürdigen Forum, der Mithraspriester opferte dort seine Stiere, zu Helios beteten späte Griechen. Astrologen und orientalische Zauberer priesen ihre Wunder an, der “Kaiser” Elagabal spannte sechs Schimmel vor einen riesigen Meteorstein und ließ diesen als Sinnbild des Baals von Emesa durch die Straßen Roms führen. Er

[59] Wie Rom entstand

selbst tanzte an der Spitze des Zuges. Hinter ihm her wurden die alten Götter geschleift und das “Volk” von Rom jubelte. Die Senatoren beugten sich Bänkelsänger, Barbiere und Pferdeburschen stiegen zu Senatoren und Konsuln empor. Bis auch Elagabal erdrosselt und in den Tiber geworfen wurde, in jene letzte Ruhestätte so vieler Tausender seit über zweitausend Jahren.

Diese Auffassung über die römische Vergangenheit hätte sich auch ohne die neueren rassengeschichtlichen Forschungen aufdrängen müssen; namentlich beim Studium altrömtscher Gebräuche, Staats-, Rechtsbestimmungen und Mythen, denn auf allen Gebieten sehen wir uralte, eng mit Afrika-Vorderasien zusammenhängende Werte, nach und nach oder plötzlich, bei Beibehaltung der gleichen Namen, in ihr Gegenteil verwandelt. So “stellten” unsere zünftigen Geschichtsschreiber — sie tun es auch heute noch — “fest”, daß in Nord- und Mittelitalien Etrusker, Sabiner, Osker, Sabeller, Aequer, Samniten wohnten, im Süden Phönizier, Sikuler, vorderasiatische Völkerschaften, griechische Siedler und Händler. Und plötzlich, man weiß nicht wieso und warum, entsteht ein Kampf gegen einen Teil dieser Stämme und Völkerschaften, gegen ihre Götter und Göttinnen, gegen ihre Rechtsbegriffe, gegen ihre politischen Machtansprüche, ohne daß von einem neuen Träger dieses Kampfes  die Rede ist, oder wenn, so nicht nach seinem Wesen gefragt wird. Hier half sich die Gelehrtenwelt mit der berühmten “Entwicklung der Menschheit,” welche zwecks “Veredelung” angeblich eingegriffen habe, und die Tatsachensammler waren sich in diesem Punkt einig mit ihren Gegnern, den romantischen Mythendeutern, obgleich die Etrusker sicher eine “höhere Kultur” besaßen als die bäuerischen Latiner. Da dies Wort von der plötzlich einsetzenden zauberhaften “Entwicklung” zu höherer Geistigkeit, höheren Staatsformen usw. mit der Zeit aber doch anrüchig geworden war, erfanden neue Deuter der

[60] Die Etrusker

Geschichte die sog. Kulturkreislehre. Ein neues Wort, welches genau so inhaltsleer ist wie die nur im Gehirn des Gelehrten oder Priesters anzutreffende “allgemeine Entwicklung” zu seinem privaten Glauben, weil nämlich von den Schöpfern der Kulturkreise ebensowenig die Rede war wie in den Werken der Evolutionspäpste des 19. Jahrhunderts. Ein solcher indischer, persischer, chinesischer oder römischer Kulturkreis senkte sich eines schönen Tages auf ein Gebiet herab und veranlaßte dank dieser Zauberhaften Berührung eine vollkommene Änderung der gleichen menschlichen Wesen, die vorher, unberührt von ihm, gewissen Gebräuchen huldigten. Und dann erfahren wir vom “pflanzenhaften” Wachsen, Blühen und Vergehen dieses magischen Kreises, bis die Lehrer der “Morphologie der Geschichte” auf Grund heftiger Kritiken am Ende des zweiten oder dritten Bandes etwas von Blut und Blut-Zusammenhängen murmelten.

