Judenverfolgung?

germanvictims.com – war es wirklich eine Judenverfolgung – warum haben die Juden den Krieg an die Deutschen Menschen erklaert – war das nicht Volksverrat – in vielen Laendern mit Todesstrafe beantwortet – aber nicht unter Hitler
 

Die ‘Verfolgung’ und ‘Vernichtung’ der Juden – Auszug aus Joachim Nolywaika “Die Sieger im Schatten ihrer Schuld.” 

http://vho.org/D/dsisis/index.html#Inhalt

Diese Beschuldigung Deutschlands durch die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges war bestimmt die schwerwiegendste von den bereits genannten Anschuldigungen. So wie Hitler es absolut mit den Juden nicht konnte, so konnten es auf der anderen Seite auch die Juden mit Hitler nicht.

Die Unversöhnlichkeit gegenüber dem Judentum beruhte unter anderem hauptsächlich auf seiner Überzeugung, daß das internationale Judentum die Hauptschuld am Ausbruch und Ausgang des Ersten Weltkrieges hatte.

In seinen Reden vor Beginn des Krieges 1939 warnte er ständig davor, daß sich die Geschichte wiederholen könnte, da auch jetzt wieder das Weltjudentum, vor allem die Finanzgewaltigen in England und Amerika, auf einen neuen Krieg hinarbeiten würden. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 verlief erstaunlich friedlich und unblutig, wenn man bedenkt,

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daß die linken Kräfte in der Republik, die Kommunisten und Sozialisten annähernd gleich stark wie  die Nationalsozialisten waren. In der damaligen Zeit wäre es gar nicht so ausgeschlossen gewesen, daß auch die Kommunisten die Macht hätten erringen können und die Weimarer Republik wäre eine rote

„Räterepublik” geworden, ein Satellit der Sowjetunion. Wie blutig ist dagegen die Revolution in Rußland ab 1917 und die französische Revolution, einhundertvierzig Jahre vor 1933, verlaufen.

Die antijüdische Einstellung der NS-Bewegung brachte es mit sich, daß es in den ersten Wochen und Monaten nach der Machtergreifung zu vereinzelten Ausschreitungen gegen Juden in Deutschland kam, die aber mehr oder weniger harmlos waren und bald abflauten. Trotzdem fühlte sich das Weltjudentum durch die Vorgänge in Deutschland bedroht, und das erste Spektakel internationalen Ausmaßes war die im Londoner „Daily Expreß” am 24. März 1933 veröffentlichte Jüdische Kriegserklärung” an Deutschland: „Das Judentum erklärt Deutschland den Krieg” – lautete die balkengroße Überschrift. Die wichtigsten Passagen dieser „Kriegserklärung” waren: „Juden der ganzen Welt schließen sich zusammen – Boykott deutscher Waren – Massendemonstrationen. Ganz Israel in der ganzen Welt schließt sich zusammen, um den Wirtschafts- und Finanzkrieg gegen Deutschland zu erklären . . . Vierzehn Millionen Juden, die über alle Welt verstreut sind, haben sich wie ein Mann zusammengeschlossen, um den deutschen Verfolgern ihrer Glaubensgenossen den Krieg zu erklären . . .

Das Weltjudentum hat sich entschlossen, nicht still zu halten angesichts dieses Wiederauflebens der mittelalterlichen Judenverfolgung. Deutschland wird einen hohen Preis für Hitlers Judengegnerschaft zu zahlen haben. Das Reich steht vor einem totalen Boykott in Handel, Finanz und Industrie.

In Europa und Amerika sind Pläne zu einem Gegenschlag gegen das hitlerische Deutschland gereift… Entschließungen in der gesamten jüdischen Handelswelt zielen auf einen Abbruch der Handelsbeziehungen mit Deutschland . . . Deutschland ist auf dem internationalen Geldmarkt, wo der jüdische Einfluß beträchtlich ist, hoch verschuldet . . . Druckmaßnahmen jüdischer Bankiers sind eingeleitet worden . . .

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Ein zusammengefaßter Boykott jüdischer Käufer wird voraussichtlich dem deutschen Ausfuhrhandel einen schweren Schlag versetzen. Jüdische Kaufleute in aller Welt waren Großabnehmer deutscher Waren. In Polen ist die Handelssperre gegen Deutschland bereits in Kraft. . .

Die bedeutendsten jüdischen Organisationen in den Hauptstädten Europas haben beschlossen, bei den Regierungen ihrer Länder vorstellig zu werden, um zu erreichen, daß diese der Unterdrückung der deutschen Juden Einhalt gebieten. Das alte und nun wieder geeinte Volk von Israel erhebt sich, um mit neuen und modernen Waffen den uralten Kampf gegen seine Unterdrücker aufzunehmen.” Unter dem Vorwand von „Hitlers Judengegnerschaft” wurde die übrige Welt zum Krieg gegen Deutschland gehetzt; wegen Hitlers „Judengegnerschaft” wurde Deutschland zerstört und in Deutschland eine Besatzungspolitik eingeleitet, die nur den einen Zweck verfolgt, das deutsche Volk moralisch und geistig zu vernichten. Diese „Judengegnerschaft” ist das einzige, was im öffentlichen Bewußtsein aus der Zeit des Dritten Reiches wachgehalten wird und scheint das herausragende Merkmal der ganzen nationalsozialistischen Geschichtsepoche zu sein. Seit dem 24. März 1933 ist „Hitlers Judengegnerschaft” der stets neue und als Motivierung nie versagende Vorwand für alle antideutschen Handlungen – und nicht nur für diese. Dieser Vorwand berechtigte die Juden, einen eigenen Staat in Palästina zu gründen – auch dieser „Rechtsanspruch” ist schon in der „Kriegserklärung” enthalten!

„Hitlers Judengegnerschaft” ist das drohende Gespenst am politischen Himmel eines jeden Staates.

Diejenigen, die „Hitlers Judengegnerschaft” den Krieg angesagt haben, haben ihren Krieg bekommen. Er kostete 50 Millionen Opfer. Um diese Zahl zu rechtfertigen, hat man „Hitlers Judengegnerschaft” ins Phantastische und Unglaubwürdige gesteigert. Nicht mehr der Weltkrieg mit seinen Millionen Gefallenen, Verjagten, Verschleppten, Ermordeten ist im allgemeinen Bewußtsein die Katastrophe dieses Jahrhunderts – es ist „Hitlers Judengegnerschaft” und die Opfer, die diese angeblich forderte.

Ende März 1933 wurde die US-Botschaft in Berlin auf Grund zahlreicher Protestkundgebungen angewiesen, einen genauen Bericht über

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die dortigen Judenverfolgungen zu erstatten. Staatssekretär Hüll teilte als Ergebnis dieses Berichtes dem Führer der jüdischen Protestbewegung in den USA, Rabbi Wise, mit:

„Der Bericht der Berliner amerikanischen Botschaft zeige, daß die während des Umschwunges in Deutschland kurze Zeit vorgekommenen Ausschreitungen und Kundgebungen gegen Juden und jüdische Geschäfte nunmehr als so gut wie beendet betrachtet werden könnten. Diese Kundgebungen seien von der Reichsregierung ernstlich mißbilligt worden, und Hitler als Führer der NSDAP habe seinen Parteigenossen befohlen, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten sowie Belästigungen von Ausländern und Störungen von Handel und Gewerbe, die möglicherweise zu internationalen Zwischenfällen führen könnten, zu vermeiden.

In Deutschland sei die Ansicht weit verbreitet, daß nach einer so weitreichenden politischen Neuregelung, wie der soeben erfolgten, gewisse Zeit verstreichen müsse, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann. Nach Ansicht der amerikanischen Botschaft in Berlin scheine diese Stabilisierung nunmehr erreicht zu sein.” (Kee-sing, Archiv der Gegenwart, 27. März 1933, 762 A) Zwei maßgebende Hamburger Juden, die Bankiers Max und Erich Warburg, verwahrten sich am 26. März 1933 in mahnenden Briefen an ihre Verbandskollegen in den USA gegen die dort betriebene Hetzpropaganda, die an „die schlimmsten Zeiten der Kriegspropaganda erinnere”. Die nationalsozialistische Revolution sei „mit einer in der Geschichte der Revolution bisher unbekannten Disziplin durchgeführt” worden. Sollten Juden in Übersee weiterhin einen Feldzug gegen das Reich führen, so würde dies nachteilige Folgen für die Juden in Deutschland haben. (D. Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert”, Seite 140.)

Der britische Historiker F. J. P. Veale zitiert die führende jüdische Zeitung Großbritanniens THE JEWISH CHRONICLE vom 8. Mai 1942 mit den Worten: „Wir Juden haben uns mit Hitler seit dem Tage seiner Machtergreifung im Kriege befunden.” Und am 24. März 1933 sei „in der ewig antideutschen Zeitung Daily Expreß” triumphierend verkündet worden: „Die jüdischen Menschen in der ganzen Welt haben Deutschland den wirtschaftlichen und finanziellen Krieg erklärt.”

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Veale: „Es kam zu einem immer intensiver werdenden Kampf; auf der einen Seite rücksichtslose Verfolgung, auf der anderen alle erdenklichen Maßnahmen, die Deutschland finanziell oder kommerziell Schaden zufügen und mithelfen konnten, Hitlers politischen Pläne zu durchkreuzen.” Es sei kaum anzunehmen, daß ein künftiger Historiker die zahllosen Erklärungen in der jüdischen Presse aller führenden europäischen Länder, besonders der Vereinigten Staaten, außer acht lassen werde, die den Fortgang dieses Feldzuges verzeichnet haben.

„Vor diesem Hintergrund von Rassenhaß, Anklagen und Gegenklagen, Propaganda, Gewalt und Boykott wurde das Spiel der Machtpolitik während der folgenschweren Jahre 1933 bis 1939 gespielt.” Es könne sein, daß dieser weltweite Feldzug, Hitlers Regime auf Biegen und Brechen zu stürzen, einen direkten Einfluß darauf gehabt hat, daß der Krieg 1939 ausgebrochen sei.

