Greuelpropaganda im Kriege

…Die heutigen, mit bundesdeutschen Steuergeldern ausgehaltenen zeitgeschichtlichen Institute, sind ständig auf der Suche nach Material, das Deutschland belastet, während z. B. die in der Weimarer Republik wirkende „Reichszentrale für Heimatdienst” ihre Hauptaufgabe darin sah, Deutschland entlastendes Material zu sammeln und zu veröffentlichen. Das Wirken der Reichszentrale ist heutigen Umerziehern derart peinlich, daß man ihr Andenken völlig ausgelöscht hat. Man eifert lieber den geplanten Vorgaben der in den USA ausgeheckten Umerziehung nach…

Nach Androhung militärischer Gewalt durch die Westmächte mußte die Weimarer Republik neben allen anderen Bestimmungen des Versailler Diktates auch den Artikel 231 – wenn auch protestierend – hinnehmen. Hier wurde Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg aufgeladen: „Die alliierten und assozierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des Krieges, der ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungen wurde, erlitten haben.” Bedeutende in- und ausländische Geschichtsforscher widerlegten den Artikel 231, ebenso nahmen sämtliche politischen Kräfte Weimars gegen ihn scharfe Stellung. Die Bestimmung diente nicht nur der moralischen Disqualifizierung Deutschlands, sondern auch der in ihrem Ausmaß bis dahin geschichtlich einmaligen Ausplünderung eines unterlegenen Volkes.

Viele Staatsmänner des In- und Auslandes ahnten schon bald nach Abschluß der Verträge, daß Versailles schnurstracks zu einem weiteren Krieg führen mußte, wie es dann nach zwanzig Jahren auch geschah. Eigentlich waren beide Weltkriege ein einziger zusammenhängender „30jähriger Krieg” mit einem dazwischen liegenden 20jährigen Waffenstillstand.

Der alliierten Greuelpropaganda in beiden Kriegen hatten die Deutschen nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die scheußlichen Verunglimpfungen des deutschen Soldaten und seiner Führung wurden nach Kriegsende durch verlogene und gefälschte Schuldzuweisungen und Methoden der Umerziehung fortgesetzt. So war die Forderung nach grundsätzlicher Revision des schrecklichen Versailler Vertrages nicht allein, wie „Umerzieher weismachen wollen”, eine Parole des deutschen

„Rechtsextremismus”, sondern Allgemeingut aller politischen Richtungen der Weimarer Zeit. Die entsetzlichen Folgen der Siegerpolitik nach 1918 (Hungerblockade) fälschte man mit Hilfe der Nachkriegspropaganda weg. Tatsache war eine Massenverelendung in Deutschland bis hin zu Zuständen, die heute aus Katastrophengebieten der Dritten Welt bekannt sind: Brutalste Unterdrückung des Deutschtums in fremdbesetzten Gebieten, zahlreiche imperialistische Übergriffe von Nachbarn auf das wehrlose Deutsche Reich, verübt vor allem von Polen und Frankreich.

Fremden Imperialisten und heimischen Umstürzlern warfen sich die deutschen Freikorps entgegen. Sie wurden durch die Umerziehungspropaganda als Hort der Reaktion und antidemokratische Terrortruppen dargestellt. In Wahrheit verdankt ihnen die Weimarer Republik das Überleben in den ersten, besonders stürmischen Jahren ihres Bestehens. Sie waren zur Stelle, wenn die SPD-geführte Reichsregierung wieder einmal nicht ein noch aus wußte.

Totalhaß von Umerziehern gegen alles, was deutsche Uniformen trug, zeigte sich ferner in der Hetze und den Lügen gegen innere und äußere Feinde. Diese Tatsache vermißt man leider in Medien und Schulbüchern. Weggefälscht wird auch, daß die führenden Politiker der Weimarer Demokratie durchweg national eingestellt waren, so daß sie sich heute einen Stammplatz im Verfassungsschutzbericht, Rubrik rechtester Rechtsradikalismus, sichern könnten. Als Beispiel seien Friedrich Ebert und Gustav Stresemann genannt, die in Schulbüchern allgemein als große demokratische Vorbilder dargestellt werden, deren nationale Bekundungen jedoch stets unter den Tisch fallen.