Auch dieser neue intellektualistische Zauber beginnt jetzt zu verfliegen. Der “römische Kulturkreis”, die “neue Entwicklung” entsteht nicht aus den Schöpfungen des eingeborenen etruskisch-phönizischen Blutes, sondern gegen dieses Blut und seine Werte. Träger sind nordische Einwandererzüge und nordischer Kriegeradel, der auf italienischem Boden mit den Ligurern, der negroiden Urrasse (aus Afrika gebürtig) und mit den vorderasiatischen Etruskern aufzuräumen beginnt, wohl manchen Tribut dieser Umgebung zollen muß, sein Eigenstes aber im erbittertsten Kampf herausstellt und rücksichtsloser durchsetzt als das Volk der mehr künstlerisch gestaltenden Hellenen (Vertreibung des letzten Etruskerkönigs Tarquinius Superbus); viele dieser Leistungen blieben europäisches Gemeingut, vieles Faule und Fremde aber trugen die später doch wieder stark aufschäumenden Wogen des Völkerchaos nach Europa hinein.

Die Etrusker, Ligurer, Sikuler, Phönizier (Punier)

[61] Hetären und Priester

waren also keine “frühere Entwicklungsstufe”, waren nicht “Stämme des römischen Volkes”, die jeder zur “allgemeinen Bildung” das ihrige beigetragen haben, sondern die Bildner des römischen Staates standen ihnen allen rassisch-völkisch feindlich gegenüber, unterwarfen sie sich, rotteten sie teilweise aus und nur der Geist, der Wille, die Werte, die sich hier in diesem Kampfe offenbarten, verdienten römische genannt zu werden. Die Etrusker bieten ein typisches Beispiel dafür, daß für sie die griechische Glaubens- und Lebensform keinen Fortschritt, keine mögliche Veredelung bildeten. Ebenso wie die anderen Vorderasiaten hatten sie einst atlantisch-nordische Mythen vorgefunden, sie wurden dann zwar auch von griechischer Kultur überzogen, sie ahmten, so gut sie konnten, griechische Plastik und Zeichnung nach, sie eigneten sich auch den hellenischen Olymp an, und doch ist a l l e s das entartet, in sein Gegenteil verwandelt worden. Grund genug, daß gewisse “Forscher” auch heute noch vom “ungeheuren Geisteserbe”, vom “Wachstumsgrund”, von “welthistorischer Weihe” des “tragischen Schicksals” der Etrusker faseln*, offenbar aus jener inneren Sympathie heraus, die heute das aufsteigende Asphaltmenschentum der Weltstädte mit allen Abfallprodukten des Asiatentums auf sehr bezeichnende Art verbindet.

Dabei bieten Sage- und Gräberdenkmäler der Etrusker genügend Anknüpfungspunkte, um begreiflich zu machen, warum das gesunde, starke römische Bauernvolk sich dem Etruskertum zum verzweifelten Kampfe stellte. Zwei Typen sind es, die tuskisches Wesen kennzeichneten: die göttliche Hetäre und der zauberstarke Priester, der durch furchtbare Riten die Schrecken der Unterwelt zu bannen versteht. Die “große Hure von Babylon”, von der die

*Z- B. Hans MühleStein: “Die Geburt des Abendlandes”. Berlin 1928.

[62] Hetärenwirtschaft in Vorderasien

Apokalypse spricht, ist kein Märchen, keine Abstraktion, sondern eine hundertfach bezeugte geschichtliche Tatsache: die Tatsache der Hetärenherrschaft über die Völker Vorder-und Mittelasiens. In allen Zentren dieser Rassengruppen thronte an höchsten Festtagen die Staatshetäre als Verkörperung der alle gleichmachenden Sinnlichkeit und der weltbeherrschenden Wollust, in Phönizien im Dienste der Kybele und Astarte, in Ägypten zu Ehren der großen Kupplerin Isis, in Phrygien als Priesterin eines absolut hemmungslosen Geschlechtskollektivismus. Zur herrschenden Priesterin der Liebe gesellte sich, in durchsichtige libysche Gewänder gekleidet, ihr Buhle. Sie salben sich beide mit köstlichen Salben, schmücken sich mit kostbaren Spangen, um dann vor allem Volk (wie auch Absolom mit Davids Kebsweibern 2. Sam. 16, 22) die Begattung zu vollziehen. Dem Beispiel folgte das Volk in Babylon, bei den Assyrern, in Libyen, im etruskischen Rom, wo die Göttin- Priesterin Tanaquil die Entwicklung des Hetärentums auf die Spitze treibt in schönster Zusammenarbeit mit den “Priestern” der Etrusker*. Wohl “deutete” man sich früher die tuskischen Inschriften auf Gräbern, Mumien-binden, Rollen usw., doch erst Albert Grünwedel ist es