„Zumindest wird es vielleicht nie gelingen, einen derartigen direkten Einfluß, gestützt auf dokumentarisches Material, nachzuweisen. Der indirekte Einfluß dieses Feldzuges auf die Gedankengänge derer jedoch, die das Schicksal Europas in Händen hielten, kann kaum zu hoch bewertet werden.” (Veale, Seite 150 f.)

Sicher ist es für einen „demokratischen Staat” sehr ungewöhnlich, wenn ein führender Vertreter einer landesweit mächtigen Organisation in einer kontinentweitgehörten Radiosendung am 6. August 1933 zum „Heiligen Krieg” gegen ein fremdes Land aufruft. Für die USA des Herrn Roosevelt wäre dies auch nicht möglich gewesen, wenn sich dieser „Heilige Krieg” gegen ein anderes Land als Deutschland gerichtet hätte!

Doch dank FDR’s Schirmherrschaft und gleichgesinnter Ambitionen konnte sich damals dies der führende Mann der „World Jewish Eco-nomic Föderation” (Jüdische Weltwirtschaftsvereinigung), Samuel Untermeyer, risikolos leisten. Man stelle sich vor, etwas ähnliches hätte sich jemand im Dritten Reich erdreistet, – Hitlers „Kriegsverschwörung” wäre weltweit – mit Recht – gegeißelt worden! Untermeyer jedenfalls führte unverfroren aus:

„Jeder von uns, Jude oder Christ, der noch nicht für den heiligen Krieg angeworben ist, sollte sich sofort beteiligen! Es genügt nicht,

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keine in Deutschland hergestellte Ware zu kaufen. Wir müssen uns weigern, mit jedem Kaufmann oder Ladeninhaber Geschäfte zu machen, der solche Güter verkauft oder deutsche Schiffe und Transportmöglichkeiten benutzt. Zu unserer Schande sei es gesagt, daß es auch einige Juden gibt, die so wenig Würde und Selbstachtung haben, daß sie mit deutschen Schiffen reisen . . . Ihre Namen sollten weit und breit bekanntgemacht werden. Sie sind Verräter an ihrer Rasse . . . Deutschland hat sich aus einem Kulturland in eine wahre Hölle grausamer, wilder Tiere verwandelt . . .

Was wir vorhaben und weithin bereits tun, ist ein Wirtschaftsboykott, der das Hitler-Regime unterminiert und das deutsche Volk zur Vernunft bringt, indem man seinen Exporthandel zerstört, von dem seine Existenz abhängt.” (E. J. Reichenberger, „Wider Willkür und Machtrausch”, Graz- Göttingen, 1955, Seite 350.)

Hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen infolge des seit Jahresbeginn einsetzenden jüdischen Boykotts in gewisser Weise zu einer Art Handelskrieg entwickelt, und drohte diese Entwicklung in noch Schlimmerem zu enden, so gab es doch auch in den USA besonnene Männer, die um einen Ausgleich bemüht blieben.

Zu diesen gehörte der amerikanische Professor John F. Coar, der mit Hitler über das jüdische Problem  „ein sehr vertrauliches Gespräch” führte. Der Reichskanzler teilte ihm mit, er sei in dieser Frage zu  „außerordentlichen Konzessionen bereit, die nicht nur von Extremisten vom Schlage Wise, Untermeyer und Konsorten als absolut unerreichbar angesehen worden wären, sondern sogar von Leuten wie Ba-ruch, Finley und anderen.”

Voraussetzung hierfür sei eine Verständigung zwischen ihm und dem Präsidenten, mittels derer sowohl auf diplomatischem als auch regierungsamtlichem Verordnungswege in Übereinstimmung mit dem Präsidenten befriedigende Lösungen gefunden werden können. Das Thema sollte vertraulich vorbereitet werden, damit offizielle Schritte Erfolg versprechen, nicht mißdeutet und nur zur  Prestigeschädigung des Reichskanzlers ausgenutzt werden.

Professor Coar verließ Deutschland in gehobener Stimmung, überzeugt, den Schlüssel für eine allen Völkern dienende positive Wende

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in Händen zu halten. – Allein Roosevelt verwies diese Anregung in den Papierkorb. Er kam nie darauf zu sprechen. (Dirk Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert”, a. a. O., Seite 114. Dort weitere Quellenangaben: Coar an FDR, 12. September 1933 + 21. September 1933 in: Foreign Relations of the United Staates, National Archives, Washington, unveröffentlichte Aktenbestände des U. S. Department of State. Außerdem: Tagebuchnotiz vom 21. August 1933 im Krog-mann-Nachlaß, der Dirk Kunert im Mikrofilm verfügbar war.) Die in Deutschland lebenden jüdischen Gemeinschaften haben sich nach der „Kriegserklärung” vom 24. März 1933 veranlaßt gesehen, in der Weltöffentlichkeit gegen die völlig aus der Luft gegriffenen und ungerechtfertigten Vorwürfe einer in Deutschland stattfindenden „Judenverfolgung” zu protestieren.

Sie bestreiten nicht, daß es einzelne (und „einzelne” heißt wirklich nur einige, vielleicht zwei, drei, höchstens zehn und jedenfalls zählbare) Vorkommnisse gegeben hat, in denen ein Jude auf offener Straße von Passanten angegriffen wurde, daß einmal das Geschäft eines jüdischen Inhabers mit antijüdischen Parolen beschmiert wurde. Aber was sind solche vereinzelte Vorfälle in einem siebzig Millionen Volk, in dem es selbstverständlich auch einige geben wird, die – aus persönlichen oder anderen Gründen – eine Antipathie gegen Juden haben?

Mit einer staatlich gelenkten oder geförderten Judenverfolgung hat das nicht das geringste zu tun. Daß die Juden, die in Deutschland lebten, diese vernünftige und objektive Einstellung hatten, zeigen die nachstehenden Zitate. Darüber hinaus enthüllt sich in ihnen – für lange Zeit zum letzten Mal – das Antlitz eines Judentums, das sich einmal in Deutschland zu Hause fühlte und dem die Ehre und das Ansehen seines deutschen Heimatlandes ein inneres Lebensbedürfnis war. Am Freitag, dem 24. März 1933, dem Tag der Veröffentlichung der jüdischen „Kriegserklärung” im „Daily Express”, richtete der Vorsitzende des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten”, Dr. Löwenstein, ein Schreiben an die Botschaft der USA mit folgenden Hauptsätzen: „Wir erhielten Kenntnis von der Propaganda, die in ihrem Land über die angeblichen Greueltaten gegen die Juden in Deutschland gemacht wird. Wir halten es für unsere Pflicht, nicht nur im vaterländischen In-

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teresse, sondern auch im Interesse der Wahrheit, zu diesen Vorgängen Stellung zu nehmen.

Es sind Ausschreitungen vorgekommen, die zu beschönigen gerade uns bestimmt fernliegt. Wir legen Wert auf die Feststellung, daß die Behörden energisch gegen Ausschreitungen vorgegangen sind, wo immer die Möglichkeit des Eingreifens vorlag. Wir wissen, daß die Regierung und alle führenden Stellen die vorgefallenen Gewalthandlungen auf das schärfste mißbilligen.

Es ist aber auch unseres Ermessens an der Zeit, von der unverantwortlichen Hetze abzurücken, die von sogenannten jüdischen Intellektuellen im Ausland gegen Deutschland unternommen wird . . . Ihre Berichte strotzen vor Übertreibungen. Wir wären der Botschaft der Vereinigten Staaten sehr dankbar, wenn sie dieses unser Schreiben unverzüglich nach Amerika kabeln würde. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V.”

In einer Botschaft an die Frontkämpfer der Welt vom gleichen Tag hieß es:

„Die Greuelpropaganda lügt. Die Drahtzieher sind politische und wirtschaftliche Interessenten. Die jüdischen Literaten, die sich dazu brauchen lassen, haben früher in Deutschland uns jüdische Frontsoldaten verhöhnt.

Ihr Kameraden werdet am wirksamsten der Beruhigung Deutschlands nützen, wenn ihr als ehrenhafte Soldaten Eure Stimme erhebt gegen die unritterliche und ehrenkränkende Behandlung Deutschlands seit vierzehn Jahren.”

Weitere Botschaften an führende Juden in Amerika wurden gerichtet von der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland”, und in den jüdischen Zeitungen erschienen mehrere diesbezügliche Artikel. So schrieb das „Berliner Tageblatt” vom 1. April 1933: „Deutschland wird von einer ungeheuren Schmutzwelle umbrandet. Alle Nutznießer des Versailler Diktats, die schon den Zusammenbruch ihrer Gewaltpolitik gegen Deutschland unwillig anerkennen mußten, schöpfen neue Hoffnung. Als Antwort auf die Dokumentation des Freiheitswillens des deutschen Volkes entfachen sie die Greuelpropaganda, die nur wenig hinter den Lügenberichten in der Kriegszeit zurücksteht. . .

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Es kann nicht bestritten werden, daß sich an der Greuelhetze im Ausland auch deutsche Juden mit weithin bekannten Namen führend beteiligt haben, . . . die in einer unverantwortlichen Weise das deutsche Volk zu diffamieren suchen.”

So weit einige Ausschnitte der prodeutschen Äußerungen, die in jenen Tagen von jüdischer Seite gemacht wurden. Die jüdische Kriegserklärung, die anti-deutsche Greuelhetze, die Boykottbewegung – all das wurde natürlich auch von der deutschen Reichsregierung zur Kenntnis genommen. Sie   reagierte jedoch gelassen, nicht zuletzt, weil sie alle Hände voll zu tun hatte, um mit der innerdeutschen Erbschaft fertig zu werden, die sie von ihren Vorgängern übernommen hatte.