Die heutigen, mit bundesdeutschen Steuergeldern ausgehaltenen zeitgeschichtlichen Institute, sind ständig auf der Suche nach Material, das Deutschland belastet, während z. B. die in der Weimarer Republik wirkende „Reichszentrale für Heimatdienst” ihre Hauptaufgabe darin sah, Deutschland entlastendes Material zu sammeln und zu veröffentlichen. Das Wirken der Reichszentrale ist heutigen Umerziehern derart peinlich, daß man ihr Andenken völlig ausgelöscht hat. Man eifert lieber den geplanten Vorgaben der in den USA ausgeheckten Umerziehung nach.

Kollektivschuld-Vorwürfe werden dem deutschen Volk gemacht, weil es „Hitler an die Macht gewählt” habe. Dabei hat die NSDAP bei Parlamentswahlen nie auch nur annähernd die zur Machtergreifung erforderliche absolute Mehrheit erhalten. An die Macht gelangte Hitler durch eine Koalition mit der bürgerlichen DNVP.

Zum Diktator wurde er durch die Zustimmung der großen Mehrheit des Reichstages zum Ermächtigungsgesetz. Unter den damaligen Reichstagsabgeordneten, die Hitler zum Diktator wählten, befanden sich zahlreiche Persönlichkeiten, die nach 1945 eine maßgebliche Rolle spielten, und als „Väter der zweiten deutschen Demokratie” gelten. Zwar lehnten die Sozialdemokraten im Reichstag das Ermächtigungsgesetz ab, doch stimmten sie ausdrücklich den außenpolitischen Zielen Hitlers 1933 zu. Auch sie erhoben sich nach der Abstimmung, um gemeinsam machtvoll das Deutschlandlied zu singen. Auch die Lüge von Hitlers ständigem Kriegsgeschrei in den 30er Jahren ist weit verbreitet worden. Allein schon diesen Kriegsgeredes wegen hätten die Deutschen die Gefolgschaft verweigern und Widerstand leisten müssen, heißt es. Das Studium der Hitler-Reden nach der Machtergreifung aber beweist, das der NS-Diktator zwar tausendfach von Frieden und Abrüstung sprach, niemals jedoch öffentlich für den Krieg plädierte. „Mit Hitler gegen den Rüstungswahn der Welt”, lauteten durchaus typische Parolen auf Massenkundgebungen mit dem Reichskanzler.

Einer Totalfälschung gleich kommt auch, daß man den Eindruck erweckt, Deutschland sei 1933 inmitten einer blühenden europäisch-demokratischen Landschaft eine diktatorische Wüste geworden. Leider gab es in diesen Jahren, außer den zwei parlamentarisch-demokratischen Staaten England und Frankreich, im übrigen Europa mehr oder weniger diktatorisch oder autoritär regierte Länder. Man muß sich auch hüten, nur diese Regierungsform als unterdrückend oder brutal hinzustellen. Stellte sich doch für eine dreiviertel Milliarde Menschen, die als Kolonialvölker unterdrückt und deren Widerstand oft genug in Blutbädern erstickt wurde, die Herrschaft des britischen und französischen Empires als eine brutale Diktatur dar. In den USA war Ende der 30er Jahre eine zentral gesteuerte, geheime Propagandaorganisation mit Namen „Focus” für antideutsche Hetze zuständig. Auf deren Wirken weist Dirk Bavendamm in seinem Werk „Roosevelts Weg zum Krieg” hin:

Edward Bernay, Neffe Sigmund Freuds, Propaganda-Chef der US-Delegation in Versailles 1919 und enger Vertrauter von F. D. Roosevelt, habe die Methoden von Organisationen wie „Focus” bereits 1928 in seinem Buch „Propaganda” beschrieben, bemerkt Bavendamm. Zitat aus Bernays „Propaganda” Buch:

„Die bewußte und intelligente Manipulation der organisierten Haltungen und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element der demokratischen Gesellschaft. Diejenigen, die diese Mechanismen der Gesellschaft manipulieren, begründen eine unsichtbare Regierung, welche die eigentliche Herrschaftsgewalt unseres Landes ist. Es sind die intelligenten Minderheiten, die kontinuierlich und systematisch Gebrauch von der Propaganda machen müssen.”