*Der äußerst zurückhaltende Erforscher Etruriens, Karl Otfried Müller, welcher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts natürlich noch nicht die ganze Rassenfrage derart übersehen konnte wie wir heute, schreibt in seinem großen Werk “Die Etrusker” (neu herausgegeben von Dr. W. Deecke, Stuttgart, 1877) über die dem etrustischen Wesen offenbar verwandten Dionysien, zunächst seien nur die Frauen eingeweiht worden; erst lange nachher, in Rom gegen 550 der Stadt, wurden auch Männer geweiht, die etruskischen P r i e s t e r hätten dann “jene Scheuseligen Orgien ausgebildet, in denen das von phrygischer Kymbalen- und Paukenmusik betäubte, von bacchischer Lust und losgelassener Gier entflammte Gemüt sich aller Greuel unterfing, bis der römische Senat (568) mit heilsamer Strenge alle Bacchanalien … aufhob”. (Bd. II, S. 78.)

[63] Etruskischer Satanismus

gelungen, diese Schrift wirklich zu entziffern* und zwar mit Ergebnissen, die das Etruskertum in einem grauenhaften Lichte zeigen. Der griechische Sonnenmythus wird auch hier aufgenommen; daß die Sonne stirbt, daß aber dann der Sonnengott aus dunkler Nacht mit doppelter Kraft emportaucht und leuchtend über uns hinwegzieht, ist auch etruskisches Motiv. Aber unter den Händen tuskischer Priester wird daraus asiatische Magie, Hexenwesen, verbunden mit Päderastie, Selbstbegattung, Knabenmord, magischer Aneignung der Kraft des Gemordeten durch den Priester-Mörder und Weissagungen aus dem Kot und der Eingeweidenpyramide des Geopferten.

Die Mannheit der Sonne begeht mit dem magischen Phallus eine Selbstbegattung an der Sonnenscheibe (d.i. der ägyptische “Punkt” in der Sonne), die er schließlich durchstößt. Daraus entsteht ein goldener Knabe, das “Phoetus eines Knaben, der die Öffnung hat”, ein “magisches Schema”; das ist das sog. “Siegel der Ewigkeit”. Das Ungestüm des magischen Phallus wird als Stier gedacht, der so wüst vorgeht, daß die Sonnenscheibe brüllt, und der “Phallusträger des Gehörns” zum Feuer wird, “der Phallus aus dem, der den Himmel hat”. In immerwährenden, sich gleichbleibenden Obszönitäten wird hier der Sonnenmythus in eklige Männerbuhlschaft herabgezogen, die sich in den Wandzeichnungen der Gräber (Golini-Grab) fortsetzt, wo der Verstorbene mit seinem Buhlknaben im Jenseits sein Gastmahl hält und wo aus einem Opferfeuer zwei Riesenphallen als Ergebnis einer satanistischen Zauberaktion entspringen. Das ist, laut Inschrift, “der Blitz der Vollendung, Person einer Matrix, Phallus, der Verwesungsdampf hat und so vollendet ist”. D. h- aus der magischen Sprache übersetzt, daß das von der Frau geborene Geschöpf nach Verwesung vergöttlicht, ein Phallus wird.

*Tusca, Leipzig 1922.

