Selbsthass?

Selbstachtung statt Selbsthaß –
Offener Umgang mit der Zeitgeschichte

Dr Claus Nordbruch New

 

Rede zum 8. Mai an der Universität zu Wien
(gehalten am 9. Mai im RFJ-Keller in Wien)

Dr. Claus Nordbruch

Verehrte Gäste, liebe Landsleute!

Meinen herzlichen Dank vorab dem Ring Freiheitlicher Studenten, der in Zeiten wie diesen, in denen die Geistesfreiheit im allgemeinen und die Meinungsäußerungsfreiheit im besonderen wahrlich keine Hoch-Zeit feiern, den Mut gefunden hat, die heutige Veranstaltung zu organisieren und trotz aller Schikanen und Bedrohungen auch durchzuführen. Eine solche rückgratstarke Haltung nenne ich Zivilcourage!

Lassen Sie uns heute abend über unsere gemeinsame deutsche Vergangenheit sprechen und über die Bedeutung des 8. Mai 1945 nachdenken. Dieses Datum ist entgegen kommunistischer Propaganda und der Vorgabe politisch korrekter Denkschablonen eben kein Tag der Befreiung. Vielmehr verbinden die meisten Angehörigen unserer Nation dieses einschneidende Datum mit Zusammenbruch, Verzweiflung und Trauer, mit Entrechtung und Erniedrigung, mit Verlust der Heimat, Verschleppung und Zwangsarbeit.

Der unlängst verstorbene Militärhistoriker und ehemalige Wissenschaftliche Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg (jetzt Potsdam), Dr. Joachim Hoffmann bekannte im Vorwort seines bahnbrechenden Werkes Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945: »Im Gegensatz zu Geist und Buchstaben der grundgesetzlich proklamierten Wissenschaftsfreiheit ist es heutzutage leider schon empfehlenswert, manche Passagen historiographischer Texte vor ihrer Veröffentlichung auf einen möglichen ›Strafbestand‹ hin überprüfen zu lassen – ein fast entwürdigender Zustand.« In der Tat! Und doch so bezeichnend für den heute herrschenden Zeitgeist.

Entgegen der üblichen Hetze selbst ernannter Antifaschisten wird es heute abend im historischen Umgang mit dem 8. Mai, seitens des Podiums selbstverständlich nicht zu strafbaren Äußerungen kommen. In dieser Hinsicht darf ich also die besorgte Universitätsleitung und die anwesenden Beamten der Staatspolizei schon jetzt beruhigen. Wohl aber werde ich mir als selbständig denkender Mensch erlauben, den herrschenden Zeitgeist zu kritisieren und für einen neuen, das heißt normalen Umgang mit unserer Zeitgeschichte zu plädieren: Selbstachtung statt Selbsthaß! Dieses Thema wurde bislang publizistisch noch kaum gewagt. Und politisch schon gar nicht. »Deutsche als Opfer« ist sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in Österreich ein Tabuthema. Höchste Zeit es zu lüften.

Es ist gerade für viele der auflagenstärksten Druckmedien bzw. der vom Zeitgeist beseelten Autoren bezeichnend, sich – wenn überhaupt – meist nur mit schlotternden Knien sachlich und umfassend dem Thema »Deutsche als Opfer« zu nähern. Günther Grass hat dies überraschenderweise nun an seinem Schaffensabend mit der Veröffentlichung seines Romans Im Krebsgang getan. In der Regel finden sich jedoch im Vorspann solcher belletristischer Bücher oder als Einleitung zu Sachbüchern »relativierende«, wenn nicht gar entschuldigende Floskeln und Sätze, wie z.B., daß die »Ungeheuerlichkeit des von Deutschland ausgegangenen Krieges« keinesfalls unterdrückt oder der Gegenstand des Buches auf keinen Fall mißverstanden werden sollte. Keinesfalls wolle man die Nürnberger Urteile in Frage stellen. Natürlich sei es auch nicht beabsichtigt gewesen, eine Aufrechnung von von Deutschen an anderen Völkern begangenen Verbrechen aufzustellen, die selbstredend einmalig in der Geschichte seien, usw. usw. Eine besonders widerliche Art von Machwerken meint gar, die Schuld, beispielsweise an den Vertreibungsverbrechen – die ja ohnehin übertrieben würden -, trügen die Deutschen selbst. Viele Schreiberlinge, die sich dem Zeitgeist unterworfen haben, zeigen für diese Verbrechen erstaunlich viel Toleranz und betrachten sie als »einen durchaus verständlichen radikalen Gegenschlag gegen alles Deutsche.« Die Begründung hierfür läge auf der Hand: »Wie überall im ehemals von den Deutschen besetzten Europa ist das Verhalten der Widerstandsbewegung und alliierten Truppen nur als Reaktion auf die Unmenschlichkeit des NS-Regimes zu verstehen.« Derartige Behauptungen brechen der historischen Wahrheit nicht gerade eine Lanze, sondern sind ausschließlich politisch motiviert.