Immerhin fand am Samstag, dem 1. April 1933, als Antwort auf die von jüdischer Seite veranlaßte Hetze gegen Deutschland, ein halbtägiger Boykott jüdischer Geschäfte statt. Diese etwas klägliche Angelegenheit steht in den heutigen Aufstellungen über die „Vernichtung des jüdischen Volkes im Nazi-Deutschland” meistens an erster Stelle. Tatsächlich hat sie kaum irgendeinen Schaden angerichtet, ja, sie wurde sogar von den frommen Juden begrüßt, da ihnen die Samstagsarbeit ihrer Glaubensgenossen schon immer ein Dorn im Auge war. Nach den jüdischen Gesetzen ist der Samstag absolut arbeitsfrei zu halten; es dürfen auch keine Geschäfte gemacht werden. Mit der gleichen Einstellung wurden im übrigen auch die „Nürnberger Gesetze” kommentiert, zumindest jene Verordnung, die die Eheschließung zwischen Juden und Deutschen untersagt. Joel König schreibt in seinem Erlebnisbericht „Den Netzen entronnen” von seinem Vater, einem Rabbiner:

„Für ihn entsprachen die Judengesetze des Dritten Reiches jenen Gesetzen der Thora, die von den deutschen Juden oft übertreten wurden. Die Juden machten am Schabbat Geschäfte; also wurden die jüdischen Geschäfte an einem Schabbat boykottiert. Sie verheirateten sich mit Andersgläubigen; also wurden die Nürnberger Gesetze erlassen.”

Die bekannte jüdische Philosophin und Schriftstellerin Hannah Arendt, die als Beobachterin des Eichmann-Prozesses in Jerusalem allen Sitzungen beiwohnte und in einem Buch zusammenfaßte,

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schreibt über die „Nürnberger Gesetze”: „ . . . Die israelischen Bürger, ob religiös oder nicht, scheinen sich darüber einig zu sein, daß es erstrebenswert ist, ein Gesetz beizubehalten, das die Eheschließung mit Nichtjuden verbietet. .. Wie dem auch sei, die Unbekümmertheit, mit der der Ankläger die berüchtigten Nürnberger Gesetze von 1935 anprangerte, in denen Eheschließung und Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Deutschen verboten wurden, verschlug einem einigermaßen den Atem. Die besser unterrichteten Korrespondenten waren sich der Ironie recht gut bewußt. . .”

Der Kommentar von Frau Arendt, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, zeigt, wie wenig gerade Juden Veranlassung haben, sich über die Nürnberger Gesetze aufzuregen. Man ist an das Sprichwort erinnert: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!” (Hannah „Eichmann in Jerusalem”, Seite 30 und Seite 50.)

Ungeachtet der Aufrufe deutsch-jüdischer Verbände an ihre Glaubensgenossen im Ausland ging dort die Deutschenhetze weiter, und die Boykottbewegung breitete sich aus.

Einer der eifrigsten Hetzredner gegen Deutschland war in jenen Jahren Wladimir Jabotinsky, Führer der Zionistisch-Revisionistischen Partei Sektion Europa mit Hauptsitz in Paris. Seinen „Anti-Hitler- Kreuzzug” im großen Stil begann er im April 1933 mit einer Ansprache über Radio Warschau, in welcher er zum weltweiten Boykott Deutschlands aufrief. Dann folgten in rascher Folge neun- undsechzig Massenveranstaltungen in allen größeren Orten Osteuropas.

Zur wirkungsvollen Durchführung des Boykotts suchte er seine Verbündeten bei der Masse des Volkes, den Verbrauchern. Seine Listen mit Wirtschaftsgütern „annehmbaren Ursprungs” lagen in allen Haushaltungen. Er nahm Einfluß auf die Zeitungsredaktionen und erreichte, daß diese Reklame- Anzeigen für in Deutschland hergestellte Güter nicht annahmen. Unzählige Anrufe, Versammlungen, Zeitungsartikel, Ansprachen hatten in den folgenden Monaten  und Jahren allein den Zweck, die Weltmeinung gegen Deutschland und die „Hitler-Pest” aufzuwiegeln und die übrigen Völker zu einem Vernichtungskrieg gegen Deutschland

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zusammenzutrommeln. „Das jüdische Volk ist nicht nur von einer bestimmten politischen Partei in Deutschland bedroht – sein Feind ist die deutsche Nation als Ganzes.”

Vom ersten Tag an verlangte er einen weltweiten jüdisch-deutschen Krieg. Das Schicksal der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die logischerweise darunter am meisten leiden würden, war dabei mindergewichtig, da sie nur „einen ganz kleinen Teil der Weltjudenheit” darstellten.

„Es gibt nur eine Macht, die wirklich zählt, und dies ist die Macht des moralischen Druckes. Wir Juden sind die mächtigste Nation der Welt, weil wir diese Macht haben und sie anzuwenden verstehen!” (Wladimir Jabotinsky, laut „Jewish Daily Bulletin”, New York, vom 27. Januar 1935.)

Ein Höhepunkt der Hetze gegen Deutschland in den USA war der im New Yorker Madison Square Garden von jüdisch-amerikanischen Organisationen groß aufgezogene „Prozeß der Zivilisation gegen Adolf Hitler” mit dessen Verurteilung wegen „Verbrechen gegen die Zivilisation” am 7. März 1934. Die US-Regierung weigerte sich, derartige diskrimierende Veranstaltungen mäßigend zu beeinflussen oder im nachhinein zu entschuldigen oder sich davon zu distanzieren.

Dabei war sich die US-Regierung sehr wohl darüber im klaren, daß der von jüdischen Organisationen in den USA sowie in anderen Ländern organisierte Boykott deutscher Waren zwecks Existenzvernichtung des Nationalsozialismus und die damit verbundenen weitgehend auf unqualifizierten und verlogenen Behauptungen gestützten Propagandakampagnen die wirtschaftliche Lage Deutschlands bereits damals stark beeinträchtigt hatten und die Beziehungen beider Länder nachhaltig belasteten. (Charles C. Tansill, „Die Hintertür zum Kriege”, 1957, S. 320.)

Wilhelm Gustloff, 1895 in Schwerin geboren, lebte ab 1917 als Angestellter eines schweizerischen Forschungsinstituts in Davos. Dort schloß er sich der nationalsozialistischen Bewegung an und wurde 1932 Leiter der Landesgruppe Schweiz. Da er lungenkrank war, lebte er ziemlich zurückgezogen. Am 4. Februar 1936 wurde er von dem jüdischen Mörder Frankfurter erschossen.

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Der Mörder, ein zweiundzwanzigjähriger gescheiterter Student, dessen Familie sich von ihm losgesagt hatte, war nach Davos gekommen, wie er nach der Tat bei seiner Vernehmung aussagte, um „einen prominenten Vertreter des Nationalsozialismus zu töten”. Später ließ er durchblicken, daß er Hintermänner gehabt habe, die ihn zu dieser heroischen Tat angestiftet hätten.

Die jüdische Presse feierte ihn als neuen „David”, der den Riesen Goliath erschlagen habe. Der jüdische Journalist Emil Ludwig schrieb eine Art „Heldenepos”: „Der Mord in Davos.” Da in Graubünden, zu dem Davos gehörte, auf Mord keine Todesstrafe drohte, hatte der Mörder diesen Kanton auserwählt.

Frankfurter wurde zu der Höchststrafe von sechzehn Jahren Strafhaft verurteilt. Nach 1945 wurde er aus der Haft entlassen. Aus dem Vorspann eines Fernsehfilms, der vor einigen Jahren über die deutschen Sender ausgestrahlt (und Ende 1979 wiederholt) wurde, konnte man entnehmen, daß Frankfurter nach Israel ging und dort von einer „Wie-dergutmachungs-Entschädigung” lebte, die der westdeutsche Teilstaat ihm zahlte.

Der bekannte Jurist, Professor Friedrich Grimm, hatte als Anwalt der Nebenklägerin, Frau Gustloff, auch an diesem Prozeß in Chur teilgenommen. Er war noch Jahre später davon überzeugt, daß Frankfurter Hintermänner gehabt haben muß. „Die ganze Art seiner Verteidigung und die Vorbereitung der Tat sprachen dafür, daß er nur ein Werkzeug war, und die Drahtzieher anderweitig zu suchen waren . . . Starke Indizien sprachen gegen den Kreis um die ,Lica’.” Aber auch hier fehlte der eindeutige Nachweis, ohne den in einem Rechtsstaat keine Tatsache als erwiesen gilt.

Am 7. November 1938 ereignet sich in der deutschen Botschaft in Paris wieder ein Mord, der große Ähnlichkeit mit der Bluttat in Davos 1936 auf weist.

Der erst siebzehn Jahre alte Jude Herschel Feibel Grynspan schießt auf einen Angehörigen der deutschen Botschaft, Legationssekretär vom Rath, und verletzt ihn schwer. Zwei Tage später erliegt vom Rath seinen Verletzungen.

Auch hier wurde das Motiv der Tat endgültig nicht aufgeklärt, und auch hier wiesen Spuren zur jüdischen Organisation „Lica” hin. Der

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Täter wurde 1940 nach der Niederlage Frankreichs an die deutschen Behörden übergeben. Er wurde einige Male verhört, aber in keinem Prozeß abgeurteilt. Der Hetzpropaganda zufolge, sollte er ohne Verfahren getötet worden sein. Doch Herschel überlebte den Krieg -wahrscheinlich in einem deutschen Gefängnis – und ging nach Kriegsende, unter verändertem Namen – schließlich war er auch nach 1945 noch ein Mörder – wieder nach Paris. Erstaunlich, daß sogar jüdische Mörder diese Zeit überlebten!

