Unfassbare Polnische Greueltaten

germanvictims.com – …„Immer wieder stellt sich heraus, daß die Behörden selber die Träger der Liquidationsprozesse sind.” – Diese Menschen wurden ohne jeden Grund und ohne jedes Gerichtsurteil gefoltert, niedergemetzelt, erschlagen oder erstochen und vorher auch noch bestialisch verstümmelt. Es waren also vorsätzliche Mörder, denen sie zum Opfer fielen…

Mitte August 1939 begannen in Polen die vorbeugenden Verhaftungen deutscher Menschen. Am 24. August wurden acht Volksdeutsche, die verhaftet worden waren, „auf dem Transport erschossen!” (Jong, L. D.: „Die Deutsche 5. Kolonne im 2. Weltkrieg”.) Das deutsche Weißbuch Nummer zwei stellt die polnischen Übergriffe dieser Zeit fest und notiert exakt die Ergebnisse der deutschen Proteste und Gegenmaßnahmen.

Im Dokument Nr. 396 heißt es lapidar: „Immer wieder stellt sich heraus, daß die Behörden selber die Träger der Liquidationsprozesse sind.”

Die blutigen Ausschreitungen der halboffiziellen polnischen Patriotenverbände, denen 5 000 Deutsche zum Opfer fielen, wurden von Warschau aus nicht eingedämmt.

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„Mitte August 1939 waren 75535 Volksdeutsche ins Reich geflohen. Insgesamt hatten die Volksdeutschen kurz vor und nach Kriegsbeginn etwa 20000 Tote zu beklagen, von denen 12500 namentlich identifiziert werden konnten.” (Seraphim, Maurach und Wolfrum: „Ostwärts von Oder und Neiße”.)

Diese Menschen wurden ohne jeden Grund und ohne jedes Gerichtsurteil gefoltert, niedergemetzelt, erschlagen oder erstochen und vorher auch noch bestialisch verstümmelt. Es waren also vorsätzliche Mörder, denen sie zum Opfer fielen.

Die Mehrzahl dieser Morde wurde durch polnische Soldaten, Polizisten und Gendarmen verübt. Aber auch Zivilisten, unter ihnen Gymnasiasten und Lehrlinge haben daran mitgewirkt. (Jahn, H. E.: „Pommersche Passion”.)

Infolge dieser polnischen Übergriffe und des ständig stärker werdenden Terrors verließen über eine Million Deutsche die Provinzen Posen und Westpreußen. Solche Fälle tauchten zu Tausenden vor Gericht oder in den Petitionen auf, die bis zum Jahr 1934 dem Völkerbund zugingen. Dann sagte sich Polen vom Minderheitenschutzabkommen einseitig los und konnte blindlings verbannen, enteignen und vertreiben, ohne sich verantworten zu müssen.

Zu allem Überfluß aber verlangte der polnische Staat diesen Getretenen gegenüber noch „patriotische Haltung und Loyalität”, was natürlich jedem gesunden Menschenverstand widersprach. Durch diese polnischen Handlungen und Forderungen gegenüber deutschen Menschen, die bis zum Versailler Vertrag keiner Minderheit angehörten, sondern erst durch den Gebietsraub zur Minderheit gemacht worden waren, entstand bzw. erweiterte sich der bereits vorhandene Teufelskreis. Schließlich sollte diese einseitige Mißachtung des Minderheitenschutzabkommens des Völkerbundes durch Polen dessen Untergang bedeuten.

Hitler, der gehofft hatte, durch den Abschluß des Nichtangriffspaktes und Freundschaftsvertrages mit Polen den Deutschen im abgetrennten Osten des Vaterlandes einigen Schutz zu verschaffen, sah sich getäuscht.
Mit Kriegsbeginn wurden die Volksdeutschen in Polen zu den ersten Kriegsopfern. Nach den seit Jahren vorbereiteten Listen wurden zwischen 15000 und 20000 Menschen zum Teil durch Staatsorgane ins östliche Polen verschleppt. Man sah in ihnen eine Art „Fünfte Kolonne”, wie dies in polnischen Zeitungen immer wieder vorgebracht wurde. Mehr als 5 000 Volksdeutsche wurden in den ersten Kriegstagen ermordet.

Insbesondere in einer polnischen Stadt spielten sich wahre Schreckensorgien ab: In Bromberg. Der dortige Blutsonntag, gemeint ist der 3. September 1939, sah entsetzliche Massenmordszenen. Doch nicht nur in Bromberg, sondern in vielen anderen Orten der Provinzen Posen, Pommerellen und dort, wo deutsche Minderheiten lebten, geschah das gleiche.

Unmittelbar nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Bromberg wurde der ganze Abgrund der Massenmorde bekannt. Diese Kenntnis veranlaßte die soeben ins Leben gerufene Wehrmachtsuntersuchungsstelle zur Entsendung des Generalrichters Dr. Hans Bötticher mit einer Gruppe von Kriegsgerichtsräten nach Polen. Sie hatten Weisungen, die Bluttaten zu untersuchen und zu diesem Zweck Vernehmungen durchzuführen sowie Zeugen zu befragen.

In Bromberg, das schälte sich nach einigen Befragungen bereits heraus, hatten sich grauenhafte Szenen abgespielt. Doch nicht nur dort, sondern in ganz Posen, im Pommerellen und Oberschlesien ebenso. In Bromberg wurden zu den Morden 593 Zeugen vernommen. Ihre Protokolle des Grauens sind im Aktenbestand des Bundesarchivs/Militärarchivs zu Freiburg i. Brg. nachzulesen.
Vielfach wird über die Zahl der ermordeten Volksdeutschen diskutiert. Man darf den Zahlen von A. Schickel Glauben schenken, der rund fünftausend bis sechstausend Tote angibt. Auch der polnische Historiker Janusz Piekalkiewicz („Polenfeldzug”, Seite 94 f.) nennt eine Zahl von fünftausend bis sechstausend ermordeten Volksdeutschen. Deutsche Quellen von 1939 geben für die Zeit vom 31. August bis 17. September eine Zahl von fünftausendvierhundertsiebenunddreißig Toten unter den Volksdeutschen an. (Auswärtiges Amt, „Die polnischen Greueltaten . . .”, Seite 346.)