1938 streute „Focus” das Gerücht aus, Hitler plane einen Bombenüberfall auf London (obwohl der NS- Diktator händeringend auf einen deutsch-englischen Interessensausgleich hoffte), weiter schreckte man die westliche Öffentlichkeit mit der Horrornachricht auf, Hitler plane einen Überfall auf die Schweiz (Oktober 1938). Die Gerüchte waren meist so raffiniert ausgetüftelt, daß nicht nur die Presse darauf hereinfiel, sondern auch Diplomaten und Politiker. Manche Lügen leben bis heute fort. Die deutsche Propaganda stand mit offenem Mund staunend vor diesem Phänomen und stakste häufig auch noch  von einem Fettnapf in den anderen. Ganz abgesehen vom verurteilenswerten Charakter des NS- Antisemitismus an sich, leistete dieser Fanatismus auch noch unbezahlbare Hilfe für die Machenschaften der antideutschen Propagandisten. Sofern es gegen Deutschland ging, waren sich die Führungsstaaten in Ost und West bei diesen Methoden einig. In der Praxis wirkte sich das dann so aus, daß „den Feinden”, die man zu bekämpfen, die man „zu zermalmen”, „auszurotten”, zu vernichten gedachte, alles und jedes in die Schuhe schob und diese Lügen monoton jahrein, jahraus in die Öffentlichkeit lancierte. Lord Northcliffe, der ehemalige Reporter Alfred Harmsworth, später der britische „Director of Propaganda” hatte schließlich gelehrt: „Man muß den Deutschen nur 99 mal eine Lüge als Wahrheit auftischen, vom 100. Mal ab glauben sie die Lüge als Wahrheit.”

Am 29. Februar 1944 gab das britische Informationsministerium eine Note an alle höheren Beamte und die Gestalter der öffentlichen Meinung in Umlauf, durch die sie angewiesen wurden, von den zu erwartenden Greueln der nach Mitteleuropa vordringenden Roten Armee durch eine „gegen den Feind gerichtete Greuelpropaganda abzulenken”.

Wörtlich lautete diese Mitteilung, „über die das Ministerium in keinerlei Korrespondenz eingehen” könne: „Sir, ich bin vom Ministerium angewiesen, Ihnen folgenden Rundbrief zu übersenden: Es ist oft die Pflicht guter Bürger und frommer Christen, ein Auge zuzumachen gegenüber Besonderheiten jener, die mit uns verbündet sind. Aber es kommt die Zeit, da solche Besonderheiten, während sie noch in der Öffentlichkeit geleugnet werden, berücksichtigt werden müssen, wenn eine Stellungnahme von uns gefordert wird. Wir kennen die vom bolschewistischen Diktator angewandten Herrschaftsmethoden in Rußland selbst, und zwar durch die Artikel und Reden des Premierministers persönlich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre. Wir wissen, wie die Rote Armee sich in Polen 1920 verhielt und in Finnland, Estland, Litauen, Galizien und Bessarabien erst kürzlich.