Die deutsche Presse machte aus der auch in der Bevölkerung herrschenden Empörung über den Mordanschlag auf vom Rath kein Hehl. In einem Leitartikel vom 8. November 1938 wetterte der „Völkische Beobachter” wie folgt:

„Es ist klar, daß das deutsche Volk aus dieser neuen Tat seine Folgen ziehen wird. Es ist ein  unmöglicher Zustand, daß in unseren Grenzen Hunderttausende von Juden noch ganze Ladenstraßen beherrschen, Vergnügungsstätten bevölkern und als ausländische Hausbesitzer das Geld deutscher Mieter einstecken, während ihre Rassengenossen draußen zum Krieg gegen Deutschland auffordern und deutsche Beamte niederschießen.

Die Linie von David Frankfurter zu Herschel Grünspan ist klar gezeichnet. Wir können heute schon in der jüdischen Weltpresse erleben, daß man sich auch diesmal bemüht, den Täter reinzuwaschen und  zu verherrlichen und den Niedergeschossenen zu verdächtigen.” Besonderes Verständnis fand die Mordtat des Grünspan bei der jüdischen Bevölkerung in den USA. Dort sammelte Dorothy  Thompson, eine bekannte Skandal-Journalistin, eine beträchtliche Summe für den „armen,  heroischen” jungen Mann.

Die unmittelbare Folge dieser Bluttat am deutschen Diplomaten vom Rath waren die Ausschreitungen am 9. November 1938 in den Abend-und Nachtstunden gegen jüdische Geschäfte und Synagogen, bekannt unter der Bezeichnung „Reichskristallnacht”. Fast alle Zeitgeschichtler waren der Ansicht, daß dieses Vorgehen gegen die Juden von „oben” angeordnet wurde. Erst in jüngster Zeit mehren sich Stimmen, daß es doch anders gewesen sein könnte.

Denn nichts hat dem damaligen Deutschen Reich mehr geschadet als die Vorgänge in jener Nacht. Die damals gerade wieder beginnende

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Achtung Deutschlands in der übrigen Welt hätte doch keine führende Persönlichkeit der Reichsregierung auf diese Art und Weise verspielen wollen. Für diese Ansicht spricht auch, daß die Ausschreitungen, angezettelt vom Pöbel und undurchsichtigen Elementen, nicht allerorts und gleicher Stärke stattfanden. Ein von „oben” befohlenes und gelenktes Unternehmen von Brandstiftern und Schlägerbanden hätte erstens andere Ausmaße angenommen, und zweitens hätte es kaum die Zustimmung und Mitwirkung von größeren Teilen der Bevölkerung finden können, wie das in Polen oder Rußland möglich ist…

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Auswanderung und Umsiedlung

Die schon erwähnte gegenseitige Unversöhnlichkeit zwischen Hitler und der NSDAP auf der einen und dem Weltjudentum auf der anderen Seite und der eben geschilderten Vorkommnisse im November 1938 hatte zur Folge, daß die Anstrengungen, die Juden in Deutschland zur Auswanderung zu bewegen, verstärkt wurden. Hermann Göring wurde beauftragt, die bis dahin auf verschiedene Ämter verteilten Ressorts zur Judenauswanderung zusammenzufassen. Die „Reichszentrale für die jüdische Auswanderung” wurde gegründet. Ihre Hauptaufgabe war, den jüdischen Bürgern, die sich zur Auswanderung entschlossen hatten, weitgehend Unterstützung zu gewähren und die Abwicklung der notwendigen Formalitäten zu erleichtern. U. a. wurden sie z. B. von der Zahlung der

„Reichsfluchtsteuer” befreit -eine Abgabe, die damals jeder Deutsche zu entrichten hatte, der ins Ausland übersiedelte. Die Aufrechterhaltung ihrer persönlichen finanziellen Ansprüche wurde gewährleistet, das heißt eventuelle Renten, Pensionen oder andere Bezüge wurden ihnen an ihren zukünftigen Aufenthaltsort überwiesen. Auf Kosten der Reichsregierung wurden Umschulungslager eingerichtet, in denen die auswanderungswilligen Juden einen anderen Beruf erlernen konnten, um sich den Gegebenheiten im neuen Land besser anpassen zu können. Zumeist handelte es sich da um ein Handwerk oder die Landwirtschaft.

Die Transferierung ihres Vermögens wurde großzügig gehandhabt -ein Vorteil, den sie gegenüber deutschen Auswanderern hatten, da die-

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sen die Mitnahme ihres Vermögens gesetzlich nicht gestattet war. Den minderbemittelten Juden wurden durch die Reichszentrale die zur Auswanderung erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Als entsprechende Organisation auf jüdischer Seite wurde die „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland” ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe war es, die Juden in Auswanderungsfragen zu beraten und ihre Rechte gegenüber der „Reichszentrale” wahrzunehmen. Der Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der Kristallnacht und der Förderung der jüdischen Auswanderung durch Schaffung dieser beiden Organisationen wurde in der ersten Sitzung der Reichszentrale für die jüdische Auswanderung, am 11. Februar 1939, ausdrücklich festgestellt.

„Nach einem kurzen Rückblick auf die Ereignisse am 9./10. November 1938 und die insbesondere durch diese Entwicklung geschaffene Notwendigkeit zur einheitlichen Bearbeitung der Judenauswanderungs-frage, legte SS-Gruppenführer Heydrich die Aufgabe der Reichszentrale im einzelnen dar und ging zunächst auf den Rublee-Plan ein. Dieser sollte eine Grundlage für eine organisierte jüdische Massenauswanderung bilden.” (Vogel, „Ein Stempel hat gefehlt”, Seite 292.) Bereits im Mai 1933 wurden mit der Gründung der „Haavara” die Anfänge einer organisierten Auswanderung der Juden aus Deutschland gelegt. Diese Organisation ermöglichte Tausenden von deutschen Juden einen geordneten Transfer nach Palästina unter Mitnahme ihrer Habe und ihres Vermögens. Auswandernde Juden zahlten ihre Vermögenswerte in Deutschland auf ein Sperrkonto ein und erhielten dafür in Palästina Waren, Haus- und Landbesitz. Mit den auf dem Sperrkonto eingezahlten Reichsmarkbeträgen bezahlte die palästini-sche Vertragsfirma aus Deutschland importierte Waren. Das erste Abkommen dieser Art wurde im Mai 1933 zwischen dem Reichswirtschaftsministerium und der palästinischen Zitrus-Pflanzen-gesellschaft „Hanotea Ltd.” getroffen. Einer der ehemaligen Berater der Haavara, der jüdische Bankfachmann und Wirtschaftsexperte Dolf Michaelis, beschreibt es so:

„Das Abkommen mit diesem Ministerium sah vor, im Rahmen von einer Million Reichsmark Auswanderern oder solchen, die später auswandern wollten, die Genehmigung zu erteilen, durch Zahlung auf ein

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Sperrkonto der Hanotea – bis zu RM 40 000 im Einzelfall – sich eine Heimstätte in Palästina zu schaffen. Die Hanotea verpflichtet sich vertragsgemäß, dem Transferenten als Gegenwert ein Haus oder eine Zi-truspflanzung zur Verfügung zu stellen, die er selbst bewirtschaften konnte; er konnte sie aber gemäß einem Sondervertrag durch die Hanotea bewirtschaften lassen.

Die Hanotea-Gesellschaft ihrerseits erwarb mit den auf ihr Sperrkonto eingezahlten Reichsmarkbeträgen Waren für ihren eigenen Bedarf, wie z. B. Röhren, landwirtschaftliche Maschinen, Pumpen usw.” (Werner Feilchenfeld/Dolf Michaelis/ Ludwig Pinner, „Haavara-Transfer nach Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933-1939″, Tübingen 1972, Seite 24.)

Das Abkommen wurde bald erweitert und auf andere Treuhandfirmen ausgedehnt, die zum Transfer genehmigten Summen wurden beträchtlich erhöht, oder die Limitierung wurde aufgehoben. Im Jahr 1936 übernahm die Jewish Agency die Haavara und löste die einzelnen Treuhandfirmen ab. Dieses Abkommen hatte eine Laufzeit von über acht Jahren. Auch nach Kriegsausbruch waren die deutschen Behörden bereit, den Haavara-Transfer fortzusetzen, da sie den Standpunkt einnahmen, daß das dem Völkerbund unterstehende Mandatsland Palästina nicht im Krieg mit Deutschland sein könne.

Erst die Einbeziehung von Palästina in die Kriegsorganisation des Britischen Empire machte den direkten Transfer nach dorthin unmöglich. Weiterhin konnten jedoch deutsche Juden über eine Zweigstelle der Haavara in London, der „Intria”, unter Einschaltung neutraler Länder ihren Vermögenstransfer nach Palästina bewerkstelligen. Erst im Dezember 1941, als Amerika in den Krieg eintrat, war die Verbindung abgebrochen.

Durch die Haavara wurde jedoch nicht nur den vermögenden Juden die Auswanderung ermöglicht, sondern auch den minderbemittelten. (Die „Kapitalisten” bildeten eine eigene Einwanderer-Kategorie, „A l”; für sie gab es keine Einwanderungsbeschränkung.) Da die in Deutschland eingezahlten Summen bei weitem den Warenbedarf des kleinen Jischuw in Palästina überstiegen, wurden aus den angesammelten Beträgen langfristige Kredite an die auswanderungswilligen

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Juden gegeben, die die Mittel dazu nicht besaßen. Praktisch war durch die Haavara jedem Juden die Auswanderung möglich, sofern er nach Palästina wollte.

„Die durch den deutschen Kapitalfluß ermöglichte wirtschaftliche Betätigung und die Transaktionen der Haavara für den privaten und öffentlichen Sektor waren von größter Bedeutung für den Aufbau des Landes. Viele neue Industrie- und Handelsbetriebe sind damals im jüdischen Palästina entstanden, und eine Reihe von Gesellschaften, die heute noch für die Wirtschaft des Staates Israel erhebliche Bedeutung haben, verdanken der Haavara ihre Gründung. Dazu gehört z. B. eine der lebenswichtigsten Einrichtungen Israels, die das ganze Land mit Wasser versorgende Gesellschaft ,Mekoroth’.