Polen gab sogar selbst die Täterschaft am „Bromberger Blutsonntag” zu, als am 9. September 1939 der polnische Sender in Wilna die Warschauer Bevölkerung aufforderte, sich ein Beispiel an den Bromberger Mördern der Deutschen zu nehmen und im Kampf gegen die Deutschen alle erdenklichen Mittel anzuwenden. Bromberg wurde am 6. September 1939 von der Deutschen Wehrmacht eingenommen, das übrige früher deutsche Gebiet bis zum 12. September 1939. In den Tagen davor geschahen die Massenmorde. (Meldung in „Deutsche Rundschau”, fr. „Bromberger Tageblatt” vom 12. September 1939.) Der amerikanische Völkerrechtler und Historiker Alfred M. de Zayas, New York, hat unter Mitwirkung von Walter Rabus, Amsterdam, aus den Ermittlungen über Völkerrechtsverletzungen unter anderem festgehalten: „Bei den Haussuchungen in Bromberg wurden zunächst von den polnischen Soldaten und dem Mob sämtliches Geld und Wertsachen gestohlen, die deutschen Wohnungen auch sonst geplündert und völlig verwüstet.”

„Die Männer der Familie . . ., vom dreizehnjährigen oder gar zehnjährigen Jungen bis zum siebzig- oder achtzigjährigen Greis, wurden in fast allen Fällen in viehischer Weise umgebracht. . . Zumeist wurden die Ermordeten mit Brechstangen, Seitengewehren, Gewehrkolben, Knüppeln derart zusammengeschlagen, daß ihre Gesichter bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurden … In anderen Fällen mußten sie die Ermordung der Angehörigen ansehen, um dann selbst als Opfer erschlagen oder erschossen zu werden.” „Bei Tarlowa, in der Nähe von Kolo, hat das polnische Militär auf eine große Anzahl Volksdeutschen geradezu eine Treibjagd mit Maschinengewehren veranstaltet. Man fand einhundertdreißig Tote, die nach den Zeugenaussagen wie die Hasen bei einer Treibjagd über ein Feld verstreut waren.” (de Zayas, „Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle”, unveröffentlichte Akten über alliierte Völkerrechts-Verletzungen im Zweiten Weltkrieg.)
Warum fanden gerade am 3. September so viele Morde statt? Antwort: Es war der Tag der englischen und französischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Die Polen gerieten in einen Freudentaumel und glaubten im Ernst, daß es England um die Erhaltung des polnischen Staates ginge!

All dieser Haß und die tiefe Feindschaft zu den Deutschen ist nur mit dem polnischen Chauvinismus zu erklären. Kurz nach der Wiedergründung des polnischen Staates begannen die Polen sofort mit  Kriegs Vorbereitungen! Krieg gegen Rußland (1920/21), drei Aufstände (1919, 1920 und 1921) in Oberschlesien gegen Deutschland, Krieg gegen die Ukraine und gegen Litauen, Unterdrückung der deutschen Minderheit in ihrem Machtbereich.

Ein Beispiel für die übermütig-aggressive Haltung der Polen ist das Telegramm der Vereinigten Deutschen Volksräte der Westkreise Posens vom 12. Februar 1919 an die Deutsche Nationalversammlung in Weimar: „Die Bevölkerung der fast rein deutschen Westkreise der Provinz Posen sieht mit bangen Sorgen polnische Banden bereits innerhalb ihrer Grenzen wüten . . . täglich fließt deutsches Blut unter viehischen Rohheiten der Polen.” Gustav Stresemann hatte schon 1925 vor dem Deutschen Reichstag über die Austreibung von Deutschen aus Polen geklagt und deren Geist des Hasses beklagt. (A. Schickel, „Deutsche und Polen”, Seite 170 und 189.) Neben Bromberg wurden auch in der Gemeinde Schepanowo achtundvierzig Volksdeutsche erschossen. Von Thorn aus wurden einige tausend Deutsche auf dem Internierungsmarsch (sog. „Todesmärsche”) über Alexandrowo und Kutno nach Warschau geschafft, darunter auch ein Kind von vier Jahren. Dieser Marschweg war 350 Kilometer lang. Verpflegung und Wasser gab es nur in Ausnahmefällen. Der Transportführer dieses Trecks verlor unterwegs ungezählte Menschen, die im Straßengraben umkamen oder einfach erschossen wurden. Der Mörder war der berüchtigte polnische Hauptmann Drzewieke, der persönlich liegenbleibende Frauen durch Genickschuß oder Stiefeltritte ins Jenseits schickte. Er wurde dafür vom polnischen Staat hoch dekoriert. 200 Menschen kamen allein auf diesem Marsch ums Leben. Auch sie „auf einer Wanderschaft”? (In seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag anläßlich der vierzigsten Wiederkehr des 8. Mai 1945 bezeichnete der Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Vertreibung der fünfzehn Millionen Ostdeutschen aus ihren Heimatgebieten als „erzwungene Wanderschaft”.) Sie wurden erstochen und erschlagen, erschossen und auch einfach ohne jeden Skrupel sterbend dort zurückgelassen, wo sie zu Boden fielen.

Polens Massenwahn, man könnte die Vernichtung dieser Menschen dadurch verheimlichen, daß die polnische Armee binnen weniger Tage bis nach Berlin marschieren würde, um im „Grunewald” den Sieg über die verhaßten Deutschen zu feiern, erwies sich als – Wahn. In einem Feldzug, der nur achtzehn Tage dauerte, wurden Polens Armeen zerschlagen, der polnische Größenwahn, der nicht starb, mußte bis 1945 warten. Allein der Versuch, die Spuren dieser Verfolgung, Entführung und der Morde zu vertuschen, erwies sich als undurchführbar.

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Besitzergreifung und ethnische Säuberung

Wurde die Vertreibung auch von den Marionetten Stalins und aufgeputschtem polnischen und tschechischen Straßenmob vollzogen, so darf doch die spezielle Mitverantwortung der Anglo-Amerikaner für dieses Verbrechen nicht tabuisiert werden. Die Sprache eines Roose-velt oder Churchill zu diesem Vorhaben, Jahre vor dem tatsächlichen Geschehen, braucht an kaltem Zynismus keinen Vergleich mit Hitler oder Stalin zu scheuen.