Wir müssen daher in Rechnung stellen, wie die Rote Armee sich sicherlich verhalten wird, wenn sie Zentraleuropa überrennen wird. Wenn nicht Vorsichtsmaßnahmen in Angriff genommen werden, dann werden die augenscheinlich unvermeidlichen Schrecken, die sich ergeben, eine unpassende Belastung auf die öffentliche Meinung in diesem Land werfen. Wir können die Bolschewisten nicht reformieren, aber wir können unser Bestes tun, um sie – und uns – vor den Konsequenzen ihres Handelns zu retten. Die Enthüllungen des letzten Viertels eines Jahrhunderts geben lediglich nicht überzeugende Verleugnungen wieder. Die einzige Alternative zur Verleugnung ist, die öffentliche Aufmerksamkeit von dem ganzen Thema abzulenken. Erfahrung hat gezeigt, daß die beste Ablenkung eine gegen den Feind gerichtete Greuelpropaganda ist. Unglücklicherweise ist die Öffentlichkeit nicht mehr so empfänglich wie in den Tagen der ,Leichenfabriken’, der .verstümmelten belgischen Kinder’ und der ‘gekreuzigten Kanadier’. Ihre Zusammenarbeit ist daher ernsthaft erbeten, um die öffentliche Aufmerksamkeit von den Taten der Roten Armee abzulenken, und zwar durch Ihre volle Unterstützung der verschiedenartigsten Anklagen gegen die Deutschen und Japaner, welche bereits vom Ministerium in Umlauf gesetzt worden sind und weiter in Umlauf gebracht werden.

Ihre zum Ausdruck gebrachte Anschauung in diesen Dingen möge andere überzeugen.

Ich bin, Sir, Ihr ergebener Diener, gezeichnet H. Hewet, Assistant Secretary “

(Rozek, „Allied wartime diplomacy – A pattern in Poland” S. 209/210) Dieser Rundbrief des britischen Informationsministeriums, in Umlauf gebracht Anfang des Jahres 1944, spricht Bände. Weil die Mächte, die sich zu Sittenrichtern aufwerfen, bluttriefende Hände haben, kommt es ihnen so sehr darauf an, den „nationalsozialistischen Gewalttaten” ein solches Ausmaß beizulegen, daß daneben ihre eigenen Verbrechen verblassen. Und in Bonn finden sie dabei eifrige Unterstützung, weil die These von der nie dagewesenen Verruchtheit des Dritten Reiches geeignet scheint, das Verbrechen des Verrats am eigenen Volk und Reich zu „bagatellisieren”.

Nicht unbeachtet dürfte im Zusammenhang mit dieser Grundsatzeinstellung zur legitimierten Lüge eine Aussage von Dr. Josef Goebbels gegenüber Prinz zu Schaumburg-Lippe aus der Vorkriegszeit sein: „Aufgabe der Auslandsabteilung ist nur”, so sagte er, „die Beziehung mit dem Ausland möglichst gut zu gestalten.” Wir nannten die Abteilung zunächst „Lügenabwehrabteilung” – aber das war schlecht, rein negativ.

„Sie sollen sich nicht bemühen, den Nationalsozialismus zu verteidigen oder gar zu verbreiten – sondern Sie sollen Deutschland beliebt machen. Sie arbeiten in der Abteilung als Beamter, und das heißt für alle Deutschen, gleich ob sie Nationalsozialisten sind oder nicht. Der Nationalsozialismus ist ganz auf deutsche Art und Verhältnisse zugeschnitten. Wir sind Nationalsozialisten, und jedes Volk hat auf Grund seiner Lage, seiner Struktur und Geschichte besondere soziale Verhältnisse. Es wäre ein Wahnsinn, den Nationalsozialismus auf andere Völker übertragen zu wollen – unsere Bewegung ist keine neue Internationale, wie der Marxismus es ist, der die ganze Menschheit bekehren will!. . . Ich sehe täglich, wie voreingenommen die Welt uns gegenüber ist. Diese Stimmung kam nicht durch den Nationalsozialismus. Sie herrschte schon zu Kaisers Zeiten. Denken Sie an die Kriegsschuldlüge und die vielen Greuelmärchen aus der Zeit des Krieges – die abgehackten Kinderhände und so weiter. Wir haben diese Dinge nie so ernst genommen, weil wir wußten, wie abwegig und absurd sie waren. Aber draußen galten sie für Millionen von Menschen als unbestreitbare Tatsachen. Wir Deutsche fangen jetzt an, uns mit Propaganda zu beschäftigen, nachdem wir bereits seit Jahrzehnten das Opfer gegnerischer Propaganda sind. Unsere Revolution ist unblutig verlaufen – die französische war eine Orgie von Blutrausch, noch mehr die russische – das innenpolitische Chaos Anfang der zwanziger Jahre, die ersten Jahre der Republik in Deutschland kosteten Tausenden das Leben. Alles nahm man zur Kenntnis – uns aber klagt man an -. Dagegen muß endlich etwas geschehen . . .

