Russland Kriegsschuld

germanvictims.com – „Der eigentliche Urheber des Krieges ist nicht der, welcher ihn erklärt, sondern der, welcher ihn notwendig macht!”

 

Russland 1940 Kriegsentschlossen

 

Der “Überfall” auf die Sowjetunion  –  Joachim Nolywaika “Die Sieger im Schatten Ihrer Schuld.” 

„Der eigentliche Urheber des Krieges ist nicht der, welcher ihn erklärt, sondern der, welcher ihn notwendig macht!” Montesquieu, franz. Philosoph

Dieser Kernsatz, wortwörtlich oder sinngemäß, überzeugten und befähigten das deutsche Volk und die Deutsche Wehrmacht, sich gegen den „Orkan über Europa” zur Wehr zu setzen und bald fünf Jahre zu behaupten, ohne friedliche Völker überfallen zu wollen! „Es war die Sorge um die Zukunft der freien Welt”, wie von General Reinhard Gehlen, einem führenden Mann des Geheimdienstes in dessen Werk „Der Dienst”, gesagt wird:

„ . . . 1931 verkündete der sowjetische Ideologe und langjährige Leiter der Komintern, Manuilsky, in einer Grundsatzerklärung: ,Gewiß, heute sind wir noch nicht stark genug, um anzugreifen. Unsere Zeit wird in 20 oder 30 Jahren kommen. Um zu siegen, brauchen wir ein Element der Überraschung. Die Bourgeoisie muß eingeschläfert werden. Wir werden deshalb damit beginnen, die theatralischste Friedensbewegung zu entfachen, die jemals existiert hat. Es wird elektrisierende Vorschläge und außerordentliche Zugeständnisse geben. Die kapitalistischen Länder, stupide und dekadent, werden mit Vergnügen an ihrer eigenen Zerstörung arbeiten. Sie werden auf den Leim der Gelegenheit zu neuer Freundschaft kriechen. Und so-

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bald sich ihr Schutzgürtel entblößt, werden wir sie mit geballter Faust zerschmettern.'”

Hitler und das Oberkommando der Wehrmacht wollten unter allen Umständen eine zweite Front im Osten vermeiden. Darum schloß man ja mit der Sowjetunion im August 1939 die deutsch- sowjetischen Freundschafts- und Nichtangriffsverträge ab, die Stalin von Anfang an nur dazu benutzte, um die deutsche Führung in Sicherheit zu wiegen und das Deutsche Reich nach einer Landung seiner Streitkräfte in England zu überfallen.

Die bisherigen Ansichten und Behauptungen, daß Hitler auf jeden Fall den Rußlandfeldzug begonnen haben würde, lassen sich nicht mehr aufrechterhalten. Die Beweise sind mittlerweile so schwerwiegend und erdrückend, daß Hitler mit seinem Unternehmen „Barbarossa” nur einem gigantischen sowjetischen Großangriff auf Deutschland und Europa zuvorgekommen ist.

Nach dem bis dahin größten militärischen Aufmarsch aller Zeiten und mit einem Überraschungsangriff, der für den Zeitraum Anfang bis Mitte Juli 1941 geplant war, sollten mit etwa 11000 Maschinen der sowjetischen Luftwaffe deutsche Versorgungszentren und die Ölfelder von Ploesti in dem mit Deutschland verbündeten Rumänien zerstört werden. Die Rote Armee hätte zum Sturm auf Deutschland antreten und bis an den Atlantik vorstoßen sollen, um der Weltrevolution zum Durchbruch zu verhelfen.

War die Geschichtsschreibung bisher der Meinung, der „Große Vaterländische Krieg” sei nur die Antwort Stalins auf den Überfall Hitlers gewesen, so weiß man spätestens seit dem sowjetischen Schuldeingeständnis von Katyn, daß einer objektiven wie politischen Betrachtung der militärischen Gegebenheiten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges nichts mehr im Wege steht.

Seit Jahrzehnten ist die Legende vom deutschen Überfall auf die „friedliebende” Sowjetunion am 22. Juni 1941 eine Herausforderung für alle, die die Wahrheit kennen. Dadurch, daß die Deutsche Wehrmacht einem sowjetischen Großangriff unter dem Codenamen Gewitter um nur wenige Tage zuvorkam, hat sie und die Soldaten der mit Deutschland Verbündeten, nicht nur ihr Vaterland, sondern auch Westeuropa vor dem Untergang bewahrt. Die „Erste-Schuß”-Theorie

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begründet kein völkerrechtliches Kriterium: Als erster mit dem militärischen bedrohlichen Großaufmarsch begann die Sowjetunion. Darum war es kein deutscher „Überfall”, sondern ein völkerrechtlich gedeckter Präventivakt zur Abwehr der Operation Gewitter. Hitlers Entschluß, im Juni 1941 die Sowjetunion anzugreifen und seine Begründung hierzu, könnte man auch sehr gut mit dem Bild klarstellen, daß Präsident Roosevelt in seiner aufsehenerregenden Rundfunkrede vom 11. September 1941 verwendete, als er – noch mehrere Monate vor Beginn des deutsch-amerikanischen Krieges – den bekannten Schießbefehl gegen deutsche Streitkräfte erließ: „Wenn man eine Klapperschlange sieht, die sich aufrichtet, dann wartet man nicht bis sie auf einen zuschnellt, sondern zerschmettert sie vorher!”

Wenn es der deutschen Führung im März 1939 gelungen wäre, eine friedliche Lösung des Danzig- und Korridorpoblems mit Polen zu erreichen und somit zu einem dauerhaften Ausgleich mit dem östlichen Nachbarn zu gelangen, hätte dies die Friedenssicherung in Europa bedeutet. Diese Entwicklung wäre wiederum nicht im Interesse der sowjetischen Expansionspolitik gelegen, die auf eine Rückgewinnung der ehemaligen russischen Länder Estland, Lettland, Litauen, Teile von Finnland und der vom polnischen Marschall Pilsudski 1920 annektierten ukrainischen und weißrussischen Gebiete, gerichtet war.

Diese Gründe bewegen Stalin, im Frühjahr 1939 in den deutsch-sowjetischen Beziehungen eine Wende um 180 Grad zu vollziehen. Gleichzeitig war es damals schon sein Ziel, durch einen Vertragsabschluß mit Deutschland den Kriegsausbruch zu erleichtern und wenn Deutschland im Krieg gegen Polen und die Westmächte seine Kräfte verschlissen hat, als lachender Dritter gegen Deutschland und das westliche Europa zu marschieren und den Plan der bolschewistischen Weltrevolution zu verwirklichen.

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Der deutsch-sowjetische Vertrag vom 23. August 1939 – Joachim Nolywaika “Die Sieger im Schatten ihrer Schuld.” 

Schlüsselfiguren beim Einfädeln der deutsch-sowjetischen Verträge waren die sowjetischen Diplomaten Astachow und Atanasow von der sowjetischen Botschaft in Berlin. Bei einem Essen mit dem bulgarischen Gesandten im Hotel Adlon ließ man während des Gespräches so nebenbei die Bemerkung einfließen, „daß es an der Zeit wäre, die alten Gegensätze zwischen Rußland und Deutschland zu begraben”.

Wie üblich und gewollt, sprach sich diese Äußerung der sowjetischen Diplomaten, die man als sensationell bezeichnen konnte, bald herum und erreichte natürlich auch die Wilhelmstraße. Daß eine so radikale Wende der sowjetischen Außenpolitik eigentlich höchst verdächtig sein mußte, hätte der Reichsregierung unbedingt auffallen müssen. Aber die Verschärfung der Lage mit Polen und die Einkreisungspolitik der Westmächte ergab, daß das plötzliche Entgegenkommen der Sowjetunion als wirkungsvoller Bruch der Einkreisung gegen Deutschland empfunden wurde und gleichzeitig hoffte man, daß Polen unter dem Druck der Verträge doch noch einlenken würde. Es darf auch nicht vergessen werden, daß zu gleicher Zeit eine englisch-französische Militärmission in Moskau bemüht war, Verträge mit der Sowjetunion abzuschließen, die gegen das Deutsche Reich gerichtet waren. Sie scheiterten schließlich an der polnischen Weigerung, den Sowjets eine Durchmarscherlaubnis zu geben, falls es zwischen Polen und den englisch-französischen Garantiemächten einerseits und dem Deutschen Reich andererseits zu einem Krieg kommen sollte.