Kritiker werden sich darüber mokieren, daß ich in meinem Buch Der Deutsche Aderlaß – so wie auch heute abend! – nicht auch »die andere Seite« zu Wort kommen gelassen habe. Aus Eurem Munde, werte Kritiker, spricht die Heuchelei! Die Regale der Bibliotheken und Buchhandlungen sind voll von Schriften »der anderen Seite«, in den Schulen und Universitäten wird ausschließlich »die andere Seite« gelehrt, Rundfunk und Fernsehen lullen ihr Auditorium bzw. Publikum schier täglich mit »der anderen Seite« ein, die Zeitungen und Talkmaster stellen nur »die andere Seite« zur Diskussion, die wiederum ausschließlich mit Argumenten »der anderen Seite« geführt wird und endlich vertreten auch die meisten Politiker nur die Interessen »der anderen Seite«. Wann habt Ihr, werte Kritiker, je einmal die wirklich andere Seite zu Wort kommen lassen? Die meisten Leser und Zuhörer hier im Auditorium werden in ihrem gesamten sozialen, kulturellen, religiösen und politischen Umfeld ausschließlich nur von einer Seite beeinflußt. Höchste Zeit, endlich einmal mit einer wirklich anderen Meinung konfrontiert zu werden! Diese will ich Ihnen heute darlegen.

Es ist meiner Meinung nach richtig, Menschen, die unter Deutschen tatsächlich gelitten haben, zu entschädigen. Der 1934 aus Deutschland emigrierte Psychiater und Psychoanalytiker William G. Niederland beschäftigte sich mit dem lebenslang anhaltenden Trauma von Menschen, die im Laufe ihres Daseins unsagbarem Leid ausgesetzt waren. Niederland profilierte sich vor allem als Fürsprecher und Seelsorger für im Dritten Reich verfolgte Menschen, den sogenannten zerrissenen Seelen. Mitte der achtziger Jahre stellte er fest, daß die nationalsozialistische Herrschaft zwar vor mehr als 40 Jahren geendet habe, die Folgen für die Überlebenden damit jedoch keineswegs überwunden worden seien. Bereits 1964 führte er den Begriff vom Überlebenden-Syndrom ein. Die Hauptmerkmale dieses Syndroms seien u.a. eine alles beherrschende depressive Verstimmung, eine Tendenz zu Rückzug, Apathie und wortloser Trauer, Gefühle von Unsicherheit, Mißtrauen und Hilflosigkeit, Angst- und Erregungszustände, Schlaflosigkeit, Alpträume, Persönlichkeitsveränderungen und seelische Störungen.

Falls diese psychologisch-medizinischen Erkenntnisse zutreffend sind, können sie aber nicht nur auf ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Volksgruppe Anwendung finden. Im Falle ihrer Richtigkeit müssen sie allgemeingültig sein. Demnach finden wir diese »zerrissenen Seelen« auch unter den Deutschen, auch unter Österreichern. Nicht nur viele Millionen Heimatvertriebene, auch Millionen deutsche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene haben unsäglich gelitten. Erstere vor allem deshalb, da sie im Gegensatz zu anderen Deutschen, außer ihrem Eigentum auch noch ihre Heimat verloren haben.

In allen Publikationen der Heimatvertriebenen wird dieser Verlust thematisiert. Heimat ist eben viel mehr als nur ein abstrakter Begriff. Verdeutlichen wir uns, was der Verlust der Heimat tatsächlich bedeutet und welche tiefgreifende Folgen hieraus entstehen. Die Publizistin Margarete Dörr hat dies in sehr anschaulichen Worten beschrieben: »Verlust der Heimat – in diesen Worten bündelt sich eine Vielzahl von Erfahrungen: Die Trennung von Haus und Hof, Wohnung und Umgebung, in denen man aufgewachsen war, die Kinder- und Jugendzeit, die ersten Ehejahre oder auch fast ein ganzes Leben verbracht hatte. Gemeint ist aber auch der Verlust des größten Teils, wenn nicht alles dessen, was man besessen hatte, vom Lebensnotwendigen bis hin zu den ganz persönlichen Dingen, die einem lieb und wert waren, sei es ‘nur’ Spielzeug, seien es Bücher, Musikinstrumente oder ererbte Kunstgegenstände. Verloren waren die vertraute Landschaft und das vertraute Ortsbild und – fast noch wichtiger – das vertraute soziale Umfeld, Menschen, mit denen man sich versteht, die man kennt, und denen man vertraut. Verloren waren alle die materiellen und immateriellen Werte, die sich niemals ganz ersetzen lassen würden und auf die man immer mit Sehnsucht und sicher auch mit der Neigung zu nostalgischer Verklärung zurückblicken wird. Wer solche ‘Um- und Aussiedlungen’ als Mittel einer ‘völkischen Flurbereinigung’ ansieht und für zumutbar hält, da ja schon die nächste Generation sich in einer neuen Umgebung eingelebt haben würde, spricht mindestens einer Generation Teile ihrer elementaren Menschenrechte ab, einen wichtigen Teil ihrer Identität, auch wenn die Aussiedlungen in ‘humaner’ Form geschehen sollten.«

Um wieviel mehr gilt dies für die Umstände der Vertreibung der Volksdeutschen, der Sudetendeutschen und der Deutschen aus den Ostprovinzen, die nicht unter humanen, sondern unter brutalsten Gesichtspunkten und gröbsten Völkerrechtsverletzungen erfolgte! Wenn heute noch hunderttausende deutsche Menschen vom Verlust der Heimat sprechen, meinen sie in erster Linie nicht nur den brutalen Akt der Vertreibung als solche, sondern vor allem den gesamten Prozeß der Entfremdung von dem Leben, das sie seit Menschengedenken geführt hatten, oder wie es die ehemalige Zwangsarbeiterin und Heimatvertriebene Ida Winter ausdrückt: »Der materielle Verlust durch die Vertreibung war groß, viel schlimmer aber der Schaden an Leib und Seele.«