In den Jahren 1933-1940 wurde das jüdische Siedlungswerk an Umfang und Produktion verdoppelt. Das war allein möglich durch die Siedlungskredite, die im Rahmen des Haavara-Abkommens entstanden waren.” (Feilchenfeld/Michaelis/Pinner, a. a. O., Seite 56, 58, 59, 105, 108.) Es ist klar erwiesen, daß die Haavara dadurch, daß sie den Juden aus Deutschland die Einwanderung ermöglichte, den Grund legte für den späteren Staat Israel. Ohne das deutsche Kapital, ohne das Fachwissen, die Initiative und die Energie der Juden aus Deutschland hätte es keinen Staat Israel gegeben. Sie erst haben auch die Einwanderung ärmerer Juden aus anderen Teilen der Welt durch den Ausbau der Siedlungen und der Industrie ermöglicht.

Wohl selten hat ein einzelnes Abkommen mehr zur Entstehung eines Staates beigetragen als die Haavara zur Gründung Israels. Wer mit dem „Geist der Zeit” vertraut ist, wird sich nicht wundern, daß in heutigen Geschichtsdarstellungen über den Staat Israel die Haavara nicht einmal erwähnt wird. Wenn man das täte, müßte man ja zugeben, daß das nationalsozialistische Deutschland, das doch die Juden ausrotten wollte, in Wirklichkeit durch dieses großzügige Auswanderungsabkommen erst den Grundstein für den heutigen Staat Israel gelegt hat. Was Herzl erträumt hatte, ist durch die Haavara Wirklichkeit geworden: die gesamte legale Einwanderung von Juden aus Deutschland ging in einem organisierten Rahmen vor sich, wobei die Haavara die Rolle der von Herzl vorgeschlagenen „Jewish Company” übernahm und für die Abwicklung des Vermögenstransfers sorgte.

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Trotz auftretender Belastungen für den deutschen Devisenhandel entschied Adolf Hitler wiederholt, daß die Auswanderung der Juden mit allen Mitteln zu fördern sei und eine Aufhebung des Haavara- Abkommens nicht in Frage komme. Die Folge dieser Führer-Entscheidungen war, daß die Haavara bis ins Jahr 1941 hinein in Kraft blieb. Um der Welt zu zeigen, daß man für die eine neue Heimat suchenden Juden auch etwas tun wolle, tagte auf die Initiative von Präsident Roosevelt hin im Sommer 1938 im Schweizer Kurort Evian-les-Bains am Genfer See eine internationale Flüchtlingskonferenz. Vertreter von zweiunddreißig Staaten trafen sich vom 6.-15. Juli zu geheimen Besprechungen, in denen über Hilfsmöglichkeiten für die aus Deutschland auswandernden Juden beraten werden sollte. Alle Konferenzteilnehmer waren sich einig, daß die Auswanderung der Juden eine unerhörte Grausamkeit der deutschen Regierung sei und die Lage erfordere sofort eine internationale Zusammenarbeit. Jeder einzelne Abgesandte hielt eine flammende Rede gegen den deutschen Antisemitismus und erklärte, daß speziell sein Land leider nicht in der Lage sei, durch die Aufnahme einer größeren Zahl von Einwanderern zu helfen.

Nach zehn Tagen brachen die Abgesandten der zweiunddreißig Nationen ihre Zelte am Genfer See wieder ab und reisten nach Hause. Übrig blieb Georg Rublee und das „Zwischenstaatliche Komitee der Evian-Konferenz”. Das Komitee war gegründet worden, um den Schein zu wahren und so zu tun, als ob man weiterhin um das Schicksal der Juden aus Deutschland besorgt sei. Das Beste am Komitee war der gewählte Direktor, Rechtsanwalt Georg Rublee aus den USA, ein Mann mit einem ungewöhnlichen Durchsetzungsvermögen, tiefem humanitärem Engagement und der Fähigkeit, schwierige Probleme mit sanfter Hand zu lösen.

Rublee blieb bis Ende Februar 1939 auf diesem Posten. In den sieben Monaten seiner Tätigkeit hatte er sich nicht zuletzt mit der Gleichgültigkeit der übrigen Komitee-Angehörigen herumzuschlagen. Etwa fünfundzwanzig Jahre später veröffentlichte er einen Bericht über diese seine Arbeit, in dem er sagte:

„Ich stellte bald fest, daß weder in britischen Regierungskreisen, noch im Diplomatischen Corps besonderes Interesse an meiner Ar-

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beit bestand. Der amerikanische Botschafter Joseph P. Kennedy zeigte nur geringes Interesse und ließ mir nie wesentliche Unterstützung angedeihen. Ich vermutete . . ., daß auch Präsident Roosevelt kein sonderliches Interesse zeigte. Ich vermute, daß der Präsident gedacht haben mag, daß irgendeine Geste nötig sei, um die durch die Judenverfolgungen erzeugte Empörung zu besänftigen.” (Vogel, a. a. O., Seite 230.)

Wenn man heute die Evian-Konferenz irgendwo erwähnt, geschieht es regelmäßig mit der Bemerkung, daß keinerlei Wirkung von ihr ausgegangen sei und auch die Bemühungen des

„Zwischenstaatlichen Komitees” im Sande verlaufen wären. Von jüdischer Seite wird an dieser internationalen Konferenz die Gleichgültigkeit der Welt gegenüber der Judenverfolgung demonstriert. Die ehemaligen Teilnehmerstaaten betonen die Hilflosigkeit freiheitlicher Demokratien im Angesicht der Brutalität der „braunen Diktatur”. Damit wird der Sachverhalt ins völlige Gegenteil verkehrt. Zwar waren es tatsächlich nicht die „freiheitlichen Demokratien” und ihre internationalen Konferenzen, die irgendeinen realitätsbezogenen Hilfsplan aufstellten. Jedoch die deutsche Regierung, die „brutale braune Diktatur”, unterzeichnete im Februar 1939 nach knapp vierwöchigen Verhandlungen mit Georg Rublee ein Geheimabkommen, das in eingeweihten Kreisen als

„sensationell, ganz außergewöhnlich, liberaler und großzügiger, als man erwartet hatte” bezeichnet wurde. Und das Abkommen war wirklich sensationell: Gegen den Willen von Chaim Weizmann, dem Präsidenten der Jewish Agency, gegen den Widerstand englischer, französischer und amerikanischer Juden wurde für die auswandernde jüdische Bevölkerung ein Hilfsprogramm aufgestellt, das die Umsiedlung von mehr als 400 000 Juden finanziell sichergestellt hätte.

Ohne Vermögens Verluste, falls erforderlich, nach einer von der deutschen Regierung geförderten Ausbildung zu bestimmten im Einwandererland bevorzugten Facharbeitern, hätten die jüdischen Familien Deutschland verlassen und in einem Land ihrer Wahl eine neue Heimat finden können. Auch die – aus anderen als kriminellen Gründen – in Lagern festgehaltenen Juden sollten die Genehmigung zur Auswanderung erhalten.

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Außer der in Etappen zu erfolgenden Freistellung der jüdischen Vermögen und der Umschulung gingen die deutschen Behörden sogar noch weiter, um Juden die Aufnahme in einem anderen Land zu erleichtern: eventuelle Eintragungen im Strafregister sollten getilgt werden, soweit das möglich und zu verantworten war. Den Juden über fünfundvierzig Jahren blieb es freigestellt, ob sie ebenfalls auswandern oder in Deutschland bleiben wollten. Ihnen wurde garantiert, daß sie in Deutschland in Ruhe leben, volle Bewegungsfreiheit genießen und arbeiten könnten, wo sie wollen. Die Älteren, nicht mehr arbeitsfähigen sollten in ein Sozialprogramm eingegliedert werden, das ihnen einen sorglosen Lebensabend ermöglichte.

Mit Inkrafttreten dieses Programms sollten Restriktionen gegen Juden (Reichsbeschränkungen, Berufsverbote) weitgehend aufgehoben werden. (Vogel, a. a. O., Seite 247-251, Quelle Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Inland II A/B 83/-.)

Schwierigkeiten entstanden durch die Weigerung vieler Länder, jüdische Einwanderer bei sich einreisen zu lassen. So erklärte auch der amerikanische Präsident Roosevelt anläßlich einer Pressekonferenz am 15. November 1938 ausdrücklich, daß eine Erhöhung der Einwanderungsquote für Immigranten aus Deutschland nicht beabsichtigt sei. Nach Ansicht des amerikanischen Unterstaatssekretär Sumner Welles in seinem Buch „My Mission to Europe” hätten hinter dieser Entscheidung „einflußreiche jüdische Führer” Amerikas gestanden, die strikt gegen ein Anwachsen der jüdischen Einwanderer aus Deutschland seien.

Auch die finanzielle Seite fand schließlich eine zufriedenstellende Regelung. In England wurde eine Gesellschaft mit einem Kapital von einer Million Dollar gegründet, deren Direktor Paul von Zeeland, Ministerpräsident von Belgien, war. Unterredungen, die der amerikanische Vertreter des Evian- Komitees, Taylor, in Amerika hatte, führten schließlich ebenfalls zum Erfolg. Der deutsche Verhandlungspartner von Mister Rublee, Helmuth Wohlthat, konnte am 29. April 1939 in einem Aktenvermerk feststellen:

„Mr. Taylor hat aus New York telefoniert und als Ergebnis seiner Verhandlungen, die teilweise recht schwierig waren, festgestellt, daß die

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amerikanischen jüdischen Bankiers sich bereit erklärt haben, die genügenden Mittel aufzubringen und die Durchführung jedes einzelnen Siedlungsprojektes zu garantieren. Die Herren Taylor, Sir Herbert Emerson und Pell sind nunmehr davon überzeugt, daß die Finanzierung der Auswanderung gesichert ist.” (Vogel, a. a. O., Seite 270.) Abschließend George Rublee in seinem Bericht: „Die Deutschen erfüllten alle ihre Verpflichtungen, und bis zum August wurde auch von jüdischer Seite das Erforderliche getan. Dann kam der Krieg und brachte alles zum Erliegen. Vielleicht hätte, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, die Judenverfolgung in Deutschland aufgehört. … In den Monaten zwischen meiner Abreise aus Deutschland und dem Ausbruch des Krieges kam es kaum noch, wenn überhaupt, zu Judenverfolgungen in Deutschland. Einige reisten aus, und die übrigen hatten es in Deutschland leichter. Ich erhielt eine ganze Anzahl von Briefen aus Deutschland, in denen mir Juden ihren Dank für das, was ich für sie getan hatte, zum Ausdruck brachten.” (Vogel, a. a. O., Seite 241 f.)