Von Anfang an bedeutete die Unterzeichnung der Verträge für Stalin in Wahrheit nur eine Täuschung des Deutschen Reiches, um seine Regierung gegenüber England und Frankreich dem Scheine nach in Sicherheit zu wiegen. Doch davon wußte die Reichsführung nichts. Sie lebte zunächst in dem irrigen Glauben, die Gefahr eines Zweifrontenkrieges gebannt zu haben.

Besonders bei der Abfassung der „geheimen Zusatzverträge” tappten die Deutschen in eine regelrechte Falle. In Bezug auf die baltischen Staaten wurde nur die Abgrenzung von

„Interessensphären” festge-

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legt, mit keinem Wort aber eine „Annexion”, wie es dann während des Frankreich-Feldzuges von Seiten der Sowjets unter brutalstem Verhalten gegen die Bevölkerung geschah. Es zeigte sich nun, daß vom deutschen Außenminister und der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes der Begriff der Interessensphäre und des deutschen Desinteressements zu sorglos und juristisch – das darf man sagen – zu schlampig formuliert wurde.

Die Schlauheit der Sowjets bestand wohl darin, daß es ihnen gelang, in den Verträgen unkorrekte Formeln und vage Definitionen festzuschreiben, um wohl hinterher in mehrfacher Weise Auslegungen bei der Hand zu haben. Daß die baltischen Staaten auf keinen Fall mit Vorbedacht an die Sowjets ausgeliefert wurden, steht fest. Als die Deutsche Wehrmacht nach dem 22. Juni 1941 das Baltikum von sowjetischer Herrschaft befreit hatte, wurden dort die Grundbuchämter wieder eröffnet. Den von den Sowjets enteigneten litauischen, lettischen und estnischen Haus- und Grundbesitzern und Landwirten wurde das Eigentum wieder zurückgegeben.

Durch das britisch-sowjetische Abkommen vom 12. Juli 1941 und den britisch-sowjetischen Bündnisvertrag vom 26. Mai 1942, mit dem dazugehörigen Geheimprotokoll, wurden das Baltikum, die osteuropäischen Staaten Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Balkan und Ost- und Mitteldeutschland pacta expressis verbis der politischen und militärischen Herrschaft der UdSSR überantwortet.

Damit kann Großbritannien den zweifelhaften Ruhm für sich in Anspruch nehmen, alle diese Länder für fast ein halbes Jahrhundert der bolschewistischen Gewaltherrschaft ausgeliefert zu haben. Genauso wurde den Sowjets von den Anglofranzosen auch nicht der Krieg erklärt, als sie am 17. September 1939 das ostpolnische Gebiet besetzten, wie man es Deutschland gegenüber nach Beginn des Polen- Feldzuges tat.

Beim Besuch Molotows im November 1940 in Berlin wurden ähnliche Gebietsforderungen der Sowjetunion, die damals schon ein Siebentel der Welt-Erdoberfläche beherrschte, von der Reichsregierung abgelehnt. Unter anderem beanspruchte Molotow ganz Finnland, Annexion der Süd- Bukowina und Stützpunkte am Bosporus und in Bul-

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garien. Dieser wichtige Molotow-Besuch in Berlin wird später noch genau beschrieben.

Aus einer Gesprächsaufzeichnung des Gesandten Hewel, geheime Reichssache, Aktenzeichen Füh 43/41, über eine Aussprache Hitlers mit Marschall Kvaternik im Führerhauptquartier in Anwesenheit von Generalfeldmarschall Keitel am 22. Juli 1941 (Mikrofilmband F/0119-08) geht hervor, wie sich Hitler von den Sowjets durch deren Baltikum-Annexion überrumpelt fühlte. Hitler sagte zu Marschall Kvaternik:

… in Litauen habe man feststellen können, wie die Bolschewisten das getan hätten: Am zweiten Tag, nachdem sie dort einmarschiert waren, seien alle Geschäftsleute um 7 Uhr früh auf die Straße befohlen worden, um diese zu reinigen. An den Straßenecken hätten Maschinengewehre gestanden, die dann diese Menschen zusammengeschossen hätten . . . Auch hätten die Sowjets aus all diesen Gebieten die Kinder weggetrieben, das Merkwürdige und Unerklärliche dabei sei, daß sie dies in eigenen Gebieten auch getan hätten. Hitler fuhr dann in bezug auf den deutsch-sowjetischen Paktabschluß vom August und September 1939 fort:

. . . Der Not gehorchend, habe er sich vor zwei Jahren entschlossen, den Weg mit Rußland zu gehen. Er, Hitler, habe zwar nie geglaubt, daß ein Zusammenleben mit der Sowjetunion möglich sei, doch habe er wenigstens ein Nebeneinanderleben versucht. Dies habe sich jedoch als unmöglich herausgestellt. Die Bolschewisten hätten jede Abrede gebrochen, schon die Art und Weise, wie sie die Baltenstaaten übernommen hätten, wie sie ganz Litauen plötzlich entgegen unserer Verabredung verlangt hätten, wie sie dann in dem Augenblick, als unsere Verbände im Westen waren und in Ostpreußen nur drei (deutsche) Divisionen standen, 22 Divisionen in den Baltenstaaten konzentrierten, wie sie mit den Finnen umgesprungen seien, dies alles sei ein Beweis für die Unmöglichkeit einer Zusammenarbeit. Aus allen deutschen und internationalen Staatsurkunden geht immer wieder klar hervor, daß Stalin und Molotow bei Abschluß der Verträge mit Deutschland im August und September 1939 den Wunsch nach Stützpunkten in den baltischen Staaten geäußert hatten, im übrigen aber diese Staaten zu garantieren wünschten, was die deutsche

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Reichsregierung auch wörtlich garantierte. Eine Annexion der Baltenstaaten, zumal in der erfolgten stalinistischen Art, hat die Reichsregierung nie und nimmer vereinbart.

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Deutsch-sowjetische Beziehungen verschlechtern sich – Joachim Nolywaiky – “Die Sieger im Schatten ihrer Schuld”

Der Wunsch nach guten Beziehungen zur Sowjetunion veranlaßt die deutsche Regierung, Molotow zur feierlichen Ratifizierung der Verträge Ende Oktober nach Berlin einzuladen. Der sowjetische Außenminister lehnt jedoch wegen dringender Staatsgeschäfte ab. Nach der Ratifizierung in den beiden Hauptstädten wurden die Vertragsurkunden über die jeweiligen Botschaften am 15. Dezember 1939 ausgetauscht.

Versuche Hitlers und Ribbentrops, Molotow über die weitere Ausgestaltung des deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrages in Gespräche zu ziehen, was eigentlich logisch war, scheiterten an der Aalglätte der Sowjets. Ihre Zurückhaltung war im höchsten Maße verdächtig, einem erfahrenen Diplomaten hätte das sowjetische Verhalten Anlaß zum Nachdenken gegeben.

Trotz erster Zweifel und erster Enttäuschungen glaubte die Reichsregierung, vor allem Hitler und Ribbentrop, an des Reiches Ostgrenzen eine Situation der Sicherheit geschaffen zu haben, die an eine lange Vertragsdauer mit den Sowjets denken ließ. Die Reichsregierung hatte sich dem trügerischen Wahn hingegeben, daß die Kommunistische Internationale, die ja eigentlich für sie der Anlaß zur Gründung der Antikomintern gewesen war, sich nach und nach in einen Nationalkommunismus wandeln würde. Die sowjetische Bereitschaft, mit dem sonst so wütend bekämpften Faschismus und Nationalsozialismus Völkerrechtsverträge abzuschließen, mag Anlaß zu dieser Selbsttäuschung gewesen sein. Daß der Kreml hingegen an eine lange Vertragsdauer dachte, war, wie sich bald zeigen sollte, ein historischer Irrtum.

Sie alle kannten eben Stalin noch lange nicht genug und ließen sich von Worten des Generalissimus blenden, die dieser zum Beispiel beim Abschluß des Vertrages am 23. August 1939 gesagt hatte: „Ich habe an einem starken Deutschland ein großes Interesse und würde es niemals dulden, daß Deutschland in eine schwierige Lage käme.”