Schon am 14. März 1945, als Breslau noch kämpfte, bereits zwei Monate vor Kriegsende, errichtete die Polnische Provisorische Regierung vier Wojewodschaften in Ostdeutschland, über das ihr die Sowjetregierung die Gebietshoheit übertragen hatte: Masuren, Oberschlesien, Niederschlesien, Pommern und vierzehn Tage später auch Danzig. Die polnischen National-Kommunisten hatten diese rein deutschen Gebiete einfach Polen angegliedert. Obwohl noch keine endgültige, oder auch nur eine provisorische Grenzregelung getroffen worden war, deren Umfang ja noch nicht einmal feststand. So steht in den Memoiren Churchills über die Jalta-Konferenz:

„Im Verlauf der allgemeinen Diskussion wurden die geographischen Karten nicht konsultiert, so daß der Unterschied zwischen der westlichen Neiße und der östlichen Neiße nicht so bewußt wurde, wie es nötig gewesen wäre.” Eine vornehme Umschreibung dafür, daß zumindest Churchill und Roosevelt, während sie das Schicksal von Millionen Menschen in ihrer Hand hatten, von dem Objekt ihrer Willkür, Ostdeutschland, keine Ahnung hatten.

Der „Übergang” von deutschen Gebieten an Polen, einer Fläche von einem Staat an den anderen, wäre tatsächlich so unbedeutend, wie heute oft behauptet, wenn damit nicht die Glaubwürdigkeit allen Rechts, das Selbstbestimmungsrecht und das Recht auf Heimat in Frage stünden. Wenn nicht eine viele Jahrhunderte währende Geschichte und Kultur der Vernichtung preisgegeben werden sollte.
Und wenn vor allem nicht das Schicksal von Hunderten Millionen Menschen, ihr Leben, ihre Heimat, ihre Familie, ihr Besitz betroffen wären, in Ostdeutschland und all den Brennpunkten dieser Erde, wo das Beispiel der Vertreibung der Deutschen Schule machte oder zu machen droht. Treffender könnte die jugoslawische Katastrophe der letzten Jahre nicht begründet werden als mit diesen Worten. Können die Nutznießer, Verzichtspolitiker und Verantwortlichen dieser Geschehnisse überhaupt noch ruhig schlafen? Das Schicksal Ostdeutschlands und seiner Menschen in den Jahren von 1944 bis heute hat dennoch in der Diskussion um die Oder-Neiße-Linie nicht die Beachtung gefunden, die es verdient hätte.

In der Tat übertrifft diese Grenze alle anderen weit an Bedeutung. Es ist in der europäischen Geschichte noch nie eine Gebietsabtretung in Verbindung mit der Austreibung der ansässigen Bevölkerung in den Dimensionen geschehen, wie 1945/48 in bezug auf die deutschen Gebiete. Und es ist noch nie so oft und so intensiv versucht worden, eine Grenze gegen alles Recht zu einer endgültigen Grenze zu machen wie bei der Oder-Neiße-Linie.

Während des Krieges waren die Siegermächte bemüht, ihre Pläne, fast ganz Ostdeutschland zu Polen zu schlagen, Königsberg an die Sowjetunion, vor dem deutschen Volk zu verheimlichen. Sie hatten, wie Churchill am 14. Oktober 1944 zu Mikolaijczyk sagte, Angst davor, daß „die deutsche Wut entfesselt würde”, wenn bekannt würde „was wir den Deutschen im Osten nehmen wollen”. Diese Befürchtungen waren damals bestimmt berechtigt und offenbaren gleichzeitig das schlechte Gewissen, das zumindest Churchill und Roosevelt bei diesem geplanten Verbrechen gegen das deutsche Volk hatten.

Etwa zwei Drittel der ostdeutschen Bevölkerung versuchte sich durch Flucht vor der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Nicht allen gelang es, und viele verloren ihr Leben durch Feindeinwirkung, sie wurden einfach überrollt, durch Hunger und Kälte und die unsäglichen Strapazen. Es waren vor allem Frauen, Kinder und alte Leute, die voller Ängste westwärts strömten. Die Ehemänner und erwachsenen Söhne waren Soldaten und versuchten mit letzter Kraft das Ungeheuerliche abzuwehren. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung für die letzten Wochen des Widerstandes und der Verteidigung gegen einen brutalen und übermächtigen Feind. Durch ihren Einsatz verdanken Abertausende von Flüchtlingen ihr Leben und Westdeutschland und das westliche Europa die Überflutung durch den Bolschewismus. Besonders tragisch war es für die Menschen in Ostpreußen. Nachdem ein Entkommen auf dem Landweg nicht mehr möglich war, versuchten sie es über das zugefrorene Haff, wobei das Eis oft brach und die Unglücklichen in den eisigen Fluten ertranken. Wie groß muß doch die Angst der Menschen vor den Schandtaten der Sowjets gewesen sein, daß sie diesen, für uns heute kaum vorstellbaren, ungeheuer gefährlichen Weg über das Haff wählten, um nicht der Roten Armee in die Hände zu fallen?
Dokumentiert ist auch die Versenkung von Flüchtlingsschiffen durch britische und russische Einheiten, die nach überwiegender Meinung völkerrechtswidrig war. Der Untergang der „Goya” und der Untergang der „Wilhelm Gustloff’ sind bis heute die beiden größten Katastrophen der Schiffahrtsgeschichte geblieben. Von zehn- bis Zwölftausend Flüchtlingen auf beiden Schiffen konnten nur einhundertdreiundachtzig gerettet werden. Zum Vergleich: Beim Untergang der „Titanic” starben eintausendfünfhundertdrei-zehn Menschen.

Daß es zur Rückkehr von nahezu 1,3 Millionen Ostdeutschen nach Abschluß der Kampfhandlungen von westlich der Oder in ihre Heimatorte kam, ist der augenfälligste Ausdruck des Festhaltens der Geflohenen an ihrer Heimat. Denn auch in Mittel- und Westdeutschland war das furchtbare Vorgehen der Sowjettruppen, vor allem aber auch der polnischen Miliz, bekanntgeworden. Die Zahl der Zurückkehrenden wäre weitaus größer gewesen, wenn nicht die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und der völlige Zusammenbruch des Verkehrs, den Weg in die Heimat unermeßlich erschwert hätten.

In Ermangelung jeglicher Transportmittel waren die Rückkehrer gezwungen, zu versuchen, ihre Heimatorte in anstrengenden Fußmärschen zu erreichen, die bei vielen über ihre Kräfte gingen. Sie starben namenlos irgendwo am Straßenrand.