Es geht bei der Propaganda nicht darum wer recht hat – sondern darum, wem man Glauben schenkt . . . Glauben schenkt man demjenigen, der einem sympathisch ist. Dabei spielt das Recht keine so große Rolle. Wir aber waren den anderen unsympathisch, das war es, – allein das. Die gegnerische Propaganda hat uns unsympathisch erscheinen lassen. Also müssen wir zu erreichen suchen, daß wir ihnen sympathisch werden. Ganz bestimmt erreichen wir das nicht, wenn wir auf unser Recht und unsere Macht pochen. Wen man fürchtet, den mag man nicht. Furcht ist keine Voraussetzung für ein friedliches, gedeihliches Zusammenleben. Furchtverbreiten heißt abschrecken – und abschrecken bedeutet über kurz oder lang Krieg, denn einmal platzt jedem der Kragen . . .” (Fr. Chr. Prinz zu Schaumburg-Lippe, „Dr. G.”, S. 119)

Eine unrühmliche Rolle spielte auf dem Gebiet der Greuelpropaganda und psychologischen Nachkriegführung der in Berlin geborene Sefton Delmer. Er war führender Mitarbeiter des britischen Informationsministers Duff Cooper und leitete ab 1940 die deutschsprachigen Rundfunksendungen des BBC und die damit verbundene Propaganda. Über seine erste BBC-Sendung schreibt S. Delmer wörtlich: „Denn Hitler hat sich ausgerechnet meinen ersten Freitag – den 19. Juli 1940 – ausgesucht, um anläßlich seines Sieges über Frankreich seine triumphale Rede im Reichstag zu halten. Und was noch wichtiger war, er hatte diese Gelegenheit wahrgenommen, um seinen allerletzten Friedensappell’ an England zu richten.

Ich saß mit gespitzten Ohren am Lautsprecher im BBC-Studio. ,So tut mir fast weh’, hörte ich Hitler salbungsvoll sagen, ,wenn mich das Schicksal dazu ausersehen hat, das zu stoßen, was durch diese Menschen  zu Fall gebracht wird . . . Und Herr Churchill sollte mir dieses Mal vielleicht ausnahmsweise glauben, wenn ich als Prophet jetzt folgendes ausspreche: es wird dadurch ein großes Weltreich zerstört werden. Ein Weltreich, das zu vernichten oder auch nur zu schädigen niemals meine Absicht war … In dieser Stunde fühle ich mich verpflichtet, vor meinem Gewissen noch einmal einen Appell an die Vernunft auch in England zu richten . . . ich sehe keinen Grund, der zur Fortsetzung dieses Kampfes zwingen könnte!’ . . .

Eine Stunde nach Hitlers Rede ging meine Antwort bereits durch den Äther. Und ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, lehnte ich sein Friedensangebot ab. Meine Kollegen bei der BBC hatten dem, was ich sagen wollte, zugestimmt. Und das genügte mir als Vollmacht . . . Herr Hitler . . . lassen Sie mich Ihnen sagen, was wir hier in England von Ihrem Appell an das denken, was Sie unsere Vernunft zu nennen belieben. Herr Führer und Reichskanzler, wir werfen Ihnen diese unglaubliche Zumutung zurück, mitten in Ihre übelriechende Führerfresse.” (Sefton Delmer, „Die Deutschen und ich” S. 421)

„Duff Cooper kam mir mit all seiner gewiegten Autorität zu Hilfe. Er versicherte dem Parlament, meine Rede habe die volle Zustimmung des Kabinetts. Und als einige Tage später Außenminister Lord Halifax Hitler antwortete, sagte er sinngemäß das gleiche, was ich gesagt hatte.” (S. 423)

Sefton Delmer wurde schließlich die Leitung einer „Research Unit” übertragen, die jedoch mit Forschung nichts zu tun hatte, sondern einfach der Deckname war für Spezialsender, die den Eindruck erweckten, „als ob sie an irgendeinen Ort innerhalb des von Hitler besetzten Europas arbeiteten”.