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Stalins Standpunkt war durchaus logisch. Ein langer, gegenseitig zermürbender Krieg kapitalistischer Staaten untereinander war sein Wunsch (auch Deutschland zählte in Stalins Augen zu den kapitalistischen Ländern), und das konnte nur dann so ablaufen, wenn Deutschland vorerst nicht unterging. Den Unterlegenen würde er dann auf den Schindanger werfen. Stalins Rechnung ging später im Sommer 1941 nicht auf, weil sich das Deutsche Reich vom roten Zaren nicht auf den Schindanger der Geschichte werfen lassen wollte.

Nach Beendigung des Polen-Feldzuges, der nicht einmal einen Monat dauerte, machte der Krieg zunächst mal eine Pause. Hitler machte England und Frankreich mehrere Friedensangebote, die alle abschlägig beschieden wurden. Darin wurde von deutscher Seite auch die Wiederherstellung eines polnischen Staates angeboten.

Die Flucht der polnischen Staats- und Militärführung nahm die Sowjetunion zum Anlaß, die Rote Armee in Ostpolen einmarschieren zu lassen, um „das Leben und Eigentum der Weißrussen und Ukrainer auf dem Gebiet Polens unter ihren Schutz zu nehmen”. Im „Geheimen Zusatzprotokoll” zum Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939 war diese Besetzung Ostpolens durch die Sowjets und damit die vierte Teilung Polens beschlossen worden. Von diesem „Geheimen Zusatz-Protokoll” hat bereits am Tage seines Abschlusses der amerikanische Präsident Roosevelt durch einen geschwätzigen Attache der deutschen Botschaft in Moskau Kenntnis erhalten. Da Roosevelt Stillschweigen bewahrte und weder Polen noch die Anglo-Franzosen informierte, muß angenommen werden, daß er auf keinen Fall den Krieg verhindern wollte.

Der Angriff der Wehrmacht auf Norwegen im April 1940 beendete die friedliche Phase nach dem Polen-Feldzug und war eindeutig eine präventive Aktion mit dem Ziel, den Westalliierten zuvorzukommen, die in Nordirland bereits Landetruppen für die Invasion in Skandinavien bereitgestellt hatten. Deutschland sollte von der so wichtigen Erzzufuhr abgeschnitten werden.

In einem kühnen Unternehmen der Marine und des Landheeres gelang es den Deutschen, den Engländern nur um einige Stunden zuvorzukommen und trotz der Überlegenheit der britischen Flotte die Landung der Truppen erfolgreich durchzuführen und nach harten Kämp-

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fen gegen Engländer und französische Fremdenlegionäre Norwegen zu erobern.

Die gleichzeitige Besetzung Dänemarks verläuft fast kampflos. Die Regierung befiehlt die Waffenstreckung, und der dänische König bleibt im Land. Bei diesen Operationen hatten sowohl England und Frankreich als auch Deutschland die Neutralität Dänemarks und Norwegens verletzt bzw. hatten es vorgehabt.

Der am 10. Mai 1940 erfolgte Einmarsch deutscher Truppen nach Holland und Belgien – ohne vorherige Kriegserklärung wie im Ersten Weltkrieg – aber war unverkennbar eine Verletzung internationalen Völkerrechts. Beide Operationen wurden übrigens – wie spätere Archiv-Funde bewiesen haben – auch von den Alliierten ins Auge gefaßt.

Das unaufhaltsame Vorwärtsstürmen der deutschen Panzer bei gleichzeitiger Ausführung des berühmten „Sichelschnitts” bewirken das Abschneiden und damit die Einkesselung des britischen Expeditionskorps von fast 350000 Mann bei Dünkirchen. Den Briten droht die Vernichtung oder die Gefangennahme.

Im Vertrauen auf den deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrag stehen während des Feldzuges gegen Frankreich nur sechs deutsche Divisionen an der deutsch-sowjetischen Grenze. Es ist oft die Frage gestellt worden, warum die Deutschen den über den Kanal bei Dünkirchen flüchtenden Briten, unter Ausnutzung des Chaos, nicht nachgesetzt sind. Die Antwort auf diese Frage lautet: Zu diesem Zeitpunkt nahmen bei der deutschen Führung die Zweifel an der sowjetischen Vertragstreue ständig zu. Ein deutsches Landungsunternehmen wäre somit zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden.

Nachdem die Sowjetunion im Anschluß an die Beendigung der Feindseligkeiten in Polen den baltischen Staaten unter Anwendung von Druck und Repressionen „Bündnis- und Beistandspakte” aufgezwungen und in diesen Ländern militärische Stützpunkte errichtet hatte, sah die UdSSR nun während des Frankreich-Feldzuges der Deutschen Wehrmacht den Zeitpunkt der eiskalten Annexion der baltischen Staaten gekommen.

Die Brutalität des sowjetischen Vorgehens gegen die baltischen Staaten zum Zwecke der Annexion erregte in der deutschen Reichs-

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führung sofort Aufsehen und machte sowohl Hitler, wie auch die Wehrmachtführung äußerst stutzig. Es wurde bekannt, daß Tausende, ja Zehntausende und Hunderttausende von Bürgern aus Litauen, Estland und Lettland in den kommenden Wochen und Monaten den Weg in die sibirische Verbannung antreten mußten und Abertausende dabei den Tod fanden.

Bei der Besetzung des Baltikums durch die Rote Armee wurde freimütig antideutsche Stimmung verbreitet und deutsche Aussiedler versuchte man zu überreden, doch dazubleiben, da in nächster Zeit Deutschland sowieso von den Sowjets besetzt werden würde.

Gleichzeitig begann, und das war wohl der schwerwiegendste Vertragsbruch, eine immer stärker werdende Truppenkonzentration der Sowjets an der deutsch-russischen Grenze. Sehr interessant und aufschlußreich für die schon 1939 auf sowjetischer Seite begonnenen langfristigen Vorbereitungen einer gegen Deutschland gerichteten Militäroffensive ist die eidesstattliche Versicherung von Dr. Wolfgang Mommsen, der von 1939 bis Mitte 1941 der deutschen Gesandtschaft in Reval unterstellt, in der Kommission zur Sicherstellung deutschen Kulturguts und bei der zweiten Baltenumsiedlung tätig war. Da Dr. Mommsen bei den Nürnberger Prozessen 1946 nicht angehört worden war, reichte sein Rechtsanwalt dessen eidesstattliche Versicherung bei dem Siegergericht ein, wo diese jedoch ebenfalls unberücksichtigt blieb. Sie hatte folgenden authentischen Wortlaut:

„ . . . aus den unendlich vielen Nachrichten, die damals an mich gelangten, hebe ich folgende hervor: Immer wieder, und dies schon im September 1940, wurden uns durch Einheimische und Volksdeutsche Äußerungen russischer Offiziere und Kommissare hinterbracht, die gesagt hatten, der Nationalsozialismus werde bald unter den Schlägen der siegreichen sowjetrussischen Armee und Luftwaffe zusammenbrechen. Derartige Dinge wurden sogar gelegentlich in der estnischen Presse erörtert.

Ich entsinne mich auch, daß ich mehrmals davon hörte, daß Russen Volksdeutschen, die nach Deutschland umsiedeln wollten, gesagt haben, sie sollten doch dableiben, denn im nächsten Sommer würde

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der Russe sowieso in Berlin sein. Dementsprechend hörte man, daß innerhalb der russischen Armee die Offiziere von einem Krieg zwischen Deutschland und Rußland sprachen.

So wurde mir etwa Anfang 1941 berichtet, daß in einer Versammlung einer Rigaer Bank ein Major der Roten Armee eine Rede gehalten und ausgeführt habe, daß der Faschismus zu stark geworden sei und deshalb eine Gefahr darstelle, der die Sowjetunion entgegentreten müsse. Den russischen Angriff prophezeite er für den Sommer des gleichen Jahres 1941.