Ganz abgesehen von dem den Vertriebenen bis heute vorenthaltenen Recht auf ihre alte Heimat, sind Millionen Deutsche für das erlittene Grauen der Gefangenschaft, der Folter, der Zwangsarbeit, der vollbrachten Arbeitsleistung und für den Verlust materieller wie mentaler Güter bis heute unentschädigt geblieben. Nicht zuletzt wurden die Seelen auch dieser Menschen getötet! Es ist nicht möglich, mit Worten auszudrücken, was in den Seelen eines rechtlos gewordenen Volkes, das damals ärger als Vieh behandelt wurde – geschlagen, geprügelt und verhöhnt -, vor sich ging. In der Ost-Dokumetation des Bundesarchives stellt ein Betroffener richtig fest: »Man kann Tatsachen und Zahlen nennen, die Qualen eingesperrter Kinder, verschleppter, vergewaltigter Mädchen und Frauen, zu Krüppel geschlagener Jungen und Männer, zerrissener Familien, sorgenvoller Eltern, enteigneter, von der heimatlichen Scholle vertriebener Menschen kann niemand schildern. Wir können die großen Linien aufzeichnen – das Elend und die Verzweiflung, die sich im Kleinen abspielen, können nicht geschildert werden. Jedes Haus, jeder Hof, jede Familie ist zur Tragödie geworden.« Unzählige, gerade unter den Heimatvertriebenen und als Zwangsarbeiter verschleppten Deutschen, konnten diesem fürchterlichen Druck physisch und psychisch nicht Stand halten. Sie brachen zusammen und verendeten irgendwo auf der Straße, in der Zelle oder sonstwo allein, verlassen und unbemerkt von allen Mitmenschen. Zehntausende glaubten, ihre Rettung im Freitod zu finden. Familienväter brachten ihre Familien und anschließend sich selbst um. Zu Tausenden stürzten Mütter sich in Gewässer und Brunnen und ertränkten ihre Kinder oder sie erhängten sich an Bäumen oder auf Dachböden und in Scheunen oder schlitzten sich die Pulsadern auf und verbluteten langsam. Dies waren keine Einzelfälle! Vielerorts kam es zu wahren Selbstmordepidemien. Allein in Karlsbad beispielsweise wählten bis Mitte August 1945 etwa 2.000 Menschen den Freitod. In Ortschaften mit 30.000 oder 35.000 Einwohnern, wie beispielsweise in Teplitz-Schönau, brachten sich nicht weniger als 6.000 deutsche Menschen um! Die Talsperren im Riesengebirge mußten mehrmals geöffnet werden, da die Abflüsse von Leichen verstopft wurden.

Im gängigen Schrifttum und in offiziellen Verlautbarungen heißt es immer wieder, man dürfe deutscherseits nicht »aufrechnen«. Das, meine Damen und Herren, will ich auch nicht, wohl aber versuchen vorzurechnen. Wo steht geschrieben, daß man begangenes Unrecht und aufgeladene Schuld nicht miteinander vergleichen, in Relation setzen und hieraus seine Schlüsse ziehen darf? Man werfe nun nicht ein, daß das Leid der Vertreibung, das Grauen der Verschleppung – auch dies waren übrigens Deportationen! -, das Elend der Zwangsarbeit oder anderer traumatischer Erlebnisse nach 40, 50 oder 60 Jahren sich mittlerweile verflüchtigt habe und ein Wiedergutmachungsanspruch zwischenzeitlich verjährt sei! Was den einen Opfern zugestanden wird, kann den anderen auf Dauer nicht vorenthalten werden! Wir geben uns nicht mit der Standardrechtfertigung zufrieden, daß es zwar stimme, »daß viele Deutsche während und unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg Schlimmes erdulden mußten«, dieses Unrecht aber »seine Ursache im vorangegangenen NS-Unrecht« gehabt hätte und dies der Grund sei, darauf zu verzichten, »an die fremden Staaten Entschädigungs- oder Wiedergutmachungsansprüche zu stellen«. Dieser Versuch der Rechtfertigung ist feige!

Der Großteil der während der sowjetischen Besatzungszeit verstorbenen Deutschen starb einen gewaltsamen Tod. Dieser Tod war gewollt. Es handelte sich um einen ethnischen Vernichtungsfeldzug gegen das deutsche Volk im ganzen. Es waren von den Erschießungen durch einrückende sowjetische Truppen eben nicht vor allem Personen betroffen, die exponierte Parteistellen innehatten oder bestimmten nationalsozialistischen Organisationen angehörten, sondern tatsächlich befanden sich unter den Zurückgebliebenen nur noch selten Personen, die gehobene Stellungen in NS- Organisationen bekleidet hatten. In der Mehrzahl waren es Menschen:

– die nicht mehr hatten fliehen können, da die Räumung ihrer Gemeinden zu spät oder überhaupt nicht angeordnet worden war, oder
– es waren Bewohner von Stadtgemeinden, für deren Räumung nur begrenzte Transportmöglichkeiten mit der Eisenbahn bestanden, oder
– Personen, die nicht fliehen wollten, wie vielfach Frauen, deren Männer bei der Wehrmacht waren und die sich mit ihren Kindern nicht von zu Hause entfernen wollten, oder
– körperlich Behinderte und alte Menschen, die die Strapazen der Flucht befürchteten; oder
– aber auch Bauern, die sich von dem ererbten Hof nicht trennen wollten.