So konnten im wesentlichen nur die Flüchtlinge in den sowjetisch besetzten Gebieten Mitteldeutschlands und Böhmen zurückkehren, bevor ab Ende Mai polnische Verwaltungsbehörden und Militärkommandos die Oder-Neiße-Linie für Rückkehrer sperrten. Die Rückkehr der 1,3 Millionen und der vergebliche Rückkehrversuch weiterer Hunderttausender, deren Strapazen und Gefahren die der vorangegangenen Flucht oft noch weit übertrafen, zeugen vom Mut und zugleich von der Tragik der ostdeutschen Bevölkerung. Die fast 5,7 Millionen Deutschen, die den Einzug der Roten Armee und ihrer polnischen Hilfstruppen östlich der Oder-Neiße erlebten oder nach Abschluß der Kampfhandlungen erfolgreich dorthin zurückkehrten, hatten das bei weitem schwerere Los gezogen. Auch sie verloren schließlich, falls sie mit dem Leben davonkamen, ihre Heimat und Hab und Gut, und mußten sich noch einmal und diesmal endgültig, auf den Weg machen. Doch bevor sie vertrieben wurden, hatten sie monate- und oft auch jahrelang im Zustand völliger verordneter Rechtlosigkeit zu leben und zu leiden. Von Anfang an war in den deutschen Ostgebieten fast überall die polnische Bürgermiliz vertreten. Sie setzte sich aus Polen zusammen, die meist im Gefolge der Roten Armee nach Ostdeutschland gekommen waren oder aber sich bei Kriegsende bereits dort befunden hatten. So wie dem Löwen die Hyänen folgen, so folgte der Roten Armee bald ein zusammengewürfelter Haufen polnischer Partisanen und Plünderer, frischgebackener Miliz und Marodeure.
Die Miliz bestand – milde ausgedrückt – in aller Regel aus fragwürdigen Elementen, herrschte als „Organ der öffentlichen Sicherheit” grausam und willkürlich, plünderte und quälte fast ausnahmslos unschuldige Deutsche, von denen viele an den Folgen starben. Diese polnische Miliz gewann nach und nach gegenüber den Sowjettruppen an Macht und war der Schrecken der sich noch im Land befindlichen deutschen Bevölkerung.
Diese Politik der Polnischen Provisorischen Regierung, der Erlaß polnischer Gesetze und die Einsetzung polnischer Verwaltungsbehörden sowie die Ansiedlung von Polen bereits im Februar, März und April, veranlaßten die amerikanische Regierung zu scharfen Beschwerden am 8. April und am 8. Mai 1945 an die Adresse Moskaus, daß diese Verstöße gegen die Beschlüsse von Jalta offenkundig duldete. Ein Erfolg der Proteste blieb aus. Nach der Übernahme der Verwaltung von deutschen Orten und Gebieten durch die Polen, begann eine erneute Verhaftungswelle, die weit schlimmer war, als die vorhergehende unter sowjetischer Herrschaft. Die geringste Denunziation durch zivile Polen, Angehörige der polnischen Miliz oder des staatlichen Sicherheitsdienstes (ÜB) genügte, um verhaftet, schwer gefoltert und bestraft, ja sogar getötet zu werden.

Die schlimmsten Formen nahmen diese Verhaftungs- und Willkürmaßnahmen in Oberschlesien an. Tausende von Deutschen wurden in den polnischen Teil der Wojewodschaft Kattowitz verschleppt, wo sie in Konzentrationslager gesperrt wurden. Dort war jahrelang härteste Zwangsarbeit, schwere Mißhandlungen, Hunger und Krankheit ihr Los. Oft wurde die gesamte Bevölkerung ganzer Dörfer kollektiv in diese KZs eingeliefert. Zu den bekanntesten polnischen KZs in Oberschlesien gehörten das in Lambsdorf und in Grottkau. Weit über die Hälfte der dort Inhaftierten kam ums Leben. In Lambsdorf waren es sechstausendvierhundertachtundachtzig von achttausendvierundsechzig Gefangenen.

Von vornherein ist das Bestreben erkennbar, in ganz Ostdeutschland möglichst „schnell vollendete Tatsachen” zu schaffen (eine bewährte Methode polnischer Politik). In dieser Absicht hatte die Polnische Provisorische Regierung auch bereits am 2. März 1945 das Dekret „über aufgegebene und verlassene Vermögen” erlassen, in dem sämtliche Vermögen des Deutschen Reiches und deutscher Staatsangehöriger grundsätzlich zu „aufgegebenen Vermögen” erklärt wurden, die an den polnischen Staat übergehen.

Man muß sich einmal vor Augen halten, was diese wenigen Sätze bedeuten: Es war nicht nur das Land von einhundertvierzehntausend Quadratkilometern, ein Viertel von Deutschland, mit seinen blühenden Fluren und Wäldern, seinen beispielhaften Verkehrswegen, Industrien und Bodenschätzen! Es war vor allem die Leistung seiner Bewohner, die in Jahrtausenden durch ihren Fleiß und ihre Tüchtigkeit Städte, Dörfer und eine Kultur geschaffen hatten, die seinesgleichen sucht. Schlesien z. B. bezeichnete man als das „Land der Dichter und Denker”, nach Liliencron waren es 666, 20 Prozent der deutschen Nobelpreisträger der Vorkriegszeit kamen aus Schlesien, dem Land, das Friedrich der Große als die „schönste Perle” in seiner Krone bezeichnete.

16,5 Millionen Bewohner der gesamten deutschen Ostgebiete hatten nach der Vertreibung ein Vermögen hinterlassen, das sich der polnische Staat wie im tiefsten Mittelalter, per „Dekret” aneignete. Es war nicht die Leistung von Generationen in einer „über 700jährigen deutschen Geschichte” dieser Gebiete, wie es immer heißt. Nein, diese „deutsche Geschichte” war viel, viel älter, wie wir noch hören werden.

Die erste zentral gelenkte Austreibungswelle erfolgte schon im Juli 1945, kurz nachdem Polen die Oder-Neiße-Linie den Rückkehrern versperrt hatte. Bei dieser Aktion wurden innerhalb von zwei Wochen dreihunderttausend Deutsche rücksichtslos über die Demarkationslinie nach Westen getrieben. Diese Vertriebenen waren fast sämtlich unmittelbar in den westlichen Randgebieten des von Polen begehrten deutschen Territoriums beheimatet, also in Ostpommern, Ostbrandenburg und Niederschlesien. Um die polnische Herrschaft in diesen Gebieten noch vor der Potsdamer Konferenz der drei Hauptsiegermächte zu verfestigen und gerade hier vollendete Tatsachen zu schaffen, mußte dort zuerst gehandelt werden.