[64] Magie und Zauberei

Aus der Inschrift des Cippus von Perugia ergibt sich eine Zusammenkunft satanistischer Priester, die einen Spuk “vollenden”, “um zu brennen in Besessenheit”, “er, der diesen  Knaben hat, der das dämonische Messer hat. Ewig ist des Knaben Feuer …, ein Magischer des vollzogenen Siegels”. Und der gemordete Knabe wird nunmehr zum “Böckchen”. Der personifizierte Donner ist dann eine Abwandlung des durch Stupration gewonnenen Sohnes, des vollendeten Böckchens. “Hier ist der Ursprung des gehörnten Phantoms einerseits, des bockköpfigen Teufels andererseits, dessen Auftreten in der Hexenliteratur bis zu den Volkssagen hinab bisher völlig rätselhaft war. Die antiken Typen sind der Minotaurus (so besonders über dem bekannten Grabe von Corneto: Tomba dei Tori) und der griechische Satyrtypus, er war gut genug, ein himmelschreiendes Verbrechen zu illustrieren” (Grünwedel). Der Sinn aller sich immer wiederholender Gebräuche des “religiösen” Etruskervolkes ist, daß der Buhlknabe, schmählich mißbraucht, zerschlitzt wird, die Geburt des neuen Sonnentages aus dem Ei “Symbolisieren” soll, welches sein Spuk durch das  Sperma (das in Näpfen gesammelt wird) erhalten hat; so entsteht ein spukhafter Stier, wie die Sonne feurig, erektiv, und vollzieht immer wieder die dämonische Selbstbegattung. Bei Durchführung dieses Rituals geht angeblich die Kraft des Gemarterten auf den Priester über, den Vertreter der “Auserwählten” (Rasna, Rasena) wie die Etrusker sich, ähnlich den Juden zu nennen beliebten, der dann den Dunst der Eingeweide zum Himmel steigen läßt. Hinzu  kommt die “magische” Verwendung von Fäkalien, wiederum in Verhöhnung des griechischen Sonnenmythus: der zauberhafte Cherub wird zur höchsten Kraft, wenn er sechs Rollen Gold (Kot), des Himmels Röte schaffend, von sich gibt.

Ein Auserwählter kann werden durch Lieferung seiner Eingeweidepyramide, worüber etruskische Spiegel

[65] Die Staatshetäre Tanaquil

genügend Auskunft geben, in denen Hexen Jünglinge für Geld zu dieser Hingabe veranlassen wollen, um dann in Flammen zum Himmel zu steigen, ein neues Zeugnis für die Urheimat des Hexenwesens und des Satanismus auf europäischem Boden. Wir begreifen, wenn ein Forscher wie Günwedel (der hier engste Verwandtschaft zu den tibetanischen Tantras des Lamaismus findet*) erklärt: “Eine Nation, die es fertig bringt, Wandgemälde über die Eingangstüren von Gräbern zu malen, wie die beiden Szenen in der Tomba dei Tori, die es sich erlaubt, in den Gräbern solchen Unflat zu schreiben und zu malen, wie im Golini-Grabe I, Sarkophage mit den widerlichsten Darstellungen zu bedecken: ich erinnere nur an die Sarkophage von Chinsi, Darstellungen von Verstorbenen einen Text wie die sog. Pulena-Rolle in die Hand zu geben, Toiletten-Artikel mit den haarsträubendsten Gemeinheiten zu bedecken, gibt dadurch die menschenunwürdigste Infamie als nationales Erbgut, als religiöse Überzeugung.”

Es ist notwendig, sich dieses Wesen des Etruskertums einmal klar zu machen, um endlich die Tatsache fest ins Auge fassen zu können, daß es den nordischen Latinern, den echten Römern, ergangen ist wie später den nordischen Germanen, früher noch den nordischen Hellenen. Als Zahlenmäßig kleines Volk führten sie einen Verzweiflungskampf gegen das Hetärentum  durch stärkste Betonung des Patriarchats, der Familie; sie veredeln die große Hure Tanaquil zu einer treubesorgten Mutter und stellen sie dar als Hüterin der Familie mit Rocken und Spindel. Der magischen Zauberei einer gewalttätigen Priesterschaft setzen sie ihr hartes römisches Recht entgegen, ihren großartigen römischen Senat. Und mit dem Schwert säubern sie Italien von Etruskern (wobei sich namentlich der große Sulla hervortat) und den von diesen stets herbeigerufenen Puniern.

*Siehe sein anderes großes Werk: “Die Teufel des Avesta”.