In den ost- und sudetendeutschen Gebieten haben die Rotarmisten sowie polnische und tschechische Partisanen sich weniger als entschiedener Gegner und Bekämpfer des Nationalsozialismus gebürdet, sondern in erster Linie als Deutschenhasser. Alle Deutschen ohne Unterschied auf politische Ansichten, ob arm oder reich wurden niedergemetzelt. Millionen wurden getötet. Sie wurden, um es ausdrücklich hervorzuheben, nicht aufgrund einer etwaigen Parteizugehörgkeit oder wegen ihres Besitzes ermordet, sondern weil sie Deutsche waren. Dies gilt für alle Deutschen, die in den Autoritätsbereich der Sowjetarmee und ihrer Häscher gefallen waren. Die Motivierung hierzu war ein grenzenloser Deutschenhaß. Hierzu einige Beispiele unfaßbarer Menschenverachtung:

Besonders grauenhaft verhielten die Tschechen sich den Deutschen in Prag gegenüber. Ein im ehemaligen Deutschen Realgymnasium Internierter beschreibt folgende Szenen vom 10. Mai 1945: »Es kam ein Trupp Bewaffneter herein und suchte sich die 6 jüngsten und kräftigsten Männer aus, darunter war auch ich. Nachdem diese Leute unserer Bewachung versprochen hatten, sie würden uns nach Möglichkeit lebendig wiederbringen, führten sie uns auf den Wenzelsplatz. Dieser war gesteckt voll mit einer gröhlenden Menge und man mußte uns erst eine Gasse freimachen. Ich hätte nie gedacht, daß ein Menschenanlitz so zur Fratze werden kann, denn wie geifernde Hunde reckten sie uns mit gefletschten Zähnen die Köpfe entgegen als sie uns anspieen und anbrüllten. Mit aller Gewalt und entsicherten Pistolen mußte unsere Bewachung diese Wesen (Menschen kann ich nicht sagen) von uns fernhalten. So kamen wir zur Einmündung der Wassergasse und sahen unsere Aufgabe: An der großen Reklametafel an dieser Ecke hingen drei nackte Leichen, an den Füßen aufgehängt und mit Benzin verbrannt. Die Gesichter bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, die Zähne restlos herausgeschlagen, der Mund nur ein blutiges Loch. Die gekochte Haut klebte uns an den Händen, so mußten wir sie in die Stefansgasse tragen und schleifen. […] Als wir die Toten abgelegt hatten, zwang man uns, sie auf den Mund zu küssen.«

Zu den menschenverachtenden Maßnahmen der Befreier zählen gerade auch die feigen Übergriffe auf Frauen und Kinder. Diese furchtbare Dramatik wurde bislang weder in der bundesdeutschen und österreichischen Nachkriegsliteratur noch in der historischen Wissenschaft gebührend behandelt. Dabei handelt es sich bei den an Deutschen erfolgten Massenvergewaltigungen eben nicht etwa um Einzel- oder Ausnahmefälle, sondern um allgemeine, bisweilen angeordnete und bis heute ungesühnte Massenverbrechen. Einen solchen abartigen Fall im Juni 1945 schildert eine Augenzeugin aus Stettin: »In der frühen Morgenstunde hörten wir von der Straße her ein sich uns näherndes gellendes Schreien. Ich ging sofort hinunter, da ich ohnehin zum Bürgermeister gehen mußte. Diesen traf ich stark angetrunken auf der Straße. Dann entdeckte ich auf der Straße starke Blutspuren, denen ich nachging. Bei der Kirche fand ich ein junges, etwa 17-18 Jahre altes Mädchen, in Blut gebadet, auf der Straße liegen, das völlig erschöpft zusammengebrochen war und vor Schmerzen stöhnte. Es liefen mehrere Leute, darunter auch ihre Mutter, hinzu, die alle in einer nahen, offenen Scheune hausten. Die Mutter schrie vor Entsetzen auf und stellte fest, daß ihr armes Kind nicht nur geschändet, sondern auch ganz aufgerissen war. Das junge Mädchen hatte keine Hose, sondern nur ihre Oberbekleidung an. Als die Mutter das Kleid hochhob, sah ich selbst, daß die Scheide, wenn sie auch stark mit Blut bedeckt war, weit aufgerissen war. Wie ich von den Umstehenden erfuhr und mir später auch von russischen Soldaten bestätigt wurde, hatten 5 betrunkene russische Offiziere das Mädchen aus der Scheune herausgeholt, damit es bei ihrem Gelage servieren solle. Dabei hatten sie alle es vergewaltigt und der letzte von ihnen hatte noch mit aller Gewalt mit der Faust in die Scheide gestoßen, wodurch diese ganz aufgerissen war.«

Auch die Behandlung deutscher Menschen in Gefangenschaft dokumentiert das schreiende Unrecht, das Deutschen angetan wurde. Der frühere Leiter des Grenzpolizeikommissariats in Ratibor/Schlesien, Kriminalkommissar Paul P., schildert welchen Qualen, die Häftlinge im unter polnischer Verwaltung stehenden Gefängnis in Kattowitz im November 1945 zu erleiden hatten: »Gegen 21 Uhr mußten alle ihr Lager aufsuchen und um 3 Uhr morgens wurden die Gefangenen auf dem Korridor des Gefängnisses aufgestellt und zu Reinigungsarbeiten des Gebäudes eingeteilt. Diese wurden gleichfalls vom Wachpersonal beaufsichtigt, wobei es Fußtritte, Schläge mit Knüppeln, mit Pistolenkolben usw. gab. Personen, die als Hitleristen bezeichnet worden waren, wurden von Angehörigen der Wachmannschaften, in einen anderen Raum zur Reinigung geführt. Neben dem Raum befand sich eine Baderaum. In diesem mußte sich der Hitlerist entkleiden, in die Wanne steigen, worauf der Wasserkran geöffnet und der Unglückliche im eiskalten Wasser ungefähr 5 – 10 Minuten gehalten wurde. Es kam vor, daß Gefangene unter dieser Tortur halb erstarrt aus der Wanne kamen, geschlagen und dann zur Arbeit eingeteilt wurden.«