Delmers Aufgabenstellung: „Jeder Griff ist erlaubt” (S. 443). Sein anfänglicher Chef war Leonhard Ingrams, der „verantwortlich war für die Organisation von Widerstands- und Sabotageakten, Ermordungen und ähnlichen Unternehmungen” (S. 441). S. Delmers Anweisungen spezifizierten diese Aufgabenstellung:

„Vor allem Genauigkeiten – predige ich meinen Leuten immer wieder. Wir dürfen nie zufällig oder aus Nachlässigkeit lügen, sondern immer nur bewußt und überlegt. Und während wir so eine Nachrichtensendung nach der anderen und ein Wehrmachtsprogramm nach dem anderen brachten, bildete sich ein ganzes System von Hetzkampagnen heraus.” (S. 499)

„Wir führen eine Art totalen Nervenkrieg gegen Hitler. Dabei ist alles erlaubt, sofern es dazu dient, das Ende des Krieges und Hitlers Niederlage zu beschleunigen. Wenn Sie auch nur die geringsten Bedenken haben, etwas gegen ihre eigenen Landsleute zu unternehmen, so sagen Sie es mir jetzt. Ich würde es verstehen. Sie würden dann allerdings nicht mit uns arbeiten können … Sollten Sie jedoch Lust haben (zu Otto John), sich meiner Einheit anzuschließen, so muß ich Sie gleich darauf aufmerksam machen, daß wir jeden, auch den schmutzigsten Trick anwenden, der sich nur denken läßt. Jeder Griff ist erlaubt. Je übler, um so besser. Lügen, Betrug – alles … Ich tat mein Bestes, um auf diesem Wege auch das älteste Ziel unserer psychologischen Kriegführung zu fördern: Deutsche gegen Deutsche aufzuhetzen. (S. 617) – Clifton Gild war ein Genie darin, eine Nachricht mit ein paar neuen Zutaten so aufzuputzen, daß man den Eindruck gewann, das was er berichtete, sei am Abend zuvor passiert.” (S. 620) Beispiele für solche Maßnahmen:

„Als nächstes veranlaßte ich die Abfassung eines angeblich von Mölders geschriebenen Briefes, in dem dieser sich über die ihn und seine Kameraden bewegenden Zweifel ausließ, ob man für den Atheisten Hitler kämpfen dürfe . . . Denn Mölders war genau der Mann gewesen, dem man einen solchen Brief zutraute. Nur er allein hätte die Urheberschaft überzeugend abstreiten können, und er war tot, – von Nazis ermordet, wie jeder glaubte.”

„Bei anderen Gelegenheiten wandten wir die gleiche Technik an, um den Angehörigen toter Soldaten mitzuteilen, daß diese nicht an ihren Verwundungen, sondern an einer ,Todesspritze’ gestorben seien. Der nationalsozialistische Arzt im Lazarett, so ließen wir durch die angebliche Krankenschwester erklären, sei zu der Ansicht gelangt, der Verwundete werde vor Beendigung des Krieges nicht wieder kampffähig sein. Deshalb habe der Arzt das Bett für einen anderen Soldaten freimachen wollen, der bessere Aussichten auf baldige Genesung hatte. Bei der zweiten Aufgabe für unsere polnischen Freunde machten wir uns ebenfalls den Tod eines Soldaten zunutze, und zwar auf eine noch zynischere Art.” (S. 543)

Daß im Zuge dieser Arbeit eine ungeheuere Fülle von Dokumenten gefälscht wurden, versteht sich am Rande.

Quelle: Die Sieger im Schatten Ihrer Schuld – Joachim Nolywaika

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