[66] Die Macht des Haruspex

Und doch, Überzahl, Tradition und die übliche internationale Geschlossenheit alles Gauner- und Gauklertums fraß sich ins ehrenhafte altrömische Leben immer mehr ein, je weiter es zur Sicherung seiner Werte in den Völkermorast des Mittelmeeres zu greifen gezwungen war.

Namentlich den Haruspex und die Augurn konnte Rom nicht überwinden, selbst Sulla war von einem Haruspex Postumius, Julius Cäsar später vom Haruspex Spurinna begleitet. Eine Ahnung dieser heute feststehenden — und deshalb von unseren weltstädtischen “Etruskern” verschwiegenen — Tatsachen hatte schon Burckhardt. Er schreibt in seiner “Griechischen Kulturgeschichte”*:

“Wenn dann aber in Rom bei Entfesselung aller Leidenschaften gegen Ende der Republik das Menschenopfer in greulichster Gestalt wieder auftritt, wenn über den Eingeweiden geschlachteter Knaben Gelübde geleistet werden und dgl., wie bei Catilina und Vatinus in (Cicero, in Vatin.6), so geht dies hoffentlich die griechische Religion nichts mehr an und auch den angeblichen Pyrhagoreismus des Vatinius nicht. Die römischen Gladiatorenkämpfe aber, gegen welche Griechenland einen dauernden Abscheu behielt, waren aus Etrurien gekommen, zuerst als Leichenfeier vornehmer Verstorbener.” Hier ist deutlich die Erkenntnis miteinbegriffen, daß auch das Menschenopfer ein “religiöses” tuskisches Erbgut war**. Der etruskische Priester Volgatius, der beim Leichenbegängnis Cäsars in

*Bd. 2, S. 152.

** Eine der ersten Taten des großen Vandalen Stilicho als Regent Roms war die Abschaffung dieser asiatischen Grausamkeiten. Genau das gleiche ordnete später der Oftgote Theodorich an, der die Gladiatorenkämpfe zu Ritterturnieren umgestaltete. Auch in derartigen Einzelheiten scheidet sich Charakter- auf ewig von Charakter. Die Stier- und Hahnenkämpfe der Spanier und Mexikaner sind ihrerseits Zeugnis dafür, aber eins für unsauberes, über das Germanische Sieghaftes Völkerchaos.

[67] Der Papst — Nachfolger des Haruspex

Verzückung das letzte Jahrhundert des Etruskertums verkündet, war nur einer von vielen, die Roms Leben beherrschten und die Nöte des Volkes für Vorderasiens Geist auswerteten. Als Hannibal vor den Toren Roms stand, da erklärten diese Haruspizes, ein Sieg sei nur durch Wiederaufnahme des Kults der “Großen Mutter” möglich. Diese wurde tatsächlich aus Kleinasien herübergeholt und der Senat mußte solch bequemen, ihr zu Fuß bis zum Meer entgegen zu gehen. So zog neues kleinasiatisches Priestertum mit der “Großen Hure” der Pelasger oder der “schönen lieben Hure” von Ninive (Nahum 3, 4) in die “ewige Stadt” ein und nahm Wohnung auf dem ehrwürdigen Palatin, dem Sitz des kulturschaffenden altrömischen Gedankens. Es folgten die üblichen vorderasiatischen “religiösen” Umzüge,  doch mußten sich die Ausschweifenden später auf die hinter Tempelmauern liegenden   Bezirke beschränken, um sich der Empörung des besseren Teils des Volkes zu entziehen. Der Harupex siegte, der römische Papst erhob sich als sein unmittelbarer Nachfolger, während die Tempelherrschaft, das Kardinalskollegium, eine Mischung von Priestertum der Etrusko-Syro- Vorderasiaten und der Juden mit dem nordischen Senat Roms darstellt. Auf diesen etruskischen Haruspex geht dann auch “unsere” mittelalterliche Weltanschauung zurück, jener furchtbare Zauberglaube, jener Hexenwahn, dem Millionen des Abendlandes zum Opfer gefallen sind, der auch durchaus nicht mit dem “Hexenhammer” ausgestorben ist, sondern in der kirchlichen Literatur von heute noch lustig weiterlebt, jeden Tag bereit, offen hervorzubrechen; jener Spuk, der nicht selten die nordisch-gotischen Kathedralen verunstaltet und über eine natürliche Groteske weit hinausgeht. Auch in D a n t e lebt, grandios gestaltet, die etruskisch verbastardierte Antike* erneut auf: sein Inferno mit