Alfred Trautmann, ein anderer Zeuge, war den Unmenschen in einem GPU-Gefängnis im niederschlesischen Glatz ausgeliefert. Er schildert das Märtyrium der dort gefolterten Deutschen wie folgt: »Die Gefangenen waren verdreckt und hatten alle Läuse. Eine Möglichkeit, sich völlig sauber zu halten, bestand nicht, da wir nur zweimal in der Woche Wasser erhielten. So verschmutzt und verlaust in stinkenden Kleidern, die nie gewechselt wurden, lagen wir wochenlang auf dem Steinfußboden teils ohne Decke oder Matratze. In jeder Zelle stand ein Blechkübel für die Notdurft. Es war so eng, daß wir nur dicht nebeneinander liegen oder stehen konnten. Wer am Kübel lag, mußte den Gegenstand mit in Kauf nehmen. Ekelerregende Düfte waren ständig in der Zelle. Menschenunwürdigste Unterbringung. Das allein hätte schon als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet werden müssen. Dann kamen die Schrecken der Nacht. Ich nannte das Gebäude das Haus des Todes und des Schreckens. Wer hier durchging, hatte die Hölle gesehen. Jede Nacht gegen 10 Uhr begann die Folterung. Zelle für Zelle wurde abgefertigt. Betrunkene Posten und Zivilisten. Alle Gefangenen mußten heraustreten. Dann hub ein Prügeln und Quälen an. Im Kreis mußten wir in Hockestellung hüpfen. Die Teufel schlugen mit allen Marterinstrumenten auf uns ein. Manchmal wurde einer von uns besonders herausgeholt, dann so mißhandelt, daß er halbtot in die Zelle gebracht werden mußte. […] Man schlug die Gefangenen mit Boxhandschuhen, in die Eisenteile eingebaut waren, ins Gesicht, in die Rippen und zerschlug ihnen die Knochen. Man prügelte mit Holzknüppeln und Eisenstangen. Und fiel ein Gemarterter ohnmächtig um, dann goß man kaltes Wasser über ihn, schaffte ihn in den Keller und holte ihn 14 Tage später wieder zur Vernehmung.«

In diesen polnischen Folterkammern kam noch nicht einmal der Tod schnell als Erlösung, sondern langsam und selbst als Qual. Trautmann berichtet von einem Zellenkameraden namens Adolf Benesch, der so geprügelt worden war, »daß sein Rücken ein dunkler Flecken mit faustgroßen Beulen war. Auf den Schulterblättern fingen die Beulen an zu eitern. Nach einigen Tagen öffneten sie sich und ich mußte ihm den Eiter ausdrücken. Etwa ¾ Liter jauchige Flüssigkeit, die ich zuerst in einen Lappen, dann in ein Hemd und, als das nicht ausreichte, in ein Glas entleerte, verpestete die ganze Zelle. Benesch brüllte vor Schmerzen. Er war aber auch schon so schwach, daß er kein Essen mehr annahm. So dämmerte er wie ein krankes Tier noch 3 Tage dahin, dann starb er.« Kein Zweifel: Auch in unserem Volk gibt es Millionen von zerrissenen Seelen!

Gerade der Raubzug der Alliierten durch die Geisteswelt des Deutschen Reiches beweist, daß sich die deutsche Forschung jener Zeit durch eine schier unerschöpfliche Vitalität und Produktivität auszeichnete. Wissenschaft und Forschung erlebten im nationalsozialistischen Deutschland einen nie zuvor gekannten Ausstoß an Erfindungen und Leistungen. Dessen waren sich die Alliierten – Amerikaner wie Russen, Engländer wie Franzosen, Kanadier und andere – natürlich bewußt. Sie drängelten regelrecht danach, diesen unermeßlichen geistigen Schatz zu heben und für ihre eigenen Zwecke auszubeuten. In diesem Zusammenhang stehen Begriffe wie Overcast, Paperclip und Ossavakim.

Alle alliierten »Befreier« setzten Einheiten ein, die in deutsche Fabriken und Büros eindrangen und tonnenweise Dokumente, Materialproben, Patentschriften und Maschinen beschlagnahmten, deutsches Spitzenpersonal verhörten und verschleppen ließen. Alleine 1946 wurden in der amerikanischen Zone nicht weniger als 3,8 Millionen Seiten von deutschem wissenschaftlichen Material aus Industrielabors und Universitäten verfilmt und heimischen Interessenten für eine geringe Gebühr zur Verfügung gestellt, darunter befanden sich beispielsweise in den Vereinigten Staaten 186.000 Akten des Reichspatentamtes. Auch Zehntausende deutscher Warenzeichen waren dem Gutdünken der Alliierten ausgeliefert: International bekannte deutsche Handelsmarken durften von ausländischen Firmen für ihre Produkte zu Werbezwecken mißbraucht werden. So war es beispielsweise möglich, jedes schmerzstillende Placebo als ein Aspirin, jeden Blechlöffel als Stahlware aus Solingen oder jedes Glühlämpchen als Osram-Birne vorzulügen. Diese Denunziation reichte bis weit in die fünfziger Jahre: Noch am 15. März 1953 wurde in England beispielsweise einer deutschen Firma gerichtlich untersagt, ihre eigenen 4711-Produkte unter dieser Bezeichnung zu vertreiben, weil bereits (!) eine britische Firma unter dem 4711-Warenzeichen Kosmetika anbot.