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 „Endlösung” heißt Auswanderung oder Umsiedlung – Joachim Nolywaika – “Die Sieger im Schatten Ihrere Schuld”

An der Unwilligkeit anderer Länder, Juden als Einwanderer aufzunehmen, scheiterte zunächst die groß geplante „endgültige Lösung” der Judenfrage. Nach Palästina stand der Weg zwar offen, vor allem durch das Haavara-Abkommen, das jedem Juden die Auswanderung und den Transfer seiner Güter ermöglichte. Aber nicht alle jüdischen Bürger Deutschlands wollten nach Palästina. Eine der großen – und wie sich zeigen sollte, unlösbaren – Aufgaben sowohl der „Reichszentrale” als auch der

„Reichsvereinigung der Juden” bestand darin, aufnahmewillige Länder ausfindig zu machen. In seiner Ansicht über das Weltjudentum wurde Hitler entscheidend bestärkt durch die Erklärung des zionistischen Führers Chaim Weizmann, „daß die Juden an der Seite Großbritanniens stehen und zusammen mit den Demokratien kämpfen würden”. Diese „zweite” jüdische Kampfansage gegen Hitler-Deutschland, die einige Tage vor dem 1. September 1939 gegenüber dem britischen Premier Chamberlain abgegeben wurde,

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kann man auch als 2. jüdische „Kriegserklärung” bezeichnen. Möglicherweise hat diese unkluge Äußerung Weizmanns Hitler bewogen, die Internierung der Juden ins Auge zu fassen. (Nolte, Ernst „Der europäische Bürgerkrieg 1917-1945″, Seite 317 f.)

Im Sommer 1940 mußte Heydrich, dem die „Reichszentrale für die jüdische Auswanderung” unterstand, kapitulieren. Er schreibt am 24. Juni 1940 an Reichsaußenminister von Ribbentrop: „Der Herr Generalfeldmarschall Göring hat mich im Januar 1939 . . . mit der Durchführung der jüdischen Auswanderung aus dem gesamten Reichsgebiet beauftragt. In der Folgezeit gelang es, trotz großer Schwierigkeiten, selbst auch während des Krieges, die jüdische Auswanderung erfolgreich fortzusetzen. Seit Übernahme der Aufgabe durch meine Dienststelle am 1. Januar 1939 sind bisher insgesamt über 200000 Juden aus dem Reichsgebiet ausgewandert. Das Gesamtproblem kann aber jetzt durch Auswanderung nicht mehr gelöst werden. Eine territoriale Endlösung wird daher notwendig.” (Vogel, a. a. O., Seite 312 f.) „Territoriale Endlösung” heißt es ganz deutlich, mit anderen Worten: ein geeignetes Territorium mußte gefunden werden, wo die Juden siedeln konnten. Das Wort „Endlösung” hat niemals einen anderen Zweck gehabt. Eine Zeit lang geisterte das sogenannte „Madagaskar-Projekt” durch die Pläne der Auswanderungsbehörde. Die in französischer Hand befindliche Insel Madagaskar sollte von Frankreich für die Ansiedlung von Juden zur Verfügung gestellt werden. Der Plan zerschlug sich jedoch. Auf der sogenannten „Wannsee-Konferenz” am 20. Januar 1942 in Berlin wurde Madagaskar schon nicht mehr erwähnt und statt dessen eine „Evakuierung der Juden nach dem Osten” erwogen. Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß die Problematik des angeblichen Protokolls dieser Konferenz bis heute nicht geklärt ist. Wilhelm Stäglich („Der Auschwitz-Mythos”) weist überzeugend nach, daß zumindest „Teilabschnitte des ,Protokolls’ für Nürnberger Gerichtszwecke und für die spätere Geschichtsschreibung erst nachträglich eingefügt, weggelassen oder verändert wurden.” (Stäglich, Seite 38-65.)

Jedenfalls bietet auch die Niederschrift, die uns als „Protokoll der Wannsee-Konferenz” präsentiert wird, keinen Hinweis darauf, daß mit dem Wort „Endlösung” etwas anderes als Auswanderung oder

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Evakuierung gemeint gewesen sei. Das ergibt sich außerdem eindeutig aus einem Schreiben, das nach dieser Besprechung abgefaßt wurde. In diesem Brief teilt Legationsrat Rademacher vom Auswärtigen Amt dem Gesandten Bielfeld vom Frankreich-Referat der gleichen Dienststelle folgendes mit:

„Im August übergab ich Ihnen für Ihre Akten den von meinem Referat entworfenen Plan zur Endlösung der Judenfrage, wozu die Insel Madagaskar von Frankreich im Friedensvertrag gefordert, die praktische Durchführung der Aufgabe aber dem Reichssicherheitshauptamt übertragen werden sollte. Gemäß diesem Plan ist Gruppenführer Heydrich vom Führer beauftragt worden, die Lösung der Judenfrage in Europa durchzuführen. Der Krieg gegen die Sowjetunion hat inzwischen die Möglichkeit gegeben, andere Territorien für die Endlösung zur Verfügung zu stellen. Demgemäß hat der Führer entschieden, daß die Juden nicht nach Madagaskar, sondern nach dem Osten abgeschoben werden sollen. Madagaskar braucht mithin nicht mehr für die Endlösung vorgesehen zu werden.” (Vogel, a. a. O., Seite 334 f.) Auch hier wieder die gleiche klare Definition: Endlösung bedeutete eine endgültige Lösung der Juden aus den europäischen Völkern und ihre Gesamtansiedlung in einem geschlossenen Gebiet. Der erste große Plan einer Gesamtlösung war das Rublee-Wohlthat- Abkommen. Die sich an die Kristallnacht anschließenden Konferenzen hatten ebenfalls nur den Sinn, Möglichkeiten für eine verstärkte Auswanderung der Juden aufzuspüren. Die vermutlich von außen inszenierte Kristallnacht hat wie ein Katalysator gewirkt und die ganze Judenfrage in eine Entwicklung getrieben, die sie möglicherweise ohne Mord an vom Rath und die darauffolgenden antijüdischen Ausschreitungen nicht genommen hätte.

Treffend zu der ganzen Thematik schreibt der bekannte Grazer Universitätsprofessor Ernst Topitsch in der seriösen österreichischen Monatsschrift „Aula” in Heft 2/92: „Das Gericht in Feldkirch war gut beraten, den Komplex ,Auschwitz’ aus dem Verfahren gegen Walter Ochensberger auszuklammern. Zahlreiche Fragen müssen hier nach wie vor als ungelöst gelten. Ein hervorragender Kenner der Materie, Hans-Heinrich Wilhelm, gelangt zu dem ernüchternden Ergebnis, daß der Konsens der Forschung oft nur dadurch zu erklären ist, daß kritik-

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los voneinander abgeschrieben wurde und daß die ,Quellenbasis beängstigend schmal’ sei.

Angesichts dieser Problemlage ist juristische Abstinenz angezeigt, will man nicht peinliche Blamagen und überdies Eingriffe in die verfassungsmäßig garantierte Freiheit der Wissenschaft riskieren.” Während der zweiten Hälfte des Jahres 1941 nahm die Lösung des Juden-Problems eine bedrohliche Wende. Der Krieg gegen die Sowjetunion hatte begonnen, und das berühmte Buch des amerikanischen Schriftstellers Theodore N. Kaufmann mit dem Titel: „Ger-many must perish” (Deutschland muß sterben) war erschienen. In diesem Buch setzt Kaufmann ganz schlicht auseinander, daß alle Deutschen auf Grund der alleinigen Tatsache, daß sie Deutsche sind, selbst wenn sie Antinazi, Kommunisten, Judenfreunde seien, nicht zu leben verdienen und daß man nach dem Krieg 20 000 Ärzte einsetzen werde, von denen jeder täglich 25 deutsche Männer oder Frauen zu sterilisieren hätte, so daß es nach drei Monaten keinen zeugungsfähigen Deutschen in Europa mehr gäbe und das deutsche Volk in 60 Jahren auf dem Kontinent völlig ausgelöscht sein würde. Er versicherte außerdem, daß dies auch die Ansicht der deutschen Juden sei.

Hitler ließ dieses Buch über alle Rundfunksender verlesen. Man kann sich denken, was für einen Eindruck es auf die öffentliche Meinung Deutschlands machte und sich jetzt erst eigentlich eine Volkswut gegen die Juden breitmachte. In dieser Atmosphäre überstürzten sich die Ereignisse in Richtung auf den „totalen Krieg” – dieser Ausdruck wurde jetzt zum allgemeinen Schlagwort. In den Augen aller Deutschen war es Kaufmann, der den Gedanken an solche Maßnahmen aufgebracht hatte und der eingestanden hatte, daß seine Rassegenossen eine solche Behandlung für ihre deutschen Gegner vorbereiteten. Dieses Vorhaben war brutal und mörderisch, darüber waren sich alle einig.