*Vielleicht kann man auch die Gestalt Macchiavellis hier eingliedern. Trotzdem er gegen die Kirche für einen italienischen Nationalstaat kämpfte, trotzdem das Geschäft der Politik zu allen Zeiten nicht gerade eine Schule grundsätzlicher Wahrhaftigkeit gewesen ist: ein derartiges, nur auf menschliche Niedertracht aufgebautes System und ein g r u n d s ä t z l i c h e s Bekenntnis dazu ist keiner nordischen Seele entsprungen. Macchiavelli stammte aus dem Dorf Montespertoli, das, wie sein Lebensdarsteller Giuseppe Prezzolini erklärt,(“Das Leben Nicolo Macchiavellis”, deutsch Dresden 1929) “vorwiegend etruskischen Charakter” hatten * MülIer-Deecke: “Die Etrusker”, Bd. II, S. 109.

[68] Dantes Inferno

dem Höllenfährmann, dem Höllensumpf Styx, den pelasgischen blutgierigen Erinnyen und Furien, dem kretischen Minotaurus, den Dämonen in widerwärtigster Vogelgestalt, welche die Selbstmörder peinigen, dem amphibienhaften Greuelwesen Geryon. Da laufen die Verdammten in glühender Wüste unter dem Regen von Feuerflocken; da werden Übeltäter zu Baumgestrüpp, welches die Harpyen fressen, und bei jedem Brechen der Zweige entströmt ihnen Blut und ewiges Wehklagen; da hetzen schwarze Hündinnen hinter den Verdammten  her und zerreißen sie unter fürchterlichen Qualen; gehörnte Teufel peitschen die Betrüger, und Dirnen versenkt man in stinkenden Kot. In enge Schluchten gesperrt, schmachten die simonistischen Päpste selbst, ihre drehenden Füße sind schmerzhaften Flammen ausgesetzt, und laut erhebt Dante die Klage gegen das verfallene Papsttum, die babylonische Hure.

Daß alle diese Unterweltsvorstellungen etruskisch sind, zeigen vor allem die Grabzeichnungen der Tusker. Wie im Mittelalter in der “vorchristlichen” Oberwelt, sieht man hier als Vorstellung von der Ewigkeit an den Händen aufgehängte Menschen mit brennenden Fackeln und anderen Marterwerkzeugen gefoltert. Die mörderischen Rachefurien stellen sich die Etrusker vor als “durchweg häßliche, mit tierischer oder negerartiger Gesichtsbildung, spitzen Ohren, gesträubtem Haar, Hauerzähnen usw.”*. So foltert eine derartige Furie mit Vogelschnabel durch ihre giftigen

[69] Etruskische Zauberei in Europa

Schlangen den Theseus (uralter Haß gegen den sagenhaften Überwinder der Urdämonen vor Athen?), wie das ein Wandgemälde der Tomba dell’ Orco zu Corneto darstellt. Neben diesen Furien wirken jene gräßlichen männlichen und weiblichen Todesdämonen mit Schlangenbeinen, Typhon und Echidna benannt, einäugig, mit Schlangenhaaren. Auch sonst verweilen die Etrusker mit sadistischer Liebe bei allen Darstellungen der Qual, des Mordes, des Opferns, das Menschenschlachten selbst war ein besonders beliebter Zauber.