Gestohlen wurde prinzipiell auf allen Gebieten, auf denen Deutsche forschten, entwickelten und arbeiteten. Es fanden sich massenweise Konstruktionszeichungen, Berechnungsunterlagen, Erfahrungswerte, Betriebsverfahren, Entwicklungsarbeiten sowie fertige Produkte, die – wenn überhaupt – bislang nur in minderwertiger Form vorhanden waren oder die man nur vom Hörensagen oder sogar überhaupt nicht kannte. Hierunter zählen u.a. synthetischer Treibstoff und Gummi, synthetische Schmieröle, synthetische Faser- und Textilherstellung, Dieselmotoren, Optiken, schwere Druckpressen, Kassettenrekorder, elektrische Kondensatoren, haltbare Fruchtsäfte, Maschinen zum Einwickeln von Schokolade, Holzzucker, synthetische Saphire für Uhren, laufmaschenfreie Damenstrümpfe, Quartzuhren, Zelluloseprodukte, eine Vielzahl pharmazeutischer Produkte, Insektizide, synthetisches Blutplasma, Kunstleder, Plastik, Farbphotographie, Nähnadeln, eine unüberschaubare Anzahl von Präzessionsgeräten, Frostschutzmittel und viele Tausend andere Entdeckungen auf chemischen, physikalischen, technologischen und elektronischen Gebieten, auf denen die Deutschen allen anderen Nationen um Klassen, sprich um 5, 10 oder noch mehr Jahren in der Entwicklung voraus waren.

Erst recht auf dem Gebiet der Waffen- und Raketentechnik war das Deutsche Reich seinen alliierten Kontrahenten unvorstellbar weit voraus. Fernlenkung für Raketen und Torpedos, Infrarot-Zielgeräte, Ultraschall, alle Methoden des Düsenantriebs, Hubschrauber und Raketen waren bekannt. Die Deutschen hatten Flugzeuge, Marschflugkörper und sogenannte Flugscheiben entwickelt, die Geschwindigkeiten bis zu unglaublichen 8.000 km/h erreichten. Selbst auf den ausgefallensten Gebieten, die heute nicht nur Homöopathen und Esoteriker begeistern, war Deutschland in der Forschung allen anderen Staaten weit überlegen. Diesbezüglich sind beispielsweise Untersuchungen zu nennen, die am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biophysik in Frankfurt/Main durchgeführt wurden. Diese betrafen die Beziehungen von elektronisch geladener Luft auf die Gesundheit. Positiv geladene Luft wurde als gefährlich für das menschliche Wohlbefinden festgestellt, weil es Unbehagen und Depressionen, beispielsweise bei fallendem Luftdruck, verursacht. Den Deutschen war also nichts anderes gelungen, als die Atemluft mit künstlichen Zusätzen zu versehen, so daß beim Menschen je nach Bedarf Gelassenheit oder Furcht, Verdruß oder Optimismus, Freude oder Niedergeschlagenheit hervorgerufen werden konnte.

Im Gegensatz zum Thema »Fremdarbeit im Dritten Reich« gibt es kaum Untersuchungen über das Ausmaß und die Umstände der Zwangsarbeit deutscher Kriegsgefangener und Zivilverschleppter im Ausland. Man engagiert sich an maßgeblicher Stelle nicht für die von Deutschen verrichtete Zwangsarbeit und ihre Ausbeutung. Dabei sind die Konsequenzen immens. Prof. Emil Schlee legte vor einigen Jahren in einer Studie dar, daß die gesamte Zwangsarbeit nach dem Kriege ein beispielloser Bruch des Völkerrechts in der modernen Geschichte war. Außer 3,5 Milliarden Gefangenschaftstagen, also Tage, an denen durch Kriegsgefangene Zwangsarbeit geleistet wurde, wurden weitere 3,8 Milliarden Gefangenschaftstage von Zivilverschleppten verrichtet. Insgesamt wurden also 7,3 Milliarden Zwangsarbeitstage geleistet. Ein unschätzbarer wirtschaftlicher Wert für die ausbeutenden Staaten! Ein unglaublicher Völkerrechtsbruch! Nicht abschätzbar sind die persönlichen Folgeschäden eines jeden einzelnen deutschen Zwangsarbeiters und der Wert der verlorenen Lebens- und Berufsmöglichkeiten, die durch die Verschleppung und Zwangsarbeit zunichte gemacht worden sind. Hildegard Felix, bis 1953 in der Sowjetunion, u.a. in Kiew und Workuta als Zwangsarbeiterin ausgebeutet und die später für jeden Tag Zwangsarbeit von der deutschen Bundesregierung – nicht etwa von dem Ausbeuterstaat! – eine Entschädigung von sage und schreibe einer ganzen Deutschen Mark erhalten hat, weist auf dieses Schicksal hin. Nach ihrer Heimkehr sah sie keine Möglichkeit, eine Ausbildung entsprechend ihrer Fähigkeiten zu erlangen. »Somit ist mein Leben ‚ohne Inhalt’ verlaufen.« Diese erzwungene Lebenszerstörung ist kein Einzelfall, sie trifft auf Hunderttausende andere ehemalige Zwangsarbeiter ebenso zu.