Es kann meines Erachtens kein Zweifel darüber bestehen, daß große Teile der Russen im Baltikum damals davon überzeugt waren, daß Sowjetrußland in Deutschland einbrechen würde. Übrigens war auch ich, nach allem was ich hörte, derselben Ansicht. Derartige Äußerungen wurden von der estnischen Bevölkerung kommentiert, und zwar mit sehr geringen Ausnahmen in der Weise, daß man sich an dem Glauben, Deutschland werde Rußland besiegen und noch einmal nach Estland kommen, aufrichtete.” (Ende der eidesstattlichen Versicherung Mommsens.)

Daß die UdSSR mit ihrem Ultimatum an Litauen vom 15. Juni 1940 bei einem Staat beginnt, der gemeinsame Grenzen mit dem Deutschen Reich hat (hier mit Ostpreußen und dem Generalgouvernement Polen), ist ein erstes Indiz und ein erster Beweis, daß die UdSSR in Verfolgung der stalinistischen Linie hier ein strategisches Vorfeld aufbaut, daß später folgerichtig in einen für den 10. Juli 1941 geplanten sowjetischen Großangriff auf Deutschland einmünden soll. Man sichert zuerst zur deutschen Grenze hin ab – man ist zunächst noch defensiv eingestellt -, zugleich aber auch für den Eventualfall schon offensiv-operativ vorbereitet.

Erst als zur deutschen Grenze hin abgesichert war, kommen mit der sowjetischen Annexion Estland und Lettland an die Reihe, und mit dem rumänisch-bessarabischen Abenteuer ließ der ICreml auch nicht lange auf sich warten.

Bei den nun stattfindenden sowjetischen Truppenkonzentrationen muß beachtet werden, daß bereits im September 1939 im Westen der UdSSR zunächst 65 Divisionen, aber schon drei Monate später im gleichen Aufmarschgebiet zirka 119 Divisionen stationiert

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waren. Angesichts der geringen deutschen Militärverbände an der sowjetischen Grenze war diese Entwicklung rational nicht erklärbar.

Von deutscher Seite waren keine Maßnahmen gegen die UdSSR ergriffen worden, die eine derartige Erhöhung der sowjetischen Streitkräfte rechtfertigten. Diese Militärpolitik der Sowjets veranlaßten Hitler und das OKW zur besonderen Aufmerksamkeit. Von Konteradmiral Karl Jesco von Puttkammer, der von 1935 bis Kriegsende Marineadjutant bei Hitler war und mit diesem fast täglich auch im Führerhauptquartier persönlichen Kontakt hatte, wissen wir folgendes:

Hitlers Aufmerksamkeit wandte sich seit Mitte Mai 1941, seit Eintreffen der sowjetischen Aufmarschmeldungen, Rußland zu, wo ihn offensichtlich Entwicklungen bewegten oder beunruhigten. Seine ersten Äußerungen in dieser Hinsicht fielen im August 1940 nach Beendigung des Frankreich-Feldzuges. Hitler sprach immer, wenn ihn Staatssorgen bedrückten, die Dinge zu seiner nächsten Umgebung an. Hitler sprach davon, daß er sich bedroht fühle, daß für Deutschland kriegswichtige Rohstoffbasen durch den sowjetischen Aufmarsch gefährdet werden könnten.

Hitler sprach den Problemkreis immer wieder an, so daß man den Eindruck gewinnen konnte, daß er sich etwas von der Seele reden müsse. Nach einiger Zeit sagte Hitler, der russische Angriff kommt bestimmt, man weiß nur nicht, wann. Man konnte so Hitlers wachsende Entschlüsse beobachten . . .

Das weitere Ansteigen der sowjetischen Truppenstärke muß Hitler jedoch wieder auf die Lage im Osten aufmerksam gemacht haben, die eine Invasion Englands zwangsläufig in den Hintergrund drängen mußte. Hitler sprach immer wieder davon, daß England seine Kontinentalkriege mit Hilfe eines „Festlanddegens” geführt hatte. Es sei kein Zweifel mehr, daß England auf Rußland hoffe, und habe unter der Decke vielleicht schon Fühler ausgestreckt. Angesichts des russischen Aufmarsches sei zu befürchten, daß wir eines Tages eiskalt erpreßt oder angegriffen werden würden. Jesco von Puttkammer schließt seine eidesstattliche Erklärung mit folgenden Worten: „Hitlers Gedankengänge waren so folgerichtig und

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eindrucksvoll, daß sich niemand ihrer Beweiskraft entziehen konnte. Wann er den Entschluß endgültig gefaßt hat, kann ich nicht sagen, und ich glaube, daß das niemand sagen kann. Jedenfalls hatte alles seit dem Molotow-Besuch schon ein Aussehen, daß man nunmehr immerhin damit rechnen mußte, daß aus seinen Gedanken vielleicht Wirklichkeit werden würde.”

Damit zeigt sich anders, als die heute gängige Geschichtsschreibung glauben machen will, daß der deutsch-russische Krieg – das Unternehmen Barbarossa – nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, als eine übermütige Laune Hitlers gekommen war, aber auch nicht von Anfang an geplant, sondern daß die UdSSR, strategisch und militärisch sich Monat um Monat steigernd, ein Offensivpotential aufgebaut hatte, das als das größte aller Zeiten anzusehen war. Nicht Hitler und nicht die Deutsche Wehrmacht haben als erste bedrohliche und an staatliche Nötigung grenzende Truppenmassierun-gen an den gemeinsamen Grenzen zur UdSSR aufziehen und aufmarschieren lassen, sondern umgekehrt hat die UdSSR durch die von ihr erzeugte B indungs Wirkung auf deutsche Truppen verbände an ihrer feindseligen Haltung und Absicht gegenüber dem Deutschen Reich keinen Zweifel gelassen.

Die später aus diplomatischen Kanälen kommenden zusätzlichen Beweismittel haben im Grunde den wahren militärischen Sachverhalt nur noch bestätigen können. Am Ende der sowjetischen Zielsetzung hätten dann Ultimaten und Forderungen an die Reichsregierung gestanden, gestützt auf das Mehrfache sowjetischer Panzer-Artillerie und einer Luftwaffenüberlegenheit, wie sie jetzt den baltischen Staaten widerfuhren.

Genau auf den Tag, ein Jahr vor Ausbruch des deutsch-sowjetischen Rußlandfeldzuges kündigte sich das nächste Annexionsvorhaben der Sowjets an – Bessarabien! Rumänien sollte das nächste Stalinopfer werden.

Bemerkenswert dabei ist, daß die sowjetische Regierung deutsche Mißstimmung über die bolschewistische Annexionsvorhaben bemerkt hat und eine Trübung des deutsch-sowjetischen Verhältnisses dementiert. Das Stalin-Dementi hatte den Zweck, alle weiteren Aggressionsvorhaben des Kreml gegen das Reich zu verschleiern.

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Kriegsvorbereitungen durch Stalin – Joachim Nolywaika “Die Sieger im Schatten ihrer Schuld.”

„I.W. Stalin hat diesen Krieg vorbereitet – seine Vorbereitung war umfassend und vielseitig, und er ging dabei von den von ihm selbst vorgesehenen Fristen aus. Hitler zerstörte seine Berechnungen. Dies alles muß Europa bewußt werden und bleiben!” Sowjet-Admiral N. G. Kusnezow

Nach den erfolgreichen Blitzkriegen gegen Polen und Norwegen, in Frankreich und auf dem Balkan sollte die sich im Osten zusammenbrauende Gefahr durch einen deutschen Angriff ausgeschaltet werden. Durch den wegen Mussolinis Abenteuer in Albanien und Griechenland und des prosowjetischen Umsturzes am 27. März 1941 in Belgrad notwendig gewordenen Balkanfeldzug wurde der Beginn des Rußlandkrieges um entscheidende Wochen verzögert. In Belgrad war das deutschfreundliche Regime durch Sowjetsympathisanten weggeputscht worden. Hitler sah als besonders feindseligen Akt der UdSSR den Abschluß eines Freundschafts- und Nichtangriffspaktes mit Jugoslawien am 5. April 1941 an. „Hitler wollte Frieden auf dem Balkan, der ihn den ungestörten Bezug von Mineralöl, Rohstoffen und Lebensmitteln aus den Südost-Staaten ermöglichte und Deutschland gegebenenfalls einen sicheren Flankenschutz gegen England und die Sowjetunion gewährleistete.” (Wuescht, Johann, „Jugoslawien und das Dritte Reich”, 1969, S. 111) Hitler habe den Feldzug gegen Jugoslawien und Griechenland gegen seinen Willen führen müssen, „und diese Tatsache bietet uns unschätzbare Vorteile”, habe Lord Halifax triumphiert. In der „Chicago Times” sei in jenen Tagen zu lesen gewesen: „Hitler ist gegen seinen

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Wunsch in einen kostspieligen Balkankrieg verwickelt worden.” (Wuescht, a. a. O., 1969, S. 162) Der ungewöhnlich früh und hart einsetzende Winter 1941/42 trug dann wesentlich dazu bei, daß der mit außerordentlichen Erfolgen anlaufende deutsche Vormarsch vor den Toren Moskaus und Leningrads zum Stehen kam. Daß es sich um einen Kampf auf Leben und Tod handeln würde, war der deutschen Führung von Anfang an klar gewesen.