Es gab in jener Zeit noch eine entscheidende Kampfansage des Weltjudentums gegen das Deutsche Reich, die letztendlich zum Kriegseintritt Amerikas beigetragen hat: Der britische Historiker und Publizist David Irving schreibt in einem Nachwort zum Buch des verstorbenen französischen Historikers Paul Rassinier „Die Jahrhundert-Provoka-

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tion”: „Die Franzosen verloren ihr Kolonialreich. Britannien war im Dezember 1940 bankrott, mußte alle seine überseeischen Anlagen verpfänden – zur ungeheuren Befriedigung und zum Vorteil seiner amerikanischen Vettern – und verlor bald darauf sein Empire auch. Wo liegt der Ursprung von alledem? In dem haßerfüllten Klassenkampf, zu dem die Marxisten und, in einem zunehmend gewalttätigen Umfang, die Sozialisten getrieben hatten? Oder hatte der Rassenkampf den Klassenkampf um 1933 verdrängt, als das Weltjudentum – mit französischen Politikern wie Leon Blum und Georges Mandel an der Spitze – sich für einen Kreuzzug der Rache gegen Hitler und seine Anhänger wappnete, einen unbarmherzigen Kreuzzug, der mit den Heeren anderer Völker und mit dem Blut anderer Völker ausgefochten werden sollte? Mehr als alles andere erschütterte mich ein Brief, den ich entdeckte, als ich die Biographie von Winston Churchill schrieb – ein Brief in den Archiven von Churchills grauer Eminenz Chaim Weizmann (der spätere Präsident des Staates Israel). Indem Weizmann beim britischen Premierminister sich dafür einsetzte, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina verstärkt und eine jüdische Armee erlaubt werde, bot er ein politisches Geschenk an:

Er schrieb, Churchill erinnernd, am 10. September 1941, daß die jüdische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten die größte ethnische Gruppe sei, die noch Britanniens Krieg gegen Hitler unterstütze; er betonte, daß allein diese jüdische Gemeinschaft die Vereinigten Staaten 1917 an der Seite Britanniens in den Ersten Weltkrieg gebracht habe; und er versprach, daß sie das wieder tun könnte, was sie vorher getan hatte.” (Rassinier, S. 346 f.)

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Hitler und die Juden

Die Weltöffentlichkeit geriet zunehmend wegen der von den deutschen Behörden ergriffenen Maßnahmen gegen die Juden in Erregung. In den Ländern, wo man nur noch vom Sturz des Hitler- Regimes träumte, riefen sie letztlich ebenso durch ihre Darstellung in der Presse wie durch ihren tatsächlichen Inhalt eine Psychose hervor, die von den Regierungen zur Kriegsvorbereitung gegen Deutschland genutzt wurde.182

In allen Ländern, die dem Hitler-Regime feindlich gesinnt waren, kamen die politischen Führungen zu dem Schluß, das sei überhaupt das letzte Mittel, diesen Zusammensturz herbeizuführen. Die in Deutschland durchgeführten Volksbefragungen und Wahlen stellten die Begeisterung und das unzerstörbare Vertrauen des deutschen Volkes in Hitler unter Beweis.

Es sei von vornherein gesagt, daß Hitlers Judenpolitik, selbst von allen sinnentstellenden Übertreibungen befreit, eine unbestreitbare Verletzung des Völkerrechts, „mehr ein Vergehen denn ein Verbrechen” war. Man muß aber gleichzeitig erkennen, daß die Forderung der Juden, in Deutschland – wie übrigens in allen anderen Ländern, die sie lediglich als „Gastländer” betrachteten – eine nationale Minderheit sein zu wollen, ebensowenig haltbar war. Das hieß für sie selbst, zuzugeben, daß sie in Deutschland Fremde waren und sich das Protestrecht abzusprechen, wenn Hitler sie tatsächlich als Fremde behandeln würde.

Den anderen Staaten in aller Welt stand es frei, auf diese Forderung der Juden einzugehen. Das war eine innenpolitische Frage, die Hitler nichts anging. Die Juden Deutschlands sollten sich dort niederlassen, sagte er: das Dritte Reich war ein nationaler Staat und hatte keinen Platz für diese nationale Minderheit.

Aber die anderen Staaten wollten die Juden nicht. Hätten sie sie gewollt, so wäre die Politik Hitlers freilich eine Verletzung des Völkerrechts geblieben; sie wäre es aber nur prinzipiell geblieben und hätte nicht in der Praxis diesen harten Zug angenommen. Die Sache hätte durch eine Bevölkerungsumsiedlung und einen Gütertransfer geregelt werden können. Und eben das schlug Hitler vor. (Im europäischen Raum sind zwischen 1817 und 1944 27 Fälle von Bevölkerungstransfers durch bilaterale Abkommen zustande gekommen, die alle völkerrechtswidrig waren.)

Über die durch erfolgversprechende Verträge zustandegekommene Auswanderung der Juden ist bereits ausführlich berichtet worden. Zwischen Juden und Nationalsozialisten, zwischen dieser winzigen Minderheit (nicht einmal ein Prozent) und nahezu der Gesamtheit des deutschen Volkes, die von der Zunft der Nationen zum Zusammenleben verurteilt waren, konnte sich die Lage nur noch zuspitzen. Und

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wer erkannte, wie sehr sich die politische Diskussion verschärft hatte, der konnte auf alles gefaßt sein.

Hitlers Standpunkt ist bekannt: Er beschuldigte die Juden, die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg insofern veranlaßt zu haben, als sie selbst der entscheidende Grund für den Einzug der USA in den Krieg gewesen seien. Wenn auch zutreffend, war diese Ansicht doch ziemlich oberflächlich: Für die Alliierten hatten die Juden andererseits die bolschewistische Revolution und die Kehrtwendung Rußlands angestiftet. Er erhob noch weitere Beschuldigungen gegen sie. Sie seien die Hauptnutznießer des Versailler Vertrags gewesen und zu beträchtlichen Reichtümern auf den Ruinen Deutschlands gekommen; sie hätten, zur weiteren Bereicherung, den Wirtschafts- und Finanzkrach 1929 hervorgerufen und eine Neuauflage in den Jahren 1929 bis 1933 angestrebt; sie würden auf die Zersetzung des Nationalgeistes hinarbeiten; sie seien Schmarotzer, die von der Arbeit der anderen, hauptsächlich vom Handel, lebten, wenn nicht ausschließlich vom Geldgeschäft. (Laut einer Statistik, die der Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der jüdischen Universität Jerusalem veröffentlich hatte, verteilte sich das Weltjudentum wie folgt auf die einzelnen Berufsbranchen: Handel 38,6 %, Industrieunternehmer und Handwerker 36,4 %, Rentiers 12,7 %, Freiberufe 6,3 %, Landwirte 4 %, Arbeiter 2 %. (Arthur Ruppin, „Les Juifs dans le monde”, a.a.O.) Schließlich brachte Hitler an Hand ihrer Schriften den Nachweis, sie würden in der ganzen Welt einen Krieg gegen Deutschland vorbereiten, um dieses zu vernichten.

Physisch seien sie Entartete, die sich die Würde eines „von Gott auserwählten Volkes” anmaßten. Ihre Gemeinden seien die Sammelstelle aller Krankheiten. Die Eheschließung innerhalb der Blutsverwandtschaft hatte ihr Blut verdorben, und wie bei allen Entarteten würden Laster und moralische Verkommenheit sie beherrschen. Man müsse sie außerstande setzen, die deutsche Moral zu zerstören und das deutsche Blut zu verderben, durch eheliche Verbindungen, die nur schädlich sein können. Hitlers Rassendoktrin lagen solche Überlegungen zugrunde, und er hatte sie in gedrängter Form in das am 24. Februar 1920 von ihm verkündete Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei hineinfließen lassen.

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„Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.” (Artikel 4) „Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen.” (Artikel 5) Die Juden entgegneten, Hitler sei unter anderem ein Paranoiker, ein gefährlicher Irrer, ein Degenerierter, ein Sexualbesessener. Von seinem Regierungsantritt an fanden Franzosen, Briten, Amerikaner jeden Morgen in ihrer Tageszeitung die ausführlichsten und grauenvollsten Berichte über die Nötigungen, die das nationalsozialistische Regime an Juden ausgeübt habe. Diese häufig mit Fotos illustrierten Berichte stammten meistens aus jüdischen Zeitungen. Erhärtet wurden sie durch die zahlreichen Zeugnisse der Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten, die heimlich oder wie auch immer aus Deutschland geflohen waren. Sie gründeten sich zwar auf Wahrheit, waren aber maßlos aufgebauscht.

In dieser revolutionären Zeit, da alle Instinkte losgelöst waren, ging die Ausnahme in fast allen Fällen eher aus einer Massenreaktion denn aus einer Regierungsinitiative hervor, wurde sie jedoch in der ausländischen Presse stets als durchgehende Regel dargeboten. Zum Beispiel: der Jude, der unter dem Gespött der Menge und mit dem umgehängten Schild „Ich bin ein Jude” durch die Straßen geführt wurde. Am 28. März 1933 hatte die Parteileitung der NSDAP das Boykottieren aller jüdischen Geschäfte für den 1. April angeordnet, und bei dieser Gelegenheit trug sich die Szene sicherlich zu. (Wie schon erwähnt, war dieser Boykott die Reaktion auf die jüdische Kriegserklärung vom 24. März 1933 im „Daily Expreß”.) In der Anordnung wurde die Maßnahme als reiner „Abwehrkampf’ gegen die „jüdischen Gewalttaten” bezeichnet und befohlen: „Krümmt auch weiterhin keinem Juden auch nur ein Haar.”