Keine der späteren Massenaustreibungen aus Ostdeutschland war so brutal und so unmenschlich wie jene erste im Juli 1945, die sich unter den entehrendsten und demütigendsten Bedingungen vollzog. Völlig unvorbereitet wurde die deutsche Bevölkerung von der Miliz aus ihren Häusern und Wohnungen gejagt, gesammelt und auf das nächste Polizeirevier oder gleich zum Bahnhof gebracht. Im Morgengrauen hatten die Milizeinheiten die Dörfer umstellt, die Menschen binnen fünfzehn Minuten aus den Betten geholt und sie gezwungen, oft nur notdürftig bekleidet, ihre Wohnungen zu verlassen. Nur wenige konnten etwas Handgepäck mitnehmen, das sie vorsorglich bereitgestellt hatten. Doch fast immer wurde es ihnen schon auf dem Weg zum Sammelplatz entrissen oder auf dem Bahntransport von Polen oder sowjetischen Soldaten gestohlen, die unterwegs die Züge stürmten und die Insassen ausplünderten. So hastig sie zusammengetrieben wurden, so lange mußten sie oft auf die Abreise warten, denn auch sie benötigten einen Ausreiseschein. Um ihn zu erhalten, mußten sie eine Erklärung unterschreiben, die besagte, daß sie ihren Wohnsitz freiwillig verlassen, keinerlei Ansprüche an den polnischen Staat stellen und nie wieder zurückkehren werden. Wie Vieh wurden sie dann in Güterwagen gepfercht und mußten ohne Verpflegung und ohne ärztliche Fürsorge die oft tagelange Fahrt antreten. Hinter ihnen vernichteten die polnischen Behörden die Kirchenbücher und standesamtlichen Urkunden, um den deutschen Charakter dieses Gebiets endgültig auszulöschen. Vor allem alte Leute und kleine Kinder waren oft den Strapazen nicht gewachsen, verstarben auf der Fahrt und wurden bei Haltepausen neben den Bahngleisen bestattet.

Wo die Entfernung zur Oder-Neiße nicht zu weit war oder wo keine Eisenbahnzüge zur Verfügung standen, wurden die Menschen auch in tagelangen Fußmärschen aus ihrer Heimat getrieben, wobei sehr viele ihr Leben verloren.

In der Berliner Erklärung der Siegermächte vom 5. Juni 1945 hatten die jeweiligen Regierungen erklärt, Deutschland wird innerhalb seiner Grenzen, wie sie am 31. Dezember 1937 bestanden, für Besatzungszwecke in vier Zonen aufgeteilt und folgenden Mächten zugeteilt: Eine östliche Zone der UdSSR, eine nordwestliche dem Vereinigten Königreich, eine südwestliche den USA und eine westliche Zone Frankreich. Demzufolge unterschieden sich die Gebiete westlich der Oder-Neiße-Linie und östlich dieser Linie nicht: Es gab kein Gebiet in den Grenzen des Reiches von 1937, das polnischer Herrschaft unterstellt oder Polen übergeben worden wäre. Links wie rechts von Oder und Neiße war die sowjetische Besatzungszone.

Es ist die unbestrittene Leistung der Polnischen Provisorischen Regierung, gegen diese Erklärung mit rücksichtsloser und verbrecherischer Gewalt Tatsachen geschaffen zu haben, an denen zum Zeitpunkt der Potsdamer Konferenz nur noch schwer vorbeigegangen werden konnte, zumal Polen dabei die Unterstützung der Sowjetunion fand. Auf der vom 17. Juli bis 2. August stattfindenden Konferenz der Siegermächte in Potsdam gelang es den Westmächten nicht, Stalin zur Einhaltung der früher getroffenen Vereinbarungen zu bewegen. Man einigte sich schließlich darauf, daß diese Gebiete solange unter polnischer und sowjetischer Verwaltung bleiben sollten, bis auf einer Friedenskonferenz die endgültigen Grenzen Deutschlands, Polens und der Sowjetunion festgelegt würden.

US-Präsident Truman wies auf den deutschen Charakter der zur Debatte stehenden Gebiete und auf ihre neun Millionen (Gebiete unter polnischer und russischer Verwaltung) deutschen Einwohner. Stalin entgegnete mit einer Lüge: Nicht ein einziger Deutscher lebe mehr in dem Territorium, das Polen übergeben worden sei. So wurden also Churchill und Truman vorsätzlich über den Stand der deutschen Bevölkerung in ihren östlichen Heimatgebieten getäuscht, der sich nach Massenflucht und ersten Massenaustreibungen immer noch auf fünf Millionen Menschen belief.

Und so wurde auf dieser Konferenz dann munter weiter gelogen, um Annektion und Vertreibung begründen zu können:

1. Kompensation der polnischen östlichen Gebietsverluste und Ansiedlung von fünf Millionen Ostpolen

(in Wahrheit waren es nur knapp eineinhalb Millionen), die leicht als Umsiedler in den verlassenen Siedlungen in Altpolen hätten untergebracht werden können.

2. Wiedergutmachung beziehungsweise Sühne für den Besatzungsterror der Deutschen in Polen.

Hierzu wäre folgendes zu sagen: Bekanntlich führte Polen ein überaus hartes Regiment gegen die deutschen Minderheiten in Polen beginnend 1919 und sich ständig steigernd bis Kriegsausbruch 1939, wobei es bekanntlich in den ersten Kriegstagen zu schweren Ausschreitungen gegen die Volksdeutschen kam und zwischen fünf- und sechstausend umgebracht wurden. Zwischen beiden Kriegen mußten mehr als eine Million Deutsche das Land verlassen und in diesen zwanzig Jahren verloren etwa zwanzigtausend Volksdeutsche ihr Leben. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht 1939 und der Besetzung Polens wurden die Schuldigen ausfindig gemacht und bestraft. Und genau wie die Deutschen aus den sechstausend Opfern des „Bromberger Blutsonntags” – acht-undfünfzigtausend Tote und Vermißte – machten, so behaupten die Polen seit Jahren „jeder fünfte Pole starb durch deutsche Hand” und schreiben dem deutschen Schuldkonto sechs Millionen polnische Opfer zu.