Hitler begann seine Proklamation an das deutsche Volk vom 22. Juni 1941 mit den Worten: „Von schweren Sorgen bedrückt” und schrieb in seinem Brief an Mussolini vom 21. 6. vom „Augenblick, da monatelange, sorgenvolle Erwägungen im härtesten Entschluß meines Lebens ihr Ende finden”. Dieser Präventivkrieg war sicher kein „leichtfertiger Überfall”.

Generaloberst Franz Halder, 1941 Chef des Generalstabes des Heeres, Mitglied der Widerstandsbewegung, bestätigt in seinem Buch „Hitler als Feldherr”, daß Hitler mit seiner festen und nicht unbegründeten Überzeugung, daß Rußland sich zum Angriff auf Deutschland rüste, recht hatte, was man heute aus guten Quellen wisse. Der Historiker Erich Helmdach bestätigt, daß der deutsche Einmarsch in die UdSSR im Jahre 1941 einem sowjetischen Angriff zuvorkam. („Überfall? – Der Sowjetisch-deutsche Aufmarsch 1941-1945″.) Der bekannte englische Historiker A.J.P. Taylor schrieb in der Monatsschrift Nation Europa 7/1960: „Es ist über jeden Zweifel erhaben, daß er (Hitler) den Krieg 1941 nur aus präventiven (vorbeugenden) Gründen ausweitete.”

Prof. Dr. David L. Hoggan, USA: „Die Sowjetunion verließ unwiderruflich den Boden der Neutralität, als sie erfolgreich mit den Feinden Deutschlands konspirierte, um das neutrale jugoslawische Regime zu stürzen und dann schleunigst einen Freundschaftspakt mit dessen Nachfolger zu unterzeichnen. Nach den herkömmlichen Auffassungen des internationalen Rechts konnte Hitler diesen Schritt ohne weiteres als eine Kriegshandlung auffassen.” (Deutsche Hochschullehrerzeitung, 2, 1962.)

Am 20. Februar 1936 – also über drei Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – verkündete der französische Regierungschef Herriot

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die Tatsache, daß die Sowjetarmee eine Friedensstärke von 1,35 Millionen Mann und eine  Kriegsstärke mit Reserven von 17,5 Millionen besitze, über die größte Luftwaffe der Welt verfüge und mit der größten Panzerwaffe gerüstet sei!

Ein halbes Jahr vor dem Rußlandfeldzug berichtete der Leiter der Uni-ted-Press-Organisation für Europa, Virgil Pinkley, nach einer Rußlandreise Hugh Bailly, dem Präsidenten der U. P, am 28. November 1940: „Praktisch dient zur Zeit alles, was in der Sowjetunion geschieht, dem Ausbau eines ungeheuren militärischen Apparates. Viele sachkundige Beobachter glauben, daß der Gedanke einer Weltrevolution durch Propaganda vorerst beiseitegeschoben ist und daß der Schwerpunkt jetzt beim Ausbau einer riesigen Kriegsmacht liegt, die es der Sowjetdiplomatie ermöglichen soll, auf Verlangen in Gebieten und ganzen Ländern die Regierung zu übernehmen, und wenn die Forderung abgelehnt wird, dann soll das Ziel durch militärische Gewalt erreicht werden.” (Georg N. Crocker, „Schrittmacher der Sowjets”, 1960.) Und noch zwei sowjetische Stimmen:

„Moskau warte mit dem Eingreifen nicht etwa, weil es friedlicher als der Westen dachte, sondern um Erfolge so billig und nachhaltig wie nur möglich zu erreichen – durch einen vorausgehenden Zusammenbruch der kapitalistischen Welt’. Stalin erklärte vor der Komintern am 20. Mai 1938: ,Die wichtigste Arbeit unserer Parteigruppen muß darin bestehen, einen derartigen Zusammenbruch zu erreichen. Wer das nicht versteht, hat nichts vom revolutionären Marxismus begriffen. Die Stunde ist für uns gekommen.”

Chruschtschow bestätigte im Juli 1959 zu Kattowitz: „Hatte Stalin recht, als er damals ein Abkommen mit Hitler schloß? Stalin entschloß sich dazu, mit der Überlegung, daß der Krieg dann gegen die anderen losgehen werde.”

Dazu noch Sven Hedin in seiner Eigenschaft als angesehener neutraler Chronist: „Ehe ich von meiner Einstellung zur Sowjetunion spreche, zunächst ein paar Worte von meiner ersten persönlichen Bekanntschaft mit dem alten russischen Reiche … Ich bin kein Fremder in dem größten Kontinent der Erde, in dessen westlichen Grenzgebieten sich die unübersehbaren Horden zu Beginn des Sommers 1941 sammelten, um über Europa herzufallen und seine Völker mit

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dem Fluch zu geißeln, der das Los der russischen Intelligenz, der In-gern, Karelier, Balten, Polen und unzähliger anderer unglücklicher Völker war, wenn Deutschland durch den Krieg mit den Westmächten hinlänglich erschöpft wäre …”

„Mit ihrem Henker Ivan Ivanowitsch Dschugaschwili oder Stalin haben Churchill und Roosevelt einen Bund geschlossen, zu dem einzigen Zweck, Deutschland zu vernichten . . .” „Stalin stellte seine Millionenheere und seine rollenden Panzerungetüme für den vernichtenden Orkan über Europa bereit, ein Unternehmen, das in seiner Schrecklichkeit alle menschliche Phantasie übersteigt, und mit dem sich die Führer der angelsächsischen Völker ohne Bedenken verbanden . . .”

„Das Ziel dieser Reitermassen (Anm. der Mongolen im 13. Jahrhundert) die gesamten Westlande zu verwüsten und die überlebenden Christen zu Sklaven zu machen, findet sein Gegenstück in der Weltrevolution der Bolschewisten und in ihren gründlichen Vorbereitungen zum Einfall nach Deutschland und Westeuropa.” „England und Amerika unterstützen mit allen Mitteln diesen Kampf, dessen Sieg die Vernichtung des europäischen Festlandes und des skandinavischen Nordens bedeuten würde . . . Mit dieser teuflischen Gesellschaft machte nun Amerikas Christenheit gemeinsame Sache gegen das christliche Europa … in einem Bündnis mit der Gesellschaft der Gottlosen’ … In einer Zusammenkunft Edens (engl. Außenminister) und Stalins wurde Europa bereits aufgeteilt und dem Bolschewismus überlassen …”

Der deutsche Angriff wurde von Hitler mit dem gigantischen sowjetischen Aufmarsch von „rund 160 Divisionen” an der seit dem Polenfeldzug gemeinsamen deutsch-sowjetischen Grenze sowie mit den zunehmenden Eingriffen und Übergriffen Moskaus in den baltischen Staaten, vor allem Litauen, sowie in Rumänien und Bulgarien begründet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Sowjetunion bereits fremde Länder und Gebiete von der Größe des Deutschen Reiches von 1918 annektiert. Bei Molotows Besuch in Berlin am 12./13. November 1940 hatte die deutsche Regierung die unerfüllbaren Forderungen Moskaus entgegenzunehmen und erkennen müssen, daß auf die Dauer wohl keine gleichberechtigte Partnerschaft möglich war.