Bezeichnend ist der ungleiche Kampf zwischen Behörden und ehemaligen deutschen Zwangsarbeitern um Anerkennung und Auszahlung, die ohnehin nur als symbolische Geste gewertet werden kann. Aus einem Brief der ehemaligen deutschen Zwangsarbeiterin Frau Eva Mårtensson an die Bundesversicherungsanstalt geht nicht nur die bürokratische Inflexibilität hervor, mit der bundesdeutsche Behörden Deutschen gegenüber auftreten, sondern vor allem die Aussichtslosigkeit, in der BRD zu seinem Recht zu kommen: Ich zitiere aus einem Antwortbrief der ehemaligen Zwangsarbeiterin: »Nun zum Punkt der von Ihnen von mir gewünschten Papiere. Woher bekäme ich diese? Bevor wir in die Güterwaggons verladen wurden, hat man uns jedes evtl. geschriebene Wort abgenommen, man drohte uns mit weiterer Gefangenschaft, wenn wir etwas bei uns hätten. Wir haben niemals eine Bescheinigung erhalten, vielleicht ist es für Sie unverständlich.« Das war es für die bürokratischen Beamten ganz offensichtlich. Am 26. Juni 2000 schickte die Bundesversicherungsanstalt Frau Mårtensson 11 Fragebögen mit der Aufforderung diese auszufüllen, worauf die ehemalige Zwangsarbeiterin nur noch die Worte fand: »Ich gebe auf.«

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es waren deutsche Menschen, derer man sich als Sklaven des 20. Jahrhunderts beliebig bedienen konnte, während gleichzeitig deutsche Industrielle und Politiker vor den Tribunalen der Sieger standen, sich für die während des Krieges beschäftigten Fremdarbeiter zu verantworten hatten und hierfür meist zum Tode verurteilt wurden.

Für Gesamtösterreich dürfte sich bezüglich sogenannter Wiedergutmachungszahlungen ein Betrag von etwa 2 Milliarden Reichsmark ergeben. Österreich hatte zehn Jahre lang die Besatzungskosten der vier Alliierten zu tragen, auf Jahre 60% seiner Erdölförderung an die Sowjetunion abzuliefern, 150 Millionen Dollar in natura als Reparationen aufzubringen und war schutzlos der Ausplünderung des gesamten Landes ausgeliefert. Und welche Werte gab es in ganz Österreich! Während der kurzen Zeit der Vereinigung mit Deutschland zum Großdeutschen Reich erlebte Österreich einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung. Riesige Industriezentren waren entstanden. Die Reichswerke Hermann Göring in Linz verarbeiteten steierisches und bayerisches Erz auf der Basis von Kohle, die aus dem Ruhrgebiet stammte. Angeschlossene Stickstoffwerke produzierten Kunstdünger. Ein Aluminiumwerk, dessen Produktionsleistung weit über der österreichischen Nachfrage lag, war gebaut worden. Das in den dreißiger Jahren entdeckte Erdöl auf dem Marchfeld war mit gewaltigen Investitionen erschlossen worden. Weiters hatte sich die deutsche Reichsregierung erfolgreich darum bemüht, die natürlichen Wasserkräfte Österreichs durch Neuanlagen von Stauseen und Kraftwerken für die Elektrizitätsgewinnung im großen Rahmen nutzbar zu machen. In wirtschaftlicher Hinsicht jedenfalls strahlte Österreich als integrierter Teil Deutschlands heller denn je nach dem Ersten Weltkrieg. Eine schier unermeßliche Fundgrube für die alliierten Befreier!

Für all diese Diebstähle und Menschenrechtsverletzungen haben die Alliierten nie die Verantwortung übernommen. Die Frage nach Wiedergutmachung, Entschädigung und anderen Leistungen sowie gerechten Grenzregelungen kann nur durch einen Friedensvertrag zwischen den Siegermächten und Deutschland gelöst werden. Wobei es vollkommen unbedeutend ist, ob einzelne, nicht souveräne Teile Deutschlands die Nachkriegsregelungen als endgültig geregelt betrachtet hatten. Überhaupt scheint die inflationär gebrauchte Verwendung des Begriffes »endgültig« eher einem Wunsch- bzw. Propagandadenken zu entsprechen. Jedenfalls sind in den vergangenen Jahrzehnten Dutzende jener »Endgültigkeiten« revidiert worden. Auch auf deutschem Boden, denken wir nur an die Einreißung des »ewig währenden antifaschistischen Schutzwalls« in Berlin vor fast 12 Jahren.