Musikalisch erfindungslos, im wesentlichen vollkommen poesielos, unfähig einer eigenen organischen Architektur, ohne jeden Ansatz zu einer echten Philosophie, sehen wir dieses vorderasiatische Volk mit größter Beharrlichkeit der Vogel-, der Eingeweideschau, dem komplizierten Zauber-und Opferwesen hingegeben; technisch oft tüchtig, fast ganz dem Handel verfallen, triebhaft und zäh, hat es das römische Blut vergiftet, seine schreckenerregende Vorstellungswelt der Höllenqualen im Jenseits auf die Kirchen übertragen, die grauenhaften Tier-Menschendämonen sind bleibende Einwirkungsmittel des Papsttums geworden und beherrschen die durch die römische Kirche vergiftete Vorstellungswelt unseres “Mittelalters”, worüber schon allein die Malerei erschreckende Auskunft gibt — sogar auf dem Isenheimer Altar, ganz zu schweigen von den Höllenfahrten anderer bildender Künstler. Erst wenn man dies ganze fremde Wesen erkannt hat, sich seiner Ursprünge bewußt geworden ist und den Widerstandswillen aufbringt sich dieses gesamten fürchterlichen Spukwesens zu entledigen, dann erst haben wir das “Mittelalter” überwunden. Dadurch aber auch die römische Kirche, die mit den etruskischen Unterweltsqualen für immer verbunden ist, innerlich gestürzt.

Die ganze furchtbare Mystagogie des Danteschen Infernos bedeutet also die erschütterndste Darstellung des

[70] Die Tragik des Mittelalters

altetruskisch-vorderasiatischen Satanismus, verbunden mit dem Christentum. Jedoch regte sich in Dante neben dieser Umschlingung durch jahrtausendalte Dämonie doch sofort der germanische Geist*.

Im Purgatorium läßt Virgil über Dante sagen: “Die Freiheit sucht er”; das war ein Wort, das allen Geistern widersprach, aus denen einst die Vorstellungen des großen Teufels- und Hexenspukes geboren wurden, bis schließlich Virgil seinen Schützling froh verlassen konnte, da er genügend eigene Kraft erworben hatte: “Mein Wissen, mein Wort kann Dir nichts mehr erklären, Frei, grad, gesund sind Deines Willens Zeichen: Wahn wär’ es, ihm nicht Folge zu gewähren.”

Das sind die zwei Welten, die das mittelalterliche Herz des nordisch-bedingten Menschen zerrissen: die Vorderasiatische, schreckhafte, von der Kirche gezüchtete Vorstellung der grausamen Unterwelt und die Sehnsucht “frei, grad und gesund” zu sein. Nur so weit er frei ist, kann der Germane schöpferisch sein, und nur wo der Hexenwahn nicht herrschte, entstanden Zentren europäischer Kultur.

In dieses rasselose wüste Rom kam das Christentum. Es brachte einen Begriff mit sich, der in erster Linie seinen

*Daß Dante germanischer Abstammung war, steht heute fest. Er hieß Durante Aldiger, was ein rein germanischer Name ist. Dantes Vater war der Urenkel des in der Comedia erwähnten Cacciaguida, der unter Konrad 111. am Kreuzzug teilnahm, vom Kaiser Selbst zum Ritter geschlagen wurde. Seine Gattin war eine Frau aus altgermanischem Gschlecht der Aldiger. Dante hatte sich sein Leben lang auf die Seite des nordischen Gedankens der Unabhängigkeit der weltlichen Macht von der Priesterherrschaft gestellt, d. h- sich den Ghibellinen angeschlossen; scheute er sich doch nicht, die entarteten Päpste in die Höllenqualen zu versetzen, Rom selbst eine Kloake zu nennen und, vor allem, dichtete er doch in der Sprache des Volkes, der er eine besondere Schrift widmete, gegen das abstrakte Latein.

[71] Die Erb-Sündenlehre

Sieg verständlich macht: die Lehre von der Sündigkeit der Welt und damit zusammenhängend die Predigt der Gnade. Einem Volk mit ungebrochenem Rassencharakter wäre die Erb- Sündenlehre eine Unverständlichkeit gewesen, denn in einer solchen Nation lebt das sichere Vertrauen zu sich selbst und zu seinem als Schicksal empfundenen Willen. Homers Helden kennen die “Sünde” ebenso wenig wie die alten Inder und die Germanen des Tacitus und der Dietrichssage…

Quelle: Auszug Aus dem Buch Rosenberg, Alfred – Der Mythus des 20. Jahrhunderts (34. Auflage 1934, 405 S., Text)

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