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Die aufgelisteten Forderungen Molotows bei seinem Besuch in Berlin waren:

  1. Deutsche Zustimmung zur Annexion Finnlands
    1. Ebenso zur sowjetischen Annexion der Süd-Bukowina
  1. Forderung nach sowjetischen Stützpunkten in Bulgarien
  1. Ebenso Stützpunkte an Dardanellen und Bosporus
  1. Und zu guter Letzt leistet sich Molotow eine indirekte Demütigung Hitlers und des Deutschen Reiches, indem er sowjetische Stützpunkte am Belt, Öresund, Skagerrak und Kattegat forderte. Wäre Hitler auf die Vorschläge Molotows eingegangen, so wäre bei Ausführung des Stalin- Operationsplanes „Gewitter” im Juli 1941 die Deutsche Wehrmacht vom Balkan her umgangen und von starken sowjetischen Streitkräften eingekesselt und vernichtet worden. Ein Westeuropa im heutigen Sinn würde es dann nicht mehr geben. Stalin wollte die Lage ausnutzen, um seinen Einfluß auf ganz Europa auszudehnen und die Weltrevolution dadurch voranzutreiben. In Hitlers Proklamation heißt es deswegen auch, daß „ein weiteres Ausdehnen nicht nur eine Unterlassungssünde, sondern ein Verbrechen am deutschen Volk, ja an ganz Europa wäre”.

Die These von Hitlers Präventivkrieg schien lange Zeit mehr spekulativ-logische Argumente für sich zu haben als handfeste Beweise. Die Forschung ignorierte selbst Stalins Rede vor Offizieren der Moskauer Frunse-Akademie am 5. Mai 1941, deren Inhalt bis in einzelne Wendungen übereinstimmend von vier gefangenen sowjetischen Offizieren bestätigt wurde:

„Der Plan des Krieges ist bei uns fertig. Flugplätze sind gebaut, Landeplätze und Flugzeuge der ersten Linie befinden sich schon dort. Alles zur Bereinigung der rückwärtigen Gebiete ist getan, alle fremden Elemente sind entfernt. Folgerung: Im Laufe der nächsten zwei Monate können wir den Kampf mit Deutschland beginnen. Es besteht ein Friedensvertrag mit Deutschland, aber das ist nur eine  Täuschung oder eher ein Vorhang, hinter dem wir offen arbeiten können.” Bei dem anschließenden Bankett im Georgs-Saal des Kreml erläuterte Stalin, was nunmehr unter „Friedenspolitik” zu verstehen sei: „Es ist Zeit zu verstehen, daß die Losung der Friedenspolitik des Sowjetstaates schon ihre Rolle ausgespielt hat. Das ist eine Defensivlosung,

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mit welcher es der Sowjetunion gelungen ist, ihre Grenzen im Norden und im Westen ein wenig vorzuschieben und eine Reihe von baltischen Ländern mit dreißig Millionen Bevölkerung zu erhalten. Das ist auch alles. Damit ist es jetzt zu Ende.” Stalin schloß mit der Versicherung: „Es ist Zeit einzusehen, daß nur eine entscheidende Offensive, nicht aber eine Defensive zum Sieg führen kann.” Auch der Versicherung hochrangiger Sowjetoffiziere, daß Stalin den Angriff auf das Deutsche Reich für den Sommer 1941 geplant habe, wurde von der Forschung kein Glauben geschenkt. Divisionskommandeur Oberst Wladimir Bojersky teilte dies, nachdem er im Frühjahr 1942 in Gefangenschaft geraten war, bei seiner Vernehmung mit. Bestätigt wurde seine Aussage durch Generalleutnant Andrej Wlas-sow, der 1942 im Wolchow-Kessel gefangen wurde. Nach dem Krieg war dann jahrzehntelang die Umerziehungsansicht von dem „Überfall der Nazifaschisten auf die friedliebende Sowjetunion” die herrschende Meinung. Mit diesem Bild des arglistigen deutschen Überfalls auf einen friedlichen, unvorbereiteten und völlig überraschten, sogar durch Vertrag verbundenen Nachbarstaat konnten zugleich die verheerenden Niederlagen der sowjetischen Armeen und der gewaltige deutsche Raumgewinn im ersten Kriegsjahr erklärt werden.

Der Ostfeldzug wurde als bereits in Hitlers „Mein Kampf von 1923 vorprogrammiert angesehen und als ein weiterer langgeplanter Schritt zur angeblich durch Hitler erstrebten Weltherrschaft beurteilt, zumindest als ein ohne jede Notwendigkeit – und natürlich ohne alle Skrupel – angewandtes Mittel zur Gewinnung von „Lebensraum im Osten”. Diese Geschichtssicht drang dann auch in die deutschen Schulbücher vor.

Schon früh erhoben sich deutsche Stimmen gegen dieses einseitige Geschichtsbild der Sowjetpropaganda, ohne sich jedoch durchsetzen zu können. Auch spätere mit eindeutigen Beweisen und sachlichen Daten untermauerte Darstellungen russischer Angriffsabsichten für 1941/42 wurden kaum zur Kenntnis genommen und als nicht ernst zu nehmendes revisionistisches Schriftgut übergangen. Mit behördlichem Weisungsrecht wurde sogar versucht, Veröffentlichungen, die auf Moskaus wahre Absichten 1941 hinwiesen, zu ver-

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hindern, so bei dem verdienstvollen Beitrag „Die Kriegführung aus der Sicht der Sowjetunion?” von Doktor Joachim Hoffmann vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg, dessen Leiter, Professor Messerschmidt, bei dieser Dokumentation des Ostfeldzugs und seiner Vorgeschichte alles Stalin Belastende zu schreiben verboten hatte und erst durch einen erstrittenen Gerichtsentscheid davon abgehalten werden konnte, solche wissenschaftswidrigen Manipulationen durchzusetzen.

Mit Ernst Topitsch setzte sich in seinem Buch „Stalins Krieg” (1985) zum ersten Male ein allgemein anerkannter deutscher Wissenschaftler mit Stalins wirklicher Langzeitstrategie auseinander, die auf einen europäischen Krieg mit schließlichem Eingreifen der Sowjetunion hinauslief, so daß der Präventivcharakter des Ostfeldzuges gerechtfertigt erschien. Ohne Hitlers Angriff wäre ganz Europa der sicheren Gefahr sowjetischer Besetzung ausgesetzt gewesen.

1989 erschien dann die deutsche Ausgabe von Viktor Suworows sensationellem Buch „Der  Eisbrecher. Hitler in Stalins Kalkül”. Der frühere sowjetische Generalmajor und Mitglied des Generalstabes hatte Gelegenheit gehabt, in Moskauer Archiven Einsicht zu nehmen, und konnte so bisher im Westen unbekannte Belege bringen. Mit umfangreichem Material bestätigt er die gewaltigen Rüstungsanstrengungen und genauen Kriegsvorbereitungen der Sowjetunion und gibt dazu parallel die betreffenden politischen Entschlüsse zum Kriege an. So sei am 19. August 1939 vom Politbüro unter Vorsitz Stalins der Beschluß zum großen europäischen Krieg gefaßt worden. Das deutsch-russische Abkommen vom 23. August 1939 sollte Hitler dann zum Polenfeldzug und zu einem aufreibenden Krieg gegen die Westalliierten veranlassen, damit Stalin später als lachender und ausgeruhter Dritter seine Ernte einbringen konnte. Gleichzeitig begann 1939 der Aufbau der sechzehn sowjetischen Angriffsarmeen der l. Staffel unter Rückstellung von Verteidigungsmaßnahmen und Verteidigungsrüstungen.

In allen Einzelheiten belegt Suworow die sowjetischen Angriffsvorbereitungen bis zum Frühjahr 1941 mit dem gewaltigen Truppenaufmarsch hinter der deutsch-sowjetischen Grenze. Die Masse der sowjetischen Stoßarmeen, der Fallschirmjäger-Einheiten, der NKWD-Trup-

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pen für die zu besetzenden Gebiete, der nur für die guten Straßen und Autobahnen Mitteleuropas geeigneten Fahrzeuge und Panzer und weitere Tatsachen schließen jede andere als die Offensivabsicht Stalins aus. Der 13. Juni 1941 wurde dann der „point of no return”, als an diesem Tag der Transport der 2. strategischen Staffel aus sechs Sowjetarmeen an die westliche Front begann, nach Suworow

„eine in der Weltgeschichte noch nie dagewesene Eisenbahnoperation”, deren Abschluß für den 10. Juli 1941 eingeplant war.