Es stünde den Deutschen, entgegen den fragwürdigen Erkenntnissen bundesdeutscher und österreichischer »Realpolitiker« und ehemaliger DDR-Völkerrechtler, gut an, sich bezüglich des unvergänglichen Rechtes auf Heimatboden und des Rechtes auf Souveränität ein Beispiel an der Wiedergründung des Staates Israel zu nehmen: Für annähernd 2.000 Jahre hatte der Staat der Juden nicht existiert und doch hat dieses Volk niemals sein Heimatrecht aufgegeben, bis er sich 1948 wieder aus der Versenkung erhob. Derer gibt es viele Beispiele in der Geschichte: Auch die Polen, deren Staat für 125 Jahre von Rußland, Preußen und Österreich besetzt und somit nicht handlungsfähig war, hatten ihren Willen auf Eigenstaatlichkeit niemals aufgegeben. Ebensowenig wie die baltischen Völker über Jahrzehnte hinweg – in der Sowjetunion eingepfercht, entrechtet und unterdrückt – die Wiederherstellung ihrer Staaten in Zweifel gezogen hätten. Auch die Japaner haben gegenüber der Sowjetunion bzw. Rußland niemals ihren berechtigten Anspruch auf die Kurilen aufgegeben – was dazu führte, daß der Staatsbesuch Wladimir Putins im September 2000 in Japan nicht mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages abgeschlossen werden konnte.

Wenn ich mich an dieser Stelle generell für eine objektive Geschichtsbetrachtung und für den berechtigten Anspruch der Deutschen auf Gleichberechtigung ausspreche, so hat dies nichts mit einem eventuell unterstellten altestamentarischen Rachegeist á la Nathan Kaufmann oder Henry Morgenthau zu tun. Es geht auch nicht darum, anderen Völkern Unrecht anzutun, nur weil sie unserer Nation unsagbares Leid zugefügt haben. Wohl aber geht es darum, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und unsere Nation zu einer Art der Selbstachtung hinzuführen, wie sie für jedes andere Volk auf der Erde eine Selbstverständlichkeit ist.

Dr. Claus Nordbruch mit Dr. Josef Feldner (Obmann des Kärntner Heimatdienstes) und Arnulf Helperstorfer (Vorsitzender des Ringes Freiheitlicher Studenten)

Weiterführende Literatur:
Claus Nordbruch: Der deutsche Aderlaß. Wiedergutmachung an Deutschland und Entschädigung für Deutsche. – Tübingen 2001, 500 Seiten, € 17,80, ISBN 3-87847-194-7

Dr. Claus Nordbruch mit Dr. Josef Feldner (Obmann des Kärntner Heimatdienstes) und Arnulf Helperstorfer (Vorsitzender des Ringes Freiheitlicher Studenten)

Weiterführende Literatur:
Claus Nordbruch: Der deutsche Aderlaß. Wiedergutmachung an Deutschland und Entschädigung für Deutsche. – Tübingen 2001, 500 Seiten, € 17,80, ISBN 3-87847-194-7

Hinweis

Erwartungsgemäß war sich das sogenannte »Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes« – das heißt wirklich so – nicht zu blöde, der oben dokumentierten Rede postwendend eine strafrechtliche Relevanz zu unterstellen und bat die Staatsanwaltschaft Wien, eine solche zu prüfen. Nun gehört der Versuch, den politischen Gegner zu diskreditieren bzw. zu diffamieren, bekanntlich zum »anti«-faschistischen Kleinen Einmaleins der geistig-politischen Auseinandersetzung. Diese perfekt funktionierende Denunziationsstrategie hat übrigens auffallend viele Gemeinsamkeiten mit den in den Richtlinien des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (1/76) festgesetzten Formen, Mittel und Methoden der Zersetzung. Unter Punkt 2.6.2. dieser Richtlinien werden »[b]ewährte anzuwendende Formen der Zersetzung« empfohlen. Hierunter fällt unter anderem die »systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben«. Darin sind die Trotzkisten, Stalinisten und anderen Berufsgutmenschen des »Dokumentationszentrums« wirklich Spitze.

Übrigens heißt es in der von einem Autorenkollektiv gegen Totalitarismus herausgegebenen Dokumentation Antifa heißt Gewalt über diese österreichische Privat-Stasi u.a.:

Die zweite hier zu nennende »anti«-faschistische Einrichtung ist das in Wien ansässige »Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes« (DÖW) unter der Leitung von Wolfgang Neugebauer, dem Sohn eines ehemaligen SS-Obersturmführers. Wie schon der Name des »Zentrums« suggeriert, soll hier der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich dokumentiert werden. Daß dies in Wirklichkeit gar nicht geschieht – nicht geschehen kann -, hängt vielleicht damit zusammen, daß dieser »Widerstand« wohl sehr heimlich geführt wurde. Jedenfalls ergießt sich die Hauptarbeit des Zentrums in der Denunzierung des politischen Gegners. Von Anfang an, war das vom österreichischen Staat – bis heute! – subventionierte DÖW von Kommunisten dominiert. Dennoch hat es das »Zentrum« bezeichnenderweise geschafft, sich den Ruf eines »wissenschaftlichen« Instituts gegen »Rechtsextremismus« zu erschleichen. »In einer sagenhaften Regelmäßigkeit«, wie es Peter Sichrovsky nennt, veröffentlicht das Zentrum Publikationen, »deren einzige Botschaft die Zuordnung von auserwählten Österreichern zum rechtsextremen Rand der Gesellschaft ist.«

Weiterführende Literatur:
Autorenkollektiv gegen Totalitarismus: Antifa heißt Gewalt. – Tübingen 2002.
Peter Sichrovsky: Der Antifa-Komplex. – München 1999.
Claus-M. Wolfschlag: Das »antifaschistische Milieu«. – Graz 2001.

© Dr. Claus Nordbruch

http://nordbruch.org/home

4/11/2011

[xi] Nishio Kanji, »Der Eurozentrismus der Deutschen und ihre Vergangenheitsbewältigung«, in Asien, Heft Juli 1990, S. 71.

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