Diese polnische Verlustbilanz stammt aus der Feder von zwei polnischen Studenten, die sie 1947 im Auftrag der provisorischen Polnischen Regierung erstellten und die in ihren Erhebungen so großzügig vorgingen, daß darin auch große Teile der deutschen vertriebenen Bevölkerung enthalten sind. Durch diese über alle Maßen erhöhten polnischen Verlustzahlen hat sich die ganze Weltöffentlichkeit bis heute beeindrucken lassen und jeder fühlte sich verpflichtet, jedmögliche Hilfe zu gewähren. Dieses Argument war mit Sicherheit auch der Hauptgrund für den unrechtmäßigen Anspruch Polens auf fast die gesamten deutschen Ostprovinzen.

Inzwischen haben Alfred Bohmann und Alfred Schickel nach jahrelanger Forschung gründliche wissenschaftliche Analysen des Problems erstellt. Sie errechnen unter Berücksichtigung amerikanischer Forschungsergebnisse rund fünfhundertsiebzigtausend Menschen polnischer Abstammung, die entweder 1939 im Krieg und später bei Partisanenkämpfen gegen deutsche Truppen gefallen sind oder durch die Nationalsozialisten gerichtet wurden. (Von der Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone Polens starben mindestens siebenhundert-fünfzigtausend Volkspolen, die meisten davon durch Deportationen.) Die Zahlen entstammen „Vertreibungsverbrechen an Deutschen”, von Heinz Nawratil, Seite 176 f.

Eine weitere Angabe über polnische Verluste an Menschen im Zweiten Weltkrieg findet man im Buch von David L. Hoggan „Meine Anmerkungen zu Deutschland”. Er schreibt: „Hinsichtlich der deutschpolnischen Beziehungen unter Hitler sowie der sowjetisch-polnischen unter Stalin verdient ein Buch besondere Erwähnung. Es handelt sich um Clifford Barnetts ,Poland, its People, its Society, its Culture’ (Yale University Press 1958).
Das Buch bringt sehr genaue Angaben zur Bevölkerungszahl. Es zeigt auf, daß die deutschen und russischen Verluste an Männern weitaus höher als die der Polen waren; die polnischen Verluste waren geringer als die der Franzosen im Krieg von 1870/71. Und dies trotz der fünfzehntausend Offiziere, die Stalin umbringen ließ (Katyn) sowie der polnischen Verluste der Anders-Truppen in Italien (Lt. „Deutsches National-Lexikon”, München 1992, Seite 69, betrugen die französischen Verluste im Krieg 1870/71 mit Deutschland einhun-dertvierzigtausend Mann).

Selbst die Engländer, die es fertigbrachten, ihre Verluste an Soldaten geringer als im Ersten Weltkrieg zu halten – sie verloren auch ,nur’ dreißigtausend Menschen in den Bombenangriffen, während die deutschen Verluste bei den Bombardierungen rund neunhundert-neunzigtausend betrugen – hatten höhere Menschenverluste als die Polen.
Beim Bor-Komorowski-Aufstand 1944 in Warschau wurden die Polen von der Wehrmacht ehrenvoll behandelt, obwohl die Deutschen alle Gefangenen nach internationalem Recht als Partisanen hätten erschießen können. Ihre Verluste waren zu dem nicht allzu hoch. Das westliche Polen befand sich fast sechs Jahre lang unter deutscher Herrschaft. In dieser Zeit verübten junge Polen zahlreiche Sabotageakte und Einbrüche. Die Bestrafungen waren meist nicht drastisch, und Hinrichtungen waren selten.

Obwohl die Polen immer wieder für sich in Anspruch genommen hatten, das Opfer Nummer eins schlechthin zu sein – seit jüngstem sprechen sie von etwa sieben Millionen Opfern, um wohl die sechs Millionen Juden zu übertreffen -, tut der fließend polnisch sprechende Barnett, auf Grund seiner in Polen selbst durchgeführten Nachforschungen, diese Angabe als wilde polnische Übertreibungen ab; Übertreibungen, wie sie in der polnischen Geschichte schon häufig waren . . .

Zusammenfassend findet es Barnett irgendwie ironisch, daß Polen bei Kriegsende so reichhaltig entschädigt wurde, obwohl es am wenigsten litt und nur wenig zum Sieg der Alliierten beitrug. Barnett schätzt, daß das von Stalin in Besitz genommene nichtpolnische Gebiet (,Ostpo-len’) nur zehn Prozent von dem Gebiet ausmacht, das sich die Polen von Deutschland aneignen durften. . .

Man ließ es in einem dichtbevölkerten Europa zu, daß das nördliche Ungarn, das Sudetenland, Südostfinnland, ein Großteil der baltischen Staaten, Ost- und Westpreußen, Pommern, Posen-Westpreußen und Schlesien entvölkert wurden, um diese Gebiete dann mit primitiven, faulen und unfähigen Leuten dünn zu besiedeln. Diesen Vorgang kann man nur als Verbrechen bezeichnen.” (David L. Hoggan, Seite 290f.)

Per Saldo bleibt festzuhalten, daß die Propaganda der polnischen Nationalisten nach dem Bromberger Blutsonntag – die durch das Nachbarland erlittenen Verluste ihrer Landsleute mit dem zehnfachen der wirklichen Größenordnung angibt. „Historiker in einem totalitären Staat sind mächtiger als der liebe Gott: sie können sogar die Vergangenheit ändern.” (Salvador de Madariaga)

3. Historische Gründe und Rechtstitel.

Nicht unerwähnt darf bleiben, daß bei der fünften Sitzung der Siegermächte in Potsdam am 21. Juli 1945 eine polnische Regierungsdelegation ihre Ansichten und Wünsche zur Grenzregelung vorbringen durfte.
Das Verlangen nach deutschem Land und die „historischen Ansprüche” darauf gehen bei den „slawisch” sprechenden Völkern darauf zurück, daß nach der Zwangschristianisierung der Westgermanen die Chronisten um das Jahr 800 und später die ostwärts davon wohnenden arianischen oder heidnischen Ostgermanen lateinisch als „Sclavi” bezeichneten. Es waren hauptsächlich Wandalen-Wenden und Goten. Diese wurden später durch die mazedonischen Brüder Cyrillos und Methodios und deren Nachfolger in der glagolitischen Gottesdienstsprache missioniert.