Alle Zeitungen veröffentlichten das Foto mit der Legende: „Rassistische Szene in Deutschland”. Und sie gaben es regelmäßig wieder, mit etwas veränderter Legende: „Noch eine rassistische Szene in Deutschland”. Die öffentliche Meinung schloß daraus, daß sämtliche deutschen Juden dauernd in allen Straßen aller deutscher Städte herumgeführt würden. Nur Unbefangene merkten, daß es sich stets um den-

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selben Juden, um dieselbe Volksmenge handelte, und daher dürfte sich die Szene nicht allzu oft abgespielt haben. Wie dem auch sei, Hitler mußte gleich nach der Machtübernahme sein Rassenprogramm in Anwendung bringen. (Erst nach der jüdischen Kriegserklärung vom 24. März 1933.) Zu den ersten getroffenen Maßnahmen gehörten das Verbot für Juden, bestimmte Berufe (Richter, Beamte) auszuüben, der Numerus clausus in anderen (Rechtsanwälte, Freiberufe, Studenten) und der Boykott der jüdischen Geschäfte („Kauft nicht bei Juden!”). Hitler dachte, er könnte auf diese Weise 80 bis 90 Prozent von ihnen zur Arbeitslosigkeit verurteilen und sie zwingen, sich auf die manuellen Berufe zu beschränken oder heimlich auszuwandern.

Auf sein Genie vertrauend wußte er mit Sicherheit, daß sie die zweite Lösung der ersten vorziehen und Mittel und Wege finden würden, sie in die Tat umzusetzen. Und jener Dienststelle die in Anwendung des „Haavara-Abkommens” in Berlin gegründet worden war, erteilte er den Befehl, diese heimliche Auswanderung zu erleichtern oder zu ermöglichen. So konnten 330000 statt 108000 Juden Deutschland zwischen 1933 und 1939 verlassen, während England ihre Auswanderung nach Palästina auf monatlich l 500 (das waren 18000 im Jahr) eingeschränkt hatte. (Die Statistik stammt von der Internationalen Stelle für jüdische Dokumentation – siehe Leon Poliakov, „Das Dritte Reich und die Juden. Dokumente und Aufsätze”, Berlin 1955.) Bei der Thematik „Endlösung der Judenfrage” beziehungsweise der Deportation der Juden ab Mitte Oktober 1941 wird vielfach der Zusammenhang mit den Kriegszielen und -maßnahmen der Gegner Deutschlands unberücksichtigt gelassen. Bekanntlich hat Chaim Weizmann als Präsident des Weltzionistenverbandes und der Jewish Agency, gestützt auf einen in Genf am 25. August 1939 gefaßten Beschluß des jüdischen Weltkongresses, der britischen Regierung noch vor Kriegsbeginn (am 29. August 1939) die vorbehaltlose Unterstützung des internationalen Judentums zugesagt. (Chaim Weizmann, „Memoiren – das Werden . . . “, Seite 610.)

Insofern war die Reichsregierung nach Kriegsrecht berechtigt, Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegenüber den Juden zu ergreifen. Die Reichsregierung hatte indessen zunächst zwei Jahre gewartet, ja

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bis Ende 1940 Juden noch aus Deutschland ausreisen lassen, obgleich sie längst in Erfahrung gebracht hatte, daß Großbritannien in seinen Empiregebieten bereits alle Deutschen kurz nach Kriegsbeginn eingesperrt hatte.

Schon im Jahr 1935 hat Stalin in einem 100 Kilometer tiefen Grenzstreifen eine Totalaussiedlung aller deutschen Dörfer und Gemeinden in der UdSSR durchgesetzt. Hinzu kamen dann die Zwangsdeportationen ab Ende September 1939 im ostpolnischen Gebiet und jene in den annektierten baltischen Ländern im Jahre 1940. Solche Liquidierungen und Massendeportationen waren geradezu ein systemtypisches Kennzeichen sowjetischer Expansion und Machtergreifung. Als durch eine sowjetamtliche Proklamation Mitte September 1941 bekannt wurde, daß Stalin vorhabe, alle Wolga- und übrigen Rußlanddeutsche weit nach Osten deportieren zu lassen, wurde deutscherseits in einer Rundfunkmitteilung für die Weltöffentlichkeit angedeutet, daß Deutschland im Fall der Durchführung des Sowjetbeschlusses „das Judentum im deutschen Herrschaftsbereich, das heute immer noch weitgehende Rechte genießt, ebenfalls in die östlichen Gebiete deportieren werde”. (Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, München 1982, Seite 314.)

Es ist mit ziemlicher Sicherheit zu unterstellen, daß dieses sowjetische Vorgehen gegen die Rußlanddeutschen Hitler mit bewogen hat, dem mit ganz anderen Motiven genährten Drängen seines Abwehrchefs (in Wirklichkeit Feindagenten) Admiral Canaris nachzugeben und die Evakuierung und Konzentrierung der Juden innerhalb des deutschen Herrschaftsbereiches zu befehlen.

Und ab hier beginnt die Tragik der nicht ausgewanderten Juden. Sie werden zwangsweise in Arbeitslager verfrachtet, um ihre Arbeitskraft für die Kriegswirtschaft zu nutzen und den deutschen Herrschaftsbereich judenfrei zu machen. Sie als Unschuldige der großen Weltpolitik müssen genauso leiden und büßen wie die deutschen Opfer der Bombennächte, der Vertreibung und der Gefangenenlager. Kein ernstzunehmender Deutscher bestreitet die hohen jüdischen Verluste nach Abschiebung in den Osten. Zehntausende Tote durch Seuchen (Typhus und Ruhr), Zehntausende Tote durch andere Krankheiten infolge Hunger, harter Arbeit und Schwäche. Auch Todesopfer

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durch schlechte Behandlung und Übergriffe einzelner. Weiter über 200000 Judenerschießungen durch die Einsatzgruppen als Repressalie auf den 500 OOOfachen Mord durch Partisanen an deutschen Soldaten und ihre Verbündeten im Hinterland der Front. Wie aber mit „symbolischen” Zahlen und mit Millionen umgegangen wird, ist aus folgender dpa (Deutsche Presse-Agentur)-Meldung vom 3. Juni 1992 ersichtlich: „Der internationale Rat des Museums von Auschwitz hat sich auf den Text neuer Inschriften geeinigt, die am Eingang zum Museum und am internationalen Denkmal im Vernichtungslager Birkenau angebracht werden sollen. Damit wird nach Berichten (. . .) den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung getragen, wonach in Auschwitz nicht, wie bis vor kurzem angenommen, vier Millionen, sondern vermutlich etwa 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden – vor allem Juden. In neunzehn Sprachen wird auch daran erinnert, daß die Welt damals schwieg.” Erwähnenswert auch und respektheischend die Tatsache, daß diese Korrektur der Opferangaben von Auschwitz nicht ein deutscher Forscher bewirkt, sondern ein israelischer angestoßen und eine polnische Kommission veranlaßt hat. (A. Schickel, Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt.)

Über ein Jahrzehnt hielt sich die Mär von der Vergasung von Häftlingen in Dachau: Sogar der Deutsche Bundestag mußte sich mit dieser Frage befassen, und die Bundesregierung mußte dabei zugeben, „daß die Gaskammern in Dachau zwar vor Kriegsende nicht benutzt” seien, versuchte jedoch die Existenz von Gaskammern noch zu retten, indem sie „bestätigte”, daß sie „aber von den Nationalsozialisten hergestellt worden sind”. (Kern, Seite 254.)

Kurz vor diesem Vorgang am 28. September 1960 stellte Martin Bros-zat als Vertreter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte klar: „Weder in Dachau, noch in Bergen-Belsen, noch in Buchenwald sind Juden oder andere Häftlinge vergast worden . . . Die Gaskammer in Dachau wurde nie fertiggestellt und in Betrieb genommen.” („Die Zeit”, 19. August 1960.)

Erich Kern sammelte dann Aussagen deutscher Gefangener darüber, daß die nach 1945 jahrelang vorgezeigte Gaskammer in Dachau erst nach dem Mai 1945 von deutschen Soldaten in US-Haft gebaut worden ist.

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Einen weiteren Beweis für diese beschämenden Vorgänge im besiegten Deutschland lieferte der ehemalige Oberstleutnant der Wehrmacht und spätere Oberst der Bundeswehr, Gerhart Schirmer, mit einer „eidesstattlichen Erklärung” vom 16. Dezember 1986 (gekürzte Wiedergabe): „Als Kriegsgefangener der Sowjets wurde ich mit sieben anderen Kameraden Mitte Oktober 1945 im KL- Oranienburg gezwungen, einen vorhandenen Duschraum zu einer Gaskammer umzubauen und daneben eine weitere Betonzelle neu zu errichten, die als ,Ge-nickschußanlage’ bezeichnet wurde.

Nach Fertigstellung der Anlage wurde mein Kamerad Dipl.-Ing. Dör-beck allein zum Politoffizier gebracht und erhielt genaue Anweisung (er konnte perfekt russisch), welche Erklärung er den sowjetischen Besuchergruppen abgeben sollte. Er hatte etwa folgendes zu sagen: Diese Anlage, von den Nazis erbaut, diente der Vernichtung von Juden und gefangenen sowjetischen Offizieren. Täglich seien etwa zweihundert Menschen vergast und fünfundzwanzig erschossen worden. Dies habe von 1942 bis April 1945 angedauert. Wenn Dörbeck sich geweigert hätte, diesen Befehl auszuführen, wäre er sofort erschossen worden.

Dörbeck und ich wurden nach Auflösung des KL-Oranienburg im Januar 1950 zuerst in das Gefängnis Lichtenberg (Berlin) und im September 1950 nach Workuta im nördlichen Ural gebracht. Nach fünf Jahren Zwangsarbeit kehrten wir 1955 in die Heimat zurück.” (Gerhart Schirmer, Sachsenhausen – Workuta, Tübingen 1922, Seite 49/50.)

Zur Zeit gibt es in der Frage der „Judenvernichtung” gegenteilige Meinungen, wobei die Meinung, die dies leugnet, durch eine politische Justiz in Deutschland und Österreich gemaßgeregelt wird. Man kann deshalb dazu keine Stellung nehmen und muß abwarten, solange das Grundrecht der freien Meinungsäußerung nicht gewahrt ist.

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