Gleichzeitig fingen an diesem 13. Juni die im Westen bereits vorhandenen sechzehn Angriffsarmeen der 1. strategischen Staffel an, bis zur Grenze vorzurücken. Nach Suworow „der Beginn der größten Truppenbewegung in der Geschichte der Zivilisation”. Für diese einmalige Maßnahme gelte allerdings immer noch: Fast fünf Jahrzehnte nach Beendigung des Krieges ist der Zweck dieser Verlegung noch immer ein Staatsgeheimnis.”

Aufgrund aller seiner Kenntnisse kommt Suworow dann für den 13. Juni 1941 zu dem Schluß: „An Bedeutung übertrifft dieses Datum . . . bei weitem den 22. Juni 1941 … Nach diesem Tag war der Krieg für die Sowjetunion unvermeidlich, und zwar mußte er im Sommer 1941 beginnen, ganz unabhängig davon, was Hitler unternehmen würde.” Dem fügte Suworow – sicher zutreffend – hinzu:

„Aber Hitler hatte Stalins Absichten durchschaut, und das ist der Grund, warum der Zweite Weltkrieg ein so (für Stalin) nicht erwartetes Ende nahm. Er (Stalin) hat nur halb Europa bekommen.”

Damit bestätigte Suworow die Feststellung von Doktor Joachim Hoffmann in dessen Leserbrief in der FAZ vom 16. Oktober 1986 zu Stalins Angriffsabsichten: „Die hier genannten historischen Tatsachen sind unbestreitbar und lassen eine beliebige Ausdeutung der Absichten Stalins nicht mehr zu … Zieht man die Verhältnisse auf sowjetischer Seite in Betracht, so drängt sich die Schlußfolgerung auf, daß im Sommer 1941 der eine Aggressor, Hitler, die letzte Gelegenheit hatte, dem anderen Aggressor zuvorzukommen.” Besonders die weiterhin in einseitiger Vergangenheitsbewältigung tätigen deutschen Geschichtsvertreter sollten sich zu Herzen nehmen, was schon 1985 ausgerechnet die englischen Herausgeber zu Su-worows Artikel im Vorspann schrieben: „Historiker, die bisher unkri-

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tisch die These übernommen haben, daß Stalin das Opfer einer un-provozierten Aggression im Sommer 1941 war, mögen Anlaß haben, ihre Ansichten zu revidieren oder wenigstens zu modifizieren.” Mit der Anerkennung des Präventivcharakters des Ostkrieges gewinnt dieser auch eine ganz andere Bedeutung. Sicher hätten die nach Stalins Plan vorgesehenen und an Rußlands Westgrenze im Juni 1941 aufmarschierten mehr als zwanzig sowjetischen Armeen nach voller Angriffsentfaltung von der Deutschen Wehrmacht kaum aufgehalten werden können – sie waren nur noch Mitte 1941 in ihren Bereitstellungsräumen und teilweise noch „auf der Eisenbahn” verwundbar, und daher rühren auch die gewaltigen deutschen Anfangserfolge mit den Millionen Gefangener. Ebenso kann als sicher angenommen werden, daß die dann siegreich durch Deutschland vorrückenden Sowjettruppen nicht am Rhein angehalten hätten, sondern, vielleicht sogar von kommunistischen „Freunden” in den Ländern West- und Südeuropas herbeigerufen, bis zum Atlantik und Mittelmeer durchgestoßen wären.

Stalin hätte sich sein erklärtes Ziel der Weltrevolution und der Gewinnung ganz Europas bei so günstiger Gelegenheit wegen des Fehlens jedes echten Widerstandes nach Überwindung der  Deutschen kaum durch papierne Proteste von irgendeiner Stelle gefährden lassen, sondern zunächst einmal den ganzen Erdteil in seine Macht gebracht. Ein weiteres deutsches Abwarten 1941 wäre wohl unverantwortlich gewesen. Der deutsche Angriff vom Juni 1941 galt also dann doch auch der Verteidigung ganz Europas und kann den maßgeblich von den Deutschen getragenen Abwehrmaßnahmen gegen die immer wieder gegen unseren Erdteil anbrandenden Einfälle aus dem Osten seit den Zeiten der Hunnen, Ungarn, Mongolen und Türken an die Seite gestellt werden. Daß Ost- und Teile Mitteleuropas 1944/45 doch in die Hand der Sowjets fielen und schwere Jahrzehnte der Unterdrückung erdulden mußten, haben die kurzsichtigen Westal-lierten zu verantworten. Deutschland wollte dieses Unheil mit aller Macht verhindern.

Ansehnliche Teile der europäischen Jugend hatten nach 1941 diese Bedrohung Europas durch den Bolschewismus erkannt und nahmen an dem Opfergang im Osten teil. Den Überlebenden wurde nicht ge-

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dankt. Sie mußten auch später in ihrer Heimat ein schweres Schicksal erdulden. Nur die wenigsten von Ihnen erleben es noch, wenn nun langsam ihr freiwilliges Opfer anerkannt wird als das, was es  wirklich darstellte: Die Rettung wesentlicher Teile Europas und die Bewahrung europäischer Kultur und Freiheit vor östlichem Totalita-rismus/Bolschewismus.

Wie steht es nun mit dem Schuldvorwurf der Alliierten eines Angriffkrieges, den Deutschland vom Zaun gebrochen haben soll? Man wird den Begriff wohl so auslegen dürfen, daß ein Staat grundlos und unprovoziert aus reiner Machtpolitik oder aus Gründen von Gebietsraub angreift und überfällt.

Aber während die deutsche Reichsregierung vertragskonform anfangs nur sechs reguläre Divisionen  an der Ostgrenze stationierte, waren es zum gleichen Zeitraum schon über hundert sowjetische Divisionen in Westrußland. Bis Juni 1941 hatte die UdSSR schließlich die Feldstärke der Roten  Armee auf über fünf Millionen Mann erhöht, die offensiv gegenüber den deutschen Ostgrenzen stationiert waren. Insoweit sind die Reichsregierung und die in Nürnberg widerrechtlich hingerichteten deutschen Angeklagten vom Schuldvorwurf eines gegen die Sowjetunion gerichteten Angriffskrieges zu entlasten. Daß in Nürnberg 1946 und danach Justizmorde verübt wurden, haben inzwischen namhafte Persönlichkeiten auch aus dem alliierten Lager den Siegern zum Schuldvorwurf gemacht. Beispielhaft für eine völkerrechtskonforme Gesinnung stehen die Worte des einstigen britischen Generalanklägers in Nürnberg, Sir Hartley Shawcross: „Schritt für Schritt bin ich immer mehr zu der Überzeugung gekommen, daß die Ziele des Kommunismus in Europa finster sind. Ich klagte die Nationalsozialisten in Nürnberg an. Zusammen mit meinem russischen Kollegen verdammte ich die Nazi-Aggression und den Nazi-Terror. Hitler und das deutsche Volk haben den Krieg nicht gewollt! Nach den Prinzipien unserer Politik der Balance of Power haben wir, angespornt durch die ,Amerikaner’ um Roosevelt, Deutschland den Krieg erklärt, um es zu vernichten. Wir haben auf die verschiedenen Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geantwortet. Nun müssen wir feststellen, daß Hitler Recht hatte. Anstelle eines kooperativen Deutschlands, das er uns angebo-

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ten hatte, steht die riesige imperialistische Macht der Sowjets. Ich fühle mich beschämt und gedemütigt, jetzt sehen zu müssen, wie dieselben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter einem anderen Namen verfolgt werden und dieselbe Taktik hemmungslos Anwendung findet.” (Sir Hartley Chawcross, ehem. brit. Generalstaatsanwalt, in seinem Schreiben vom 16. Oktober 1985 an Mr. X. Y. Verl. Evert Seite 68.)

Im Gespräch mit dem japanischen Botschafter Yosuke Graf Oshima offenbarte Hitler, wie schwer ihm der Entschluß zum Präventivschlag gegen das rote Bedrohungspotential gefallen sei. Zuerst habe er überlegt, ob er Rußland ein Ultimatum stellen solle. Er, Hitler, war der Meinung, dann hätte Rußland entweder den Kampf aufgenommen, und das hätte Deutschland die größten Blutopfer abverlangt, oder die Russen hätten sich eventuell dreihundert Kilometer zurückgezogen, was im Zeitalter der Motorisierung wenig bedeute. (Schließlich haben die deutschen Truppen nach Kriegsbeginn kämpfend in drei Wochen siebenhundert Kilometer zurückgelegt.)