Durch Überlagerung und Vermischung mit den alten germanischen Dialekten entstanden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedenen, erst seit 200 Jahren „slawisch” genannten Sprachen; slawisch als Fälschung durch bewußtes Weglassen des C in „Sclavi”. Es gibt keine Landkarte, die älter als 200 Jahre ist und auf der irgendwo in Europa „Slawen” als Bewohner eingezeichnet sind.

Es gibt also zweifelsfrei eine sich jetzt „slawisch” nennende Sprachenfamilie, aber kein slawisches Volk. Durch den Schwarmgeist und Theologen Gottfried von Herder (1744-1803) und August Ludwig von Schlözer (1735-1809) wurde bei Tschechen und Polen das Selbstbewußtsein geweckt, indem vor allem diese beiden Deutschen ihnen einredeten, daß sie wegen ihrer Sprache eigene, von den Deutschen unterschiedliche Völker seien. Daraus entstand der Panslawis-mus.

Polen und Tschechen forderten darauf alle Gebiete für sich, bei denen nach Gründung des Ersten Deutschen Reiches noch die ostgermanischen Sclavi wohnten, also ganz Mitteldeutschland mit Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Teilen von Oberfranken und der Oberpfalz, sogar Schleswig-Holstein. Daß die Panslawisten auch Pommern, West- und Ostpreußen und Schlesien für sich beanspruchten, ist jetzt erklärlich, denn auch dort siedelten seit Jahrtausenden die von ihren alten Göttern abhängigen Ostgermanen, die alle als Heiden unter dem Sammelnamen Sclavi von den Mönchen und Chronisten zusammengefaßt wurden.

Die von Polen für sich beanspruchte Dynastie der Piasten, von dem Wikinger Dago (Daglinger) 960 überwiegend auf dem Gebiet der Po-lanen (Inlandbewohner) gegründet, ist eine rein germanische Dynastie. Diese germanischen Herzöge hatten zudem nur deutsche Frauen. So war die Heilige Hedwig schon die zehnte deutsche Prinzessin (An-dechs-Meran), die einen regierenden Piasten heiratete. So war ihr Sohn, Heinrich II., der in Wahlstatt bei Liegnitz gegen die Mongolen fiel, blutsmäßig ein deutscher Fürst aus dem Hause der Daglinger. Bei den Autochthonen setzte sich im Westen dieses Gebietes die deutsche Sprache durch, im Osten und auf dem Lande unter dem Einfluß des katholischen Klerus, die durch die glagolitische Kirchensprache entstehenden jetzt slawisch genannten Sprachen. Der polnische und tschechische Chauvinismus liegt völlig daneben, wenn er aus angeblich historischen Gründen deutsche Gebiete für sich beansprucht, nur weil diese vor tausend Jahren auch noch nicht christianisiert waren und die Bewohner dieser Gebiete von den christlichen westgermanischen Chronisten als Sclavi bezeichnet wurden. Dies hat mit den heutigen Slawen überhaupt nichts zu tun.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die jüngere Geschichtsschreibung die Zeit von „700/800 Jahren deutscher Geschichte Ostdeutschlands”, hindurch, an der sich die Polen aufhängen und ihren historischen Anspruch auf diese Gebiete ableiten. Selbst wenn es so gewesen wäre, erlaubt die Kultur- und Aufbauleistung deutscher Menschen im Osten keinen fremden Anspruch darauf. – Die deutsche Ostgeschichte aber begann nicht vor 700/800 Jahren, auch nicht vor 2300 Jahren (erste historische Daten), sondern als unser Volk zu entstehen begann, vor wohl dreißigtausend Jahren (berühmte Karte des „Ptolemäus” und sein Hauptwerk „Almagest”, Alexandrien 140 n. Chr.). Deutschland – und damit auch Ostdeutschland – ist nie neu deutsch geworden, sondern deutsch entstanden. Wir haben niemals fremde Länder kolonisiert (außer durch erbetene Auswanderung) und anderen Völkern ihr Land weggenommen. Deutschland und das deutsche Volk, das sind deckungsgleiche Begriffe. Wenn wir Deutschen endlich alle begriffen haben, was das bedeutet, dann erst beginnt neue deutsche Politik. (Johannes P. Ney, „Reizwort Rasse”, Tübingen 1991.)

Ausrottungen oder Vertreibungen fanden in dem erwähnten Raum zu keiner Zeit statt. Vielmehr vollzog sich die jeweilige Assimilation der Autochthonen im Prinzip nicht anders als die Romanisierung der Gallier, die Anglisierung der Schotten oder die Germanisierung der baltischen Preußen (auch Prussen oder Pruzzen) im Ostpreußen des Mittelalters. (Marian Turnier, Seite 34 f.)

Das Besondere an den polnischen Vorstellungen ist nur, daß es die ersten historisch verbrämten Expansionsbestrebungen sind, die im Millionenmaßstab in der Praxis umgesetzt wurden; einen derart totalen Triumph der „Archäologie” hat es in der Geschichte Europas noch nicht gegeben. – Tragikomisch und zugleich abgründig wirken die historisierenden Argumente, wenn man sich vor Augen hält, daß sie nicht nur Modelle zur Liquidierung der ostdeutschen Volksgruppen, sondern auch zur Vertreibung des polnischen Volkes selbst und vieler anderer Völker liefern.

4. Wirtschaftliche und strategische Erwägungen.

Diese beiden Begründungen waren die letzten aber vielleicht ehrlichsten Argumente der polnischen Regierungsdelegation in Potsdam. Die Behandlung der strategischen Begründung kann man sich ersparen. Auch die wirtschaftlichen Gründe wirken irgendwie peinlich wenn man bedenkt, daß zum Beispiel die Volksrepublik Polen 1961 eine Bevölkerungsdichte von siebenundneunzig Einwohnern pro Quadratkilometer hatte, während man in der Bundesrepublik Deutschland zweihundertsieb-zehn Personen pro Quadratkilometer zählte. Auch vor dem Krieg war die Bevölkerungsdichte in Polen wesentlich geringer als in Deutschland.

Die wirtschaftliche Nutzung der hochentwickelten ostdeutschen Agrargebiete durch Polen ist ebenfalls nicht optimal. Während 1980/81 ein Landwirt in der Bundesrepublik Deutschland im Durchschnitt dreiunddreißig Menschen ernähren konnte, versorgte sein Kollege in der Volksrepublik Polen nur sieben Menschen. Nach vorsichtigen Schätzungen der offiziellen polnischen Kontrollkommission lagen im Frühjahr 1982 in Polen zweihundertdreiunddreißigtausend Hektar Anbaufläche brach. Ostdeutschland ist unter polnischer Verwaltung vom klassischen landwirtschaftlichen Überschußgebiet zum Zuschußgebiet geworden.

Als Ergebnis der Potsdamer Konferenz erhielt Polen die deutschen Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße, 103.006 Quadratkilometer, ein Viertel von Deutschland in den Grenzen von 1937, die es ohnehin schon an sich gerissen hatte, zur Verwaltung. Sie wurden ihm aber nicht zugesprochen. Die Häupter der drei Regierungen bekräftigten ihre Auffassung, daß die endgültige Festlegung der
Westgrenze Polens bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll.

So war dann das Jahr 1945 das „Jahr der Ernte”, die Sternstunde des polnischen Nationalismus. Die Planeten standen so günstig wie seit Jahrhunderten nicht mehr: Die Konjunktion der angloamerikanischen Bestrafungstheologie mit der sowjetischen Hegemonialstrategie am Ende der „unvermeidlichen deutschen Katastrophe” brachte den Spielern den erhofften „höchsten Gewinn”, die größte Expansion des polnischen Siedlungsgebietes in der Geschichte; obendrein konnte sich der historische polnische Chauvinismus im Gewand der Kompensations- und Kollektivschuldtheorie in vornehmen westlichen Gesellschaftskreisen sehen lassen. (Heinz Nawratil: „Vertreibungsverbrechen an Deutschen”, S. 184.)

Ein besonders begehrenswertes Objekt polnischer Gelüste war natürlich das oberschlesische Industrierevier, eines der reichsten Gebiete Europas. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg wurde von diesem gewachsenen Industriekörper gegen das Ergebnis einer Volksabstimmung für den Verbleib bei Deutschland, achtzig Prozent auf Beschluß einer Völkerbund-Kommission abgetrennt und Polen zugesprochen. Hervorgegangen waren drei blutige polnische Aufstände, um das Land mit Gewalt an sich zu reißen. Damals entstand für Oberschlesien der Begriff vom „Land unterm Kreuz”. Bis 1939 waren dann die achtzig Prozent Industrie soweit heruntergewirtschaftet, daß die beim Deutschen Reich verbliebenen zwanzig Prozent tatsächlich eine höhere Produktion erreichten.
Heute ist dieses ehemals so reiche Gebiet der Raum mit den „größten Umweltschäden” Europas, und es ist kaum möglich, daß es Polen gelingen kann, die Ursachen dieser Umwelt-Zerstörung mit eigener Kraft zu beseitigen. Auch die einst so blühende Landwirtschaft liegt, wie schon erwähnt, in dem viel zu dünn besiedelten Gebiet danieder, nachdem man die guten Wirte davongejagt hat. Auch was die Ausweisung „deutscher Bevölkerungsteile” anging, wurden in Potsdam Entscheidungen getroffen. Dabei ist aber ausdrücklich nur von der „Ausweisung Deutscher aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn” die Rede. Da die Sieger in Potsdam vom Begriff des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 ausgingen, 1945: Auf der Potsdamer Konferenz der Siegermachte (17. Juli bis 2. August 1945) wurde Deutschland ostlich von Oder und Neiße unter polnische, davon das nördliche Ostpreußen unter sowjetische Verwaltung gestellt. Das 1921 von Polen eroberte russische Gebiet fiel an die Sowjetunion zurück (polnisch-sowjetischer Vertrag vom 16. August 1945), so daß ziemlich genau die „Curzon-Lime”, die Ostgrenze des geschlossenen polnischen Siedlungsgebietes, die heutige polnische Ostgrenze ist können die deutschen Ostgebiete wohl schwerlich unter „Polen” fallen. Diese Bestimmung traf eindeutig nur die rund 1,3 Millionen polnischen Staatsbürger, die sich nach dem Bekenntnisstand der Vorkriegszeit der deutschen Nationalität zugerechnet hatten, beziehungsweise die achthunderttausend Deutschen, die sich jetzt noch in Alt-Polen befanden.

Die Warschauer Regierung jedoch mißachtete die Beschränkung der Ermächtigung zur Ausweisung „deutscher Bevölkerungsteile” auf das polnische Staatsgebiet und bezog diese auch auf das zur Verwaltung unterstellte ostdeutsche Gebiet, wo bei einer rein deutschen Bevölkerung von „Bevölkerungsteilen” nicht die Rede sein kann. „Diese Auslegung wurde, nachdem die polnischen Behörden schon im Juni mit der Austreibung begonnen hatten, vom alliierten Kontrollrat für Deutschland stillschweigend gebilligt, namentlich durch den Entwurf eines Aufnahmeplans für Flüchtlinge am 17./20. November 1945″, schreibt der Historiker Hans Roos in seiner „Die Geschichte der polnischen Nation 1918-1978″.

Doch im Gegensatz zur Jahreswende 1944/45 war die Vertreibung von Millionen Ostdeutschen zum Zeitpunkt der Potsdamer Konferenz nicht mehr der übereinstimmende Wille der Großmächte. So wurden in Potsdam auch für das unter sowjetische Verwaltung gestellte nördliche Ostpreußen keine Ausweisungen vorgesehen. An dieser Stelle wird die ursprüngliche und kausale Verantwortlichkeit Polens für die Vertreibung der Ostdeutschen deutlich. Sie beruht nicht auf dem höheren Willen der Großmächte, sondern im Gegenteil auf einem Willkürakt Polens, dem Bruch der Bestimmungen von Potsdam.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß in der Zeit vom Spätsommer bis zum Spätherbst 1945 entgegen den Bestimmungen des Potsdamer Protokolls vierhunderttausend Deutsche aus den deutschen Ostgebieten von Polen vertrieben wurden. Anfang 1946 setzt Polen eine Kommission zur Umbenennung der deutschen Orts- und Flurnamen ein. Dreißigtausend Namen werden bis 1950 durch neugeschaffene Bezeichnungen ersetzt. Dabei werden oft die deutschen Namen lediglich ins Polnische übersetzt.

 

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