Weiter sagte Hitler am 14. Juli 1941 zu Oshima, er habe immer mehr Nachrichten von russischen Truppenkonzentrationen, und immer mehr Panzer seien angerollt. Eine gewaltige Macht habe sich gebildet in dem riesigen Raum, eine unermeßliche Aufgabe habe er vor sich gesehen. Er habe sein Volk und Europa von einer ungeheuren Gefahr befreit. Nie hätte er vor die Geschichte hintreten können, um sich deren Urteil zu unterwerfen, hätte er in der Abwehr der Gefahr gezögert. Am Beginn des Gesprächs teilte Hitler Oshima mit, daß seither (das heißt bis 14. Juli 1941) hinter der deutschen Front achttausend vernichtete, zurückgelassene oder erbeutete Panzer gezählt wurden. Ein Blick in das Kriegstagebuch der Deutschen Wehrmacht meldet den Abschuß oder die Vernichtung von über viertausend sowjetischen Militärflugzeugen in den ersten vier Kriegstagen. Zu Oshima sagte Hitler, in den ersten Kriegstagen seien haarsträubende, unfaßbare Meldungen bei ihm eingegangen. Tagesabschußziffern von vierhundert, sechshundert und achthundert russischen Panzern, und er,  Hitler, hätte wenig gewußt über die große Zahl grenznaher sowjetischer Militärflugplätze. In der Tat müssen wir im historischen Rückblick am Ende dieses Jahrtausends bei dem jetzt eingetretenen vielfachen und mehrfa-

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eben Staatsbankrott in den stalinistischen Ostblock-Satellitenstaaten vom Baltikum bis Tadschikistan und von Rumänien und Polen über die ehemalige Tschechoslowakei bis zum Balkan erkennen, welches furchtbare Schicksal die Völker Westeuropas von Sizilien bis Scapa Flow und Gibraltar getroffen hätte, wären deutsche Soldaten am 22. Juni 1941 der stalinistischen Offensive nicht entgegengetreten.

Sie alle würden heute wie die osteuropäischen Staaten im Staub der Geschichte liegen, von Versorgungsmängeln geplagt, mit wertlosem Spielgeld ausgestattet, von einem unproduktiven Kommandosozialismus und einer menschenverachtenden Ersatzreligion „beglückt”. Es liegt in der Ironie der Geschichte, daß Politiker und Funktionäre der EU und der NATO ihre materielle Existenz den Soldaten der Deutschen Wehrmacht und deren Millionen Gefallenen aus vielen europäischen Staaten im Ostfeldzug verdanken, die in einer Schicksalsstunde Europas und der Welt den Welteroberungsplänen Stalins entgegentraten. Eines ist heute nachgewiesen: Stalin wollte gegen das Deutsche Reich losschlagen, sobald die Deutsche Wehrmacht infolge der englischen Kriegserklärung und infolge der Friedensunwilligkeit des Churchill-Kabinetts in England gelandet wäre.

Als die Vertragsfalle Stalins von Berlin erkannt wurde, war es bei der personellen, materiellen und quantitativen Überlegenheit der roten Streitkräfte auch für die kampfstarke Deutsche Wehrmacht äußerst schwierig, Stalins offensiven Operationsplan „Gewitter” mit dem deutschen Gegenplan „Unternehmen Barbarossa” aufzuhalten oder gar auszuschalten.

Es wurde praktisch unmöglich, mit den schon bald einsetzenden amerikanischen Lieferungen von Rüstungsgütern (noch vor Amerikas Kriegseintritt) und der Schaffung einer zweiten und dritten Front durch die Landungen der Alliierten in Italien und der Nor-mandie.

Der deutsche Rußlandfeldzug von 1941 bis 1945 war im Grund ein Abwehrkampf für Europa, ein Überfall war er nachweislich nicht; er war ein Akt einmaliger Notwehr zur Abwehr eines kurz vor Ausführung stehenden fremdstaatlichen Angriffs, ein Notwehrakt, der durch das Völkerrecht gedeckt ist.

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Mit Recht fragt der sowjetische General Victor Suworow („Eisbrecher”, Seiten 408-409) die Siegermächte folgendes: „Ich verstehe nicht, warum die Richter des Interallierten Militärtribunal (IMT) in Nürnberg nicht das Bedürfnis verspürten und nicht so viel berufliche Ehrlichkeit aufbrachten, die wahren Urheber des Krieges ausfindig zu machen. Aber ich begreife nicht, warum dieselben ,Richter’ nach den Bekenntnissen von Admiral Kusnezow sich nicht umgehend in Nürnberg einfanden und einen Teil der Anklage gegen Keitel, Jodl, die Deutsche Wehrmacht und Deutschland insgesamt zurücknahmen?” Admiral N. G. Kusnezow, Volkskommissar der Kriegsmarine der UdSSR 1941, Autor des Buches „Am Vorabend” (Nakanune, Moskwa: Voenizdat, 1966), offenbarte in

„Eisbrecher” (Seite 231) folgendes Eingeständnis:

„I. W. Stalin hat diesen Krieg vorbereitet – seine Vorbereitung war umfassend und vielseitig, und er ging dabei von den von ihm selbst vorgesehenen Fristen aus. Hitler zerstörte seine Berechnungen.” Dies alles muß Europa bewußt werden und bleiben! Ein Wort zur Ehre des deutschen Soldaten allgemein, aber besonders des „Landsers” im Ost-Einsatz.

Es zählt zu den dunkelsten Stunden menschlichen Anstands, daß gerade über die Soldatengräber von Millionen deutscher Gefallenen, die im Grunde Westeuropa als Hort der Freiheit bewahrt haben, in verleumderischer Weise tonnenweise Kübel von Dreck geschüttet werden, während die wirklichen Greueltaten dieses Krieges verschwiegen werden. Der Vorgang ist beispiellos in der Geschichte der Völker. Er ist anwidernd und macht den Deutschen keine Ehre. „Man erkennt den Charakter eines Volkes daran, wie es, nach einem verlorenen Krieg, mit seinen Soldaten umgeht!” (Lloyd George, britischer Premier)

Die Soldaten der Deutschen Wehrmacht kämpften den größten und schwersten Kampf, der je  gekämpft worden ist. Sie fochten im Osten anfangs in einer Unterlegenheit von 3:10, ab 1944 von 2:10. Nach der Winterkrise vor Moskau verwandelte sich der „Rußlandkrieg” in ihren Augen zu einem „Durchhaltekrieg” und nach der Katastrophe von Stalingrad und der von den Alliierten 1943 geforderten „bedingungslosen Kapitulation”, wurde er für sie ein nationaler „Verteidigungs-

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krieg”. Und sie standen ihn bis zum letzten Tag durch: hoffnungslos, unerschütterlich, mit zusammengebissenen Zähnen. Sie standen ihn durch wie die Grenadiere Friedrich des Großen, die  Alte Garde Napoleons, die zerlumpten Kämpfer General Lees. Sie handelten und starben nach dem Bibelwort: „Niemand hat größere Liebe denn der, daß er sein Leben lasset für seine Freunde.” Es ist eben niemals umsonst zu kämpfen. Den Soldaten der Wehrmacht verdanken wir, daß nicht ganz Deutschland, ganz Europa dem Bolschewismus, dem Stalinismus zum Opfer fiel. Ihrem unnachgiebigen verzweifelten Kampf bis zum letzten Tag ist es zuzuschreiben, daß es zur Viermächte- Besetzung Berlins kam, womit das Scheitern der Spaltung Deutschlands bereits vorprogrammiert war. Viele bekannte Heerführer der Alliierten lobten die Wehrmacht als die „tapferste und disziplinierteste” Truppe des Zweiten Weltkrieges. Als Kulturvolk wird auch die deutsche Nation die Fahnen mit  Trauer, Stolz und Ehrerbietung vor dem Namen der Wehrmacht und ihrer Gefallenen senken müssen.

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